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Der Töff

*Natural Born Eifel - Yeti*

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1

Samstag, 11. Januar 2014, 19:56

"Fernreisen mit Diesel - Motorrädern."

Zwei Kollegen von der Diesel - Fraktion haben sich die wohl
längste und härteste Landreise die möglich ist, ausgesucht:
"Einmal nach Wladiwostok...Bitte!"

Und damit man unterwegs erst gar nicht in die Versuchung gerät,
wie mit einer der neumodischen "Sommer" - Diesel - Hochleistungsgeräte möglich,
...dem 11 PS - Geschwindigkeitsrausch zu verfallen sind diese beiden Puristen mit
der "Urmutter aller Dieselstinker" der Original Royal-Enfield "Taurus" mit 6 PS gestartet.

Dieser völlig veraltete und extrem schwachbrüstige Motor sorgte dann auch dafür, dass
das Model hier in Deutschland nur kurz auf dem Markt war, auch den verschrobensten
Fans der Marke...war d a s zu wenig Leistung und viel zu viel Gestank!

Ich habe hier nur die Bilder gefunden...in einem Beitrag über die "Teilung" des Gates
- Riemens, hier die 6 PS - Variante hat den Riemen, der die doppelte Belastung aushält,
als der Riemen der 11 PS Sommer, nicht die schlechteste Idee, bei dem Dreck, der d a
an dem Teil reibt und arbeitet.

So...habe ich aber gar keine näheren Infos über die Veränderungen / Umbauten an den
beiden Maschinen,...Nein...das ist keine GS 80..!

Viel Spaß beim "Bilder gucken:"

https://plus.google.com/photos/107327102…102435806348983

Der Töff.
"Kein Herz für Arschlöcher!"

Sportyzilla

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2

Samstag, 11. Januar 2014, 20:02

Das scheinen die richtigen Maschinen für diese Reise zu sein.

Wenn man weiterscrollt, wo der an der runterhängenden Oberleitung hängen geblieben ist. 8o Weia, aber das Mopped ist geklebt worden. :kiffer:

Seit es diese Road Rage Russia Videos gibt, würde ich nur noch im Panzer dahin fahren.


Super Typen! :respekt:
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Der Töff

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3

Samstag, 11. Januar 2014, 20:11

Ja Robert, die herunterhängende Oberleitung...d a s ist der Hit.

Wenn da noch die 8000 Volt drauf gewesen wären,
...wäre zumindest für d e n Kollegen da Feierabend gewesen und zwar für immer!
Da kommt man doch gar nicht drauf, dass s o ewas d a liegt..oder?

"Die richtigen Motorräder für d i e s e Reise?"
Dann bist du noch nicht an dem Punkt, an dem die die Teile den Berg rauf
mit schieben müssen...6 PS setzen auch schon natürliche Grenzen!

Mit 11 PS ist man mit der richtigen, etwas gespreizten Übersetzung
überall auf der richtigen Seite.."Schiebung?"..."Nein,.. Danke!"

*Warte ab,..bis die Russen - Mädels von dem Club kommen..!*

Gruß vom Töff.
"Kein Herz für Arschlöcher!"

Sportyzilla

Schüttelshaker

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4

Samstag, 11. Januar 2014, 20:20

Da kommt man doch gar nicht drauf, dass s o ewas d a liegt..oder?




Zieh dir die ganzen Videos rein. DA kommt man auch nicht drauf. :thumbsup:

Ein gewisser Wahnsinn ist da normal. Die wenigsten fahren anscheinend nüchtern. :grin:


Umso bewundernswerter, dass die Männer auf dem Motorrad dort unterwegs sind. Gegen alle Widrigkeiten! :1:
Der siebte Sinn der Westfalen: Der Starrsinn.

Der Töff

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5

Samstag, 11. Januar 2014, 20:36

Ja,...die Teile kannte ich, klar.."andere Welt!"
Auch die exotischen Trinkgewohnheiten..schon Vormittags!

Die beiden Dieselanten sind aber nur durch relativ wenige Städte
und überhaupt auch relativ wenig auf viel befahrenen Straßen
unterwegs gewesen...dafür um so mehr im "Outback!"

Was ich nicht verstehen kann, bei aller Liebe zu unberührter Natur.
Wenn ich so eine Reise unternehme, dann reizt m i c h die kulturelle
und auch die kulinarische Vielfalt der Bewohner an der Strecke, des-
halb würde ich immer die südlichere "Seidenstraßen" - Variante nehmen.
D a kommen auch genug Überraschungen auf einen zu.

Gruß vom Töff.
"Kein Herz für Arschlöcher!"

kleiner Chris

aka nERDANZIEHUNG

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6

Samstag, 11. Januar 2014, 20:53

Schade das es dazu kein Reisetagebuch gibt, aber die Bilder sind absolut cool!

2 Monate jeden Tag ~300km auf 6 PS... Autschn

Dirk U.

Mit Glied

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7

Samstag, 11. Januar 2014, 21:38

Zumindest haben die echten Abenteurergeist und anscheinend keine Angst vor Unwegsamkeiten. :thumbup:
Für mich nicht denkbar aber bewundernswert allemal.

Lille

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8

Samstag, 11. Januar 2014, 22:16

:respekt:

Was ich immer wieder witzig finde bei solchen Berichten:

"Da trafen wir den aus ... und da war en Motorradfahrer aus..."

Irgendwie sind ganz schön viele auf solchen Tripps unterwegs. :thumbup:

Der Töff

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9

Samstag, 11. Januar 2014, 23:03

Ja, es werden immer mehr, auch bei den Fahrrad - Reisenden..oder Fußgängern:
Es gibt wesentlich mehr Länder auf der Welt...in denen das Leben billiger ist als
hier in Deutschland...als man glaubt, wenn man dann mit kleinem Budget kleine
Ansprüche hat...geht das.

Ein paar Reiseberichte geschrieben...und in der Heimat verkauft, wenn man d a s
gut vorbereitet...und noch ein paar zuverlässige Leute zu Hause hat..."Okay!"

Vielleicht
...hat man ja auch die eine oder andere Geschäftsidee...Import / Export dabei!

Der Töff.
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Hueni

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10

Sonntag, 12. Januar 2014, 10:11

Ganz tolle Fotos, ganz großes Abenteuer.

Finde ich wirklich toll, würde ich mich aber definitiv nicht trauen :O

bratwurst

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11

Sonntag, 12. Januar 2014, 21:43

Krasse Typen!

So eine "langsame" Reise ist ja an sich schon ein völlig anderes Erlebnis. Aber mit 6 PS? Und Motorrädern, die man bergauf schieben muss? Das wäre mir glaube ich etwas zu viel des Guten... :S

Aber trotzdem, Hut ab!

