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Gummipferd

unregistriert

1

Samstag, 14. Juli 2007, 17:48

Diskussion Motorradunfälle

Da ich keinen thread speziell dazu gefunden habe, mache ich einen auf - in Reaktion auf den thread "Pressemitteilungen-Motorradunfälle". Falls ich etwas übersehen habe und es doch schon eine Diskussion dazu gibt, kann man das hier ja wieder löschen.

Ich stelle mir eine Diskussion sowohl zu allgemeinen Aspekten als auch zu konkreten Unfallszenarien vor.

Meine einführenden Gedanken und persönlichen Basisinformationen (auch zu den aus Presseberichten geschilderten Unfällen):

- Das populäre Bild vom "Leichtsinnigen jugendlichen Motorrad-Rocker" ist lange widerlegt; mindestens zwei Drittel aller Unfälle mit Biker-Beteiligung gehen zu Lasten plötzlichen Fehlverhaltens von Autofahrern.

- Auch eine angeblich existierende Problematik beim fahren schwerer und schneller Maschinen konnte nicht verifiziert werden, es gibt keinen statistischen Zusammenhang.

Meiner Meinung nach nützt es aber wenig, nur beleidigt zu sein. Was kann man trotzdem tun?
  1. Druck durch Verbände und Organisationen auf Gesetzgeber, Politik, Behörden, Justiz und Fahrschulen: Sachkenntnis und Sensibilität der Autofahrer muß durch geignete Maßnahmen - Aufklärungskampagnen, Ausbildung, aber auch z.B. empfindliche Gerichtsurteile nach verschuldeten Unfällen - erhöht werden. Solange der Staat Motorradfahren zuläßt, darf er Motorradfahrer nichts als Stiefkinder des Straßenverkehrs betrachten und behandeln. Tut er aber - und das Allgemeine wirkt sich eben auch im Detail aus.
  2. Maßnahmen - auch gesetzliche - zur Intensivierung der Präsenz von Motorradfahrern im Bewußtsein von Autofahrern und zur Erhöhung ihrer Wahrnehmbarkeit im Verkehr. Psychologisch ist das Problem, daß sie aus der Perspektive von Autofahrern zu selten vorkommen und zu klein sind. Instinktiv-unbewußt und angeborenermaßen werden vom Gehirn eher große Objekte wie Lastwagen als "wichtig" oder "gefährlich" wahrgenommen, - auch aus den Augenwinkeln. Ein phylogenetisches Affenerbe. Kleine Objekte vermerkt das Gehirn hingegen "automatisch" als harmlos - ohne daß man es bewußt registriert. Das seltene Auftreten von Motorrädern lähmt ebenfalls das Intereresse und die Aufmerksamkeit. Außerdem reicht schon ein kleines nahes Objekt (z.B. Fensterholm, Spiegel) im Auto, um ein herannahendes Motorrad "unsichtbar" zu machen. Versuch: im Käfig mal Daumen hochhalten - die schmale Silhouette eines Motorradfahrers ist dahinter verschwunden, ein PKW oder gar Lastwagen nicht!
  3. Beispiel Tagesfahrlicht - warum nicht an jedem Motorrad rechts und links auch am Tage neben dem Scheinwerfer spezielle Lampen, zum Beispiel in gelb oder rot oder sogar blinkend (Gesetzgeber)?
    [/list=1] Durch Biker selbst:
    1. Auffällige Kleidung, so auffällig und bunt wie möglich, nicht nur kleine Reflexstreifen für die Nachtfahrt am schwarzen Mann.
    2. Trotz allem so langsam (jawoll!) und umsichtig fahren wie irgend möglich, bzw. für´s Fahrvergnügen gerade noch vertretbar. Da ist sicher noch mehr drin, als bisher üblich. Auch wenn bei den berichteten Unfällen die betroffenen Biker juristisch schuldlos waren, nach meinem Eindruck hätten sie das eine oder andere dennoch verhindern - und überleben - können!
    3. Man soll zwar nicht übertreiben, aber sich ein wenig an Berufsrennfahrern, Stuntmen, Piloten usw. zu orientieren könnte nicht schaden. Keiner von denen würde starten, ohne abolut wach, frei von Stress und Nervosität und allgemein fit zu sein. Keiner würde z.B. bei den Startvorbereitungen, dem Pre-Flight Check usw. "fünfe gerade sein lassen" und hoffen, daß es schon gut geht. Und keiner würde (oder dürfte) starten, wenn sein letztes Training Jahre zurückliegt, und nicht klar ist, was er noch weiß und drauf hat. Jeder prüfe sich selbst, ob er diesen Maßstäben wenigstens einigermaßen genügt, wenn er losfährt. Wie ich woanders schon sagte: das einfache tägliche Motorradfahren ist nunmal schon vom Grundsatz her erheblich gefährlicher als Formel-Eins oder Kampfpilot im Tornado!
    4. So oft fahren wie möglich! Nur Sonntags und im Sommer bringt zu wenig - auch intuitive, automatisierte - Erfahrung und Reaktionskompetenz! Jede(r) Autofahrer/Fahrerin hat gewissermaßen ganz von selbst - weil er/sie täglich fährt - hundertmal mehr intuitive Erfahrung und eingeschliffene kognitive und Aufmerksamkeits/Gedächtnis Routinen als heutzutage die meisten BikerInnen. Jedenfalls auf die spezifischen Bedingungen des Motorradfahrens übertragen. Allgemeine Erfahrung und Routine hat man natürlich, weil man ja normalerweise auch noch Autofahrer ist. Und falls nicht, dann eben als Alltagsfahrer auf dem Motorrad.
    5. Sich klar machen, daß all das für Späteinsteiger (40+), falls man einer ist, um ein Vielfaches an Bedeutung gewinnt. Es ist wie bei Klaviervirtuosen oder Ballettänzern, - ältere Gehirne lernen schlechter, sind weniger leistungsfähig, reagieren nicht mehr so gut. Vieles läßt sich auch nie mehr aufholen. Kein Grund, gleich in Alters-Depressionen zu verfallen, - aber sich drauf einstellen. Born to be wild ist eben nicht mehr drin. Muß ja auch nicht unbedingt sein, oder?
      [/list=1]

