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baser

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1

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 21:21

Rentner überfahren - Anklage wegen Mord

Ich weiss nicht, ob es hier schon diskutiert wurde:

Ein Motorradfahrer und bekannter Videoblogger fährt mit stark überhöhter Geschwindigkeit durch die Stadt. Er tourchiert ein Auto und flieht. Später geht ein alkoholisierter Rentner bei Rot über die Straße - der Motorradfahrer kann wegen seiner stark überhöhten Geschwindigkeit nicht mehr bremsen und erwischt diesen. Der Mann stirbt. Der Motorradfahrer wird in U-Haft genommen und wegen Mordes angeklagt. Das bedeutet (wenn das Gericht dem stattgibt) lebenslange Haft.

Was meint ihr?

Hier ein Link zu dem Vorfall: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/…t-14568880.html

Hier ein Video seines Fahrstils:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »baser« (22. Dezember 2016, 21:25)


Hueni

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2

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 22:02

Wenn ich daran denke, dass er auch meine Tochter mit seiner durch nichts zu rechtfertigenden Fahrweise hätte töten können, kann ich auch bei einer lebenslangen Haftstrafe wenig Mitleid aufbringen.

Allerdings gehe ich bei unserer Rechtssprechung davon aus, das sich sein Strafrahmen so bei ca. 8 Jahren einpendeln wird.

Und ob die Tatbstandsmerkmale von "Mord" erfüllt sind, wage ich doch eher zu bezweifeln....

Sandman

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3

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 22:38

Wenn ich daran denke, dass er auch meine Tochter mit seiner durch nichts zu rechtfertigenden Fahrweise hätte töten können, kann ich auch bei einer lebenslangen Haftstrafe wenig keinerlei Mitleid aufbringen


Wenn es jemanden aus meiner Familie getroffen hätte . . . bin mir nicht sicher was ich ihm im Gerichtssaal über den Hohlschädel gezogen hätte.
Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

bdr529

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4

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 23:05

Der hatte schon vorher beinahe einen Menschen überfahren, aber seine einzige Reaktion bestand in der Beschimpfung des Fußgängers.
Der Typ ist dümmer als Bohnenstroh und völlig lern resistent. Das hat nichts mehr mit Fahrlässigkeit zutun, daher ist die Anklage nachvollziehbar.

Wir hatten die Meldung aber in irgendeinem Thread schon diskutiert, weiß aber nicht mehr wo...
VG
Michael

Passio_Mallorca

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5

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 23:22

Was für eine Hohlbirne, als er im Gerichtssaal war, hat er sich dann einen Aktenordner vors Gesicht gehalten.

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6

Freitag, 23. Dezember 2016, 00:43

Muss rein technisch für Morf nicht Arglist und Vorsatz gegeben sein? Und niedere Beweggründe? Ich kriege es grade nicht mehr zusammen, kann sein, dass ich mich irre...
Aber wären hier die Vorraussetzungen erfüllt und wenn ja, wie begründet?

Wenn ich den Fall richtig zuordne, dann war das doch der Vlogger mit A am Anfang... war da nicht auch in der Diskussion, dass der garkeinen A1 für seine offene ZX10R hatte?

So oder so: Das ist ein Paradebeispiel wie diese wahnsinnige Effekthascherei tragisch ins Auge gehen kann. Ich bin gegen Exempel, denn das geht gegen mein persönliches Rechtsverständnis, aber fahrlässige Tötung - oder das rechtlich korrekt bezeichnete äquivalent - in Tateinheit oder Tatmehrheit mit einigen anderen Vrrgehen und dazu ein Urteil ohne viel milde, wäre da vielleicht schon angebracht.

Als Laie und aus dem Bauch raus gesprochen. So arbeitet unsere Rechtsprechungg ja Gott sei Dank nicht, ich weiß...

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7

Freitag, 23. Dezember 2016, 05:36

Zitat

Muss rein technisch für Morf nicht Arglist und Vorsatz gegeben sein? Und niedere Beweggründe? Ich kriege es grade nicht mehr zusammen, kann sein, dass ich mich irre...
Aber wären hier die Vorraussetzungen erfüllt und wenn ja, wie begründet?

Du nimmst zur Selbstdarstellung billigend in Kauf, das andere Menschen durch deine deutlich überhöhte Geschwindigkeit gefährdet werden.
Mindestens die Niederen Beweggründe sehe ich erfüllt. Meine mich zu erinnern, dass die Staatsanwaltschaft ähnlich argumentiert.

timmae

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8

Freitag, 23. Dezember 2016, 06:13

Ein wenig hilft auch der Artikel weiter, laut dem die Staatsanwaltschaft mit der Unfallflucht argumentiert, die an sich eine Straftat darstellt und damit ist der Unfall eine folgende der Vertuschung und das ist eine Tatbestand von Mord.