Gruß,
Thomas

12

Montag, 13. Januar 2014, 11:25

Ich hatte mir die Bilder ja schon früher angesehen. Toll.

Motorradtreffen im August in Schaborowsk (also wirklich von hier aus am Arsch der Welt) hätte schon was und könnte mich auch reizen.

Aber wie "Bratwurst" schon schrieb, nicht mit 6 PS. Die Seidenstraßentour werde ich mindestens mit der Estrella (21 PS) oder aber mit der Honda CB 500 X (48 PS) machen. Auch das wird eher geruhsam und keine Raserei. Aber den Streß mit Schieben und so, möchte ich höchstens in absoluten Notfällen haben.

Es wird so oder so eine Herausforderung alleine für einen alten Mann. Eine Motorradfreundin (Selbstfahrerin) wird wohl mit mir die Masurentour noch einmal fahren, aber die 3-Monate-Tour geht halt zur Zeit nicht bei ihr.

Max

Buckbeak

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13

Montag, 13. Januar 2014, 12:23

Sehr spannend. :thumbup:
Aber ich gebe Dir Recht, Töff. Ich hätte die Route auch anders gewählt.
Trotzdem beeindruckend.

Und wer meckert, sollte es erst mal selbst besser machen. Ich riskiere das jetzt nicht, alles incl. Job auf´s Spiel zu setzen, um so eine Reise durchzuziehen (und beneide diejenigen trotzdem, die so was machen).

liebe Grüße
Buckbeak

Sportyzilla

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14

Montag, 13. Januar 2014, 12:28

Und wer meckert, sollte es erst mal selbst besser machen. Ich riskiere das jetzt nicht, alles incl. Job auf´s Spiel zu setzen, um so eine Reise durchzuziehen (und beneide diejenigen trotzdem, die so was machen).

Das stimmt, das muss man erstmal können: Beruflich und finaziell und sowieso. Man ist ja auch nicht alleine auf der Welt. :)

Trotzdem sehr beeindruckend, sich dem zu stellen und dafür Respekt! :thumbup: Es erfordert außerdem, sich diesen Kulturen völlig anzuvertrauen und ich bin sicher, dass das einmalige Erfahrungen sind, die man nie vergisst. Neben der Landschaft gibts doch noch so viel mehr: Kultur, Essen, Menschen. Klasse. :thumbup:
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Der Töff

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Montag, 13. Januar 2014, 12:34

Seit eben habe ich die E-Mail - Adressen von denen,
...habe angefragt, ob ich den Reisebericht hier veröffentlichen darf.

Gruß vom Töff.
"Kein Herz für Arschlöcher!"

Der Töff

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Montag, 13. Januar 2014, 20:40

*Ich darf!* "Holt euch v o r h e r Getränke!"

"Mit zwei Dieselmotorrädern einmal quer durch das größte Land der Welt!"

Damals, als wir noch jung und wild waren und erstmals entdeckten, dass unsere Motorräder die ultimativen Fahrzeuge zur Eroberung der Welt waren, damals versperrte der Eiserne Vorhang noch die Welt nach Osten. Während wir im Westen alles unter die Räder nahmen, was sich irgendwie erreichen ließ, blieben uns nur Träume von den unendlichen Weiten Sibiriens.
Das ist jetzt 30 Jahre her, der Osten lockt immer noch, und jetzt ist es möglich. Also, was hält uns?
Auf 15000 km schätzen wir die Strecke, denn unser Ziel heißt: Wladiwostok am pazifischen Ozean.

Auch unsere Fahrzeugwahl ist durchaus nicht alltäglich:

Meine Dieselenduro “Thrifter” habe ich mir in mühevoller Kleinarbeit selbstgebaut, Freund Dieter ist schon seit Jahrzehnten im Besitz einer fast originalen Diesel-Enfield.
Dass ich beruflich schon öfter in Russland war, macht sich jetzt positiv bemerkbar, weil ich mein Jahresvisum auch für diese Reise nutzen kann und so gut 250€ spare, die Dieter berappen muss. Touristenvisa stellen die Russen nämlich nur für vier Wochen aus; nicht verlängerbar. Das reicht auf der langen Strecke Richtung Osten nicht; also muss er ein teures Geschäftsvisum beantragen.

Die letzten Wochen vor der Abreise sind noch hektisch. Ich teste den Thrifter erstmals auf einer längeren Strecke zum englischen Dieselmotorradtreffen “The Big Knock” und Dieter hat alle Hände voll zu tun, seine reichlich verwanzte Enfield wenigstens notdürftig reisebereit zu bekommen.

Und so starten am Morgen des 31. Juni 2008 zwei total unterschiedliche Maschinenkonzepte Richtung Osten:

Einmal der nagelneue Thrifter, mit Fünfganggetriebe, doppeltem Zahnriementrieb, LED-Beleuchtung rundherum, High-Cap Elektrostarter und anderen relativ modernen Teilen speziell für diese Reise aufgebaut. Etwa 13 PS aus dem 440er Lombardini Direkteinspritzer sorgen für 100 km/h Spitze; dann läuft sie, absichtlich kurz übersetzt, in den Drehzahlbegrenzer. Der 26 l Tank, bei einer BMW GS geborgt, reicht für mehr als 1500 km. Das knappe Gepäck verschwindet in H&B Aluboxen und zwei mittelgroßen Gepäckrollen.
In krassem Gegensatz dazu die 17 Jahre alte Dame Enfield, Urgroßmutter aller Dieselmotorräder. Ihre vier Gänge haben mehr Sprünge als Anschluß und verwandeln nominelle 6.25 PS des 325er Motörchens mehr schlecht als recht in milden Vortrieb. Mit genügend Rückenwind erreicht sie durchaus mal die 90 km/h. Aber wehe, es geht bergauf, oder der Wind kommt aus der falschen Richtung, dann kann ganz schnell auch bei 50 oder sogar 40 km/h Schluss sein. Dafür hat sie aber wenigstens einen vergrößerten Tank, dessen 20 l für 800 km Reichweite gut sein müssten. Alukoffer und ähnliches neumodische Zeug verachtet Dieter aus vollem Herzen. Seine Gepäckphilosophie besteht aus ganz vielen Beuteln, Säcken und Tüten, und noch mehr Strapsen und Spanngurten, mit denen er einen veritablen Turmbau zu Babel hinter seinem Solositz errichtet. Das Ganze erinnert eher an einen fahrenden Trödelladen als an ein Motorrad, was für eine Reise ans andere Ende der Welt ausgerüstet ist.

Also gut, wir werden sehen...