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Gummipferd« (14. Juli 2007, 18:05)


2

Samstag, 14. Juli 2007, 21:46

@ Gummipferd

oder wie Du Dich nennst oder heisst...

ich werd das Gefühl nicht los ,das Deine post nur auf ein Ziel hinarbeiten :
irgendwelche Ausarbeitungen für diverse Industriezweige ........
Fährst Du auch Motorrad oder beschäftigst Du Dich mit langwierigen Diskussionen .
Oder kommst Du bei Deinen Endlosdiskussionen ÜBERHAUPT noch zu was ?
:suspekt: :suspekt: :suspekt: :suspekt:
ich für mein Teil steige aufs Moped und fahre ....
1.nicht wie ein Brasilianischer Maler
2.ohne daran zu denken :der o der odie kann mich totfahren ,umfahren ,übersehen ...
3. sollte ich in die Bedrängnis kommen ,werde ich tunlichst morgens nicht mehr aufstehen
4. es könnte mich ja auf dem Weg zur Toilette ein ICE überrollen
5. .................
6...................
.
.
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204........
.
.
1587........
PETER
hart-aber herzlich

DiDi1965

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3

Samstag, 14. Juli 2007, 22:12

...ich denke der hat nen Faible für Sicherheit, ich will Ihn allerdings nicht unter General- Verdacht stellen, ein Schelm wer böses dabei denkt

:gruss: der DiDi der den IGNORIEREN Button schon gefunden hat :groesste:
Mit nem Hamburger Gruß der DiDi....WIR können alles, vor allem Gerade :grin:

FZ 6 Fazer 2007, mein "Spielzeug":P

biboty

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4

Sonntag, 15. Juli 2007, 02:32

RE: Diskussion Motorradunfälle

"Was kann man trotzdem tun "
Punkt 1 und 2 absolute Zustimmung.

"Durch Biker (ein gräßliches Wort ) selbst"

Zu 1.)
Ich glaube nicht,das man durch sogenannte "Papageienkleidung" besser wahrgenommen wird.Das funktioniert (nach eigener Erfahrung) bei grellen oder bunten Motorrädern auch nicht.

Zu 2.)
Da bin ich mir noch nicht einig,das muss ich für mich erst mal überdenken.

Zu 3.)
Richtig

Zu 4.)
SEHR richtig

Zu 5.)
Da bin ich anderer Meinung.Das Gehirn kann sehr gut trainiert werden..und wenn jemand ein Späteinsteiger ist,wird es nach meiner Meinung durch eine gewisse Reife und innerer Ruhe auf alle Fälle das,was er nicht mehr SO schnell lernt,durch Umsicht und Besonnenheit wettmachen.
Jemand der über 40 ist,hat wahrscheinlich nicht so den Drang,sich durch besonders risikoreiches fahren hervorzutun.( Hoffe ich doch ? )


LG Sabine

Eckes

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5

Sonntag, 15. Juli 2007, 02:36

ein punkt wäre vll, immer 2 jahre begrenztes fahren nach dem führerscheinerwerb zu machen. Mit 25 fährt man nicht automatisch besser.
Ich muss biboty recht geben, das mit den farben hat wirklich keinen Einfluss, besonders, da man ja den größten teil vom fahrer des bikes nicht mal sieht von vorne.
Nowadays people know the price of everything and the value of nothing.

- Oscar Wilde

Gummipferd

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6

Montag, 16. Juli 2007, 02:35

RE: Diskussion Motorradunfälle

@ HOTDOG usw.

Oder wie Du Dich nennst oder heisst...

Nur ein Perspektivirrtum, - Sicherheit interessiert mich momentan, das allerdings ziemlich intensiv, wie Du richtig bemerkt hast. Es war - erst einmal - der Grund für meinen Einstieg hier. Und ich denke dafür sind die rapide ansteigenden Unfallzahlen Grund genug. Natürlich kann man das alles auch ignorieren und "...einfach aufs Moped steigen...", klar.

