Jetzt will ich noch ein bisschen was von meinen drei Bikertagen berichten
Freitag sind wir (Thomas und ich) so gegen 8 Uhr losgefahren und sind bis zum Bodensee sehr zügig vorangekommen. Nein, ganz StVO-konform, aber mit wenig Verkehr. Entlang des Bodensees war dann alles anders – ab Birnau hat es geregnet und auch bis nach Österreich (Bregenz) nur Stop and Go. Thomas hat mich dann trotzdem überzeugt, die Silvretta-Alpenhochstraße noch zu fahren, was außer der heftigen Maut trotzdem ein Erlebnis war. Auf den geparkten Fahrzeugen lag noch der Schnee, aber der Regen gehörte längstens der Vergangenheit an, nur trocken wurden die Straßen erst Richtung Landeck. Kaum hatte ich meine Regenkombi ausgezogen, kam der nächste Regenguss. Der Kombi hat bei mir leider nicht die Magie wie bei Benny. Es wurde immer später und so hatten wir erst am Reschenpass freie Fahrt und trockene Straßen – später auch die Wärme. Auf dem Campingplatz wurden wir schon erwartet (19 Uhr) und nach einem tollen Abendessen vom Grill waren wir fix und alle – und konnten trotzdem nicht schlafen – wegen dem tosenden Bach, der harten Unterlage und empfindlich kühl wurde es auch.
Samstag waren wir dann etwas gerädert, aber Husky Sammy und ein geniales Frühstück machten uns wieder Beine. Abfahrt war dementsprechend spät erst um 10 Uhr. Der Jaufenpass war unser erster Halt, dann weiter Richtung Bruneck. Hier standen wir in einem Megastau und die Sonne machte uns den Garaus und erst, als wir Richtung 3 Zinnen und Cortina abgebogen sind, hat unsere Tour richtig begonnen. Was jetzt kam, war nur gigantisch. Und glaubt mir, die Fotos geben nicht wirklich das wieder was wir erlebt haben.
In Cortina haben wir Pause gemacht und uns zum eigentlichen Tageshighlight gestärkt. Highlight war der Pordoijoch mit den 33 Kehren, auch das Sellajoch war nur schön. Und Thomas als Skifreak hat die unzähligen Skigebiete von Alta Badia als neue Herausforderungen notiert. Über Kastelruth fuhren wir dann wieder Richtung Bozen – hier hatte ich mein absolutes Tief, weil Schlafdefizit und die pralle Sonne mir zusetzten. Schon lange vorher war klar, dass das Gampenjoch uns überfordern würde und auch das Stadtfest in Meran nicht mehr in unseren Zeitplan passen wird. Wir sind dann sogar über die (kostenfreie) Autobahn von Bozen nach Meran Richtung Campingplatz Saltaus gedüst. Ein tolles Abendessen hat uns dann wieder gestärkt und nachdem unsere Camper wieder vom Stadtfest zurück waren, wurden noch die Erlebnisse des Tages berichtet. So war die Nacht etwas kürzer, aber wir haben gut geschlafen – trotz Bach und harter Unterlage.
Sonntag war dann schon wieder Abschied nehmen angesagt. Ich wäre noch gerne länger geblieben, aber Thomas musste wieder zur Arbeit. Bis wir alles verpackt hatten, war es wieder so spät, dass schon sehr viele (ital./österr.) Bikerraser gen Timmelsjoch unterwegs waren. Zum ersten Mal kann ich Leute verstehen, die uns Biker hassen. Wie die größten Vollidioten wurde an jeder noch so unübersichtlichen Stelle überholt.
Auch die Wohnmobile waren der glatte Nerv. Erst als wir die hinter uns lassen konnten, hatten wir das Timmelsjoch fast für uns allein. Am Timmelsjoch auf 2500 m Höhe war es so warm, dass ich mein Innenfutter wieder aus der Jacke machen konnte. Dann kam unser letzter richtiger Pass, der Hahntennjoch. Dort konnten wir das letzte Mal richtig Kurven fahren auf trockener Straße. Wenig später kam der erste von unzähligen Schauern. Gut gegessen haben wir während dem längsten Regenguss noch in Österreich. Die letzten Kilometer waren auf gut ausgebauten Straßen trotzdem sehr zäh, denn langsam schmerzten Handgelenk und Kniegelenke.
Insgesamt waren es runde 1250 km und meine schönsten drei Bikertage.
Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »CBF1000« (11. August 2010, 18:48)