So, seit gestern Nacht wieder daheim. Es war super.
Am Donnerstag um viertel nach acht losgefahren. Mittagessen an der Roflaschlucht. Bissle Stau am San Bernardino, Bissle nach der Autobahnabfahrt Saronne verfahren (Monza war diesmal beschissen angeschrieben, weil Umleitung). Gegen halb vier auf dem Camping Autodromo angekommen. Zelte aufgebaut, Grill, Tisch und Stühle in Position gebracht und gegrillt. Neben uns waren Landsleute aus Reutlingen. Die Nacht war lang, der Schlaf kurz. Am Freitag einen Espresso und ein Süsschen gefrühstückt und pünktlich um viertel vor neun auf der Tribüne an der ersten Schikane gewesen...echte Racefas halt!
Trainings verfolgt. Im ersten Zeittraining hat ein Wildcardfahrer direkt vor uns Ruben Xaus vom Motorrad geholt. Der war im Faustkampf deutlich überlegen. Keine feine Geste, aber auch bissle verständlich. Ich war natürlich sehr erfreut, dass Haga im ersten Qualifying die Bestzeit fuhr. Er und Bayliss haben das sehr geschickt gemacht. Sie sind rundenlang zusammen gefahren, um den Windschschatten zu nutzen. Das Qualifying haben wir uns an der Ascari angeschaut und den Crash von Abe gesehen. Ein Highsider, er war mindestens 3 Meter in der Luft, sein Motorrad noch höher. Abends waren wir Essen. Danach noch bissle auf dem Campingplatz die Biervorräte reduziert. Ein Fotograf kam auf ein paar Bier bei uns vorbei. Eine äusserst glückliche Fügung des Schicksals. Er versprach, mir am Samstag Zutritt zum Fahrerlager und in die Boxengasse zu ermöglichen. Wenn ich ehrlich bin, glaubte ich nicht wirklich daran. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag 15:30 Uhr. Gut geschlafen, und am Samstag pünktlich auf der Tribüne gewesen. Beim zweiten Qualifying war Abe nicht mehr dabei. Der Fotograf erzählte am Abend vorher, dass Abe ins Krankenhaus gebracht wurde. Näheres wusste man nicht.
Mittags sind wir dann wieder zur Ascari. Im zweiten freien Training bin ich dann zum Fahrerlager, und der Fotograf kam tatsächlich. Ich habe einen grünen Ausweis bekommen, und wir sind durchs Fahrerlager ins Pressezentrum gegangen. Beeindruckend! Livebilder und zig Monitore. Danach direkt in die Boxengasse. Ich konnte mich absolut frei bewegen. Habe natürlich viele Fotos gemacht. Keiner schubst dich weg oder ist unfreundlich. Das ist Superbike! Abe sass mit Halskrause und Eis auf der Hand in der Box. Habe in alle Boxen reinfotografiert. Chili habe ich in der Boxengasse auch gesehen und gefragt ob ich ein Foto machen darf. Er gehört ganz sicher zu den symphatischten Motorradrennfahrer. Immer freundlich und zuvorkommend.
Habe Fotos in fast allen Boxen gemacht.
Pünktlich zur Superpole bin ich an den Boxenausgang gegangen. Es ist unglaublich,aber ich konnte ganz bequem Fotos von allen Superpolefahrer machen bevor sie auf die Strecke gingen! Nachdem Haga losgefahren ist, bin ich schnell wieder zu den Boxen, um einen Bildschirm zu erhaschen. Leider war seine Runde nicht optimal, weil er ein Problem hatte. Deswegen stellte er auch sein Motorrad nach der Runde Ende Start/Ziel ab und fuhr die Auslaufrunde nicht. Die Livebilder und die Zeiten habe ich übrigens in der Ten Kate-Box angeschaut. Ich bin reingegangen und zwei Meter von Toseland entfernt auf den Bildschirm geschaut. In viele Boxen konnte man einfach reinlaufen, habe mich aber aus Respekt vor den Fahrern nur selten getraut. Nach der Superpole werden die Motorräder technisch überprüft (gleich am Boxeneingang). Als Bayliss und Corser reinkasmen war viel Presse da...und ich dabei.