Das ist keineswegs eine Art belehrender Vorwurf. Geht mich auch nichts an, wenn das einer für richtig hält und macht. Es ist nicht so, daß ich andere etwa beeinflussen wollte, in erster Linie geht´s mir um mich selbst, bzw. meine eigenen Gedanken dazu, und die stelle ich einfach zur Diskussion. Mehr nicht. Erst vor ein paar Stunden habe ich an der Tanke jemanden auf einer ziemlich leistungsfähigen Sportmaschine in T-Shirt, Shorts und Turnschuhen vorfahren sehen. Helm hatte er immerhin auf. Seine Sache, ich gehe doch nicht hin und hebe den Zeigefinger. Aber ich mache mir meine Gedanken, und die sind bekanntlich frei.

Ich bin für mich selbst in letzter Zeit ziemlich ins Grübeln gekommen und habe zwischenzeitlich sogar auch überlegt, nachdem ich immerhin vor 35 Jahren angefangen habe, mit dem Motorradfahren endgültig aufzuhören, bin aber erst einmal doch wieder davon abgekommen. Immerhin gibt es da noch ein paar Menschen in meiner näheren Umgebung, von denen ich mir denke, daß sie mich noch eine Weile brauchen können.

Also, niemand ist gezwungen auf meine Gedanken einzugehen, oder sie gar zu teilen.

Andererseits möge man es mir aber auch gestatten, wenn ich mit einiger Verwunderung zur Kenntnis nehme, wie in einem stark besuchten Motorrad-Forum der Sicherheitsaspekt erstens sichtlich kaum vorkommt, und zweitens, wenn er von einem Neueinsteiger thematisiert wird, hauptsächlich abwehrende und sogar aggressive Reaktionen auslöst. Ich finde es schon bemerkenswert, wenn, nachdem eine Reihe von auch tödlichen Motorradunfällen aus Pressemitteilungen gepostet wurden - und dann eine Diskussion darüber eröffnet wird -, einige das offenbar als störende Zumutung empfinden.

Es reicht nicht, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um Mehrheitsmeinungen handelt, sollte das jedoch der Fall sein, hielte ich das schon - und nochmal: meine persönliche Meinung sollte man mir schon gestatten - für bedenklich und auch für einen Grund, die verbreitete Selbstinterpretation der Biker-Szene kritischer als bisher zu betrachten.

Wie gesagt, es ist nicht sicher, ob die meisten Biker so denken, aber falls doch, würde es dann auch viel beschimpfte juristische Termini wie "erhöhte Betriebsgefahr" beim Motorradfahren, die bekanntlich auch in Gerichtsurteile eingehen, in einem anderen Licht erscheinen lassen. Sie wären dann nämlich keineswegs mehr Ausdruck von "Willkür" oder "Vorurteil", sondern höchst angebracht und realistisch.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Gummipferd« (16. Juli 2007, 02:41)


Gummipferd

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7

Montag, 16. Juli 2007, 03:33

RE: Diskussion Motorradunfälle

Zitat

Original von biboty

Zu 5.)
Da bin ich anderer Meinung.Das Gehirn kann sehr gut trainiert werden..und wenn jemand ein Späteinsteiger ist,wird es nach meiner Meinung durch eine gewisse Reife und innerer Ruhe auf alle Fälle das,was er nicht mehr SO schnell lernt,durch Umsicht und Besonnenheit wettmachen.
Jemand der über 40 ist,hat wahrscheinlich nicht so den Drang,sich durch besonders risikoreiches fahren hervorzutun.( Hoffe ich doch ? )


LG Sabine


Ja nun, die statistisch signifikant höhere Unfallbeteiligung von älteren Motorradfahrern ist ein Faktum. Und es ist dabei eben merkwürdig, daß das was Du anführst zwar stimmt, - aber seltsamerweise nur bei Autofahrern. Ob meine Überlegungen zur Sache richtig sind, wer weiß; aber einen Grund dafür muß es doch geben.

Und das Gehirn: sicher wäre die Formel "altes Gehirn taugt nichts mehr" Unsinn. Auch die früher pauschal behauptete Abnahme der "Intelligenz" (was immer das genau sein soll) im Alter hat sich als völlig falsch herausgestellt. Im Gegenteil, das Mehr an lebenslang gespeicherter Erfahrung und damit die zwangsläufig auch vermehrten Verknüpfungsmöglichkeiten bei der Bildung von "assemblies" im kognitiven Prozess bevorzugen geradezu das ältere Gehirn. Ohne Gedächtnis kein Denken. Die Verehrung des Alters bei Naturvölkern, in der Antike und heute noch z.B. in der asiatischen oder islamischen Welt war nie grundlos. Nur wir haben damit heute Probleme. Es kommt aber darauf an, was einem Gehirn jeweils abgefordert wird, - und da gibt es auf einigen Gebieten schon erhebliche Altersunterschiede, wenn auch vieles kompensiert werden kann, keine Frage.

