Das grundlegende Problem ist:
Der Freitag wird vom lokalen Motorsportclub veranstaltet, ab Samstag ist die IDM verantwortlich. Die Clubs gehen damit alle unterschiedlich um. Da sie Veranstalter sind, müssen sie die Tage bezahlen und gehen halt unterschiedliche Wege, um die Kosten dafür zu decken. Der Nürburgring ist die teuerste Rennstrecke in Deutschland, daher wurde nur ein halber Tag gemietet und die Gruppen so zusammengelegt.
Logisch gedacht, aber sportlich total unsinnig und gefährlich. Die SBK-Fahrer hatten mit ihrem Protest sehr recht.
Der Protest richtete sich aber nicht nur gegen den Veranstalter, sonder auch gegen die IDM, die diesen Zustand mit der Trennung zwischen Veranstalter und IDM DRINGENDS abschaffen muss. Man spricht andauernd von der wachsenden Professionalität und der gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit der IDM-Fahrer, bietet ihnen aber gleichzeitig keine Möglichkeit diese noch weiter zu verbessern (mehr und besser organisierte Trainingszeit). Im Gegenteil scheint es in den letzten Jahre bei manchen Rennen Freitags eher schlimmer geworden zu sein (weniger Trainingszeit). Der Zuwachs an Professionalität und Performance geht also zu 100% zu Gunsten der Fahrer und Teams und nicht der IDM.
Wie sollen z.B. die SBK-Fahrer mit nur 30 min am Freitag auskommen, wenn sie dann am Sa+So nur noch 8 Reifen benutzen dürfen. Sinnvolle Arbeit ist da nicht möglich. Freitags werden Reifen und Fahrwerk sortiert, Samstags geht es auf Startplatzjagd und Sonntags Rennen. Dies ist der Rythmus, wie ihn jede andere Rennserie dieser Welt benutzt und der auch nur sinnvoll ist. Ansonsten können sich die Teams so technische Schmankerl wie "Qualifier-Reifen" und Zeit-Taktiken sparen... Gerade dort hat die IDM aber in den letzten Jahren sehr zugelegt was nicht nur für die Teams sondern auch für die Fans und das gesamte Niveau des Sports in der IDM sehr gut ist.
Mal ein paar Vorschläge:
- der Masterzeitplan wird auf Freitag erweitert, mit festen Zeiten für alle Klassen (so ca. 80 - 100 min Fahrzeit), er ist für alle Veranstaltungen verbindlich
- IDM und Veranstalter führen den Freitag GEMEINSAM durch
- Kosten werden gemeinsam getragen und geplant (am Nürburgring hätten die 10 besten SBK-Teams sicherlich die Miete für den ersten halben Tag getragen, wenn sie dafür dann hätten fahren können - dort ist viel Raum für neue Ideen und Lösungen)
- offizielle Zeitnahme schon am Freitag, mit Einzelrundenauflistungen, die Fahrern und Teams die Arbeit WESENTLICH erleichtert. (Sowas bekommt man sogar bei den meisten Renntrainings, nur nicht bei der IDM)
- wenn Freitags sinnvoll trainiert werden soll, muss man spätestens Donnerstags mittags ins Fahrerlager/Box dürfen. (Am Ring war es offiziell Freitag morgen 7 Uhr - UNMÖGLICHER ZUSTAND bei dem Aufwand den die Teams betreiben!!! - es ging inoffiziell zum Glück früher, was aber eher an dem Vormieter AUDI als an den Organisatoren lag)
- Freitags müssen die selben Sicherheitsvorkehrungen gelten (Streckenposten, Ärzte, ..) wie am Sa+So, damit solche Unfälle wie mit Herbert Kaufmann in Oschersleben nicht mehr passieren und glimpflicher ausgehen. Der Zustand dort war absolut indiskutabel und höchst bedenklich (Streckenposten konnte man praktisch an einer Hand abzählen!!! Zu wenig Ärzte!!! Eigentlich viel zu lange Zeit bis zur richtigen Erstversorgung. Toitoitoi ist dem Herbert dabei verhältnismäßig wenig passiert!!!)
- Die Strecke MUSS Donnerstags abends / Freitags morgens mit Fahrervertretern und der Rennleitung begangen und quasi "abgenommen" werden, z.T. befinden sich Strecken während der ersten Trainings in abenteuerlichem Zustand!!!
Dies waren mal ein paar Sachen, die sich so während der Rennen in einem inzwischen sehr langen Katalog ansammeln. Da gibt es noch viele mehr (Fahrerlagerordnung, Vermarktung, ... etc.), die sich die IDM mal zu Herzen nehmen sollte.
Denke, es gibt auch von anderen Teams sehr viele solche Vorschläge, aber leider besteht seitens der IDM dort wenig Interesse: Der Satz "IDM-Serienmanager nicht aufzufinden" auf Phlipp Hafenegers Internetseite trifft da leider voll ins Schwarze...
Eine "Ideensammelauktion" seitens der IDM mit einem anschließenden konstruktiven Gespräch mit Teamchefs/Fahrern der führenden Teams aller Klassen wäre mal eine gute Idee.