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MacMunic

Mo24-Fan

Beiträge: 356

Registriert: 17.01.2007

Region: Bayern

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21

Dienstag, 17. Juli 2007, 11:26

Also ich kann biboty und Fischi in den meisten Punkten nur zustimmen!

Ein Punkt den ich hier gerne nochmal aufgreifen würde ist, die Geschichte mit dem Führerschein ab 25!
Ich glaube kaum, dass ein Fahranfänger der mit 25 direkt den offenen Schein macht, besser fährt, als ich, der nun schon knapp 1 Jahr mit 34 PS fährt.

Die Frechheit schlechthin ist, dass ich in dieser 2 -Jahresfrist 25 werde und trotzdem die 2 Jahre komplett absitzen muss, ehe ich offen fahren darf. :heuldoch:

Ich finde man darf als Unfallursache nicht die qualitativ schlechter werdenden Straßen vergessen! Es werden zwar tolle Prestigeobjekte gebaut, also große Straßen weiter ausgebaut oder komplett neue Umgehungsstraßen errichtet, jedoch bleiben die kleinen Landstraßen auf der Strecke, gerade das Revier eines Motorradfahrers.

Bitumenflickerei und Schlaglöcher machen das Leben nicht einfacher!

Ansonsten kann ich Fischi und biboty nur vollends zustimmen :respekt:
Menschen demonstrieren gewalttätiger gegen Pelze als gegen Leder, weil sie es als einfacher ansehen, auffällig gegen reiche Damen zu sein als gegen eine Motorrad-Bande.

:moped:

blahwas

Asphaltschinder

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22

Dienstag, 17. Juli 2007, 13:00

Mit 24 den Schein zu machen ist schon irgendwie Arschkarte, klar. Du kannst aber ab 25 auch ne zusätzliche Fahrprüfung auf ner großen Machine machen, dann darfste offen fahren.

Ich muss sagen, ich bin von 18 bis ca. 22 wie ne alte Sau gefahren. Bei mir war das mit "ab 25 offen" also halbwegs passend. Den Stufenführerschein findet eigentlich fast jeder gut. Insofern:

:heuldoch:

Was den Straßenzustand angeht: Straßen verbinden Orte. Sie ermöglichen es, Personen und Güter von A nach B zu kriegen. Genussfahrten sind eigenltich nur eine "Nebennutzung" (um das Wort "Missbrauch" zu vermeiden). Man muss die Fahrweise eben den Straßenverhältnissen anpassen. Das kann sehr schwer sein, weil man Bitumenflicken eben nicht wirklich super erkennen kann und dann im Kurvenbereich echt Schrittgeschwindigkeit fahren müsste. Aber auf der Hausstrecke kennt man doch zumindest den Straßenbelag und Gullideckel und co und kann seine Aufmerksamkeit ganz auf Linienwahl, Gegenverkehr, Kuhhäufchen, Grünzeug im Grünzeug und die schönen Dinge richten, wegen denen wir trotz aller Nervigkeiten immernoch und immer wieder fahren :)
Das Motorrad-Wiki vergisst nicht.

M G V 2

Mo24-Kultanhänger

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23

Dienstag, 17. Juli 2007, 17:51

Hi Gummipferd,
ich hab das Ganze jetzt mal nur so kurz überflogen. Glernt is glernt (gelernt ist gelernt) trifft schon zu, was man in jungen Jahren erlernt, beherrscht man sein ganzes Leben, das heißt aber nicht, daß man es später nicht mehr lernen kann! Vielleicht dauert es etwas länger und man muß sich mehr Mühe geben, dafür ist die Leistungsbereitschaft meist viel höher! Die Sache mit der Altersweisheit stimmt natürlich auch. Man ist halt erfahrener, routinierter und nicht mehr ganz so risikobereit, und vor allem vorrausschauender. Dennoch stimmt es, daß viele ältere Motorradfahrer verunglücken. Zum einen liegt es sicher daran, daß es einfach mehr ältere Fahrer gibt. Zum anderen verleiten immer "sicherere" Motorräder zu sorgloserem Fahren, so nach dem Motto "wenns brenzlig wird hab ich ja ABS". Der Verkehr nimmt aber ebenso stetig zu, das erhöht die Unfallwahrscheinlichkeit.
Wenn man Mootorrad fährt, tut man nur das! Fährt man aber Auto, hört man Musik, plant den Tag, telefoniert, raucht, ißt, schaut kurz mal aus dem Fenster. Mit einem Wort, Autofahren ist Nebensache, und wenn man unkonzentriert ist, passieren Fehler. So, mehr fällt mir grad nicht ein.