Die ersten Tage bringen uns über Berlin, Warschau und das Baltikum an die russische Grenze. Die Formalitäten sind überraschend schnell erledigt; und schon nach etwa 2 Stunden rollen unsere Räder erstmals auf Mütterchen Russlands Asphalt. Knapp 2000 ziemlich problemlose Kilometer waren es bis hier.

Sofort hinter der Grenze der erste unplanmäßige Stopp. Der Aramidzahnriemen des Thrifter hat der Schwungmasse des Lombardini-Einzylinders nicht standgehalten. Gut, das ich ausreichend Ersatz habe, und zwar in der besseren Karbonfaserqualität. Der nächste Riemen wird dann den Rest der Reise halten.

Die ersten Tage im russischen Verkehr sind erstaunlich problemlos. Obwohl wir ziemlich langsam unterwegs sind und deswegen auf den Überlandstrecken dauernd überholt werden, bleiben gefährliche Situationen aus. Das liegt aber wahrscheinlich hauptsächlich an der sehr hohen Kontrolldichte der russischen Polizei. Teilweise alle 5 km ist eine Kontrolle aufgebaut, manchmal sichtbar, meistens gut versteckt, und die Milizionäre wachen mit Radarpistolen und Argusaugen darüber, dass sich alle benehmen.

Unsere Langsamkeit ist unser Vorteil. Wer hier meint, mit einem leistungsstarken Motorrad den russischen Verkehr aufmischen zu können, wird seine Reisekasse los sein, noch ehe er Moskau erreicht hat.

Die russische Hauptstadt lassen wir im strömenden Regen auf der Ringautobahn schnell hinter uns. Wir wollen keine teuren Hotels bezahlen und außerdem lockt uns die sibirische Weite bedeutend mehr.

Je weiter wir vorwärts kommen, um so mehr erstaunt mich die beinharte Fahrweise, mit der mein Kollege den Leistungsnachteil seiner Enfield mehr als wettmacht. Getreu dem alten Spruch der Dieselfahrer "Lieber das Leben verlieren als die Drehzahl", quetscht er sich ohne Gnade an allem vorbei, was auch nur eine Spur langsamer ist als er. Gegenverkehr interessiert ihn dabei überhaupt nicht, "Ich bin schmal genug" meint er nur trocken. Oft genug halte ich als nachfolgender Fahrer die Luft an, weil ich jeden Moment damit rechne, dass mir Stücke geschredderter Dieter um die Ohren fliegen, wenn er sich mal wieder um Haaresbreite zwischen zwei entgegenkommenden LKW durchschmirgelt. Doch während ich mich noch von meinem Schreck erhole, hat er schon zwei weitere Trucks aufgeschnupft, und ich muss mich trotz etlicher Mehr-PS sputen, den Anschluß zu halten.

So kommen wir jeden Tag unsere planmäßigen 500 km voran, bis in Kazan, der Hauptstadt der Republik Tatarstan, unsere Glückssträhne kurzfristig reißt. Am späten Nachmittag fahren wir gegen die tiefstehende Sonne aus der Stadt heraus, als ich vor mir irgendetwas Blitzendes auf der Straße mehr ahne als sehe. Mit einem Schlenker weiche ich aus und erkenne erst dann das gerissene Kabel der Straßenbahnoberleitung, das sich wie eine fette kupferne Schlange auf der Straße ringelt. Gerade will ich aufatmen, da sehe ich im Rückspiegel Enfield und Dieter nebeneinander Salto schlagen. Gleichzeitig fällt mir ein, dass mein Freund wegen des heißen Wetters ohne Handschuhe gefahren ist. "Das war's dann ja wohl..." denke ich noch beim Bremsen.
Aber die Heerscharen fleißiger kleiner Schutzengel, die meinen Freund ständig umflattern, haben nicht ganz geschlafen.
Als ich den Thrifter an einen Zaun gelehnt habe und zurückgesprintet bin, ist Dieter schon wieder auf den Beinen und schimpft wie ein Rohrspatz. Nichts hat er an den Händen, nur eine Schürfwunde am Arm und kräftige Prellungen am Oberschenkel. Ist das noch Glück, oder doch eher Vorbestimmung?
Die Enfield hat es auf den ersten Blick schlimmer getroffen. Der Primärkastendeckel ist eingedrückt, das Öl aus dem Primärtrieb hat sich auf der Straße verteilt. Scheinwerfer zersplittert, Blinker abgebrochen, und, was das Schlimmste ist, der Hydraulikschlauch der Vorderradbremse hat ein Loch. Aber, Glück im Unglück, Kurbelwelle und Primärkette sind heil, und sie springt auch gleich wieder an.
Eine fürsorgliche russische Babuschka hat zu allem Überfluss gleich die Polizei angerufen, und so bleibt uns nichts anderes übrig, als auf die Beamten zu warten, was uns gar nicht recht ist, da wir der russischen Polizei eigentlich viel lieber aus dem Weg gegangen wären.
Während wir warten, erscheint ein Reparaturtrupp der Straßenbahn und flickt in 10 Minuten die gerissene Oberleitung. Dabei erfahren wir auch gleich, dass die 600 V Fahrspannung erst kurz vor dem Unfall abgeschaltet worden ist. Spätestens jetzt wird Dieter doch ein wenig blas um die Nase.

Aber alles wendet sich doch noch zum Guten. Die Beamten nehmen nur sorgfältig ein längeres Protokoll auf, und dann eskortieren sie uns zur nächsten Feuerwache, wo Dieter als deutscher Kollege in Not aufs Freundlichste aufgenommen wird, und ich gleich mit. Keine fünf Minuten später sitzen wir schon in der Kantine vor dampfenden Tellern, und der Abend wird noch feucht-fröhlich im Kreis der tatarischen Feuerwehrleute. Von einem Leiterwagen wird ein russischer Scheinwerfereinsatz requiriert, der genau in die indische Enfield passt. Der Blinker wird geklebt, der Primärkasten notdürftig abgedichtet.
Die Nacht verbringen wir auf den Schlafpritschen der Feuerwehr und schlafen fest wie nie.
Am nächsten Morgen fährt ein Kollege zwei Stunden mit uns im Lada durch die Stadt, bis wir in einem Hinterhof eine Motorradwerkstatt ausfindig machen, wo Dieter ohne Federlesens eine passende japanische Bremsleitung einfach geschenkt bekommt. Jetzt noch entlüften und alles ist wieder gut. Zwei Stunden später eskortiert uns die Feuerwehr noch bis zur Hauptstraße nach Perm, unserem nächsten Ziel, nur etwa 1000 km entfernt. Solange muss die Primärkette der Enfield auch ohne Ölbad auskommen.

