Beobachter schrieb:
"Ist es nicht ein Witz das er im Team von Yamaha Motors Germany fährt?
Fördert man so deutsche Talente?"
Höre ich da gar unterschwellig rassistische Misstöne? Neid?
Oder was soll das?
Sofuoglu hat den R6-Cup gewonnen und daher von Yamaha Motor Deutschland eine große Chance bekommen, die er auch durchaus wahrgenommen hat. Insofern ist er für seine sportliche Leistung belohnt worden, was nicht selbstverständlich und daher anerkennenswert ist. Und Sofuoglu ist ein Fahrer mit Biss und Kampfgeist, was sich auch gut vermarkten lässt.
Und was Curtain und Parkes betrifft - welcher deutsche Fahrer in der IDM Supersport kann zurzeit auch nur annähernd die Performance dieser beiden erreichen?
Wie schon öfter erwähnt wurde:
Heutzutage geht es im Sport nicht mehr um den Lorbeerkranz, es geht um beinhartes Geschäft, Geld und Einfluss. Daher freuen sich die Sponsoren, wenn das Moped, auf dem ihr Logo klebt, formatfüllend im Fernsehen präsentiert wird. Und wenn gerade kein nationaler Fahrer dazu in der Lage ist, fährt eben ein "Ausländer" - es fährt der, der sich gut vermarkten lässt und der gute Chancen auf Erfolge hat.
Das war auch im Eckl-Kawasaki-Team so, als die noch in der WSSP zugange waren - da fuhr z.B. Andrew Pitt.
Wer zum Beispiel heute in der WSSP in einem Spitzenteam fahren will, braucht eine sechsstellige Mitgift. Dazu muss die "Nase passen", denn der Fahrer soll ja auch vermarktet werden. Junge Heldengesichter machen sich gut in PR-Kampagnen, das war schon immer so.
Dazu kommt, dass die Industrie als monetärer Partner gern ein Wörtchen mitredet: "Nee, nicht den, wir wollen den anderen Fahrer!"
Wenn du nach oben willst, brauchst du neben deinem fahrerischen Talent in erster Linie Kohle, die richtigen Kontakte, einen langen Atem und eine gesunde Portion Egoismus.
Und weil wir Deutschen halt nicht so drauf sind wie die Italiener und Spanier, tun wir uns mit der Nachwuchsförderung erst recht schwer.
Dementssprechend ist die Haltung der Fernseh-Anstalten. Die letzte Motorradsport-Berichterstattung war zu Zeiten von KatjaP, aber für einen Journalisten ist das auch ein dankbares Thema: Zopf in Lederkombi brezelt auf einer 250er im Grand Prix um die Rennstrecken der Welt.
Davor wars Ralf Waldmann der für regelmäßige Schlagzeilen und Fernsehbilder sorgte, und Leute wie Peter Öttl.
Mit Wehmut denke ich an die regelmäßige Berichterstattung auf DSF in der ProSuperbike zurück...
Aber wie das Dilemma lösen? Da kann ein Schulti 100 dramatische Rennen gewinnen oder zig-mal eine Action wie bei den beiden Superbike-Läufen am Sonntag geboten werden - wen interessiert das in der großen Medienwelt außerhalb der Fachpresse??
Aber jeder Furz, den z.B. ein Boris Becker in den Besenkammern dieser Welt lässt, ist Schlagzeilen wert!
Wird sich leider nicht ändern...
Glück auf!
pofpof