Das Supermoto in Harsewinkel ist der Klassiker schlechthin in der deutschen Szene. Das Rennen im idyllischen Emstalstadion in Ostwestfalen steht seit den Anfängen der Serie zu Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts auf dem Kalender! Nach meinen Erinnerungen ist der kommende DM-Lauf das 19. (!) Supermoto in Harsewinkel. Möglich wurde diese immense Zahl unter anderem durch Jahre mit zwei Veranstaltungen (DM und Pokal).
1999, also vor genau 10 Jahren gewann der Finne Mika Sironen. Mit KTM’s Klaus Kinigadner war er im Dauerduell um den „König von Harsewinkel“. Dieser wurde zur damaligen Zeit auch in einem Amerikanischen Finale am Ende des Renntages ausgefahren. Übrigens, aus der aktuellen DM waren damals schon Künzel, Götz und Spaniol am Start. Auch im neuen Jahrtausend waren die Sieger Sironen, Kini und Thierry van den Bosch. Ab 2002 gehörte Harsewinkel nicht mehr zum DM-Kalender. Freie Rennen, Pokalveranstaltungen und sogar ein EM-Lauf 2003 setzten die Tradition fort, bis der DM-Zirkus 2006 zurückkehrte.
Auf der eigenwilligen Bahn gab es in den letzten Jahren keinen Dominator aus dem aktuellen DM-Kader. Petr Vorlicek, Markus Volz und Michi Herrmann holten die Siegerpokale, dazu Mauno Hermunen in der S2 im vergangenen Jahr. Multimeister Jürgen Künzel dagegen konnte in Harsewinkel noch nie einen Meisterschaftslauf gewinnen, der Sieg im Superfinale 2008 war sein erster Erfolg dort überhaupt!
Neben den sportlichen Höhepunkten gibt es natürlich noch unzählige Geschichten am Rande von dieser ältesten deutschen Supermoto Veranstaltung. So wurde die ersten zehn Jahre auf der Sandbahn (!) gestartet, anfangs sogar noch mit dem bei Bahnrennen üblichen Startband. Rock and Roll in der ersten Kurve, da krabbelte auch schon mal einer von hinter der Bande wieder auf die Strecke. Das Festzelt war damals absoluter Kult und Pflichtveranstaltung für die Fahrer. Kinis Gesangseinlagen gehörten damals genauso zum Programm wie leider auch einige Kollegen, die mit Zunahme von Genussmitteln nicht ganz so zurückhaltend waren. Dumm nur, wenn man dann wie Patrick N. zu nächtlicher Stunde noch Wheelies auf der Sandbahn versucht. Jedes Sandkorn haben wir damals nach seinem Abflug glaube ich einzeln aus seinem Rücken gepickt. Auch der Sprecher war mal kurzfristig nicht da, was aber nichts mit Alkohol zu tun hatte. Eine Fingerverletzung hatte sich so entzündet, dass der Rennarzt in der Mittagspause die sofortige OP anordnete. Der Krankenwagenfahrer gab zwar alles auf den kleinen Straßen bis ins Krankenhaus, aber erst zu Lauf zwei war die Stimme zurück.
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