Ciau M G V 2 :italia:
Hey, und immer einen Gedanken voraus

Gummipferd

unregistriert

24

Mittwoch, 18. Juli 2007, 01:49

Zitat

...zumindest hab ich das sogar mit physikalischen ergebnissen nachgerechnet und bin auf ganz andere ergebnisse gekomme


Meinerm Beitrag liegt eine Bremsverzögerung von 6,5 m/Sekundenquadrat zugrunde. das entspricht dem unteren (ungünstigsten) Wert für normalen trockenen Straßenbelag.

Er variiert natürlich abhängig von den technischen Daten des Fahrzeugs (Bremsen, Reifen usw.), die Unterschiede dürften aber nicht erheblich sein, außer bei den neuen Maschinen mit ABS, die deswegen dringend u.a. vom ADAC bei Neuanschaffung empfohlen werden.

Bei nassem Asphalt z.B. werden die Verhältnisse natürlich ungünstiger. Die Bremsverzögerung liegt dann bei 5,0 m/Sekundenquadrat.

Für eine Annährungsgeschwindigkeit von 120 km/h und Reaktionsbeginn bei 100 m ergeben sich dann folgende Werte:

Anhalteweg 144,44 m
Zeit bis zum Stillstand (theoretisch, ohne Kollision) 7,67 sec.
Aufprallgeschw. 75,89 km/h
Dauer bis zum Aufprall 3,45 sec.
Äquivalente Fallhöhe 22,65 m

Die Kollision wäre unvermeidlich und würde mit hoher Wahrscheinlichkeit mit schwersten Verletzungen oder Tod enden.

Nochmal das Fazit: wer sich einer Kreuzung mit mehr als 90 km/h nähert - und dann plötzlich wegen Vorfahrtnahme durch PKW reagieren muß, hat nur eine geringe Chance, mit leichten Verletzungen davon zu kommen. Wahrscheinlich sind eher schwerste Verletzungen oder Tod.

Wobei hier eine optimale Reaktion des Motorradfahrers zugrunde gelegt wurde, - wer mit den Gedanken gerade woanders ist und mehr als eine Sekunde Reaktionszeit an den Tag legt, ist auch schon bei 90 km/h nicht mehr in guten Schuhen. Dem Notarzt oder Leichenwagen entkäme er nur noch sehr knapp. Der Anhalteweg betrüge 98.08 m und die Zeit bis zum Stillstand 5,85 sec. Er würde unmittelbar vor dem PKW zum Stehen kommen und könnte dem an die Scheibe klopfen..

Die Werte aber bei 100 km/h:

(Reaktionszeit 2 sec.)

Anhalteweg 114,91 m
Zeit bis zum Stillstand 6,27 sec.
Geschwindigkeit beim Aufprall 50,12 km/sec.
Dauer bis zum Aufprall 4,13 sec.
Äquivalente Fallhöhe 9,88 m

Nur noch eine vergleichsweise geringe Chance, daß es glimpflich ausgeht.

Und noch zum Steuern eines gebremsten Motorrades: es ist richtig, wie Du anmerkst, daß u.U. die Möglichkeit besteht, so z.B. noch auf den Straßenrand auszuweichen und im Idealfall das Verletzungsrisiko zu mindern (Risiko dennoch: Graben, Bäume!).

