Quelle: Forum des Schleizer Dreiecks
Trotz der anfänglich miserablen Witterungsbedingungen. mit Nebel und Nieselregen, lockte der Europameisterschaftslauf über 8000 Zuschauer an das Schleizer Dreieck. Erst ab den Mittagstunden entwickelte sich ein idealer Renntag. Mit seinem zweiten Sieg in Folge in der Klasse bis 125 ccm erhielt sich Georg Fröhlich seine Ambitionen auf den Europameistertitel. Der Wechselburger zeigte dabei die stärksten Nerven, denn der Lauf musste nach einem Sturz ein weiteres Mal gestartet werden. Während Fröhlich zu Beginn der Saison permanent technische Probleme einbremsten, scheint er inzwischen zu alter Form zurück zufinden. Der Honda-Pilot hatte im Ziel fast 4 Sekunden Vorsprung auf den Trainingsschnellsten Lorenzo Baroni. Mit Andrea Boscoscuro fuhr ein weiterer Italiener auf das Treppchen. „Auf Grund der guten Ausgangssituation in der Gesamtwertung werden wir jetzt zumindest darüber nachdenken, ob wir die restlichen EM-Läufe noch bestreiten werden“, so Dirk Reißmann, der Teamchef von Fröhlich. Mit Platz vier fuhr Dominique Aegerter seine beste EM-Platzierung in der laufenden Saison heraus. Der Schweizer glänzte bereits am Samstag mit dem zweiten Startplatz. Pech für den Schleizer Nachwuchspiloten Daniel Puffe, ihm bremste ein technischer Defekt unmittelbar nach dem zweiten Start ein. Zumindest eine Platzierung in den Punkterängen wäre für den 15-Jährigen Schüler bei seinem Einstand im internationalen Geschehen im Bereich des Möglichen gewesen.
Viel Spannung versprach der Lauf der Klasse bis 250 ccm. Mit Thomas Walther und Norman Rank gingen zwei aussichtsreiche Bewerber aus Schleiz in das Rennen. Bereits im Training machte Walther mit einem vierten Trainingsrang auf sich aufmerksam. Bei Rank verhinderte eine zu fette Bedüsung im ersten Training und ein zweites Qualifying im Regen eine Platzierung unter den besten Zehn. Am Renntag kam Walther auf Rang sechs als bester deutscher Pilot ins Ziel. Auf seiner Hausstrecke konnte er zwar seinen Trainingsplatz nicht ganz verteidigen, doch mit dieser Platzierung erhielt er sich die Chance auf eine vordere Platzierung in der Gesamtwertung. Walther liegt derzeit mit 43 Punkten auf Platz sechs. Norman Rank konnte nach seiner ausgezeichneten Leistung beim Ulster Grand Prix (GB) – dritter Platz – am vergangenen Wochenende nicht anknüpfen. Allerdings brachte ihm der 12.Platz vier Zähler in der EM-Wertung ein. Er liegt derzeit mit 30 Zählern auf Rang zehn.
Das Rennen der Viertelliterklasse entwickelte sich zu einem der spannendesten Läufe in den letzten Jahren auf dem Schleizer Dreieck. Nach einem schwer erkämpften Sieg machte Alvaro Molina (E) einen großen Schritt in Richtung Titelverteidigung. Bereits nach wenigen Runden setzte sich das Trio Molina, Smees (NL) und Polzer (A) vom insgesamt 40 Fahrer zählenden Starterfeld ab. Sie kämpften fast über die gesamte Distanz um die Führungsposition. Erst im Schlussdrittel des Rennens verlor der Holländer Hans Smees die Schlagdistanz. Vorjahresieger Polzer setze in der letzten Runde alles auf eine Karte, musste sich jedoch mit 0,156 Sekunden geschlagen geben. „Leider störte mich ein überrundeter Fahrer bei meiner Attacke auf Molina. Ich hatte eigentlich genügend Power um vorbei zukommen“, der sich trotzdem über den zweiten Platz sichtlich freute. Während Molina bei den restlichen beiden Läufen der Titel kaum noch zu nehmen ist, wahrte Polzer seine Chance auf dem zweiten Platz in der Europameisterschaft.
Einen italienischen Triumph gab es in der Supersportklasse, hier siegte Aldrovandi vor Boccolini und dem Holländer Ahnendorp. Bereits am Samstag sicherten sich die Briten Schofield/Thomas mit einem Sieg den Titel des Europameisters bei den Gespannen. Mit Göttlich/Wedele gab am Sonntag einen weiteren deutschen Sieg.