Die Z750 kann ich Dir selbst empfehlen, habe selbst eine, seit Juli 08 - auch mein erstes Moped nach langer Zeit.
Mir ging es fast genauso wie Dir, vom Charakter und dem Aussehen her gefielen mir die Street Triple und die Z750 am besten. Dass es die Z geworden ist, war zum großen Teil praktischen Gründen geschuldet: die Triumph gibt es nicht mit ABS, das war für mich ein K.O.-Kriterium. Außerdem habe ich die Z beim Händler um die Ecke (wörtlich) sehr günstig bekommen (Vorführmaschine), die Street Triple hätte ich nur neu bekommen und dann zwei Monate auf die Auslieferung warten müssen. Ich wollte aber nicht erst im September fahren...
Zu der Z: der Motor ist ein Gedicht - hat bei niedrigsten Drehzahlen genügend Kraft, um flott mitzuschwimmen und selbst bei 70 im 6. Gang den einen oder anderen zu überholen. Wenn man nicht will, muss man zwischen 60 und knapp 250 (laut Tacho - in echt vermutlich rund 230; solche Geschwindigkeiten machen aber wenig Spaß) nie schalten. Ab ungefähr 6.500 wird sie dann richtig böse. Bei 80 im 2. Gang bei 6.000 Umdrehungen durch die Kurven, dann Gas auf - wie sie sich aus den Ecken schießt und dabei brüllt ist eine Pracht! Zack, hast Du 120 drauf. Und es ist kein überzüchteter 600er Motor, der unter 8.000 Umdrehungen kaum rund läuft (Stichwort Fazer). Man kann gemütlich bummeln oder genauso gut richtig jagen, das macht sie alles gut und gerne.
Sie legt sich auch fein in die Kurven, Landsträßchen machen viel Spaß! Noch viel mehr Spaß als im Originalzustand macht sie allerdings, wenn man die Dunlop-Reifen, die Kawa montiert, ganz schnell weg wirft. Ich bin - leider erst Anfang dieses Jahr - auf Michelin Pilot Power 2CT umgestiegen, und konnte es nicht glauben - es ist ein anderes Motorrad. Geht noch viel leichter in die Kurven, liegt viel sicherer (kein Versetzen, wenn man's mal flotter angehen lässt), keinerlei Aufstellen, falls man mal in der Kurve bremsen muss, fährt sich einfach insgesamt noch viel "runder" und harmonischer.
Es gibt allerdings auch Schwachpunkte, vor allem in der Alltagstauglichkeit:
Den Soziussitz kannst Du vergessen, taugt höchstens für MEnschen unter 1,50, und auch die müssen ein schmerzresistentes Hinterteil haben.
Kein Platz selbst für kleinstes Gepäck unter der Sitzbank
Koffer oder ähnliches anbringen geht nicht - für die Urlaubstour müssen Gepäckrolle und Tankrucksack reichen.
Aber diese Nachteile hat die Triumph alle genauso.
Speziell als Anfänger (und mir als Wiedereinsteiger) behaupte ich mal, das Potenzial dieser Maschinen - sei es eine Street Triple, eine Z750 oder eine F800R kann ich so oder so bei weitem nicht ausschöpfen - die bewegen sich alle auf einem sehr hohen Niveau. Deshalb ist es mir egal, ob der Testredakteur mit der einen oder der anderen schneller um die Kurve kommt. Wichtiger ist für mich ein Sicherheitsfeature wie ABS und das mir die Maschine gefällt und ich mich auf ihr wohl fühle.
Die Bandit kann man übrigens kaum mit denen vergleichen - ist doch deutlich schwächer, schwerer, und insgesamt viel "braver". Ohne Frage ein gutes Motorrad und wahrscheinlich die vernünftigere Wahl, aber eben vom Charakter ganz anders. Kommt eben darauf an, was man will: als Spielzeug, das Dir bei der Sonntagsrunde über Sträßchen im Hinterland ein fettes Grinsen ins Gesicht meißelt, liegen Maschinen wie die Z oder die Triple meilenweit vorne. Wer ein verlässliches Motorrad für den Weg zur Arbeit und genauso wie die große Tour will, greift besser zur Bandit.
So, hoffe etwas geholfen zu haben - bei Fragen einfach fragen!
Gruß, M
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Emundem« (13. Juni 2009, 00:56)