Die Schwierigkeiten liegen beim neu lernen. Und zwar nicht nur beim Vokabellernen, sondern beispeilsweise auch beim Erlernen von Bewegungsabläufen oder Reaktionsmustern. Wer mit vierzig mit Fußball oder Boxen anfängt schafft es garantiert nicht mehr in die Bundesliga oder zum Sieg nach Punkten über Wladimir Klitschko.

Man könnte vielleicht so sagen: das ältere Gehirn ist im Vorteil, wenn´s um´s gelassene Nachdenken und Erwägen sozusagen zu Hause am Schreibtisch geht. Aber bei allem was mit automatisierten Abläufen und deren Neubildung, Reaktionsschnelligkeit, spontanem Wahrnehmen und Erfassen, Körperreaktionen, Raumorientierung usw. zu tun hat, ist es deutlich im Nachteil und auch bei weitem nicht mehr so lernfähig und funktionell plastisch wie ein junges Organ.

Was die "Papageienklamotten" angeht, mag sein. Daß unser visuelles System aber auf helle (und natürlich große und bewegte) Objekte schneller und intensiver reagiert als auf graue, dunkle und wenig kontrastreiche, scheint sicher. Wichtig ist immer der Unterschied zu Hintergrund und Umfeld. Bestes Beispiel: Signalrote Farbe und Blaulicht am Feuerwehrauto. Bestes Gegenbeispiel: Tarnanstrich und Tarnkleidung. Dunkle Objekt erregen nur (intuitiv und unbewußt) erhöhte Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft im Sinne von ""bedrohlich", und das auch nur wenn sie groß (und nahe) genug sind. Kleine dunkle Objekte ignoriert das Gehirn gerne, besonders auf größere Entfernungen.

Aber es mag spezielle Faktoren bei Motorradsilhouetten geben, die dazu führen, daß auch helle oder bunte Kleidung nichts nützt, schon möglich. Welche Erfahrungen hast Du denn gemacht?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Gummipferd« (16. Juli 2007, 03:40)


Fischi

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8

Montag, 16. Juli 2007, 09:52

RE: Diskussion Motorradunfälle

Zitat

Aber es mag spezielle Faktoren bei Motorradsilhouetten geben, die dazu führen, daß auch helle oder bunte Kleidung nichts nützt, schon möglich. Welche Erfahrungen hast Du denn gemacht?


Ich bin zwar ganz sicher nicht biboty....aber emfinde ihre Meinung zum Thema als sehr passend und mit meiner fast komplett konform....

Auffällige Kleidung oder Papageien bunte Motorräder nützen m.E. nach nichts....die Silhouette ist es die es ausmacht und die ist nunmal winzig...der Unterschied zwischen 100m oder 300m ist perspektivisch kaum unterschiedlich....und da liegt ganz sicher der Hase im Pfeffer....

Ich fahre nicht ganz umsonst einen Anzug mit reflektierenden Applikationen und jeder Menge gelbem Stoff rundherum....trotzdem und auch trotz meiner eigentlich ganz schön riesigen Erscheinung mit der GS (siehe Avatar) werd ich auch öfter mal "übersehen" an Kreuzungen....


Ansonsten geb ich Dir mit dem Denken, dem Gehirn und der Reaktion nicht so wirklich recht....man ist nur so alt wie man sich fühlt...um es mal platt auszudrücken "Wer rastet, rostet!" ...ganz sicher lassen zwar einige Funktionen etwas nach und ganz bestimmt werden viele davon durch Erfahrung etwas ausgeglichen....aber im Großen und Ganzen ist das Leben ein permanenter Lernprozess....nur eben nicht für jeden, eben jene die schon früh vergreisen....
Man kann nur vermuten das eben diese Intellektuelle Abstinenz (selbst tägliches lesen einer Tageszeitung bildet unaufhörlich) zu vielen Unfällen führt bei älteren Fahrern.....unbestritten ist natürlich das der "Ältere" eher das Geld hat um sich entsprechende Heizgeräte kaufen zu können und ganz sicher liegt auch hier einer der Gründe für die vermehrten Unfälle der Altersgruppe von 30-39....

Und ein weiteres wichtiges Element sind Wiedereinsteiger die nach Familienplanung und anderen gewollten Zielen nun nach dem suchen von dem sie meinen es verpasst zu haben.....
Das Leben ist kein Ponyhof, aber es lebt sich nicht schlecht wenn man in einem wohnt :rolleyes:

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blahwas

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Montag, 16. Juli 2007, 11:35

@Fischi: Mein den beiden erhobenen Armen (warum denke ich dabei an "Mother North"? -> youtube bei 00:30) fällst du tatsächlich sehr auf - und zu schnell wirst du so auch nicht :)

@Thema (aufgrund der Hartnäckigkeit gehe ich mittlerweile davon aus, dass es sich hier nicht um Getrolle handelt):
Ich meine, dass ich seit der Installation der Phillips Motovision Scheinwerferbirne besser gesehen/eher ernst genommen werde.

