Eine Fahrschulmaschine? Hm. Da sollte man differenzieren.
Der Motor an sich wird wahrscheinlich noch für weitere 100.000 km gut sein, getreten - ohne Aufwärmphase - wird ein Fahrschulmotorrad in der Regel selten.
Ich rechne aber damit, daß Getriebe und / oder Kupplung in nicht mehr ferner Zukunft fällig werden, die Kupplung wahrscheinlich eher.
Drei Jahre alt heißt, daß es sich um die RJ 01 handelt, also zweite Bremsscheibe vorne, vernünftige Elektronik und 41er Gabel, eben das letzte Modell der Serie und aus dem letzten Fertigungsjahr.
Ich rate Dir, einen Kundendienst machen zu lassen, der wird bei 42.000 km eh fällig.
Du kannst ja, wenn Du sie dann nimmst, die Inspektionskosten auf den Kaufpreis aufschlagen, und die Fahrschule trägt die Reparatur - wie auch immer, das kann man in persönlicher Absprache klären.
Zumindest würde ich aber verlangen, daß die DEKRA das Mopped untersucht. Das kostet nicht viel, aber die wichtigsten Punkte hast Du damit schon einmal auf dem Papier.
Ansonsten ist die Diva keine schlechte Wahl, im Gegenteil. Die Mehrheit davon schafft deutlich über 100.000 Kilometer, die Serie kennt keine typspezifischen Schwächen und die Leistung ist mit 61 offenen PS auch schon ganz ordentlich.
Wenn Dumit 34 PS fahren mußt, hast Du hier das Glück, daß die Drosselung vor allem die Höchstgeschwindigkeit auf ca. 140 km/h absenkt, daß aber die Beschleunigung im Großen und Ganzen erhalten bleibt. Eine Zwischenstufe existiert auch noch, das ist die Drosselung auf 50 PS. Die ist in meinen Augen aber weniger sinnvoll, weil vor allem die Beschleunigung fehlt.
Wenn Du dann noch ein wenig Geld hast, solltest Du über Stahlflex-Bremsleitungen vorne wie hinten nachdenken. Das bietet sich vor allem dann an, wenn im nächsten Jahr ein Wechsel der Bremsleitungen ansteht, denn Gummileitungen werden im Laufe der Zeit porös und sollten spätestens alle vier Jahre gewechselt werden. Stahlflex montierst Du einmal und mußt sie nie wieder wechseln. Vor allem wandert in ihnen der Druckpunkt bei heißer Bremsflüssigkeit nicht so stark wie in Gummileitungen, weil der Stahlmantel den Teflonschlauch fest komprimiert und Deine aufgewandte Bremskraft nicht schon am Schlauch durch Verformungsarbeit Verluste erleidet.
Vor allem anderen aber sind progressive Gabelfedern, zum Beispiel von Wilbers oder Wirth, fast schon Pflicht. Wie bei allen Asiaten dieser Preisklasse sind die originalen Federn zwar für guten Fahrbahnbelag ausreichend, aber die Diva neigt ab und an auf welligem Untergrund zum Durchschlagen, d.h., die Gabeln gehen auf Block, weil die Federkraft auch bei zunehmender Belastung linear ansteigt. Die besseren Federn kosten auch nicht die Welt, verbessern das Fahrverhalten aber um Längen.
Wenn Du neue Reifen brauchst, hol Dir gleich die BT 40 BattleAx von Brigdestone, die verwandeln die gute alte Diva in einen richtigen Kurvenräuber. Auf keinen Fall nimm bitte die Originalbereifung von Dunlop, es sei denn, Du möchtest ein bockendes altes Weib unter Dir haben, das in jeder interessanten Kurve frühzeitig Ausbruchtendenzen zeigt.
Hilft Dir das weiter, oder hast Du noch Fragen?
Servus,
Holger