Man sollte jedoch nicht letzte Notfallreserven zum Maßstab für Normalverhalten machen. Ich bezweifle, daß die Anzahl der Motorradfahrer sehr hoch ist, die genügend Training und Kompetenz besitzen, durch solche Reaktionen und Manöver ihre Haut (vielleicht!) noch zu retten.

Wer als Fallschirmspringer in der Luke steht, sagt sich ja auch nicht: "Scheißegal ob der Schirm richtig gepackt ist, keine Lust dazu heute; ich habe ja noch den Reserveschirm...!" Oder?

Wobei der Vorteil des Falschrimspringers ist, daß es ihm nicht schwerfällt, sich vorzustellen, was passieren wird, wenn der Schirm versagen sollte, etwa weil er schlampig gepackt ist. Weil er es direkt vor Augen hat.

Beim Motorradfahrer ist das nicht so, statistische Risiken, die aber trotzdem real sind, kann man - außer auf dem Papier - nicht sehen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Gummipferd« (18. Juli 2007, 02:02)


biboty

Team MO24 - Posting-Queen

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Registriert: 20.05.2006

Region: Niedersachsen

Motorrad: :

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25

Mittwoch, 18. Juli 2007, 02:06

Zitat

Original von Gummipferd


Nochmal das Fazit: wer sich einer Kreuzung mit mehr als 90 km/h nähert - und dann plötzlich wegen Vorfahrtnahme durch PKW reagieren muß, hat nur eine geringe Chance, mit leichten Verletzungen davon zu kommen. Wahrscheinlich sind eher schwerste Verletzungen oder Tod.

Wobei hier eine optimale Reaktion des Motorradfahrers zugrunde gelegt wurde, - wer mit den Gedanken gerade woanders ist und mehr als eine Sekunde Reaktionszeit an den Tag legt, ist auch schon bei 90 km/h fällig für den Notarzt oder Leichenwagen.

Man sollte jedoch nicht letzte Notfallreserven zum Maßstab für Normalverhalten machen. Ich bezweifle, daß die Anzahl der Motorradfahrer sehr hoch ist, die genügend Training und Kompetenz besitzen, durch solche Reaktionen und Manöver ihre Haut (vielleicht!) noch zu retten.

Wer als Fallschirmspringer in der Luke steht, sagt sich ja auch nicht: "Scheißegal ob der Schirm richtig gepackt ist, keine Lust dazu heute; ich habe ja noch den Reserveschirm...!" Oder?







Diesen Ausführungen stimme ich absolut zu.
Man solte sich immer des Risikos bewußt sein,das ist ganz klar.

Was für mich aber auch noch wichtig ist,ist folgendes :
Man sollte sich aber trotzdem nicht von den Vorstellungen,was passieren könnte,in Angst und Schrecken versetzen lassen.Denn das führt zu verkrampftem fahren,und das ist in meinen Augen ebenfalls sehr schlecht und führt zu Fehl- weil Panikreaktionen.

Zum Beispiel zu total verkehrtem bremsen.ich kenne -zig Leute,die sich gelegt haben,weil sie vor Panik zu doll in die Eisen gegangen sind.

Und eure Berechnungen... :respekt:..aber ich glaube nicht,das sich dadurch Unfälle verhindern lassen,weil das den meisten zu abstrakt ist.Da würde ich eher ein Sicherheitstrainig vorschlagen-denn wenn man etwas ERLEBT und/oder ERFÄHRT ist die Lektion doch nachhaltiger als wenn jemand die Formeln auswendig hersagen kann.

Oder wie seht ihr das ?

LG sabine

Gummipferd

unregistriert

26

Mittwoch, 18. Juli 2007, 05:05

Zitat

Original von M G V 2
Zum einen liegt es sicher daran, daß es einfach mehr ältere Fahrer gibt. Zum anderen verleiten immer "sicherere" Motorräder zu sorgloserem Fahren, so nach dem Motto "wenns brenzlig wird hab ich ja ABS". Der Verkehr nimmt aber ebenso stetig zu, das erhöht die Unfallwahrscheinlichkeit.
Wenn man Mootorrad fährt, tut man nur das! Fährt man aber Auto, hört man Musik, plant den Tag, telefoniert, raucht, ißt, schaut kurz mal aus dem Fenster. Mit einem Wort, Autofahren ist Nebensache, und wenn man unkonzentriert ist, passieren Fehler. So, mehr fällt mir grad nicht ein.