Bzgl Reflektion über Unfallgeschehen: Statistiken kennt jeder, ich wollte aber mehr Details und die individuellen Geschichten dazu erhalten. Ich habe auch erst letztes Jahr den Schein gemacht und bin sehr Sicherheitsbewusst (man könnte auch sagen: Schisser, tatsächlich studiere ich sogar was zu dem Thema, allerdings in einem völlig anderen Kontext). Darum habe ich hier unter "Most wanted" den Sammelthread mit Links auf alle "Ich habe einen Unfall gebaut"-Threads erstellt. Ich finde, da kann man sich schon ein Bild davon machen, was typische brenzlige Situationen sind. Nicht jeder wird aus heiterem Himmel beim Warten an der Ampel von hinten abgeschossen.

Ansonsten: Geschwindigkeit so wählen, dass man in der Sichtweite anhalten kann. Dann jault man auch nicht mehr über "plötzlich" auftauchtenden Dreck auf der Straße, der da seit Stunden friedlich rumdöst.

Fahrsicherheitstrainings werden auch oft als Patentrezept verkauft. Funktionieren tun die aber nur, wenn man danach nicht risikofreudiger als vorher fährt.
Das Motorrad-Wiki vergisst nicht.

Fischi

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10

Montag, 16. Juli 2007, 11:57

@blahwas

Dazu fehlen mir aber die "Airbags" :O......an sowas denkst Du bei meinem Avatar? *schluck*


Mit den FST sagst Du etwas das mir auch immer wieder auf der Seele brennt...viele wollen "mit den Großen mitfahren" und hoffen dies mit so einem Training zu erreichen.....das bereitet mir auch immer wieder Sorge wenn ich jemandem ein Training empfehle :durchgeknallt:

Kopfsache......und nein! ich zähle mich nicht zu den "Großen"....
Das Leben ist kein Ponyhof, aber es lebt sich nicht schlecht wenn man in einem wohnt :rolleyes:

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Gummipferd

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Montag, 16. Juli 2007, 14:27

Mal wa konkretes. Das Szenario eines der häufigsten Unfälle, auch in den Pressemiteilungen beschrieben: PKW beachtet beim Linksabbiegen die Vorfahrt nicht. Daten, Fakten, Hintergründe.

Den Zeitablauf von der Erkennbarkeit für den Motorradfahrer, daß der PKW abbiegt, statt zu halten, bis zu dem Moment, an dem er den Fahrtweg des Motorrads kreuzt, setze ich mit ca. 3 - 4 sec. an (vgl. Video/Link).

Fährt der Motorradfahrer mit 90 km/h, erkennt die Kollisionsgefahr aus 100 m Entfernung und reagiert mit der vom deutschen Verkehrssicherheitsrat veranschlagten Zeit von 1 sec. passiert mit Glück wenig oder nichts. Er kommt u.U. noch rechtzeitig zum halten und kann wieder Gas geben, wenn der PKW abgebogen ist.

Der Anhalteweg beträgt 73 m nach 4,85 sec. Er käme also, wenn auch knapp, vor dem PKW zum stehen; selbst wenn der (habe ich schon erlebt) in Panik im letzten Moment auch noch auf die Bremse tritt, statt zügig von der Fahrbahn zu verschwinden.

Reagiert er erst ab 70 m , sieht es so aus:

Anhalteweg 73,08 m
Anhaltezeit 4,85 sec.
Aufprallgeschwindigkeit 22,77 km/h
Dauer bis zum Aufprall 3,87 sec.
Äquivalente Fallhöhe 2,04 m

Es sieht schon erheblich schlechter aus, es besteht aber noch eine gute Chance, mit dem Leben oder sogar unverletzt davon zu kommen.

Ich hatte gesagt, daß bei einigen beschriebenen Unfällen die beteiligten Motoradfahrer zwar juristisch unschuldig waren, jedoch meiner Meinung nach den Unfall trotzdem hätten verhüten können.

Wie sieht es nun bei 120 km/h Annährungsgeschwindigkeit und Reaktion aus 100 m Entfernung aus?

Anhalteweg 118,8 m
Anhaltezeit 6,13 sec.
Aufprallgeschwindigkeit 56,82 km/h
Dauer bis zum Aufprall 3,72 sec.
Äquivalente Fallhöhe 12,64 m (mal ausprobieren vom Scheunendach?)

Und bei 120 km/h und Reaktion aus 70 m

Anhalteweg 118,8 m
Anhaltezeit 6,13 sec.
Aufprallgeschwindigkeit 90,68 km/h
Dauer bis zum Aufprall 2,25 sec.
Äquivalente Fallhöhe 32,34 m

Die Kolliison ist also definitiv nicht mehr zu vermeiden. Bei glattem Abflug über den PKW hinweg, ohne Landung im Gegenverkehr o.ä. und mit guter Sicherheitsausrüstung besteht aber immer noch eine gewisse Chance, zu überleben. Insgesamt, berücksichtigt man das If the worse comes to the worst-Szenario des Aufpralls aufs PKW-Dach oder Landung im Gegenverkehr mit, fifty-fifty würde ich schätzen.

