Der Motor ist eigentlich irrelevant - beide haben genügend Druck von unten heraus, das bringt der Hubraum mit sich - die Anzahl der Zylinder ist da eher Nebensache.
Entscheidend ist vor allem das Sitzgefühl, da hat Biboty völlig recht.
Ich persönlich würde zur FJ greifen, weil ich selbst eine hatte. Empfehlenswert ist das
Modell 3CW (1988/1990), das war die erste "echte" FJ 1200, das Modell 1XJ (1986/1987) war technisch nur eine hubraumvergrößerte FJ 1100.
Die 3CW hat insbesondere nicht das recht nutzlose Anti-Dive (Bremsnick-Ausgleichssystem ohne größeren praktischen Wert, dafür Arbeitsaufwand für Wartung), zudem eine verbesserte Gabel und Vorderradbremsanlage sowie ein 17"-Vorderrad.
Langstrecken sind kein Problem, obschon bei mir selbst der Kniewinkel etwas zu eng war - ich hätte mir, hätte ich sie nicht wegen einer Handgelenksoperation verkauft, die Sitzbank noch etwas aufpolstern lassen, denn man sitzt tief genug für guten Bodenkontakt.
Für ein 260 kg-Monster ist sie sehr handlich, sowohl beim Aufheben

, als auch beim Rangieren als auch in Fahrt. Wenn Du das Modell 1XJ nehmen solltest (so wie ich - die schwarz-rote Lackierung gab es nur bei diesem Modell), schmeiß weg, was an Reifen drauf ist, und zieh BT 45 von Bridgestone auf.
Das verbessert das Fahrgefühl um Welten und Du kannst danach dem Motorrad auch im strömenden Regen noch vertrauen - mit bspw. den Metzeler-Pneus nicht unbedingt.
Der Tankinhalt reicht für ca. 350 km bei durchschnittlicher Fahrweise - wer autobahnmäßig ständig oberhalb von 200 km/h unterwegs ist (Auslands-offen hat sie 95 kW/129 PS, Deutschland-offen hat sie 74 kW/101 PS bei ca. 100 Nm maximalen Drehmoment), der muß halt nach 250 - 280 km schon wieder an die Tankstelle.
Wenn Du Dir etwas richtig Gutes tun willst, kauf ein neues Federbein und progressive Gabelfedern, dann hast Du einen richtigen Rennhobel. Einzig die Bodenfreiheit entspricht eher einem Sporttourer, aber für tiefe Kurven in der Fränkischen Schweiz hat es bei mir noch immer gereicht...
Und - vorsorglich - laß um Himmels willen den modischen Blödsinn, breitere Reifen aufziehen zu wollen. Die vergrößern nur die nötige Schräglage bei gleicher Kurvengeschwindigkeit, und damit raubt man sich völlig unnötig Reserven an der knappen Bodenfreiheit bei schnellen Kurven. Die Reifendimensionen der FJ sind gut so, wie sie sind.
Wenn die Maschine pfleglich behandelt und gewartet wurde, sind Laufleistungen von deutlich über 200.000 Kilometern ohne Übermaß die Regel. Der Motor könnte noch weitaus mehr leisten, wenn man ihn aggressiv aufmotzt. Dass man das werksseitig gelassen hat, trägt massiv zur langen Lebenserwartung bei.
Noch Fragen?
Servus,
Holger