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Gast Gundi

unregistriert

1

Samstag, 8. März 2008, 12:36

Schau bitte nicht weg...

Ähnlichkeiten mit anderen Personen und Begebenheiten sind rein zufällig und unbeabsichtigt.

Es ist Frühjahr und es ist wieder einer dieser Tage…

Ein schöner, arbeitsfreier Tag.
Der Himmel präsentiert sich wolkenlos.
Die Sonne hat schon genug Kraft um wohlige Wärme zu vermitteln.
Einer dieser Tage an dem Du nicht widerstehst, das Moped nimmst, mal wieder auf die Straße gehst um einige Kilometer in diesem Jahr zu genießen.
Voll freudiger Erwartung startest Du an diesem Tag eine kleine Spritztour bei diesem herrlichen Wetter, in wunderschöner Landschaft, auf kurvigen und verkehrsarmen Straßen.
Nach einigen Kilometern kannst Du es fühlen… yeah, es ist wieder da!!!
Dieses unglaubliche Gefühl das Du so vermisst hast.
Es ist einer dieser Momente, die einfach perfekt zu sein scheinen…

Zur gleichen Zeit startet ein älterer Mann in entgegenkommender Richtung, mit dem Auto und seinen Enkeln, um zum Mittagessen zu fahren.
Er ist auf dem Weg auf heimischen Landstraßen und er kennt eine Abkürzung in das Restaurant das er anfahren möchte.
Er entscheidet sich diese Abkürzung zu nehmen. Es ist ein Feldweg, der in einer starken Rechtskurve in negativem Winkel links ab geht. Man kann nicht weit sehen an dieser Stelle, aber der Weg ist ihm so vertraut und er war ihn schon so oft gefahren.

Du fährst weiter. Dein Glücksgefühl scheint sich mit jedem Kilometer zu steigern.
Ein wunderschöner Straßenabschnitt liegt vor Dir.
Herrliche Kurven, einfach genial.
Du durchfährst eine wunderschöne, fast 90° Linkskurve und siehst einen Feldweg, der aus Deiner Sicht fast geradeaus geht.
Es ist kein einziges Auto zu sehen und lustvoll fährst Du diese Kurve.
Als Du etwa in der Mitte der Kurve bist siehst Du, dass vor Dir ein Auto von der Gegenfahrbahn, fast quer, auf die eben noch freie Fahrbahn fährt, um in den Feldweg einzubiegen. Du hast dieses Auto vorher nicht gesehen. Deine Sicht auf die Gegenfahrbahn ist von der Böschung und dem Bewuchs der Innenkurve verdeckt.
Deine Entfernung zu dem Auto ist knapp. Viel zu knapp um noch vor dem Auto anhalten zu können. Der Fahrer hat Dich gar nicht gesehen.
Du denkst „oh shit, fahr weiter, Mann gib Gas, das reicht…“
Das ist genau der Moment in dem der ältere Mann im Auto Dich wahrnimmt.
Er erschrickt, tritt auf die Bremse und hält an.
Das Auto, mitsamt Fahrer und den Enkeln parkt jetzt fast quer auf der Straße.
„Oh nein nein nein! Gib Gas, gib Gas! Fahr weiter!“ … Du hättest diesem Mann in diesem Moment so viel zu sagen …
Du willst absolut nicht mit einem Auto crashen.
Du denkst nur ans Überleben und Deine Augen suchen nach einem Ausweg.
Die Distanz ist zu knapp um in Schräglage links noch die Richtung zu ändern und in den Feldweg einzufahren um auszuweichen.
Du siehst Deine Chance!!!
Gib alles, drück noch weiter nach links und versuche hinter dem Auto vorbeizufahren.
Der Platz ist denkbar knapp. Du musst in ungünstigem Winkel hinter dem Auto nach rechts umlenken um nicht ins Gelände zu fahren… es scheint zu gelingen!!!