Bei höherer Geschwindigkeit oder geringerer Reaktions-Entfernung ist definitiv Feierabend. Überleben nur noch durch irgendeine Art von Wunder.

Was ist daraus zu schließen?

Unter Bedingungen moderater Geschwindigkeit, fitness, guter Reaktion und intakter Bremsen ist zumindest ein schwerer oder tödlicher Unfall ziemlich sicher zu vermeiden. Sonst nicht. Auch wenn das Fehlverhalten beim PKW-Fahrer liegt, und man vor Gericht recht bekäme, - was nützt das, wenn man zum Krüppel geworden ist oder sich die Radieschen von unten ansieht?

Gelingt es nicht, liegt es am Motorarradfahrer, ob es gefällt oder nicht. Er war entweder zu schnell oder hat zu spät reagiert. Und berücksichtigt man die Häufigkeit solcher Unfälle, dann läßt das schon Rückschlüsse auf das allgemeine Sicherheitsbewußtsein und Fahrverhalten unter Motorradfahrern zu. So ganz haut es wohl doch nicht - jedenfalls nicht immer und bei jedem - hin mit dem Argument der grundsätzlich verfolgten Unschuld.

Noch kurz zur Annäherungsgeschwindigkeit: wer strikt defensiv und mißtrauisch fährt, also davon ausgeht (was dringend zu empfehlen ist) daß grundsätzlich in einer solchen Situation der Autofahrer pennt und die Vorfahrt nimmt, wird nicht schneller als mit höchstens 90 km/h heranfahren, eher noch (wie ich) mit weniger. Dasselbe gilt für jede Kreuzung, auch die andere häufige Unfallart, Vorfahrtnahme von rechts durch PKW ist so präventiv zu entschärfen.

Ausnahmesituationen, - der Autofahrer biegt rasant und völlig unvorhersehbar (z.B. ohne Blinker aus relativ hoher Geschwindigkeit) ab, oder ein PKW kommt mit Extremgeschwindigkeit von rechts (z.B. Überfahren einer Ampelkreuzung bei rot usw.) müssen natürlich außen vor bleiben. Bad luck - wenn die Fügung die frühzeitige Abreise aus dieser mehr oder weniger schönen Welt beschlossen hat, kann man eben nichts machen.

http://home1.gte.net/res0ak9f/mc-crash1.mpg

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »Gummipferd« (16. Juli 2007, 14:40)


Eckes

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Montag, 16. Juli 2007, 14:30

deine formeln für den anhalteweg sind falsch...zumindest hab ich das sogar mit physikalischen ergebnissen nachgerechnet und bin auf ganz andere ergebnisse gekommen
im übrigen grundfahraufgaben: mit 50km/h ausweichen, ist definitiv auch mit höheren geschwindigkeiten möglich, wird auch gut beim sicherheitstraining des adac rübergebracht
Nowadays people know the price of everything and the value of nothing.

- Oscar Wilde

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Eckes« (16. Juli 2007, 14:31)


Gummipferd

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13

Montag, 16. Juli 2007, 15:12

RE: Diskussion Motorradunfälle

Zitat

Original von Fischi


Auffällige Kleidung oder Papageien bunte Motorräder nützen m.E. nach nichts....die Silhouette ist es die es ausmacht und die ist nunmal winzig...der Unterschied zwischen 100m oder 300m ist perspektivisch kaum unterschiedlich....und da liegt ganz sicher der Hase im Pfeffer....

Ich fahre nicht ganz umsonst einen Anzug mit reflektierenden Applikationen und jeder Menge gelbem Stoff rundherum....trotzdem und auch trotz meiner eigentlich ganz schön riesigen Erscheinung mit der GS (siehe Avatar) werd ich auch öfter mal "übersehen" an Kreuzungen....


.


Hey Fischi,

das leuchtet irgendwie ein; es würde bedeuten daß der Papageienanzug zwar prinzipiell okay wäre, aber de facto nur sehr wenig bringt, weil er plus Inhalt einfach nicht groß genug ist, wie Du sagst. Naja, Theorie und Praxis eben. Mir soll´s recht sein, ich mag auch lieber einfarbig, military look usw..

Gehirn: vielleicht *hüstel* nochmal kurz reinlesen; - ich hatte darauf abgestellt, welche speziellen Aufgaben dem Gehirn jeweils gestellt werden (Reaktion, Raumnorientierung usw.) und auf das neu lernen. Grundsätzlich und ganz allgemein ist das ältere Gehirn sogar das bessere als das noch relativ ladenneue, sicher.