Perm, Partnerstadt Duisburgs und letzte Großstadt im europäischen Teil Russlands, kenne ich schon von einigen beruflichen Aufenthalten, und so fällt es uns dort auch nicht schwer, die restlichen Schäden zu beseitigen. Wir gönnen uns für zwei Nächte den Luxus eines Hotels, dichten den Primärdeckel mit kunstvoll zurechtgeschnittenem Bierdosenblech und Unmengen an Kaltmetall wieder ab und beruhigen die angeschlagenen Nerven in einer noblen Pizzeria ein wenig.
"Kein Herz für Arschlöcher!"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Der Töff« (13. Januar 2014, 20:45)


Der Töff

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Montag, 13. Januar 2014, 20:49

Hier gehts weiter:

Dann geht es weiter nach Ekaterinburg, und auf dem Weg dorthin verlassen wir Europa endgültig.
In die nächsten Tage halten wir strikten Ostkurs. Wir lassen Irbit, links liegen, die Stadt, in der die berühmt/berüchtigten Ural Gespanne gebaut werden. Ein Besuch im Werk hätte uns zwar gereizt, aber die Zeit läuft, und wir haben erst einen Bruchteil unserer Strecke geschafft. Über Tjumen und Omsk kommen wir nach Novosibirsk und weiter nach Barnaul. Das hier ist tiefstes Sibirien, was wir jeden Abend wieder an den unbesiegbaren Kampfgeschwadern blutgieriger Moskitos feststellen. Wir trotzen ihnen meistens während der eindrucksvollen Sonnenuntergänge, und flüchten uns dann ziemlich schnell in die Zelte.

Bevor wir uns nun auf den Weg zum Baikalsee machen, wollen wir erst einen Abstecher ins Altaigebirge einschieben und bis an die mongolische Grenze vordringen. Dort wird dann allerdings für uns umkehren angesagt sein, denn ein mongolisches Visum haben wir nicht. Dieser Abstecher stellt sich als sehr gute Idee heraus, denn die Berge und die schöne Landschaft des Altai sind eine mehr als willkommene Abwechslung nach Tausenden von Kilometern gleichförmiger sibirischer Waldlandschaft. Mehrere Tage verbringen wir in diesem Gebiet, das auch von Russen immer mehr als Urlaubsziel entdeckt wird. Aber noch ist es nicht überlaufen. Wir finden einsame Zeltplätze an rauschenden Flüssen, und auch das Essen ist deutlich besser als in der Monotonie sibirischer Fernstraßencafes. Alles lief doch so prima bis hierhin; und, wie heißt es so passend: Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis...

Wir hätten es wirklich besser wissen müssen. Mit unserer Erfahrung hätten wir nicht leichtfertig in diese Falle tappen dürfen. Aber es sah doch auf der Straßenkarte so gut aus. Nur zwei Daumenbreit Offroad entlang der mongolischen Grenze, und wir würden den Übergang aus dem Altai in die autonome Republik Tuva schaffen und uns so auf unserer Weiterfahrt Richtung Osten glatte 1200 km Rückfahrt und Umweg sparen. Diesel und Wasservorräte hatten wir knapp bemessen, um die Maschinen so leicht wie möglich zu halten. Die Beschreibung im "Lonely Planet" hätte uns sofort misstrauisch machen müssen: "Notoriously rough" wurde unser Weg da eingeordnet. Aber wir verließen blauäugig die Hauptstraße und fuhren per GPS Ostkurs entlang der Grenze. Die ersten Stunden waren noch ganz harmlos. Eine ebene und gut fahrbare Graspiste brachte uns Kilometer für Kilometer vom Asphalt fort. Die ersten Flussquerungen waren nur spaßige Herausforderungen. Aber das alles sollte uns wohl nur in Sicherheit wiegen. Jetzt quälen wir uns schon seit Stunden damit ab, die hoffnungslos untermotorisierte und auch noch total zu lang übersetzte Enfield den Berg hochzubekommen. Von Piste kann längst keine Rede mehr sein. Es ist ein Ziegenpfad übelster Sorte geworden. Dieter springt solange tapfer von Felsblock zu Felsblock, bis dem kleinen Diesel bergauf endgültig die Puste ausgeht, was er wie Emma, die Lokomotive, mit eindrucksvollen pechschwarzen Rauchwolken ankündigt. Nun heißt es schieben, zu zweit, mit laufendem Motor, solange bis die Steigung wieder erträglicher wird und er eine Chance hat, alleine weiterzukommen. Dann muss ich wieder zurücklaufen und den stärkeren und besser übersetzten Thrifter den Berg hochfahren. Das hat bis jetzt so lala geklappt. Aber die letzte Steigung hat uns den Rest gegeben. Vollbepackt hochschieben ging nicht mehr, wir mussten das Gepäck abladen und zurücklassen. Danach wieder runterlaufen, 60 kg den Ziegenpfad hochschleppen, noch mal runter und das zweite Motorrad hochfahren. Jetzt sind wir fix und fertig. Dieter liegt in ***Feuerwehrrettungsstellung*** mit hochgelegten Beinen im Graben, um seinen wild pumpenden Kreislauf wieder unter Kontrolle zu bekommen. Danach geht es zur Abwechslung mal einen Kilometer runter; aber so steil, das wir uns unten nur blas anschauen. Wir verstehen uns auch ohne Worte. Hier werden wir nie wieder raufkommen. Ab jetzt geht es nur noch vorwärts. Noch zwei längere Anstiege und wir werfen für diesen Tag das Handtuch und schlagen total erschöpft direkt neben dem Weg unsere Zelte auf.

Am nächsten Tag zieht sich das Elend aus Schieben und Tragen noch stundenlang weiter, bis wir endlich die erste Passhöhe auf 2750 m erreichen. Für diese Höhe ist es mit etwa 15° C noch erstaunlich warm. Hier erhebt sich eine imposante Steinpyramide, an deren Fuß müde Reisende Hunderte von Rubelmünzen hinterlassen haben, um sich von den Geistern der Berge gutes Vorankommen zu erbitten. Auch wir opfern einen Weitgereisten Euro; denn gutes Weiterkommen haben wir ganz besonders nötig.
Wahrscheinlich hat es gewirkt, denn die Landschaft ändert sich wieder dramatisch. Anstelle der steilen Anstiege erstreckt sich nun vor uns eine endlose, von silbrigglänzenden Flüssen durchzogene Hochebene. Einige Stunden und etliche Kilometer kommen wir problemlos weiter. Aber langsam dräuen über uns dicke, fette Gewitterwolken. Vorsichtshalber verpacken wir uns in die Ganzkörperkondome, und schon fällt ein kurzer, ergiebiger Schauer, der innerhalb weniger Minuten die schöne Piste in elende Schmierseife verwandelt und die Furten, die wir ständig durchqueren müssen, bedenklich ansteigen lässt. In der dritten erwischt es Dieter. Er kommt von der richtigen Spur ab und versenkt die Enfield sofort im Matsch. Innerhalb weniger Sekunden buddelt sie sich soweit ein, dass er rettungslos festsitzt. Natürlich geht sie dann aus schierer Böswilligkeit auch gleich aus. Bis weit über die Knie im schwarzen Schlamm packen wir wieder mal alles ab und schleppen es aufs Trockene. Dann schieben und schubsen und zerren wir, bis der zähe Morast sein Opfer widerwillig wieder freigibt. Am Abend überprüfen wir unsere Route. Dem nächsten GPS-Wegpunkt, 43 km entfernt, sind wir nach einem langen Fahrtag gerade mal fünf Kilometer näher gekommen. Natürlich ist es uns klar, dass das nur an der Umfahrung des vor uns liegenden Gebirgsmassivs liegt; aber deprimierend ist es trotzdem.