Die Leute parken Ihre Autos, teilweise am Straßenrand, teilweise im Feldweg, alle steigen aus.
Unter diesen Leuten ist auch ein Motorradfahrer der angehalten hat.
Auf dem Boden liegt auf dem Rücken, regungslos und ohne Bewusstsein die Person, die noch einige Sekunden zuvor mit einem Motorrad fuhr.
Auf dieser Person liegt das Motorrad. Becken und Beine sind vom Motorrad verdeckt.
Hilflos stehen die Leute umher. Einige telefonieren, rufen Polizei und Notruf.
Der ältere Herr versucht, zusammen mit einer älteren Dame die angehalten hatte, das Motorrad aufzuheben.
Gemeinsam schaffen sie es. So stehen die beiden ganz alleine da und halten mit aller Kraft das Motorrad. Die beiden schaffen es nicht das Motorrad weg zu schieben. Ein Gang ist eingelegt und das Motorrad lässt sich nicht schieben.
Das Motorrad droht ein zweites Mal auf die Person am Boden zu fallen…
Niemand der anwesenden Leute hilft den beiden oder bietet Hilfe an, auch nicht der Motorradfahrer.
Es werden immer mehr Leute an der Unfallstelle.
Kurze Zeit später fährt ein weiterer Motorradfahrer mit seinem 11-jährigen Sohn vorbei. Er denkt, dass es besser ist nicht auch noch anzuhalten, da wirklich viele Leute da sind…
Als die beiden die Unfallstelle passieren, sagt der Sohn zum Vater „Guck mal Papa, da liegt ein Motorradfahrer auf der Straße und keiner kümmert sich um ihn“.
Darauf hin entscheidet sich dieser Motorradfahrer anzuhalten um zu sehen, ob er helfen kann.
Er geht zu den beiden älteren, die noch immer mit aller Kraft das Motorrad halten, übernimmt dieses und schiebt es weg.
Sich der Person am Boden widmend, kann er weder Puls noch Atmung feststellen.
Beim Blick unter die Augenlieder ist nur das Weiße zu sehen.
Er spricht den anderen Motorradfahrer an, der sich noch immer an der Unfallstelle befindet, und bittet diesen ihm zu helfen, den Helm der Person am Boden abzunehmen.
Dieser lehnt jede Hilfe ab.
Der Helfende bemerkt, dass es sich bei dem Helm um einen Klapphelm handelt, der auf jeder Seite eine Kunststoffschraube, mit großem, flachem Kopf und einem breiten Schlitz hat.
Evtl. würden diese Schrauben sich mit einer Münze öffnen lassen und evtl. könnte der Helm sich so weit öffnen lassen, dass er ihn ohne fremde Hilfe abnehmen könnte…
Der Helm ist abgenommen. Die Person am Boden beginnt kurze Zeit später aus eigener Kraft wieder zu Atmen, schlägt für einige Sekunden die Augen auf.
Bis der Rettungswagen eintrifft vergeht noch einige Zeit.
Diese Zeit hätte die Person am Boden ohne zu Atmen nicht überlebt.
Die Ersthelfer im Rettungswagen stabilisieren den Kreislauf und rufen einen Rettungshubschrauber.
Der Rettungshubschrauber trifft ein. Abtransport im Hubschrauber.

Hat der Motorradfahrer, der jede Hilfe ablehnt, keine Sekunde daran gedacht, dass er selbst es sein könnte der da am Boden liegt und Hilfe benötigt?
Die helfende Person hat den entscheidenden Impuls geliefert und damit die Gratwanderung zwischen Leben und Sterben entschieden.
Wenn Du zu einer ähnlichen Situation kommst, egal unter welchen Umständen, egal in welcher Umgebung.
Wenn Du nicht die Person bist die am Boden liegt.
Wenn Du nicht die Person bist die Hilfe benötigt.
Dann schau bitte nicht weg.
Geh bitte nicht vorbei.
Wenn Du nicht hilfst, hilft vielleicht niemand.
Du kannst die Gratwanderung entscheiden.
Wenn Du die Chance hast für das Leben Einfluss zu nehmen…
bitte nutze sie.
Schau bitte nicht weg.

biboty

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2

Samstag, 8. März 2008, 16:34

RE: Schau bitte nicht weg...

Ja und ???

Ich steh nicht so darauf,wenn um Selbstverständlichkeiten so ein Film gemacht wird.Ziermlich schnulzig...

@Gundi
Oder hast du einen persönlichen Grund dafür...Unfall gehabt oder so ?
Dann lass uns darüber reden...

LG Sabine

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »biboty« (8. März 2008, 16:35)


Gast Gundi

unregistriert

3

Samstag, 8. März 2008, 17:07

Welche Selbstverständlichkeit meinst Du???
Was würde sich für Dich ändern wenn MIR das passiert wäre?
Sollte eigentlich nur ein Denkanstoß sein und nicht langweilen.
Wünsche allen frohes Schrauben, gute und unfallfreie Fahrt und viele wunderschöne Touren bei sonnigem Wetterle ;o))

biboty

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4

Samstag, 8. März 2008, 17:08

Die Selbstverständlichkeit zu helfen und NICHT wegzusehen.