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Lille

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9

Freitag, 23. Dezember 2016, 07:18

"Niedere Beweggründe" (ein paar Klicks auf Youtube) und "den Tod billigend in Kauf genommen".

Totschlag ist normalerweise eine Spontanhandlung, ohne große Vorgeschichte, aus dem Moment heruas.

Gegen (grob) fahrlässige Tötung spricht wohl die Vorgeschichte.



Ich denke, Mord passt da schon - wird aber wohl auf die Mindeststrafe rauslaufen.


Eigentlich sollte jeder, der so einem Deppen im YT ein "Gefällt mir" gibt, sich darüber bewusst sein, daß er "Mittäter" (zumindest moralisch!) ist. :thumbdown:

Solange es solche Videos gibt, solange wird es immer wieder Nachahmer geben, die für "15 minutes of fame" irgendeinen Sch*** veranstalten, nur im ein paar Klicks zu sammeln.
*Lille*

niednied

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10

Freitag, 23. Dezember 2016, 08:03

......ist der Rentner nicht besoffen und bei ROT über die Ampel gegangen.....ich will den Biker nicht in Schutz nehmen und billige auch nicht seine Fahrweise !!! Aber die Rechtsprechung wird wohl daruf auch eingehen....
WENN MAN RECHTS DREHT WIRD DIE LANDSCHAFT SCHNELLER !!!!!

Lille

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11

Freitag, 23. Dezember 2016, 08:14

Vermutlich. Aber die Frage wird eben sein: Wie schnell war der Motorradfahrer unterwegs - und wäre er bei richtiger Geschwindigkeit in der Lage gewesen, den Unfall zu vermeiden.

Und dass er nicht aus Versehen zu schnell war, sondern wiederholt und vorsätzlich, kommt dann halt erschwerend hinzu.
*Lille*

Coyote

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12

Freitag, 23. Dezember 2016, 08:19

1) Eine Tötung im Folge der Flucht von einem Unfall
2) der politische Wille, strafrechtlich viel häter gegen Raser vorzugehen
3) "Lust am Heizen" als niederer Beweggrund
4) Die Akzeptanz des stark erhöhten Unfallrisikos als Eventualvorsatz

Fällt mir grad nicht derart schwer. Würd mich aber etwas wundern, wenn es so kommt - aufgrund der "persönlichen Aufgewühltheit" nach der Unfallfluchtsituation könnte man möglicherweise auch von Totschlag reden. Quasi-Affekt.

Wenn ich in einer Menschenmenge stehe, die Augen schließe und dann mit einer Pistole um mich schieße, werde ich mit "fahrlässige Tötung" auch nicht durchkommen - obwohl ich ganz sicher niemanden gezielt erschossen habe.

@rote Ampel: das ist eine Frage fürs Strafmaß und darüber, ob der Rentner Teilschuld am Unfall hat. Aber nur begrenzt für die Frage, welche Tat begangen wurde - begrenzt in sofern, als dass es für das Mordmerkmal relevant ist (in diesem speziellen fall pocht das StGB darauf).
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Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Coyote« (23. Dezember 2016, 08:24)


blahwas

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Freitag, 23. Dezember 2016, 08:43

Aus dem Bauch raus: Der wird zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt, das geht dann durch die Medien. Und wenn Gras über die Sache gewachsen ist, kommt er in 5 Jahren oder so wieder raus.

In Berlin steht auch schon ein Autofahrer wegen Mord vor Gericht, der bei einem spontanen Rennen einen Fußgänger getötet hat.

bdr529

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14

Freitag, 23. Dezember 2016, 08:58

Es gibt zudem noch ein etwas älteres Video von ihm, bei dem er fasst einen Menschen überfahren hätte und sich im Anschluss noch sinngemäß über den "Idioten" aufgeregt hat und gesagt hat, dass er ihn beinahe getötet hätte.
Ihm war trotz seiner offensichtlichen fehlenden Intelligenz vollkommen klar, dass er Menschen in Lebensgefahr bringt. Die niederen Beweggründe sind offensichtlich und fahrlässige Tötung kommt bei dem nicht mehr in Frage.