Ciau M G V 2 :italia:


Sicher, die meisten Unfallfaktoren finden sich auf der Autofahrerseite. Und sie sind zahlreich, aber was tun? Die vielen Ablenkungsmöglichkeiten z.B. hatte ich ja selber auch schon einmal in der Diskussion über Sicherheitskleidung erwähnt.

Würde man mich zum neuen Kaiser von Deutschland wählen, würde ich u.a. Mobiltelefone im Auto generell und grundsätzlich verbieten, auch mit headset! Es braucht keiner während der Fahrt zu quasseln wie James Bond im Einsatz, - und damit womöglich Menschenleben gefährden. Er kann gefälligst anhalten, wenn´s so furchtbar wichtig ist. Ein einziger Toter aus solchen Gründen ist schon einer zuviel, basta!

Wahrscheinlich sind es aber erheblich mehr als einer im Jahr. Für nichts und wieder nichts gestorben. Daher: Bei Zuwiderhandlung nicht Geldbuße, die der besser Verdienende z.B. aus der Hosentasche bezahlt, sondern befristeter Führerscheinentzug, im Wiederholungsfalle lebenslang. Was glaubst Du wie schnell der Unfug aufhören würde und wieviele Leute, darunter so mancher Motorradfahrer, sich weiterhin des Lebens freuen könnten?

Zweitens: Autoradios. Strengste technische Auflagen für Herstellung und Einsatz. Keine Miniaturtasten, lächerliche und umständliche Menübedienung, dutzende völlig überflüssige Luxusfunktionen, nur um Konkurrenzmodelle zu übertrumpfen usw..

Geräte bei denen man selbst bei der simplen Baß- oder Höheneinstellung manchmal minutenlang überlegen muß, wie das noch ging, winzige Knöpfe unter Umständen noch in bestimmter Reihenfolge und mehrfach drücken und außerdem auf einem Display nachsehen muß, sind nicht nur sinnloser Schnickschnack - der ergonomisch schlechter und unkomfortabler ist als bei den Modellen vor vierzig Jahren - sondern im Einzelfall mordsgefährlich. In Kleinflugzeugen z.B. (ohne Copilot, auch in Kampfjets) sind die Bedienpanele der Funkgeräte äußerst einfach aufgebaut: Lautstärke, Frequenz-/Kanalraster, Squelch - das ist es meist schon. Warum wohl? (Radios, Musikrekorder usw. auch in privaten Sportflugzeugen, sind sowieso verboten)

Aber wie gesagt, man wird es wohl nicht ändern können. Ebensowenig wie zunehmenden, auch ganz unbewußten Egoismus und Rücksichtslosigkeit in der Bevölkerung überhaupt, was sich nunmal auch im Straßenverkehr ausdrückt.

Was man vielleicht ändern könnte, wenn man es in der Politik denn wollte, ist die typische Raserei auf deutschen Straßen. Die wirkt sich letztlich auch in oft hektischer und unkonzentrierter Fahrweise in niedrigerem Geschwindigkeitsbereich aus. Gewohnheitssache - und Gewohnheiten kann man ändern, unter anderem durch Erziehung, hier also Verkehrserziehung und geeignete Gesetze.