LG Sabine

5

Samstag, 8. März 2008, 17:33

AMEN !!!!!!

Amalia

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6

Samstag, 8. März 2008, 21:04

Senfmodus ON

ich habe mir die Geschichte ( weiss nicht ob es real oder erfunden ist) durchgelesen und mich zwar nicht gelangweilt aber mir schon die Frage gestellt: was will Gundi mir/uns damit sagen?

Das was dort passiert ist in der Kurve, liegt an jedem Fahrer selbst in wie weit man sich da in Gefahr bringt und wie Biboty schreib: helfen/nicht wegsehen ist selbstverständlich.

Zumindest hab ich den Eindruck bei allen Usern von denen man hier liest, das sie mit Sicherheit nicht zögern würden und mit anpacken.

Eine Reaktion wie von dem Fahrer der selbst nach direkter Ansprache nicht mit anpackt, kann ich mir bei keinem hier vorstellen.

Ich weiss zwar von einem Fall aus dem Bekanntenkreis, die nach einem unangenehmen Bodenkontakt alleine auf der Strasse stand und andere Biker dran vorbeifuhren, aber ich denke das das hoffentlich die Ausnahme war.

Senfmodus OFF

onkel vom sandro

unregistriert

7

Samstag, 8. März 2008, 21:40

RE: Schau bitte nicht weg...

kann mir jemmand sagen was mit sandro cortese los war in dem 125 Quali ???

baser

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8

Samstag, 8. März 2008, 22:15

Hallo,

Zitat

Ich habe mir die Geschichte ( weiss nicht ob es real oder erfunden ist) durchgelesen und mich zwar nicht gelangweilt aber mir schon die Frage gestellt: was will Gundi mir/uns damit sagen?

Das was dort passiert ist in der Kurve, liegt an jedem Fahrer selbst in wie weit man sich da in Gefahr bringt und wie Biboty schreib: helfen/nicht wegsehen ist selbstverständlich.

Zumindest hab ich den Eindruck bei allen Usern von denen man hier liest, das sie mit Sicherheit nicht zögern würden und mit anpacken.

Eine Reaktion wie von dem Fahrer der selbst nach direkter Ansprache nicht mit anpackt, kann ich mir bei keinem hier vorstellen.

Ich weiss zwar von einem Fall aus dem Bekanntenkreis, die nach einem unangenehmen Bodenkontakt alleine auf der Strasse stand und andere Biker dran vorbeifuhren, aber ich denke das das hoffentlich die Ausnahme war.



Ich persönlich habe (auch) das Gefühl, dass der Ruf der Motorradfahrer bezüglich Unfall- Hilfeleistung schlechter ist als die Realität.

Bei allen drei Stürzen, die ich bisher hatte, war ziemlich bald ein anderer Biker zur Stelle und hat sofort geholfen. Einfach so weitergefahren: Fehlanzeige.

Dass jemand anfällt, wenn es den Anschein hat, als habe man technische Probleme habe ich auch einige Male erlebt.


Denke also auch, dass die meisten hier mit anpacken würden- sollte eigentlich ja auch eine Selbstverständlichkeit sein!

Dass es Ausnahmen geben mag sei damit nicht abgestritten...

Gruss,
baser
V2- Power

Gast Gundi

unregistriert

9

Sonntag, 9. März 2008, 11:42

Ok… um das Eine oder Andere klarzustellen:
- Keine Geschichte sondern (um es mit bibotys Worten zu sagen) „schnulzige“ Realität, nur eine von vielen.
- Fahre selbst seit über 20 Jahren Motorrad und bin relativ viel unterwegs… soll heißen: In keiner Weise ein Vorwurf gegen Motorradfahrer sondern die ergreifende Realität, dass es (nicht nur auf der Straße) eher die Regel als die Ausnahme ist NICHT hinzusehen… besonders dann wenn jemand NICHT aufsteht und mit einem redet…also die Situation etwas schwieriger ist.
- Weist Du noch wie man einen Helm mit der „4-Hände“-Methode abnimmt?
-Könntest / Würdest Du jemanden beatmen?
- Wie groß ist die „Angst“ wenn man zu einem Unfall kommt und nicht genau weis was man sehen wird? (Ich hatte zumindest echt schon die Hosen voll… aus Angst etwas sehen zu müssen was ich lieber nicht sehen würde…und war heilfroh, dass der Verletzte mit mir geredet hat).