Noch etwas wichtiges, zum neu lernen: was früher - in der Jugend - erlernt wurde, läßt sich auch im Alter meist schnell und gut reproduzieren. Auch nach jahrelanger Pause. Wer z.B. zweisprachig aufwuchs, wird auch wenn er zehn Jahre lang nur eine Sprache gesprochen hat, die zweite Sprache nach relativ kurzer Zeit sogar wieder akzentfrei sprechen. Wer aber eine Zweitsprache nach dem 15. Lebensjahr erlernt wird hingegen immer als Fremdsprachler erkennbar bleiben, - jedenfals für Experten (Linguisten). Keine Chance also als Geheimagent in China oder so.

Für Klavierspielen, Tanzen, Tischtennis, Judo usw. gilt das gleichermaßen (und auch für´s Motorradfahren); wer es einmal als Kind oder Jugendlicher perfekt konnte kommt auch nach Jahren schnell wieder rein und zu Hochleistungen. Er bleibt immer besser als einer, der erst spät anfängt.

Gummipferd

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14

Montag, 16. Juli 2007, 15:28

Zitat

Original von Eckes
deine formeln für den anhalteweg sind falsch...zumindest hab ich das sogar mit physikalischen ergebnissen nachgerechnet und bin auf ganz andere ergebnisse gekommen
im übrigen grundfahraufgaben: mit 50km/h ausweichen, ist definitiv auch mit höheren geschwindigkeiten möglich, wird auch gut beim sicherheitstraining des adac rübergebracht


Warum nicht, irren ist menschlich, zeig` mal her Deine Resultate.

Und das Ausweichen. Wohin? In den Gegenverkehr, auf die Bordsteinkante, in den Graben? Vor oder hinter den PKW?

Ich hatte solch einen Unfall einmal, im Stadtverkehr, Vorfahrtnahme von rechts plus Panikbremsen des PKW-Fahrers mitten auf dem Fahrstreifen. Dabei haben sich die Sekunden zu Minuten gedehnt, - ein sinnvolles Ergebnis der Hirnevolution, das schon unseren Affenahnen gelegentlich ermöglichte zu überleben, wenn der Leopard zum Sprung ansetzte.

Ich erinnere mich noch genau: links kam ein Lastwagen - vergiß` es; rechts fuhr eine Frau mit Kinderwagen auf dem Bürgersteig, abgesehen noch von der Bordsteinkante. Also bremsen und geradeaus drauf. Ging auch relativ gut aus, trotz Abflug und ca. zwanzig Meter Flugstrecke. War aber auch viel Glück dabei und ich fuhr höchstens sechzig. Und ich war noch sehr jung und fit.

Ich verstehe auch nicht so ganz, worauf Du hinaus willst? Leute, fahrt ruhig so schnell an die Kreuzungen ran, wie´s Spaß macht, wird schon gut gehen? Oder wenn´s knallt ist das immer unvermeidbar gewesen? Dem kann ich mich leider nicht anschließen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Gummipferd« (16. Juli 2007, 15:34)


schokorossi

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15

Montag, 16. Juli 2007, 16:22

Mit Verlaub, Hr. Gummipferd,

daß die Unfallzahlen signifikant gestiegen sein sollen, wird erst eine Gesamtunfallstatistik des Jahres 2007 zeigen. Und ich vermute mal jetzt schon, daß sie allerhöchstens und wenn überhaupt leicht gestiegen sind, und alle anderen Aussagen von der Medienhysterie an jedem heißen Aprilwochenende herrühren, an dem tatsächlich ziemlich viel passiert ist.
Ich lese diesen ganzen Sicherheits- und Statistikkram gar nicht mehr (auch nicht deinen - ist aber nicht bös gemeint!). Mich nervt der andauernde Sicherheitsfaschismus in einem Land, in dem daran sehr gut verdient wird.

Außerdem halte ich auch nix von der Theorie der "sicheren Papageienkombis" - das muß erst mal bewiesen werden! Auf die Entfernung ist´s völlig wurscht, ob schwarz oder bunt wie ein LSD-Trip!

Manche geben halt keine Ruhe, bis wir alle mit EU-Kombis, EU-Airbag, EU-Leistungsdrosseln usw. EU-mäßig unterwegs sein dürfen. Hauptsache, keine Eigenverantwortung mehr und alle dürfen ein bißchen mitverdienen.

LG schokorossi, Schwarzfahrer

biboty

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16

Montag, 16. Juli 2007, 22:25

@Fischi

Mach dir nichts draus...wer was von deinem Avatar hält...oder woran manche da denken...
Kuck dir mein Avatar an...und überleg dir,was die Leute von mir denken..."so 'ne olle Sau"...hihihi..
Sorry für OT...aber das ging nicht anders.. :O



@Gummipferd

Meine Erfahrung mit auffälligen Farben ist schlicht und einfach,das TROTZ auffallender Farben mir immer an der gleichen Stelle die Vorfahrt genommen wurde...Farben hin oder her.. :(
Also habe ich wieder beschlossen,das ein freundliches schwarz für mich immer noch die beste Farbe ist. ;)



@Blahwas

Das mit dem "in Sichtweite anhalten können" ist in meinen Augen doch sehr theoretisch.Ich weiß ja nicht,wo du hauptsächlich fährst.Aber ich kann die aus Erfahrung sagen,das die diese schöne Theorie absolut nicht hilft,wenn du auf einer unbeleuchteten Landstrasse Nachts unterwegst bist und ein Wildschwein,Reh oder Fuchs direkt in der Höhe deines Vorderrades aus dem Gebüsch springt.
Deine Theorie von der Sichtweite ist ja nicht falsch...aber das greift nicht immer.
Oder warst du schon mal im dicksten Nebel nachts auf so einer Strasse unterwegs ?
Ich ja... oft...jahrelang....das ist nicht so einfach.