In einigen anderen Ländern, etwa in den USA ist es im Vergleich beeindruckend zu sehen, wie der Verkehr überall langsam, ruhig und gelassen dahinfließt. Nicht umsonst sind Amerikaner meist regelrecht schockiert, wenn sie erstmalig den Straßenverkehr in Deutschland (oder Frankreich und Italiien) erleben. Und obwohl man dort drüben im allgemeinen erheblich liberaler denkt als hierzulande (aber auch sehr viel pragmatischer), versteht die Polizei gewöhnlich keinen Spaß bei Verkehrsdelikten. Die Beamten (und Beamtinnen X( ) können ziemlich ruppig auftreten und bei Widerworten oder dergleichen hat man auch schon mal ruck-zuck Handschellen um und landet für eine Nacht in der Revierzelle. Wofür aber jeder Verständnis hat. Auf der Autobahn können z.B. der zweimal ignorierten Aufforderung mit Sirene und Lautsprecher, sofort anzuhalten, ohne weiteres Pistolenschüsse folgen. Das weiß jeder, und dagegen hilft dann später auch keine Zivilklage, die wäre aussichtslos. Polizisten werden auch nicht wie hier als "Bullen", also abfällig bezeichnet (oder betrachtet), sondern "cop" oder "officer" sind respektvolle Titulierungen. Nur Verbrecher und Asoziale reden von "pigs" (Schweinen) und mögen keine Polizisten.

Hier habe ich einmal in einer TV-Dokumentation gesehen, daß Polizeibeamte Verkehrsteilnehmer nach schweren und gefährlichen Verfehlungen hinterher im Streifenwagen Videoaufnahmen ihres Verhaltens vorführten. In der Hoffnung, daß sie es einsehen. Doch das Verhalten der meisten Verkehrssünder war abolut unverschämt und die Beamten meinten resigniert, sie würden vermutlich, sobald sie außer Sicht wären, weiter rasen, riskant überholen usw.

Seltsam eigentlich, wie ein an sich als besonders diszipliniert und gehorsam geltendes Volk wie die Deutschen im Straßenverkehr alles andere als das ist.

Noch zu den Alterstatistiken: was Du sagst, wäre richtig wenn man als Rohwerte nur die Grundgesamtheit aller Motorradfahrer heranziehen würde. So gehen aber ernsthafte Statistiker, beispielsweise in der Forschungsabteilung des Institus für Zweiradsicherheit, nicht vor; es wäre wissenschaftlich höchst oberflächlich und unseriös und würde ja auch zu dann unbegründeten und letztlich diskriminierenden Aussagen über ältere Motorradfahrer führen. Die Altersstruktur der Motorradfahrer-Szene läßt sich ja über die Zulassungsstatistiken in Erfahrung bringen, und so beruhen die Aussagen über Unfallbeteiligung per Abgleich mit den Zulassungsdaten natürlich auf prozentualer Berechnung und Vergleich des Anteils innerhalb jeweiliiger Altersgruppen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Gummipferd« (18. Juli 2007, 05:10)


Gummipferd

unregistriert

27

Mittwoch, 18. Juli 2007, 06:29

Zitat

Original von biboty

Man sollte sich aber trotzdem nicht von den Vorstellungen,was passieren könnte,in Angst und Schrecken versetzen lassen.Denn das führt zu verkrampftem fahren,und das ist in meinen Augen ebenfalls sehr schlecht und führt zu Fehl- weil Panikreaktionen.

Zum Beispiel zu total verkehrtem bremsen.ich kenne -zig Leute,die sich gelegt haben,weil sie vor Panik zu doll in die Eisen gegangen sind.

Und eure Berechnungen... :respekt:..aber ich glaube nicht,das sich dadurch Unfälle verhindern lassen,weil das den meisten zu abstrakt ist.Da würde ich eher ein Sicherheitstrainig vorschlagen-denn wenn man etwas ERLEBT und/oder ERFÄHRT ist die Lektion doch nachhaltiger als wenn jemand die Formeln auswendig hersagen kann.

Oder wie seht ihr das ?

LG sabine


Naja, zur Auflockerung mal ein Witz, - aus der Psychiaterszene zum Thema krankhafte Angst vs. echte Risiken. Der Brief eines Ex-Patienten an Sigmund Freud:

Verehrter Doktor Freud

Ich nehme eine aktuelle Gelegenheit wahr, Ihnen noch einmal auf diesem Wege voller Respekt zu danken für Ihre neuartige und in meinem Falle so überaus erfolgreiche Behandlung meiner Ozeanophobie (neurotische Angst vor Seereisen, d.Verf.) mittels der von Ihnen begründeten Psychoanalyse.