So schlagen wir uns Kilometer um Kilometer durch, bis wir am Abend des dritten Tages plötzlich wieder löcherigen Asphalt unter den Rädern haben. Wir haben es geschafft, und sind nicht wenig stolz darauf, die erste richtige Offroadherausforderung bewältigt zu haben.
Wir lassen die Republik Tuva schnell hinter uns, denn es ist eine notorisch gesetzlose Gegend, wo vielen finsteren Gestalten besonders nach Alkoholgenuss das Messer oder die Makarov ziemlich locker sitzen soll. Bei der hier augenscheinlich herrschenden Arbeitslosigkeit wundert uns das nicht so sehr. Manche Gegenden Russlands sind bei den Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte die Gewinner gewesen, diese hier zählt wohl zu den Verlierern. Zumindest solange, bis sich die landschaftliche Schönheit in Form von Tourismus vermarkten lässt.

Der Asphalt bringt uns jetzt wieder Richtung Norden; über Abakan nach Krasnojarsk, wo wir wieder auf die Haupttransitstrecke stoßen, die wir für unseren Altaiabstecher verlassen hatten.

Schon lange freuen wir uns auf einige Ruhetage am Baikalsee, genauer gesagt, im Baikalsee, denn wir haben uns die Insel Olchon als Rastplatz ausgesucht, wo es schon einige Anklänge von Tourismus geben soll. Nach einer längeren Pistenstrecke von Irkutsk aus erreichen wir den Fährhafen, wo vor uns schon eine ellenlange Schlange von Autos steht, die alle auf die Insel wollen. Unsere Stimmung verdüstert sich, als uns klar wird, dass immer höchstens 10 Fahrzeuge auf die Minifähre passen. Aber glücklicherweise finden wir, wie meistens mit dem Motorrad, noch eine kleine Ecke, in die kein Auto passt, und sparen uns so stundenlange Warterei. Auf der Insel angekommen, nehmen wir noch die etwa 40 Pistenkilometer bis zum größten Ort Khushir unter die Räder. Auch hier testet wieder einmal ein längerer, steiler Anstieg die Kupplung der Enfield. Aber mit viel Schwung geht es, und wir müssen nicht einmal Gepäck abpacken.

In Khushir angekommen, genießen wir nach mehreren Wochen ausschließlichen Zeltlebens erfreut den Komfort einer Dusche und halbwegs bequemer Betten. Der erwartete Tourismus hält sich in engen Grenzen, einige wenige ausländische und russische Jugendliche erkunden die wilden Felsenküsten in der Nähe des Ortes. Das einzige Internetcafe erlaubt uns mal wieder Kontakt zur Außenwelt.

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Montag, 13. Januar 2014, 20:52

Und hier:

Am nächsten Tag wollen wir das 50 km entfernte Nordkap der Insel besuchen, was landschaftlich besonders schön sein soll. Gegen Mittag fahren wir, ausnahmsweise zusammen auf einem Fahrzeug, los. Die Enfield soll einen wohlverdienten Ruhetag bekommen.
Allzu weit kommen wir aber nicht. Nach etwa 20 km fängt es plötzlich an zu regnen, und die vorher gute Piste verwandelt sich schlagartig in absolut unfahrbaren Glitsch, der jede Spur von Profil zusetzt. Nach kaum einer Minute liegen wir schon flach, glücklicherweise im Schritttempo und ohne jeden Schaden. Es ist kaum möglich, im Stehen das Motorrad aufzurichten, ohne dabei wieder auf die Nase zu fallen. An Weiterfahren ist überhaupt nicht zu denken.
Es ist aber auch unser Glück, dass wir schnell genug umkehren. Etliche andere Fahrzeuge hatten sich mit uns auf den Weg gemacht und bleiben jetzt hoffnungslos in jeder kleinen Senke hängen. Da hilft kein Schieben, da hilft kein Allradantrieb, sie müssen hier stundenlang warten, bis entweder der Boden wieder abtrocknet oder aus dem nächsten Dorf ein Traktor kommt. Wir mogeln uns neben der Piste im nassen Gras mit einem Minimum an Traktion langsam vorwärts und schaffen es, nach zwei Stunden mit völlig verdrecktem Motorrad klatschnass wieder im Ort anzukommen. Puh, noch mal gut gegangen.
Am nächsten Tag ist es wieder trocken, aber wir haben vom Kap die Nase voll und erkunden lieber zu Fuß die malerische Umgebung.
Ein friedlicher Ort, mit russisch-rustikalem Charme, und eines der größten schamanischen Kraftzentren dieser Erde.
Warum es aber in dieser aufstrebenden Kleinstadt, Luftlinie kaum einen Kilometer vom größten Süßwasserreservoir der Welt, kein fließendes Wasser gibt und alle Häuser 2 x in der Woche per Tankwagen versorgt werden müssen, ist ein Detail russischer Merkwürdigkeit, das ich als verwöhnter Mitteleuropäer wirklich nicht nachvollziehen kann.

Nach vier Tagen haben wir die Ruhe satt und machen uns wieder auf den Weg. Es lockt jetzt noch das große Unbekannte, die finalen 4000 km, in einem großen Bogen um China herum. Über den Straßenzustand haben wir sehr widersprüchliche Informationen gehört. Von 'total unfahrbar' bis zu 'seit zwei Jahren durchgehend asphaltiert' reichte die Bandbreite. Also fahren wir über Irkutsk nach Ulan-Ude und dann nach Chita; ab da wird es sich schon zeigen...