Erschreckend finde ich, dass es noch immer Kommentare auf Youtube zu Videos von und über ihn gibt, die Mitleid mit ihm haben oder dem Rentner die Schuld geben (nicht etwa nur eine Mitschuld) und den Fahrer immer noch als Held betrachten. Das ist echt krank.

Wenn er zu einer Haftstrafe verurteilt wird, wovon ich sicher ausgehe, werden für ihn bezüglich vorzeitiger Entlassung die gleichen Rechte gelten, wie für alle anderen. Da gibt es keine Sonderregeln. Auch ein Hoeneß ist nicht früher raus gekommen als andere auch.
VG
Michael

freakshow2410

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15

Freitag, 23. Dezember 2016, 09:04

Vermutlich. Aber die Frage wird eben sein: Wie schnell war der Motorradfahrer unterwegs - und wäre er bei richtiger Geschwindigkeit in der Lage gewesen, den Unfall zu vermeiden.

Und dass er nicht aus Versehen zu schnell war, sondern wiederholt und vorsätzlich, kommt dann halt erschwerend hinzu.

Vermutlich. Aber die Frage wird eben sein: Wie schnell war der Motorradfahrer unterwegs - und wäre er bei richtiger Geschwindigkeit in der Lage gewesen, den Unfall zu vermeiden.

Und dass er nicht aus Versehen zu schnell war, sondern wiederholt und vorsätzlich, kommt dann halt erschwerend hinzu.


In einem Weltartikel stand was zur Geschwindigkeit. Ca 55km/h meine ich.
Das ist nicht schneller als andere von uns fahren. Springt einem dann jemand vors Motorrad, bremst man nicht mehr.

Nein, ich habe ihm kein Daumen hoch für seinen Kanal gegeben.
Nein, ich finde seine Fahrweise innerhalb Ortschaften nicht geil.

Nur Mord ist es in meinen Augen nicht.

Ich hoffe auf eine hohe Strafe.

Coyote

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16

Freitag, 23. Dezember 2016, 09:14

In einem Weltartikel stand was zur Geschwindigkeit. Ca 55km/h meine ich.

Vor dem Bremsen, nach dem Bremsen oder hat er ungebremst getroffen? 55 beißt sich mit der Angabe "stark überhöht", außer es wäre im 30-Limit gewesen.


Die Likes sind nur Äußerlichkeiten. Sichtbar gemachtes Feedback. Fataler ist, dass es tatsächlich Leute gibt, die sich sowas überhaupt ansehen wollen. Auch diejenigen, die sowas anschauen, treiben die Zugriffszahlen rauf. Auch diejenigen, die jetzt aus Neugier dahinterhersuchen. Die sind noch der offensichtliche Teil, diejenigen, die andere motivieren, solche Videos auch zu liefern. Aber selbst diejenigen, die sich nur denken "ich würd das auch gern sehen" oder "ich wäre auch gerne so" - da sitzt die eigentliche Wurzel.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Coyote« (23. Dezember 2016, 09:18)


baser

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17

Freitag, 23. Dezember 2016, 09:16

Zitat

Ich denke, Mord passt da schon - wird aber wohl auf die Mindeststrafe rauslaufen.


Mord führt zwingend zu lebenslanger Haft.

Ich finde, die Staatswanwaltschaft überzieht hier mit der Mordanklage gewaltig. Für Mord (oder auch Totschlag) müsste der Fahrer durch seinen Fahrstil den Tod eines anderen "billigend in Kauf genommen haben". Wie man so schön im Jurastudium lernt: Er muss sich innerlich gesagt haben "Na, wenn schon", nicht aber "Das wird schon gutgehen, ich werde schon niemanden totfahren" (letzteres würde nur zu fahrlässiger Tötung führen). An den Nachweis des Vorsatzes sind bei Tötungsdelikten wegen der Hemmschwelle zur Tötung eines Menschen nach der Rechtsprechung des BGH sehr hohe Anforderungen zu stellen.

Alleine schon wegen der mit einem tödlichen Unfall üblicherweise einhergehenden Verletzungen beim Fahrer selbst wird man kaum annehmen können, dass er es einfach billigend in Kauf genommen hat, jemanden totzufahren und dabei ggfs. selbst draufzugehen. Und wenn doch, wäre man auch schnell im Bereich von § 20 StGB.

Auch vom von der juristischen Beurteilung losgelösten Rechtsempfinden her: Steht dieser "Todesraser" moralisch wirklich auf einer Stufe mit dem typischen "Mörder", den man so vor Augen stehen hat und noch deutlich über dem Vergewaltiger und Kinderschänder? Für mich nicht.