LG Sabine

blahwas

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17

Dienstag, 17. Juli 2007, 02:16

Zitat

Original von biboty
@Fischi

Mach dir nichts draus...wer was von deinem Avatar hält...oder woran manche da denken...

Mir gings da um die GESTE, nicht um die Airbags :) Wer weiss was Frau Braten heute macht kriegt übrigens nen Lutscher.

Zitat


@Blahwas
Das mit dem "in Sichtweite anhalten können" ist in meinen Augen doch sehr theoretisch.Ich weiß ja nicht,wo du hauptsächlich fährst.Aber ich kann die aus Erfahrung sagen,das die diese schöne Theorie absolut nicht hilft,wenn du auf einer unbeleuchteten Landstrasse Nachts unterwegst bist und ein Wildschwein,Reh oder Fuchs direkt in der Höhe deines Vorderrades aus dem Gebüsch springt.
Deine Theorie von der Sichtweite ist ja nicht falsch...aber das greift nicht immer.
Oder warst du schon mal im dicksten Nebel nachts auf so einer Strasse unterwegs ?
Ich ja... oft...jahrelang....das ist nicht so einfach.

Ich bin oft auf Straßen untwegs, wo ich vom Kurvenradius her mit 100 drüberbügeln könnte, mangels Sicht aber lieber mit 50 fahre. Ich verlasse mich nicht gerne auf mein Glück. Nebel ist ne ganz fiese Sache. Zum Glück kann ich mir aussuchen, wann (und wo) ich fahre, der alltägliche Weg in die Arbeit ist sicher was anderes - deshalb aber nicht weniger gefährlich. Man wird eben einfach betriebsblind, wenn man zu oft die selbe an sich gefährliche Situation schadlos übersteht. Mitunter verschiebt sich dann sogar die Wahrnehmung und das Hindernis ist schuld: z.B. ein unerwarteter Radfahrer auf der Landstraße. (Was natürlich nicht heisst, dass es voll ok ist nachts/bei Nebel ohne Licht zu fahren!)

Bin ich doch mal im Nebel unterwegs, dann eben wirklich langsam und mit allen NSW/NSL (PKW) auf Sendung und äußerst rechts - auch wenns anstrengend ist und ne Menge Zeit kostet. Passiert mir einmal in fünf Jahren, zuletzt auf der A45. Ich beneide niemanden, der da regelmäßig durchmuss - deshalb ist es aber noch lange nicht sicherer, dort blind zu fahren.

Wildunfälle sind einfach nicht zu vermeiden, was einem innerhalb des Bremswegs vors Fahrzeug hüpft nimmt man mit - besser als sich beim Ausweichen an den nächsten Baum zu schmieren, das geht sicher schlechter aus. Das ist bittere Realität.
Das Motorrad-Wiki vergisst nicht.

biboty

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18

Dienstag, 17. Juli 2007, 03:03

Das mit der verschobenen Wahrnehmung stimmt haargenau.
Wenn man jahrelang dieselbe Strecke fährt,weiß man im allgemeinen,wo welche Kurve ist. Denkt man.

Morgens auf dem Weg zur Arbeit...dunkel..keine Beleuchtung aber nebelig wie sonstwas...man eiert quasi nur noch an der Fahrbahnmarkierung lang..da habe ich mich schon sowas von verschätzt...ich war einige male doch sehr überrascht,das da auf einmal eine Kurve war,die meiner Meinung nach da nicht sein konnte.

Tja-im Nebel fahren fand und finde ich immer noch sehr anstrengend,weil ich da immer noch sehr verkrampft bin.Gut-da wo ich oft fahre ist das nicht sooo schlimm,aber auf fremden Strecken brauche ich das nicht.Ich bin vielleicht ein Schisser,aber da kann ich dann kaum so langsam fahren,wie ich möchte.. weil ich dann wahrscheinlich mangels Tempo umkippen würde.. :P

LG Sabine

weelah

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19

Dienstag, 17. Juli 2007, 03:12

Ich kann es mir nun nicht verkneifen, aber einem Wildschwein wird es sicher egal sein, ob der Biker eine schwarze oder kreischbunte Kombi
trägt :grin:

biboty

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20

Dienstag, 17. Juli 2007, 03:31

Wo du Recht hast...so ein unsensibles Viehzeugs aber auch.. :grin: :grin: :grin:

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