Nach drei Hotelübernachtungen ohne Internet, jetzt meine erste Rückmeldung aus Porta Westfalica:
Mi
Nach gut durchschlafener Nacht schnell noch durch Worms und mit der Fähre übergesetzt. Danach ging es auf, in Richtung Rhön, wo ich noch kein Hotel gebucht hatte. Das fand sich dann allerdings spontan in Hildburghausen. Leider hatte man dort nur noch ein Raucherzimmer frei.
Ich weiß nicht, was ich verkehrt gemacht habe. Das Wetter wurde immer schöner. Muss wohl daran liegen, dass ich Urlaub habe.
Do
Die bevorstehende Strecke nach Rudolstadt war nicht lang, aber dagegen gibt es glücklicherweise MapSource, und so konnte ich aus ursprünglichen 1,25 Std. ganze 5 Stunden Fahrzeit machen. Zum Glück hatte ich mir aus dem Netz eine schöne Tour durch den Thüringer Wald geladen, die ich somit ausprobieren konnte: Ausschließlich kleine Nebenstraßen und gelegentlich mal ein paar legale Waldwege. Das Wetter war natürlich wie immer hervorragend. Bewölkt zwar, aber noch immer kein Tropfen Regen.
Abends beim Route88 MC zu Gast gewesen. War richtig schön, die Jungs und Mädels wieder mal zu sehen. Es waren nicht besonders viele Member anwesend, aber wir hatten trotzdem einen gemütlichen Abend. Mit Pörze, versteht sich.
Präsi nebst Gattin haben mich dann noch zur Thüringer Bauernstube gefahren, damit ich den einen Kilometer nicht durch die kalte Nacht laufen musste.
Fr
Heute mal bei Nebel gestartet. Nach etwa 4 km musste ich anhalten und in der Sonne warten, bis der Nebel sich weitgehend verzogen hatte, weil mit den feinen Tropfen auf dem Visier nicht wirklich etwas zu erkennen war.
Danach wurde es richtig sonnig und warm. Fast schon zu warm, so dass ich eine Schicht Kleidung ablegen musste.
Und die wieder einmal sehr kurze Tagesetappe habe ich dann auch mit einer schönen Route nach bewährtem Muster künstlich verlängert. Ärgerlich war dabei nur, dass viele Baustellen die schönen Teilstücke unzugänglich machten und kleine Ortsdurchfahrten oft nur bis zum Ortsende möglich (besser gesagt legal) waren.
Sehr schön, wenn auch nicht legal befahrbar: Die Mühlenstraße (oder hieß das Mühlenweg?). Für Autos und Motorräder gesperrt (Anlieger frei) - ich hatte also fast freie Fahrt und musste mich nur einmal an einem entgegenkommenden Lkw vorbei quetschen. Das war nicht ganz einfach mit den Koffern, aber es hat gepasst.
Richtung Sachsen wurden die Straßen in kleinen Ortschaften dann immer schlechter. Lange Federwege sind da eine Wohltat. Und wo es zu schlimm wurde, habe ich mich gelegentlich für einen Feldweg entschieden.
Sa
Auf zu den Grubensporttagen im Braunkohletagebau zwischen Jena und Leipzig. Nette Leute aus dem anderen Forum kennengelernt, Benzin gequatscht und echte, hausgemachte Thüringer Rostbratwurst gegessen. Gegen Mittag aufgebrochen zur vorletzten Etappe mit dem Ziel "Perle & Inox". Selbstverständlich bei allerfeinstem Wetter.
Zum ersten Mal den Kyffhäuser befahren. Ist schon eine eindrucksvolle Strecke. Das könnte richtig Spaß machen, wenn man nicht wie ich einen Polo vor sich hat, der sich mit 20 km/h den Berg runter bremst.
Im Harz wurde es dann richtig frisch, so dass ich die Sommerhandschuhe wieder gegen die Übergangshelden getauscht habe. Danach wurde das Wetter allerdings perfekt, und ich konnte die schnellen Kurven durch Niedersachsen gen Westen so richtig genießen.
Es dämmerte eine halbe Stunde, bevor ich Porta Westfalica erreichte. Hier machte sich jetzt mein Flutlicht bezahlt: 110 zusätzliche Watt, haben mir den Weg freigemacht.
Perle und Inox luden mich zum Essen ein, und später haben wir noch lecker Bier getrunken und Fotos angesehen.