Vorlicek siegt und Hermunen dominiert!
von Christian Senghaas am 18.05.2009
Vor einer atemberaubenden Zuschauerkulisse von geschätzten 10.000 SuperMoto Fans und herrlichem Sonnenschein ging der zweite Lauf zur Deutschen Meisterschaft in St. Wendel am 16.-17.05.2009 über die Runden. Die Strecke zeigte sich in einem hervorragenden Zustand und
die Fahrer waren allesamt zu frieden. Der DSR-Suzuki Fahrer Petr Vorlicek und der Team Zupin-Husqvarna Recke Mauno Hermunen waren die Dominatoren auf der Strecke...
Lauf 1 S1
Die Startaufstellung verhieß ein spannendes Rennen. Von der Pole Position aus, ging Petr Vorlicek (DSR-Suzuki) an den Start, gefolgt von seinem jungen Teamkollegen Romain Febvre (DSR-Suzuki). Damit wurde schon die erste Frage fällig, kann Febvre seinen zweiten Sieg in dieser Saison einheimsen oder kann ihn Vorlicek noch daran hindern? Auf Position drei startete Jürgen Künzel (Team Zupin-Husqvarna) vor Michael Herrmann (HP-Moto) auf seiner Aprilia.
Der Start erfolgte und Vorlicek setzte sich gleich an die Spitze. Der Franzose Febvre griff in der zweiten Runde an und konnte sich an die Spitze setzen. Dort zog er etwas davon und sah sehr souverän aus. Doch ein kleiner Konzentrationsfehler im Offroad führte zum Ausbremsen seiner Suzuki, er nahm das Rennen als achter wieder auf und fuhr mit harten Manöver im Offroad bis auf Rang drei wieder vor.
Doch nicht nur diese Aufholjagd begeisterte die Zuschauer, sondern das komplette Rennen andauernde Duell zwischen Jürgen Künzel und Vorlicek. Immer wieder zeigte Künzel die Nase seiner Husqvarna. Der Tscheche Vorlicek ließ sich nicht nervös machen und fuhr ganz cool als erster durch das Ziel. Künzel meinte "Wir waren beide gleich schnell und ich sah keine echte Chance an ihm vorbei zu gehen. Nur durch ein unfaires Manöver hätte es klappen können, doch das wollte ich nicht. Ich schätze Petr als guten Typ und wollte es fair halten."
Bei Romain Febvre zeigten die Mundwinkel leicht nach unten,"Ich hatte einen guten Start und konnte an Vorlicek vorbei gehen, doch dann bremste ich die Maschine im Offroad aus. Danach konnte ich zwar noch auf den dritten Rang fahren, aber es ärgert trotzdem." Ein leidtragender der harten Manöver durch den jungen Franzose war Markus Volz. An dritter Stelle liegend ging Febvre mit einem Blockpass an Volz vorbei. Dieser kam dadurch ins schlingern und auch Michael Herrmann ging an dem Saarländer vorbei."Es war eine absolut unfaire Attacke von Febvre. Er ist einfach in mich rein gefahren. Beinahe wäre ich gestürzt, konnte mich gerade noch so fangen und habe durch den zusätzlichen Platzverlust an Herrmann auch noch wichtige Punkte liegen lassen." So Volz am Ende.
Ein hervorragendes Rennen lieferte auch Julian Becher. Konnte er zu Beginn des Rennens noch an Herrmann und Volz dran bleiben, so mußte er durch einen kleinen Fahrfehler im Offroad die beiden ziehen lassen. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat, habe mir aber leider bei dem Mißgeschick die Schulter etwas geprellt und hoffe das sie mich nicht im zweiten Lauf hindert". So der Kawasaki Pilot Becher.
Lauf 2 S1
Vom Start weg zog Vorlicek seine Runden und gewann auch seinen zweiten Lauf mit einem Start-Ziel Sieg. Sein Teamkollege Romain Febvre stürzte schon sehr früh auf dem Asphalt und mußte das Rennen von hinten aufholen. Er konnte sich noch bis auf Rang acht vorarbeiten. Jürgen Künzel machte sich wieder auf die Verfolgung von Vorlicek und heftete sich ans Hinterrad des Tschechen. Immer wieder drückte er und zeigte sich doch auch im zweiten Lauf mußte es sich eingestehen, dass heute Vorlicek zu kontrolliert fährt. Mit zwei zweiten Plätzen zeigte sich Künzel wieder der Spitze und meldet sich zurück im Kampf zur Deutschen Meisterschaft.