Ich bin vollkommen geheilt. Und Sie werden nicht glauben, von wo ich Ihnen schreibe: von Bord eines Ozeandampfers nämlich! Wir laufen in einer Stunde aus in die Neue Welt und was natürlich auch zu meiner Beruhigung beiträgt, das ist der Umstand, daß es sich um das modernste und sicherste Schiff unserer Zeit handelt. Sein Name ist Titanic.

In Ehrfurcht grüßt ein letztes Mal

Maximilian von Gösebrecht

Es ist ja richtig, daß das ganze Dasein letztenendes ein Kompromiß zwischen Abwägung von Lebensrisiken und alltäglicher Handlungsfähigkeit darstellt. Das ständige und übertriebene Nachdenken über mögliche Risiken ist pathologisch, wird in der Medizin als Panikattacken oder generalisierte Angsterkrankung bezeichnet und gilt als behandlungsbedürftig. In schlimmen Fällen ist es tatsächlich so, daß die Patienten nicht mehr aus dem Haus gehen können, aus lauter Angst vor dem was ihnen alles geschehen könnte.

Ein Lehrbuchautor formuliierte dazu aber auch einmal: "Erstaunlich ist eigentlich nicht so sehr, daß Menschen zuweilen Angst haben, - sondern vielmehr, daß sie nicht s t ä n d i g Angst haben!"

Verdrängung und Verleugnung von Risiken sind also im Prinzip nützlich, weil die Erkenntnis und das Bewußtsein sämtlicher real existierender Risiken handlungs-. und lebensunfähig machen würde. Wir sind uns aber wohl trotzdem einig, daß daraus nicht zu folgern ist, daß jede Risikominderung überflüssig und stattdessen bodenloser Leichtsinn genau das richtige Verhalten wäre.

Auch beim Motorradfahren gilt es natürlich eine gesunde Balance zu halten zwischen sinnvollen Sicherheitsmaßnahmen und dem angestrebten Fahrvergnügen, das schließlich erhalten bleiben muß.

"Sicherheitsfaschismus" - wovon hier kürzlich die Rede war -, das wäre Waffenschein für Motorradfahrer inklusive psychologischem Charaktertest und großem Führunsgzeugnis, bauartlich bestimmte Höchstgeschwindigkeit sechzig Stundenkilometer für alle Maschinen und vorgeschriebene staatlich geprüfte Einheits-Rennfahrerkluft für zweitausend Teuro minimum. Automatisch aufblasbar mit eingenähtem Airbag oder ein neu zu entwickelnder Schleudersitz für Motorräder mit Fallschirm. Das muß ja nicht unbedingt sein.

Gestern habe ich übrigens auf N24 eine Sendung über die Sicherheitsentwicklung im Motor-Rennsport gesehen. Sehr interessant, wird sicher noch einmal wiederholt.

Vor dem Kriech und in den Fuffzigern galt z.B. ein Helm unter Rennfahrern als "...etwas für Feiglinge..." Man trug Stoffhauben, maximal Lederhauben.

Anmerkung von mir: Genauso übrigens wie in der Militärfliegerei, erst gegen Kriegsende wurden in Deutschland und Amerika Pilotenhelme - die heute so genannten "Jethelme" - eingeführt. Die Russen waren dann die ersten, die für ihre Kampfpiloten auch Integralhelme einführten. Ich erinnere mich auch noch aus meiner Anfangszeit, daß in dem damals berühmten und sehr guten Buch von "Klacks" - Wie fahre ich Motorrad? - stand, es wäre Geschmacksache ob man einen Helm oder eine Mütze tragen wolle (!)

Nun, das hat sich alles geändert. Im Formel-Eins liegt z.Z. der Sicherheitsrekord bei einem ungebremsten Frontalaufprall gegen eine Wand bei 340 Stundenkilometer ohne jegliche Verletzung!

