Moin!
1. Du meinst XJ 600 S Diversion.
Die XJ 600 ohne das S war niemals eine Diversion, sondern die Vorgängerserie von 1984 an, Abverkauf 1990/1991. Soweit zu den Formalismen. Grins.
Glückwunsch, klasse Maschine. Vor allem, wenn es das Modell RJ 01 (ab 1998 8) )ist.
2. Was Du vielleicht noch nicht weißt:
Im Jahre 1996 gab es eine größere optische Modellpflegemaßnahme, bei der die Front wie auch das Heck überarbeitet wurden.
Wenn Du Dir also Gepäckhalterungen holst, achte darauf, daß sie auch für die Zeit der EZ Deines Motorrades passen - sprich, hast Du eine Maschine Modelljahr 1996 oder später, kannst Du nur mit umständlicher Arbeit, Fummelei und Modifikation eine Halterung anbringen, die für die Modelle 1991-1995 konstruiert worden sind.
Gleiches gilt natürlich auch umgekehrt.
Ach ja: Sei vorsichtig mit diesen komischen Seitentaschen aus Stoff:
a) reißen die recht schnell ein (Ich spreche aus eigener Erfahrung)
b) solltest Du selbst mit Gummierung und wasserdichter Innentasche alles, was nicht naß werden darf oder soll, extra in einer Plastiktüte verpacken, bevor Du sie in der Tasche verstaust.
3. Für ein Zelt benötigst Du in der Regel jedoch keine Gepäckrolle, wenn das Zelt selbst noch eine Packtasche hat. Die Gepäckrolle ist aber eine sinnvolle Erweiterung dazu, weil Du dann viel Kleinkram unterbringen kannst - wenn es denn schon keine Tourenausstattung aus vernünftigen Koffern samt Topcase werden kann / soll.
4. Noch ein Tip:
Tankrucksack. Prima für Werkzeug, Ersatzteile und Schmiermittel geeignet.
Wenn er neben Gurten noch mit Magneten gesichert ist (ein Lenkkopfriemen gehört auf jeden Fall dran), solltet ihr aber nichts hineinlegen, was Daten magnetisch speichert - Telefon, Kredit-/EC-Karten... Diese Daten sind dann natürlich futsch.
Allerdings gehören meiner Meinung nach solche wichtigen Dinge eh in die Brusttaschen, dann sind sie beim Tanken nicht unbeaufsichtigt am Motorrad, während ihr bezahlt.
5. Zur Gepäckverteilung:
Schwere Sachen möglichst nah am Schwerpunkt des Systems Fahrer-Maschine. Das heißt, möglichst tief und möglichst weit vorne, also z.B. in den Tankrucksack. Daher auch der Hinweis mit dem Werkzeug.
Je weiter hinten und je weiter oben, desto leichter muß das Zeug sein.
Beachtet Ihr das nicht, wird das Vorderrad entlastet, was zu Spurinstabilität und Lenkerschlagen führen kann.
6. Wichtige Punkte zum Fahren mit Gepäck:
Bei ungleicher Ladungsverteilung neigt jedes Motorrad zum Pendeln bei höheren Geschwindigkeiten. Fängt die Maschien also an, in langsamen Sinuskurven zur Fahrtrichtung zu schwingen (das GANZE Motorrad, nicht nur er schnell schlagende Lenker!), dann sofort deutlich runter mit der Geschwindigkeit, bevor sich die Fuhre aufschaukelt und unkontrollierbar einem Sturz entgegenschlidddert.
Anhalten, Gepäck neu verteilen und Kleidung fester schnüren, denn Pendeln wird auch durch zu lose und damit flatternde Kleidung ausgelöst.
Außerdem solltet Ihr schon lange vorher den Reifendruck und die Federbeineinstellung an das Gesamtgewicht Fahrer + Gepäck eingestellt haben - Werte laut Bedienungshanduch.
Ach ja - höheres Gewicht verlängert theoretisch den Bremsweg.
Weil zugleich aber ein höheres Gewicht für mehr Bodendruck sorgt, ist die übertragbare Kraft größer, man darf also stärker in die Bremse greifen.
Unter dem Strich ist daher der Bremsweg unabhängig vom Ladezustand.
Noch Fragen?
Servus,
Holger