Naja, wenn man alle Konzepte ohne Beschränkungen gegeneinander antreten lassen würde, könnte Ducati mit den Zweizylindern wohl einpacken, oder nur darauf hoffen, dass die anderen nicht so viel Aufwand betreiben.
Ich glaube, dass auch jetzt schon Ducati einen sehr viel größeren Aufwand betreiben muss, um mit dem Zweizylinder konkurrenzfähig zu sein. Konstruktionsbedingt lassen sich aus dem Vierzylinder eben höhere Leistungen raus holen, und das obendrein preiswerter. Deshalb gab es ja die Regelung mit den 750ern. Immerhin haben Haga und Chili noch vor 3-4 Jahren gezeigt, dass auch eine 750er Vierzylinder zum Siegen taugt.
Es war doch so, dass die Japaner immer weniger in die Entwicklung ihrer 750er Superbikes gesteckt hatten. Und die Werke sind doch nicht deshalb nach und nach aus der Serie ausgestiegen, weil sie glaubten, keine Chance zu haben (hätten sie einen mit Ducati vergleichbaren Aufwand betrieben, hätten sie sicher viel größere Chancen gehabt), sondern weil die 750er nicht mehr die Technologieträger der Werke waren. Die Entwicklung war zu den 600ern gegangen und zu den 1000ern. Was sollten sie da in der Superbike-WM mit einer 750er fahren? Die japanischen Werke wollten ihre 1000er in der WM fahren sehen. Und hätten die Flaminis eher anständige Regelungen getroffen, hätten wir ein so buntes Starterfeld wie dieses sicher schon viel eher gehabt.
Ich persönlich halte die Restriktionen für die 1000er derzeit für zu gering. Ich sehe künftig keinen Blumentopf mehr zu gewinnen für die Zweizylinder. Vielleicht mischen die Ducs in diesem Jahr noch mal vorn mit, aber wenn die neuen Vierzylinder erst mal eine Weile mitfahren, dann glaube ich nicht, dass nicht da noch viel drin ist für einen Zweizylinder.
Die Motorschäden bei den Ducati-Kundenteams in der letzten Saison zeigten meiner Meinung nach schon, dass sich die Duc-Motoren an einer Grenze bewegen. (MSa schrieb mal treffend, dei Duc-Motoren würden an der "Expolsionsgrenze" arbeiten) Die zu beherrschen bedarf es anscheinend großer Sorgfalt und viel Aufwandes. Dem waren die mit nicht so viel Geld ausgestatteten Kundentemas wohl nicht gewachsen.
Dass diese Grenze erreicht (oder fast erreicht) zu sein scheint, war ja wohl auch der Grund für Ducati, in der MotoGP mit einem Vierzylinder anzutreten, obwohl sie ja sehr gern auch mit einem Zweizylinder gefahren wären.