Piste? Ihr wollt uns was von Piste erzählen, Ihr Greenhornchen? Nur weil Ihr mit Euren komischorangenen Trimm-Dich Geräten mal einen begleiteten Ausflug nach Tunesien halbwegs heil überstanden habt?

Nun, an der fast 2000 km langen Strecke bis Khabarowsk, die wir jetzt bewältigen müssen, ist zweifelsohne in den letzten Jahren gearbeitet worden. Es gibt durchgehende Leitplanken, der Himmel weiß wofür, und alle 1000 m taucht mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerkes ein neues Kilometerschild auf. Aber als der Asphalt endgültig zu Ende ist, sind es immer noch 1650 km Strecke, die vor uns liegen.

Wisst Ihr, was Wellblech ist? Nein, das kann man so nicht im Baumarkt kaufen. Das ist der Zustand einer über lange Zeit von schweren LKW systematisch kaputtgefahrenen Piste. Absolut regelmäßige Rinnen quer zur Fahrbahn mit einem halben Meter Abstand und Tiefen von 5 bis 20 cm. Für Motorradfahrer die Hölle pur. Schon bei 30 km/h hat man das Gefühl, dass gleich alles unter einem zusammenbrechen wird. Die Zähne klappern im Rhythmus der Amplituden, die Brille rutscht immer wieder von der Nase, der Sekundenzeiger der Uhr liegt längst lose im Gehäuse, und wenn die Rinnen etwas tiefer werden, verschwimmt die Sicht, weil die Augäpfel anfangen, in Ihren Höhlen zu tanzen.

Dagegen sind alle deutschen TÜV-Ingenieure mit ihren neumodischen Pulsern nur Babies, die mit ihrem Räppelchen spielen.

Es ist überhaupt keine Frage, dass Dein Rahmen das nicht aushalten wird, nicht aushalten kann; unklar ist nur, ob er in 10 Minuten bricht oder doch erst morgen.
Es wird immer wieder großspurig erzählt, meistens von Leuten, die es selber nie gemacht haben, man müsste nur schnell genug fahren, dann würde das Rappeln erträglich. Ja, ist das so? Heißt das, mit 80-100 km/h praktisch ohne irgendeine Traktion im Slalom um die LKW driften? Ständig mit der Chance des finalen Abflugs vor Augen? Für wie bescheuert haltet Ihr uns denn?
Für uns ist bei 50 km/h Schluss; wir wollen ja noch ein bisschen weiterleben.

Schon 190 km geschafft… Der Motor hängt immer noch im Rahmen…. Wie lange wohl noch?
Ich kann mir das Rappeln nicht mehr anhören, die geschundene Mechanik tut mir zu leid. Das ganze Motorradfahrerdasein reduziert sich auf den einzigen Wunsch, das Wellblech möge aufhören.

Und mein Flehen zum heiligen Boris wird erhört: Auf den nächsten 150 km ist das Wellblech 20 cm hoch mit ausgebaggerten Flusskieseln zugeschüttet. Wie heißt es noch so schön: Vom Regen in die Traufe? Wild rudernd versuche ich Kilometer für Kilometer einen Sturz zu vermeiden. Nur zu gut erinnere ich mich dabei an Arthur aus Australien, den 82-jährigen Hondafahrer. Wir haben ihn am Baikalsee zum ersten Mal getroffen und keiner von uns hätte ihn auf über 60 Jahre geschätzt. Ganz Russland hat er mit seiner kleinen Zweihunderter durchquert, und in den Jahren davor schon die ganze Transamericana gefahren. Und wir dachten schon, wir hätten ein vorgerücktes Alter erreicht!

Eine Woche später, kurz hinter Chita, erwischte es ihn dann aber doch. Wir sahen ihn schon von weitem auf der Leitplanke sitzen, neben seinem Motorrad. Bei einem kleinen Sturz im Schotter hatte er sich den Knöchel gebrochen und wartete jetzt schon seit etlichen Stunden im Niemandsland auf Hilfe. „Just One Small fucking Miestake...“ sagte er missmutig zu uns. Und das kaum 2000 km vom ersehnten Reiseziel Wladiwostok entfernt. Immerhin hatte er sich den gebrochenen Fuß noch selber mit einem massiven Spanngurt bandagiert. Nach weiteren drei Stunden tauchte dann aus der nächsten Ortschaft ein Polizeiwagen auf, und hatte, Oh Wunder russischer Effizienz, gleich eine Ärztin mitgebracht und einen Helfer, der Arthurs Motorrad bis zum 50 km entfernten Krankenhaus weiterfahren konnte. Unser Freund schaute trotz Morphiumspritze sehr betrübt, als er sein treues Gefährt mit einem fremden Fahrer im Staubnebel verschwinden sah.

Wir haben ihn nie wieder gesehen; nur sein Motorrad begegnete uns noch einmal, auf einer Palette im Bahnhof von Wladiwostok.
Hoffentlich geht es Dir schon wieder gut, Arthur, wir brauchen mehr Leute wie Dich!

Der Töff.
"Kein Herz für Arschlöcher!"

Der Töff

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19

Montag, 13. Januar 2014, 20:55

Und hier:

Jetzt aber macht mich die Erinnerung an ihn eher noch vorsichtiger. Schließlich will ich nicht der Nächste sein, der seine Reise auf einer Krankentrage fortsetzt. Gut, dass auch die Flusskiesel irgendwann wieder aufhören und durch normalen Grobschotter ersetzt werden. Ein kleines bisschen weniger rutschig; aber kaum weniger gefährlich. Und als dann endlich, endlich der Schotter wieder aufhört, fängt mit ein paar hundert Kilometern Wellblech das ganze Elend wieder von vorne an.

Sicher, wir hätten unsere Motorräder auch in Chita in die Transsibirische Eisenbahn verladen können, so wie es fast alle Motorradfahrer in den letzten Jahrzehnten gemacht haben. Aber wir wollten ja partout nicht. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ hieß es oder „sind wir Motorradfahrer oder Bahnfahrer?“

Bei der abendlichen Lagebesprechung vor unseren Zelten, mit der verdammt wohlverdienten Bierdose in der Hand, kommen uns doch massive Zweifel. Einen ganzen langen harten Tag hinter uns, knapp 300 km geschafft, aber es sind immer noch 1500 km nach Khabarowsk. Ausgeruht am nächsten Morgen ist aber auch die Motivation wieder da.
So plagen wir uns vorwärts, Kilometer um Kilometer, Stunde um Stunde, Tag um Tag. Eine gnadenlose Materialschlacht ohne jeden Spaßfaktor. Bei jedem LKW, der uns entgegenkommt, verschwinden wir für gefährlich lange Sekunden in der undurchsichtigen Staubfahne und können nicht mal mehr die Piste unmittelbar vor uns sehen. Mehr als 300 km schaffen wir nie, obwohl wir von morgens bis abends unterwegs sind. Bei Sonnenuntergang das traditionelle Bier vor dem Zelt, wenn die Mücken es denn erlauben, und dann kippen wir todmüde in die Schlafsäcke; mit der Aussicht, dass es am nächsten Tag auch nicht anders sein wird.

