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1

Dienstag, 6. Juni 2006, 17:22

Motorrad kaufen - habe Null Plan

Hallo!

Ich bin gerade dabei, ueber den Kauf einer 175er Yamaha zu verhandeln, hier in Bolivien.

Da ich von Motorraedern keine Ahnung habe: Worauf sollte man beim Kauf einer gebrauchten Maschine besonders achten? (Abgefahrene Reifenmaentel etc. sind klar...)


Danke fuer Tipps,

Michael, Cochabamba

2

Dienstag, 6. Juni 2006, 18:44

Re: Motorrad kaufen - habe Null Plan

auf jede Menge Leistung natürlich.

TurBini

Mo24-Bewohner

Beiträge: 1 650

Registriert: 10.07.2005

Region: Hamburg

Motorrad: Hornet 900, Speed Triple 1050 Carbon Edition, Schwalbe KR51

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3

Mittwoch, 7. Juni 2006, 09:51

Re: Motorrad kaufen - habe Null Plan

Hola Michael,

beim Kauf eines gebrauchten Krads kannst du dich im groben an der vom ADAC empfohlenen Checkliste orientieren:

Checkliste und Tipps

Zur ersten Begutachtung kann man sich an untenstehender Checkliste orientieren, besser beurteilen können das natürlich die Profis in der Werkstatt (i.a. ist die Bewertung in Werkstätten nicht sinnvoll: Kapazitätsgründe, Befangenheit, eigene Interessen) oder im ADAC Prüfzentrum. Auf eine ausführliche Probefahrt, möglichst auch auf Landstraße und Autobahn, sollten Sie aber auf keinen Fall verzichten. Wer kein Vertrauen zum Privatgebrauchtkauf hat, sollte sich bei Gebrauchtmotorrad-Händlern umschauen. Sie bieten die meisten Modelle zwar relativ teuer an, dafür aber überwiegend eine halbjährliche Garantie auf die wichtigsten Teile der Mopeds. Dies ist ein guter Einstieg in das Zweiradfahrerleben.

Rostbefall

am Auspuff
an den Schweißnähten des Rahmens sowie im Lenkkopf- und Schwingenbereich (bei Rollern müssen zur Prüfung meist Verkleidungsteile entfernt werden, also Schraubendreher mitnehmen)
an den Felgen/Speichen
am, unter und im Tank
Rost ist meist ein optisches Problem. Wenn das betroffene Teil aber nicht mehr behandelt werden kann, ist u. U. ein Austausch nötig.

Flüssigkeitsaustritt


am Motorblock: Zylinderfuß, -block, Ventildeckel (4-Takt-Motoren)
an der Vorderradgabel: Ölaustritt zwischen Stand- und Gleitrohr
am Kardan-Winkeltrieb: Simmerring undicht
am Vergaser
an Tank und Benzinhahn
Auch nach der Probefahrt kontrollieren. Undichtigkeiten können zwar beseitigt werden, die Arbeitszeit kann aber teuer kommen.

Schleifspuren


an allen Kunststoffteilen, v.a. Verkleidungen an Rollern, ggf. Aufkleber lösen, je nach Hersteller sind Verkleidungsteile sehr teuer
an Fußrasten und Endschalldämpfer
an Lenkerenden und Armaturen/Scheinwerfer
am Rahmen
Schleifspuren deuten auf harte Fahrweise, Stürze oder Unfälle hin, also Vorsicht!

Räder und Reifen


Drehbarkeit: Räder müssen in beide Drehrichtungen frei und ohne Schleifgeräusche laufen. Kardangetriebene Hinterräder dürfen nicht haken oder "mahlen".
Felgenschlag: Prüfung durch Anhalten eines Schraubenziehers am Felgenrand.
Speichenspannung: Klarer Klang ohne Scheppern?
Felgenrisse, Risse in der Nabe
Radspiel: Radlager durch Kippbewegungen der Räder kontrollieren.
Reifenprofil: Profiltiefe mindestens noch 3 mm.
Reifentyp: Übereinstimmung der Dimension und des Typs mit den Angaben im Fahrzeugschein?

Kettenantrieb


Verschleiß: Lässt sich die Kette deutlich vom Kettenrad abheben, sind Kette und Kettenrad wahrscheinlich verschlissen. Letzteres erkennt man auch an spitz geformten Zähnen ("Sägezähne").
Übersetzung: Kettensatz in Originalübersetzung?


Bremsen


Bremsscheiben: Oberfläche auf tiefe Riefen oder Absätze prüfen.
Beläge: Belagstärke mindestens 4 mm, Verschleißanzeige bei Trommelbremse. Vorsicht bei ungleichmäßig abgenutzten Belägen.

Fahrwerk


Lenkkopflager: Rad anheben, Gabel unten fassen und nach vorne und hinten drücken sowie von Anschlag zu Anschlag drehen. Dabei darf kein Spiel bzw. Hakeln spürbar sein.
Lenkeranschlag: Verformungen deuten meist auf einen Unfall hin.
Telegabel: Vorderradbremse ziehen und Telegabel stark ein- und ausfedern lassen. Auf den Standrohren darf sich kein Ölfilm bilden. Gabelholme auch auf Verwindungen prüfen.
Hinterradschwinge: Beide frei hängenden Holme (oder Einarmschwinge) von hinten zuerst seitlich, dann nach oben und unten bewegen. Spürbares Spiel könnte an einem defekten Schwingenlager liegen.
Stoßdämpfer: Heck des auf beiden Rädern stehenden Motorrads niederdrücken und loslassen. Nach einer halben Schwingung muss es (ohne gurgelnde Geräusche) zur Ruhe kommen.

Elektrik


Beleuchtungselemente: Funktionsprüfung Stand-, Abblend- und Fernlicht, Rücklicht, Bremslicht, Blinker, Instrumentenbeleuchtung.
Kontrollleuchten: Prüfung Öldruck, Leerlauf, Fernlicht, Blinker, Batterieladung, ABS, Benzinreserve, Seitenständer usw.
Sicherheitssysteme: Prüfung Hupe, Lichthupe, Killschalter, Unterbrecherschalter für Seitenständer usw.
Griffheizung

Instrumente


Tachometer: Zitternder Zeiger deutet auf eine defekte Tachowelle hin. Rückstellungsmöglichkeit des Tageskilometerzählers.
Zusatzinstrumente: Funktionsprüfung.
Armaturen
Bowdenzüge: Prüfung der Leichtgängigkeit von Kupplung, Gas und Choke.
Schalter: Funktionsprüfung.

Schlösser


Schlüssel: Vollständigkeit (Zündung, Lenkrad, Sitzbank, Helmschloss, Tankdeckel, Staufächer), Ersatzschlüssel
Schließfunktion: Prüfung der Leichtgängigkeit
Batterie: Befüllung (Säurestand o.k.?), Batteriepole sauber?

ich denke es macht Sinn den Umfang der Prüfung auf die lokalen Gegebenheiten anzupassen *lach*

Viel Erfolg damit,

Gruss
TurBini


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