Auf einem sicheren dritten Rang läuft der Schweizer Marcel Götz ein und meinte zum Rennen: "Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit dem Rennen. Das Motorrad lief bestens und wir kommen immer besser damit klar. Zum ersten Lauf kann ich nur sagen, dass Febvre ein unfaires Manöver ablieferte (Anm. d. Red. im Offroad einen Blockpass gesetzt) und dass er sich durch so etwas bestimmt keine Freunde auf der Strecke macht." Die Plätze vier und fünf gingen diesmal in umgedrehter Form an Markus Volz und Michael Herrmann. Zu erwähnen sei noch der saubere sechste Platz des Aprilia Fahrers Lukas Wolf, der sich in seinem ersten Jahr in der Prestige sehr gut ins Szene setzen kann.
Vom Pech verfolgt an diesem Wochenende war Markus Class und Dirk Spaniol. Während es für Class das ganze Wochenende nicht lief, schien bei Spaniol in Lauf zwei der Knoten zu platzen. Auf Position sechs liegend wollte er sich gerade Lucas Wolf zu recht legen, da kam überraschend Herrmann und beförderte ihn ins aus. Leicht deprimiert und enttäuscht verließ er die Strecke.
Lauf 1 S2
Konnte Jochen Jasinski noch im Zeittraining für eine kleine Überraschung sorgen, indem er Mauno Hermunen bezwang, so war im Rennen für den 38jährigen Husaberg Fahrer nichts mehr zu holen. Der Finne Hermunen gewann den Start und zog davon. Jasinski beschränkte sich ab Mitte des Rennens auf den zweiten Rang. "Zu Beginn konnte ich noch dran bleiben, bekam aber durch meinen Traingsrückstand dicke Unterarme und mußte abreißen lassen." So Jasinski.
Der Belgier Marc Fraikin hielt den dritten Rang bis zu seinem Sturz inne. Davon profitierte Manolito Welink, der diesen erbte und locker nach hause fuhr. Hinter Welink lief Michael Wagner vor Nico Joannidis ein. "Leider konnte ich durch leichte Konzentrationsfehler nicht mehr ganz die Rundenzeiten von vorne mitfahren. Dadurch mußte ich abreißen lassen. Die Strecke fordert einen sehr und ich hoffe im zweiten Lauf passt es besser." So der KTM Fahrer Wagner am Ende.
Nach dem überraschenden Teamwechsel von Dany Lechthaler und der dadurch doch offensichtlichen Befreiung des Voralbergers, zeigte er, dass er für Topplatzierungen besten gerüstet ist. Mit Topzeiten in den freien Trainings und mit einem achten Startplatz lief es wieder. Im Rennen kam er auf den sechsten Rang und war sichtlich zufrieden. "Ein wunderschöner Beginn mit dem neuen Team. Es fing bestens an mit den zweiten und dritten Plätzen in den freien Trainings und mit dem achten Startplatz bin ich mehr als zufrieden. Das Rennen lief hervorragend und alles ist wieder im Lot." So Lechthaler.
Lauf 2 S2
Auch im zweiten Lauf gewann Mauno Hermunen. Er schaffte wieder einen Start-Ziel Sieg, doch diesmal hatte er etwas mehr Mühe und meinte: "Wir probierten etwas neues für das Superfinale aus und das hat nicht so geklappt. Ich musste hart pushen und konnte mich deswegen nicht so gut absetzen wie in Lauf 1." Für Jochen Jasinski war es wieder nur der zweite Platz, doch er ist mit seiner Situation nicht ganz unzufrieden, da er ja weiß, an was es liegt (Anm. d. Red. Trainingsrückstand). Dies gilt es nun ab zu stellen und dann will er angreifen.
Manolito Welink konnte sich diesmal auf der Strecke den dritten Platz ergattern. Er legte sich Marc Fraikin zu recht und zog an ihm vorbei. Er machte gleich ein paar Meter gut und fuhr ihn sicher nach Hause. "Nach dem verkorksten Training mit Startplatz 7, bin ich mit den dritten Plätzen sehr zufrieden. Wir haben im Zeittraining mit der Bremse etwas ausprobiert und das klappte nicht. Für die nächsten Rennen muss ich eine besser Startposition haben, dann könnte es auch klappen mit mehr Druck nach vorne." So Welink.
Der Belgier Fraikin schaffte diesmal Platz vier, vor Michael Wagner und Daniel Wild. Auf Position sieben kam Stefan Freyermuth ins Ziel. Nach seinem Klassewechsel (Anm. d. Red. von S1 zur S2 gewechselt) ein guter Einstand. "An den stärkeren Motor habe ich mich schon gewöhnt, jetzt müssen wir das Motorrad nur noch ein bischen besser abstimmen, dann sieht es sehr gut aus." So der junge Husqvarna Pilot Freyermuth.
Für Dany Lechthaler klappte es nicht so gut, da er in ein Startgedränge kam und fast zu Boden musste. Er kämpfte sich noch auf Position 13 vor, was aber dem ganzen positiven Eindruck nicht hat schaden können.
Quelle
http://www.supermoto-racing.de/content/v…k_hermunen.html