Sechs Tage geht es so, sechs endlose Tage voller Staub und Schrecksekunden, wenn sich mal wieder Hinterrad und Vorderrad nicht über die Spur einigen können. Am siebten Tag tauchen vereinzelt kleinere Asphaltstückchen auf. Jedes Mal freuen wir uns wie die Schneekönige darüber, endlich mal wieder über 50 km/h fahren zu können. Und jedes Mal ist die Freude nur kurz, wenn wir nach einigen Kilometern am Horizont wieder den Staublindwurm auftauchen sehen; untrügliches Zeichen, dass der Asphalt wieder vorbei ist. Abends erreichen wir endlich Khabarowsk, und die moderne, aufstrebende Stadt erscheint uns irgendwie unwirklich nach der langen Quälerei im Niemandsland.

Von Khabarowsk nach Wladiwostok ist es nur noch ein Katzensprung; 900 km, und fast alles asphaltiert. Das spulen wir in 1 1/2 Tagen ab. Und was machen wir dann, nachdem wir uns seit 6 Wochen nur auf das Erreichen unseres Endziels konzentriert haben?

Wir fahren erst gar nicht nach Wladiwostok herein, sondern in einem großen Bogen um die Stadt herum und dann noch weitere 150 km nach Osten, bis nach Nakhodka, einem kleineren Ort am Pazifischen Ozean.

Denn hier findet genau an diesem Wochenende zum achten Mal das größte Motorradtreffen des russischen Fernen Ostens statt, die "Nakhodka Ocean Bike Week at The Edge of The World 2008". Und wir sind vielbestaunte Ehrengäste. Mehr als ein oder zwei Ausländer verlieren sich nie auf dieses Treffen, und die kommen dann noch meistens per Flieger aus den USA, Korea oder Japan. So schaffen wir es am ganzen Wochenende nicht, auch nur einmal unser Bier selber zu bezahlen. Vom Wodka ganz zu schweigen. Die Jungs und Mädels adoptieren uns regelrecht, und wir werden bis zum Filmriss von einem Lagerfeuer zum anderen weitergereicht. Samstagmorgens gibt es dann eine gemeinsame Ausfahrt mit Polizeieskorte, wofür kurzerhand mal eben die halbe Innenstadt von Nakhodka gesperrt wird. Als dann um Mitternacht von der Bühne die deutschen Klänge der Rammstein-Coverband kommen, fühlen wir uns auch am anderen Ende der Welt ganz wie zuhause. Sonntag morgens, gegen 6 Uhr, als ich schon längst das Handtuch geworfen habe, kommt Dieter mit konservativ geschätzten 3 Promille dann auf die Idee, seinen russischen Bewunderern zu zeigen, dass sein Motorrad nicht nur mit Diesel, sondern auch mit dem örtlichen "Doktor Diesel" Dosenbier ganz hervorragend läuft. Gelallt, getan, und schon hat er eine halbe Halbliterdose in seinem Tank ausgeleert. Die Enfield tut ihm endlich nach dem zehnten Tritt den Gefallen unter Beifal der Umstehenden anzuspringen, und so schleppt er sich grinsend ins Zelt, wo er für die nächsten Stunden im Koma versinkt.

Später am Tag hat er dann, ein bisschen klarer, aber dafür völlig verkatert, die dankbare Aufgabe, umringt von einem Dutzend feixender Russen, seinen Tank und das gesamte Einspritzsystem zu spülen. Dabei hält er das Werkzeug in der einen Hand und seinen Kopf in der anderen, und murmelt die ganze Zeit etwas vor sich hin, was sich verdächtig nach: "Wie kann man nur so blöd sein..." anhört.

Nachmittags verabschieden wir uns von all jenen, die uns so enthusiastisch aufgenommen haben, und zuckeln langsam, noch vom Restalkohol geschwächt, Richtung Wladiwostok zurück. Eine letzte Zeltnacht, ein letzter Kampf mit den Mücken, und am nächsten Mittag erreichen wir endgültig unser Endziel. 14973 km sagt der TT IMO, und 6048 km Luftlinie sagt das Garmin GPS.

Hier listen wir dann die Blessuren auf: Thrifters Tankhalterung ist geschweißt und die obere Motorhalterung zeigt nach der Pistentortur auch Risse. Ansonsten ist er erstaunlich gut in Schuss und könnte die Strecke wohl ohne weiteres zurückfahren.

Die alte Dame Enfield hat während der ganzen Reise immer wieder irgendwelche Schrauben und sonstige Teile von sich geworfen, bis sie den gesamten Ersatzteilvorrat geplündert hatte, den der Thrifter glücklicherweise nicht brauchte. Jetzt steht sie hier mit ausgeleiertem Ruckdämpfer im Hinterrad, ohne Kettenschutz, mit eingedrücktem Lüftergehäuse. und etlichen neuen Schweißnähten. Das vordere Schutzblech wird von zwei umfunktionierten Montierhebeln fixiert, da die originalen Halter längst gebrochen sind. Aber sie läuft, und wird das auch noch weiter unter Beweis stellen müssen.

Da meine Urlaubszeit unwiderruflich zu Ende ist, muss ich leider Unsummen an Geld berappen, um den Thrifter per Container nach Hamburg zu verschiffen. Dieter hat keinen Zeitdruck, schickt seine Enfield per Transsib nach Moskau zurück und fährt drei Tage später selber hinterher; die bedeutend billigere Lösung. Ich fliege in lächerlich kurzer Zeit über Moskau nach Düsseldorf zurück; tief unter mir die unendliche Weite Sibiriens, die ich jetzt genauer kennen gelernt habe als die meisten Russen.

Als ich schon längst wieder in Deutschland meiner Arbeit nachgehe, kommt Dieter mit der Enfield endlich aus Moskau los. Bis kurz vor die deutsche Grenze trägt sie ihn noch, dann versagt das geschundene Getriebe den Dienst.

Thrifter kommt sechs Wochen später, gut verpackt und ohne Beschädigungen oder Rost, im Hamburger Hafen an.

