1978,...nach meinem schweren Unfall mit der XT 500, ich hatte gerade mehrere Monate gelegen
und ging noch an Krücken, hatte aber schon wieder ein Motorrad!
Meine Frau (Hüstel, die Ehe hatte da noch ca. 15 Monate Restlaufzeit!)...war trotz meiner Beteuerungen:
"D a kann gar nichts mehr passieren, ich kann d a m i t ja n u r noch im Gelände fahren....!"
oder
"Die hat ja n u r 9 PS...!"
nicht mehr von der Harmlosigkeit irgendeines Zweirades zu überzeugen!
Als Sie im Krankenhaus, in meinem Nachttischchen nach irgendwelchen Unterlagen suchte, fand Sie den
Kaufvertrag über eine "Bultaco - Alpina 250!"
Ich hatte auch keine Ahnung,...wie d e r da hin kam...!
Nun ja,...so langsam kam dann wieder Muskelaufbau, ich konnte schon wieder 500 m gehen, ohne mich
direkt wieder hinsetzen zu müssen, da dachte ich, dass das doch beim Möpp fahren in leichtem Gelände
"spielerisch" viiiel einfacher sein würde,...wieder zu regenerieren!
In Wirklichkeit wollte ich auch einfach nur hinaus,...in die Natur, zu meinen Lieblings - Ecken, in die Lava -
Grube,...und so...!
Immerhin, war ich ja gerade dem Tod von der Schippe gesprungen,...ich hätte n i e daran gedacht, dass ich
nochmal Motorrad fahren kann, ich wollte wirklich n u r so spazieren fahren!
Irgendwie muss ich dann auf einen Pirschpfad gekommen sein,...kein Problem für die Bultaco!
Ich genoß dieses extrem langsame Fahren mit dem ultraleichten Teilchen...!
Dann machte der Pfad eine extrem enge Biege und ging quasi wieder zurück, bergauf, im Steilhang!
Kein Problem, das wäre zur Not auch noch mit einer "normalen" Enduro gegangen:
Stillstand,...kurz Vollgas, Kupplung kurz kommen lassen, Vorderrad hoch, nach links kippen lassen,
"Umsetzen!"...und wieder runter mit dem Vorderrad! *Feddisch!!!*
Die Nummer ging aber geradezu dramatisch in die Hose:
Der Motor war mir beim ersten Versuch abgestorben, das Teil war "neu!"...keine "Erfahrung!"
Jetzt war der Kickstarter nicht links am Möpp, wie gewohnt, sondern rechts,...und ließ sich
auch nicht von oben nach unten treten,...sonder völlig bescheuert, so halb von vorne nach hinten!
Ich gebe also meinen kurzen heftigen Gasstoß,...und sause mit dem Möpp bestimmt 20 m den
Steilhang herunter. Die ersten 10 m habe ich völlig "verschenkt!"...was die Suche nach Festhalte -
möglichkeiten anging, ich war völlig geschockt,...habe gar nicht begriffen, was d a los war!
Glück im Unglück, ich kam zum Liegen, es ging noch 150 m tiefer, auch steil bergab, auch mit vielen
Felsüberständen, unten der Bach führte - klar! - Hochwasser, d a s wäre es dann ganz freundlich gewesen:
Endstation Mosel - Staustufe St. Aldegund! Nach Wochen,...wenn überhaupt noch mal...!
Als ich die Schüssel dann schräg nach oben gezogen hatte, mir war totschlecht,..ich hatte einen Schock,
kaum noch Kraft,...ich konnte ja kaum "normal" geradeaus gehen, war mir schnell klar, w a r u m das so kam:
Der Motor lief wieder - oder immer noch - Rückwärts! *Das hatte ich noch n i e erlebt!*
Ich stellte das Möpp, das auf einmal überhaupt nicht mehr so "neu" aussah, in die hinterste Ecke der elterlichen
Garage, mein Ex - Ehegesponst kam d a n i e hin!
Trotzdem gab es nach 3 Tagen für mehrere Wochen die steife Unterlippe, extreme Wortkargheit und absolutes
Unverständnis für Alles, was mit "Möpp" zusammenhing! *Der Anfang vom Ende!*
Tscha,... d i e s e Gedanken gingen mir gerade so durch den Kopf,...bei dem Begriff: "Motor läuft Rückwärts!"
Der Töff.