Nachdem wir mit dem 12er schon am Vorabend die Norwegenroute besprochen hatten und er bei uns genächtigt hat, waren wir schon um halb acht in der Spur und mussten nur noch auf unseren "Busfahrer" warten, damit der diesmal unseren Pfadfinder machen konnte.
(Unser "Busfahrer" heißt übrigens so, weil er seine 1100er Zephyr liebevoll "Bus" nennt.)
So ein Busfahrer hat den Vorteil, dass er meist den Weg und das Ziel kennt und so waren wir diesmal ohne Umweg und Tomtom-geführte Irrwege nur eine Stunde später in PB-Mönkeloh auf dem ADAC-Platz.
Die Perle schrie wie gewohnt sofort nach Ankunft wieder nach dem Panikklo

und erst nach Erledigung dieses Programmpunktes bedienten wir uns an der Kaffeebar, um das übliche Vorstellungsprozedere (Wer? Was? Seit wann? Und warum? ) in einer gemütlichen Kaffeerunde hinter uns zu bringen.
Da an dieser Runde nur zwei Frauen beteiligt waren, lief die Vorstellung dieses Mal erheblich schneller ab, so dass es schon um halb zehn hieß: "Start your engine!"
In der Aufwärmrunde wurde einhändig, mit einem und zwei Beinen auf der Sitzbank gefahren, im Damensitz und DS mit nur einer Hand im Entenmarsch immer schön inner Runde.
Danach wurde ausführlich besprochen, wie man überhaupt auf dem Möp zu sitzen hätte.
Nämlich nicht locker lässig wie ein Cruiser, sondern schön brav mit den Beinen am Tank und den Fußballen auf den Rasten. SO!
Weiter ging es dann durch verschiedene Slalomparcoure.
Bei der Besprechung der Runden stellte sich heraus, dass sich die Trainer des ADAC hierbei einig sind: "Scheiße gucken, scheiße fahren!".
Soll heißen, die Blickführung während der Fahrt ist das A und O, dass einen guten Fahrer ausmacht. (Hast du keine Navi, guckst du nur...

)
Will ich also durch einen Slalomparcour gucke ich nicht auf die bösen Hütchen, damit ich auch ja jedes umfahre, sondern ans Ende der Reihe in die Weiten des Horizonts.

Nachdem die meisten von uns die Blickführung verinnerlicht hatten (bis auf mich, denn ich gucke leider weiterhin die Gefahrenzonen an wie das Karnickel die Schlange

), ging es weiter mit dem Thema "Lenkimpuls" und dessen Wirkung.
Was is´n Lenkimpuls???

N Lenkimpuls is, wenn man seinem Lenker ganz doll einen Schubs auf der Seite gibt, in dessen Richtung man ganz flott ausweichen möchte.Tschak! Soooo einfach geht das. (Oder auch nicht...)

Es wurde beratschlagt, wie sich das Möp dabei verhält, wenn man es boxt und wie das Ganze physikalisch überhaupt funktioniert.(Ich weiß schon, warum ich Physik abgewählt habe.
Weiter ging es mit langsamer Fahrweise, um nicht zu sagen "spazierenstehen". (Das kann ich nun wieder fast in Perfektion. In Schrittgeschwindigkeit bin ich der Held

)
Schnell fahren kann jeder, aber langsam fahren, ohne dass das Möp umfällt, das ist schon schwieriger...
Nach Langsam kommt schnell und wie man noch schneller wieder langsam wird. Unser nächster Programmpunkt hieß also: voll bremsen!
Aus 30 km/h bis 50 km/h mit Hinterradbremse und Vorderradbremse und beiden gleichzeitig. Ich muss dabei übrigens vier Finger benutzen, der 12er nur zwei, weil seine Bremse besser greift als meine. Oder so.

Danach ging es dann eeeeeendlich zum Essen, mir hing der Magen schon zwischen den Kniekehlen, denn die Übungen sind auf Dauer echt anstrengend und machen einen Bärenhunger.
Zurück von der Mittagspause ging es wieder zum Thema Notbremsung aus verschiedenen Geschwindigkeiten. Netterweise hat Instructor Udo diese gefährliche Sache spektakulär vorgeführt, indem er todesmutig mit einer Vollbremsung aus Tempo 100 durch eine perforierte Tapete gebrettert ist, um zu demonstrieren, wieviel Speed man am Bremsstandpunkt aus Tempo 50 noch drauf hat.
Natürlich nicht, ohne vorher zu rätseln, wo denn nun der tatsächliche Bremspunkt aus dieser Geschwindigkeit sein würde.
Wir wurden noch einmal eindrucksvoll daran erinnert, dass man sich doch so einigermaßen an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten halten sollte, weil die Bremswege sich doch irrwitzig erhöhen, wenn man nur 20 km/h-chen schneller fährt, als man darf.
Nachdem unser Mittagessen nun gesackt war, konnten wir uns wieder in Runden üben:
Kreisel links herum, Kreisel rechts herum, Haarnadelkurve, weiter Slalom, Haarnadelkurve, enger Slalom, große Kurve, Ausweichhaken, Stoppie,Schrittgeschwindigkeit und wieder zurück zum Kreisel links herum und immer immer wieder rundherum.
Irgendwann geht auch einmal der schönste Tag seinem Ende zu und die Übungen nahmen ein Ende.
Es wurde noch einmal kurz besprochen, wie man eine Kurve anzufahren hätte und warum und wie in einer Gruppe.
pssst...kleiner tipp nebenbei: es ist die grüne linie
Dann ging es zum Abschlußgespräch und Urkundenverteilung beim Kaffee zurück ins Gebäude.
Jeder (!) Teilnehmer erhielt seine 12 Punkte (jahaaa... auch ich

) und abschließend wurde noch das obligatorische Gruppenfoto gemacht, besonders weil es das letzte Motorradtraining war, das unser Instructor Klaus gegeben hat.
Klaus, wir danken Dir !