Reinhard Hötger

Was uns am besten gefallen hat:
dass wir viel mehr Rückenwind als Gegenwind hatten
dass wir in Russland nur nette Leute getroffen haben
(das gilt auch ausnahmslos für alle Amtsträger von Grenze, Polizei und Zoll, das möchten wir ausdrücklich betonen, da man immer wieder Gegenteiliges hört)
dass in Russland der Diesel nur 70 Cent pro Liter kosteten
dass eine normale deutsche Bankkarte von praktisch jedem russischen Geldautomaten bis Wladiwostok akzeptiert wird
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Der Töff

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20

Montag, 13. Januar 2014, 20:59

Und hier der Schluß:

dass das russische Bier fast so gut ist wie das deutsche

Was uns gar nicht gefallen hat:
dass die Mückenplage in Sibirien wirklich extrem ist
dass die Reise so schnell zu Ende war; wir hätten noch ewig weiter nach Osten fahren mögen


Technische Daten:
Thrifter: Baujahr 2007
Kastenrahmen basierend auf MZ ETZ Teilen
Kawasaki Gabel, Aprilia Bremse vorn, KTM Bremse hinten
Motor Lombardini 15 LD 440 Diesel Direkteinspritzer
mit Ausgleichswelle und Hydrostößeln, etwa 13 PS bei 3600 U/min
elektrisches Startsystem mit Maxwell Highcap 110 Farad
Primärtrieb HTD 8 M Zahnriemen
Sekundärtrieb Polychain 14 M Zahnriemen
5-Gang-Getriebe von Enfield
26 l Tank und Sitzbank von BW GS
Vmax 100 km/h, Verbrauch auf der Reise 1,76 l / 100 km

Der Fahrer: Reinhard Hötger, 50, Technikspezialist mit 35 Jahren Zweiraderfahrung
und mehreren selbstgebauten Dieselmotorrädern
hoetger@cityweb.de

Enfield: Baujahr 1992
Bullet Einschleifenrahmen
Greaves 325 Diesel Direkteinspritzer, etwa 6,25 PS bei 3600 U/min
Primärtrieb Duplexkette im Ölbad
Sekundärtrieb O-Ring Kette
4-Gang-Getriebe, 20 l Tank, Indian Einzelsitzbank
Vmax 70-90 km/h, je nach Gegenwind, Verbrauch etwa 2,2 l / 100 km

Der Fahrer: Dieter Schnapka, 62, Organisationsgenie mit 40 Jahren Zweiraderfahrung und unerschütterlichem Optimismus
schnappes@web.de


Jetzt oder nie, Bürokratie:

Visum
Wer als EG-Europäer nach Russland will, braucht ein Visum. Russische Visabestimmungen sind recht verworren und können hier nicht explizit erklärt werden. Kurz folgendes: Wer sich nicht länger als 4 Wochen im Land aufhalten will, kommt mit einem billigen und einfach zu erhaltenden Touristenvisum aus. Das lässt sich aber nicht im Lande verlängern. Jeder, der länger bleiben will, braucht zwangsweise ein Geschäftsvisum. (Schüler- und Studentenvisa lassen wir mal außen vor.) Ein Geschäftsvisum bekommt man nur mit einer offiziellen Einladung einer russischen Institution oder Firma. Voraussetzung für alle Visa ist der Nachweis einer von der russischen Botschaft anerkannten Auslandsreiseversicherung. Eigentlich hat man bei dieser Bürokratie nur eine Chance, wenn man sich an eine der zahlreichen Visazentralen wendet, die gegen gutes Geld die Formalitäten, einschließlich der Einladungen, erledigt. Wer meint, er könne hier Geld sparen, wenn er selber tätig wird, wird sich voraussichtlich nur die Nerven schmirgeln.

Motorrad
Wer mit eigenem Fahrzeug einreisen will, braucht einen internationalen Führerschein. Ein internationaler Fahrzeugschein ist nicht vorgeschrieben, kann aber auch nicht schaden. Dies ist ein Papier, ähnlich dem Int. Führerschein, was jede Zulassungsstelle nach Vorlage des Fahrzeugscheines gegen einen Obolus von 11€ sofort ausstellen kann. Die meisten haben nur noch nie was davon gehört und versuchen es gleich mit abwimmeln. Also hartnäckig bleiben.
Weiterhin muss man sich eine russische Kfz-Versicherung für die Zeit besorgen, die man im Land verbleiben will. An den meisten Grenzstationen sollte dies direkt möglich sein; ansonsten muss man es sofort in der nächsten Stadt erledigen. Kostet etwa 30-60 € je nach Fahrzeug und Aufenthaltsdauer.
Bei der Einreise bekommt man ein Zolldokument über die temporäre Einfuhr eines Fahrzeuges, das man bei der Ausreise wieder abgeben muss. Ärgerlicherweise wird dieses Papier an den westlichen Grenzen Russlands meist nur für 4 Wochen ausgestellt, selbst wenn man länger bleiben will. Also muss man es vor Ablauf an einer russischen Zollstelle verlängern lassen. Zollstellen gibt es in jeder größeren Stadt. Wir haben mit Glück für diese Prozedur in Chita 4 Stunden gebraucht; andere haben auch zwei Tage verschwendet.

Registrierung
Über die Frage der Registrierung kann lange gestritten werden. Theoretisch muss man sich spätestens drei Tage nach Einreise in irgendeiner Stadt registriert haben. Registrierungen sind praktisch nur über Hotels möglich, und dann auch nur über bessere (sprich teurere). Jeder hat hier eine andere Meinung über das, was erforderlich ist. Da wir hauptsächlich gezeltet haben und ohnehin nirgends länger bleiben wollten, haben wir uns nur einmal mehrere Tage nach Einreise registrieren lassen und das dann bis Wladiwostok geflissentlich ignoriert. Wir sind zwar oft kontrolliert, aber nie danach gefragt worden.

Kontrollen
Die Kontrolldichte der russischen Polizei ist ungemein hoch. Vor jeder größeren Stadt ist ein Kontrollposten aufgebaut, auf den Überlandstraßen gibt es bedeutend mehr Radarfallen als bei uns. Etwa jeder zehnte wird kontrolliert; also werdet Ihr auch oft genug dran sein. Wer seine Papiere in Ordnung hat und nicht gerade tiefgeflogen ist, wird dann meist mit einem "Gute Reise" weitergeschickt. Abzockversuche haben wir keine erlebt.

Sprache & Schrift:
Sicher gibt es in Russland, besonders in den Städten, Menschen, die etwas Englisch sprechen. Es gibt mitunter sogar Schilder in lateinischer Schrift. Aber beides garantiert niemals dann, wenn man es braucht. Es ist dringend anzuraten, sich vor einer Reise wenigstens mit der kyrillischen Schrift vertraut zu machen und ein paar Brocken Russisch zu lernen. Keine Angst, so schwierig ist das nicht; und es lohnt sich ungemein.


Der Töff.
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