In den fünfziger und sechziger Jahren war die Todesrate noch enorm gewesen und galt eben als normal. Von Sicherheit sprach keiner. Nichtmal eine schnelle medizinische Notfallversorgung auf den Rennstrecken war Bestandteil von Organisation und Planung. Das änderte sich erst allmählich, nachdem es zu einem Unfall kam, bei dem durch einen explodierenden Rennwagen 80 Zuschauer starben. Das war fast das Ende des Motor-Rennsports, etliche Länder verboten ihn und in der Schweiz gilt das Verbot noch heute.

In den USA fiel in den letzten Jahren die hohe Rate von Schädelbasis-Brüchen nach Unfällen im Tourenwagen-Rennsport auf. Die Experts gingen dem auf den Grund und entwickelten zusätzlich zum Körper-Gurtsystem ein Rückhalte-Gurtsystem für Kopf/Helm. Das funktionierte auch,- aber die Fahrer machten bloß Witze drüber und einer der berühmetsten unter ihnen am lautesten. Er meinte er hätte trotz mehrerer persönlicher Unfälle noch nie eine Schädelbruch gehabt und das würde auch so bleiben. Die Sache wäre was für Angsthasen und dummes Zeug. Alle anderen richteten sich nach ihm, - bis er eines Tages tot war. Unfall mit Schädelbasisbruch! Seitdem glauben alle den Wissenschaftlern, das dumme Zeug ist Bundesgesetz und es gibt keine Todesfälle mit Schädelbasisbruch mehr bei Stock-Car Racing. (Kennst Du noch das Lied: Tell Laura, I love her..?)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Gummipferd« (18. Juli 2007, 06:37)


schokorossi

unregistriert

28

Mittwoch, 18. Juli 2007, 13:27

Zitat

Original von Gummipferd

Würde man mich zum neuen Kaiser von Deutschland wählen (...)


Wer würde denn sowas tun??

schokorossi

Gummipferd

unregistriert

29

Mittwoch, 18. Juli 2007, 17:01

Zitat

Original von schokorossi
[
Wer würde denn sowas tun??

schokorossi


?( Hmmm, - vielleicht alle Fußgänger über siebzig? Und da die Bevölkerung immer älter wird....

biboty

Team MO24 - Posting-Queen

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Region: Niedersachsen

Motorrad: :

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30

Mittwoch, 18. Juli 2007, 22:06

Zitat

Original von Gummipferd

Zitat

Original von schokorossi
[
Wer würde denn sowas tun??

schokorossi


?( Hmmm, - vielleicht alle Fußgänger über siebzig? Und da die Bevölkerung immer älter wird....




:grin: :grin: :grin:...ihr seid so Knallköppe... :respekt:
Die Sendung auf N24 habe ich auch gesehen.Meinst du die,wo es um Auto- sowie um Motorradrennen ging ?

LG Sabine

P.S. Der Witz ist sööö böse...ich iebe es.. :danke:

Gummipferd

unregistriert

31

Donnerstag, 19. Juli 2007, 01:05

Zitat


Die Sendung auf N24 habe ich auch gesehen.Meinst du die,wo es um Auto- sowie um Motorradrennen ging ?

LG Sabine


Genau, die war es. Die Privatsender sind ja überwiegend unerträglich, aber N24 macht wirklich tolle Technik-Sendungen. Auch unser Kurzer (9) sitzt immer davor; der wurde ja auch mit einem Schraubenschlüssel in der Hand geboren und wollte erstmal das Narkosegerät im Kreißsaal auseinanderschrauben, durfte er aber nicht. Sogar militärtechnische features sind bei den N24-Jungs - relativ - objektiv; und wenn gelegentlich allzu viel amerikanischer Patriotismus durchscheint und alles in US erfunden wurde, muß man eben mal ein Auge zudrücken.

Und wir Knallköppe: wir beherrschen die Welt, schon gewußt? :nanana:

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