Was mir darüber hinaus ein echtes Rätsel ist, ist die Frage „was will Gundi mir/uns damit sagen?“
Thementitel und Schlusssatz sind meiner Meinung nach sehr klar formuliert… Bin aber immer offen für Anregungen… wobei mir bei den Antworten eine etwaige „Anregung“ tatsächlich verborgen geblieben sind…

Schön zu lesen, dass es eigentlich kaum jemanden gibt der wegschaut, dafür, zumindest „Amalia“, doch recht schnell bereit einen indirekten Vorwurf zu formulieren.
Amalia schrieb: „Das was dort passiert ist in der Kurve, liegt an jedem Fahrer selbst in wie weit man sich da in Gefahr bringt“
Ähmmm…. Liebe Amalia, bist Du in Deinem Leben schon mal Motorrad gefahren oder Auto oder im Flieger unterwegs gewesen oder geschwommen???? Isch echt alles saugefährlich… Also: wenn einem da was passiert isch er doch selbst schuld… hat doch gewusst, dass es gefährlich ist…???!!!
Schade, sollte eigentlich nur ein POSITIVER Gedankenanstoß sein…
Sorry, steig mal aus.
Bye ;o))

biboty

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10

Sonntag, 9. März 2008, 13:57

Naja...für mich stelle sich die Frage "was will Gundi damit sagen" aus einem ganz einfachen Grund.Ich habe es schon -zig mal erlebt,das jemand,der ein schlimmes Erlebnis-sei es ein Unfall eines Bekannten-sei es ein eigener Unfall- erst mal eine "Geschichte" postet...um auf diesem Umweg an Leute zu geraten,die einfach zuhören und trösten ...nicht jeder hat jemanden,bei dem er/sie sich aussprechen kann.Und nicht jeder schafft es,direkt zu sagen "Hallo Leute...ich hätte gerne Hilfe"

@Amalia

"Was dort passiert ist in der Kurve liegt an jedem Fahrer selber.."...dieser Satz ist ziemlicher Blödsinn.Bis zu einem gewissen Punkt..ja...aber sieh mal genau hin..dann weisst du,wie oft Motorradfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern "abgeschossen" werden.

LG Sabine

11

Sonntag, 9. März 2008, 15:54

also normalerweise müsste das eine Selbstverständlichkeit sein.


Ist aber leider nicht so.

Ich habe einen Motorradunfall miterlebt, da war ich so 14.

Wir waren mit dem Auto unterwegs und sahen einen Motorradfahrer , der anscheinend kurz vorher einen schlimmen Unfall hatte. Und es war an dieser Straße schon gut was los. Aber bis jetzt war KEIN EINZIGES Auto angehalten , um zu helfen. Diese fuhren in SCHLANGENLINIEN um den Unfallort herum, damit sie keine Teile o.ä. mitnahmen. Wir sind dann angehalten und haben geholfen. Leider kam für den Fahrer jede Hilfe zu spät :( . Aber er hatte noch eine Sozia dabeigehabt, der konnten wir helfen. Erst nachdem wir geholfen hatten, kamen noch einige andere dazu. Die Sozia hat überlebt. Das war schon n ziemliches Schockerlebniss für mich, sowas mit 14 zu sehen.

flo

biboty

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12

Sonntag, 9. März 2008, 16:23

Jedenfalls habt IHR geholfen...zumindest kam für die Sozia die Hilfe nicht zu spät.Viele leute wollen nicht helfen aus Angst,etwas falsch zu machen.

Aber NICHTS zu tun,ist das falscheste,was es gibt.Zumindest einen Notruf absetzen und die Unfallstelle sichern kann jeder.
Gut..das Thema hatten wir ja im Forum...und das will ich hier an dieser Stelle auch nicht weiter auswalzen....dazu ist der Gastbereich ja nicht gedacht. :O

LG Sabine

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »biboty« (9. März 2008, 16:25)


askalino

unregistriert

13

Montag, 10. März 2008, 14:14

Die Frage stellt sich für mich nicht - ich helfe - basta.

Die Schuldfrage ist dann erstmal sekundär.

Die linke zum Gruße

Matze

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