Nach der Superpole hat mich der Fotograf mit ins AlstareCorona-Zelt mitgenommen, und ich habe 3 sehr kühle Bier getrunken ;-). Corser kam nach der Pressekonferenz rein und bekam viel Applaus. Er hat noch zwei Interviews und viele Autogramme gegeben. Dann hiess es für mich Abschied nehmen. Ich bekam noch einen Paddockpass und bin bissle im Fahrerlager rumgelaufen. Alex Hofmann war auch im Fahrerlager, aber ich bin ja kein Freund von ihm.
Den Samstag liessen wir bei gegrilltem totem Fleisch und ein paar Bier ausklingen. Der Fotograf kam auch nochmal vorbei. Auf dem Campingplatz war einiges geboten. Viel Motorenlärm (Motorsägen ohne Schwert und mit Trichterauspuff sind gerade sehr in). Manche nehmen 2 Laptops, einen Beamer und eine Playstation mit!
Am Sonntag haben wir das Renngeschehen auf der Tribüne an der ersten Schikane verfolgt. Es waren super Rennen. Der Crash an der ersten Schikane (1. Rennen) war natürlich nicht schön, aber die Streckenposten sind in Monza absolut top!
Das Supersportrennen war eine Granate. Natürlich auch durch die Strafe für Charpentier. Der ist danach durch das Feld gepflügt, es war beeindruckend. Kenan ist ein absolutes Toprennen gefahren. Nach dem Crash in der Schikane ist er als Vorletzter weitergefahren. Ein echter Racer! Der Sieg für Tiberio hat mich sehr gefreut.
Das zweite Superbikerennen war auch super. Leider ist Max mit Motorschaden direkt vor uns ausgefallen. Er musste an der Tribüne vorbeilaufen und bekam viel Applaus. Die Italienen sind ein abslolt faires Publikum. Als er an der Tribüne vorbei musste hat er noch Fotowünsche erfüllt. Genau wie Curtain nach seinem Ausfall in Führung. Das halte ich nicht unbedingt für selbstverständlich.
Nach dem zweiten Rennen haben wir zusammengepackt und sind heimgefahren. Nette Begegnung kurz vorm San Bernadino: Da haben wir noch das Wohnmobil von Max auf der Autobahn gesehen.
Es bleibt festzuhalten: Monza ist super. Nur am Samstag Abend muß man auf dem Campingplatz aufpassen. Letztes Jahr wurde einem von uns das Geld aus dem Zelt geklaut...als er darin schlief. Dieses Jahr war wieder die Dorfjugend von Monza unterwegs. Der Campingplatz wurde abgeriegelt, und Security durchkämmte den Platz. Die haben dann die Jungs gejagt, einer ist mir knapp entwischt, aber wir haben gesehen, wie sie mindestens einen bekommen haben. Die Italiener selbst nehmen das nicht mit Gleichgültigkeit hin, sondern veruteilen das. Ein junger Italiener hat mich gefragt was los sei, und als ich es ihm gesagt habe, betitelte er die Diebe mit einem italienischen Wort für das weibliche Geschlechtsteil und dem globalen "Motherfucker".
Die Superbikefahrer haben keine Starallüren, sind sehr freundlich. Monza muß man gesehen haben. Wie die allerdings einen Formel 1 Lauf über die Bühne bringen ist mir schleierhaft. Die Strecke liegt mitten in der Stadt und es gab beim Superbike schon Staus bei der Abreise.
@RT: Das wäre mal ein Rennen für dich. Vielleicht nächstes Jahr?`
Ich freue mich schon auf den Lausitzring, denn Superbike rulez!!! Ich werde dort sein.
J.
PS: Haga ist der Grösste. Wie hiess es einmal: Wahrscheinlich einer der besten Fahrer der nie Weltmeister wurde und wahrscheinlich nie wird. Er ist grosartig.