Es gibt zudem noch ein etwas älteres Video von ihm, bei dem er fasst einen Menschen überfahren hätte und sich im Anschluss noch sinngemäß über den "Idioten" aufgeregt hat und gesagt hat, dass er ihn beinahe getötet hätte.


In dem oben zitierten Video ab 4:50.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »baser« (23. Dezember 2016, 09:22)


bratwurst

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18

Freitag, 23. Dezember 2016, 09:52

2) der politische Wille, strafrechtlich viel häter gegen Raser vorzugehen
3) "Lust am Heizen" als niederer Beweggrund
4) Die Akzeptanz des stark erhöhten Unfallrisikos als Eventualvorsatz

Müsste man in Folge dessen jeden "Raser" für versuchten Mord einknasten?

Ich vermute, der wird für Totschlag ein paar Jahre sitzen gehen und gut ist.

Gruß,
Thomas

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19

Freitag, 23. Dezember 2016, 10:54

Also ich hab mich jetzt doch - weils mich irgendwie beschäftigt - nochmal eingelesen. Sowohl in das was über die Anklage bekannt wurde, alsauch - sehr laienhaft versteht sich - ins Gesetzt.

Sowohl Mord als auch Totschlag setzen auf jeden Fall den Vorsatz voraus. Der Täter muss willentlich den Tot eines anderen Menschen herbeiführen. Im vorliegenden Fall hätte der Fahrer also absichtlich mit dem Gedanken "Ich fahr den Penner jetzt tot!" den Rentner umfahren müssen. Soweit meine Interpretation
Wenn man durch sein Handeln, durch Dulden oder Unterlassen die Tötung nicht willentlich herbei führt, aber in Kauf nimmt, dann ist das "nur" fahrlässige Tötung.

Wenn ich jetzt die Anklage richtig verstanden habe (was natürlich voraussetzt, dass diese im Netz richtig wiedergegeben wird), dann Begründet die Staatsanwaltschaft ihre Mordanklage darauf, dass er ein anderes Delikt verschleiern wollte und dabei auch die Gefährdung anderer billigend in Kauf genommen hat. Darum, dass er eh ein gefährlicher Raser war, gehts wohl erst in zweiter Linie. So oder so passt das aber nach meinem Verständnis nicht zum Tatbestand des Mordes. ...wie gesagt, als völliger Laie frei interpretiert.

Kann es sein, dass hier vom Staatsanwalt erstmal ein weitaus höheres Strafmaß, als realistisch gegeben ist, gefordert wird, um vielleicht abzuschrecken, ein Exempel zu statuieren und Öffentlichkeit zu generieren? So in der Art "Jetzt haben wir mal einen prominenten Raser vor Gericht und der hat auch noch das hinbekommen was wir für die schlimmste Konsequenz aus diesem Treiben halten - jetzt zeigen wir auch wie schwerwiegend das ist, als abschreckendes Beispiel für andere!".

Ich glaube aber so oder so nicht, dass die Mordanklage Chancen auf Erfolg hat. Wenn das zur Begründung für eine Verurteilung für Mord ausreicht, was hier vorgebracht wurde, dann wären wohl tatsächlich bald viele Unfallverursacher wegen Mordes oder schwerer KV im Knast.

Fahrlässige Tötung sehe ich eher als gegeben. Da dann vielleicht sogar die Forderung nach der Höchststrafe von 5 Jahren, weil er eben vorher schon kriminelle Energie bewiesen, und auch aus diesem Verhalten schon länger Kapital geschlagen hat. Strafmildernd kommt wahrscheinlich aber hinzu, wenn er strafrechtlich noch nicht anderweitig in Erscheinung getreten ist und das der Rentner über rot gelaufen ist.

Das bis hier hin ganz nüchtern und sachlich betrachtet, ohne mich zu emotionalen Wertungen hinreißen zu lassen.


Endergebnis (Glaskugel an): Minimal Bewährungsstrafe + Geldstrafe (und vielleicht lange lange Lappen weg) - Maximal 3 Jahre, von denen er die Hälfte absitzt. (Glaskugel aus).

Vielleicht etwas wenig, sollte es so kommen - aber das liegt nicht an mir zu Urteilen.

Coyote

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20

Freitag, 23. Dezember 2016, 11:01

Müsste man in Folge dessen jeden "Raser" für versuchten Mord einknasten?

Hast recht. Eventualvorsatz gilt wohl nicht. Damit ist das Thema "Mord" dannauch durch.
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