Ihr seit ja schon mal verdammt mutig mit Euren so frühen Tipps!! Allerdings ist es mit Sicherheit viel zu früh, um eine halbwegs brauchbare Aussage zum Ausgang der WM 2004 treffen zu können, da es selten so gravierende Änderungen bei Fahrern und Teams gab, wie nach dieser Saison.
Honda steht sicherlich eine schwere Saison bevor, vor allem, da sie ihre Gallionsfigur (damit ist natürlich Burgess gemeint

) loswerden. Ansonsten sind mir noch zu viele Fragen offen - hier die entscheidenden.
Yamaha:
Wie kommt Burgess mit der Yamaha zurecht?
Ist Yamaha in der Lage, den Honda-Entwicklungsvorsprung annähernd auszugleichen (mit der M1 wird's schwierig)?
Vor allem, klappt die Zusammenarbeit zwischen Burgess und Yamaha-Werk reibungslos?
Honda:
Welche Fahrer erhalten die volle HRC-Unterstützung?
Wie schlägt sich Gibernau, wenn er auf sich selbst gestellt ist?
Kann Honda den Weggang von Burgess kompensieren?
Am Überschaubarsten dürfte die Situation bei Ducati sein. Ein dritter Platz für Capirossi (oder evtl. Bayliss) sollte drin und das erste Ziel sein.
Zu Hodgson als Oberrookie dürfte es auch keine erkennbare Alternative geben, zumal sowieso nur wenige neue Fahrer hinzustoßen. Ein gutes Einstiegsgerät hat er, Xaus sollte er im Griff haben und weder kommt ein überragender 250-er Fahrer wie Rolfo noch ein japanischer Überraschungsfahrer hinzu (einem Ryo würde ich allerdings einiges zutrauen).
Ganz vorn ist vieles möglich. Ich lege mich insoweit fest, dass ein Honda-Fahrer neuer Weltmeister wird, sofern es der richtige ist, den HRC unterstützt. Wer ist nun der Richtige? Da muss ich jetzt ausschließen. Hayden fällt mit Burgess' Abgang weg. Mit seiner und HRC-Unterstützung würde er WM werden. Sofern Barros doch noch kommt, wird er es auch nicht, da er zwar spät bremsen und schnell fahren, aber kein Bike weiterentwickeln kann. Gibernau fällt zwar nicht so krass, aber weitgehend in die Barros-Richtung. Immerhin hat er 'ne gute Ausgangsposition und sollte einiges gelernt haben, so dass man ihn nicht ganz abschreiben sollte. Tamada fällt aus vielerlei Gründen weg - bleiben noch Edwards und Biaggi. Edwards fährt zwar allgemein sehr konstant, doch so richtig überzeugt hat er mich als Entwickler auch noch nicht. Allerdings liegt da auch die Latte von Biaggi und Rossi sehr hoch. Über Biaggi muss ich keine Worte mehr verlieren. Wenn er die volle HRC-Unterstützung und eine akzeptable Technikercrew bekommt, wird er auch WM - auch ohne Burgess.
Kommen wir zu Rossi als wohl größtem Fragezeichen im Moment. Ob der Titel mit der M1 erreicht werden kann, ist zumindest fraglich. Zu groß erscheinen die konzeptionellen Nachteile. Der größte Nachteil dürfte im bisher exorbitant hohen Reifenverschleiß in der 2.Rennhälfte liegen. Zur Beseitigung gerade dieses Problems ist Burgess der ideale Mann - zumal er mit Rossi eingespielt ist. Somit sollte dieses Problem in den Griff zu bekommen sein. Völlig offen ist, wie Burgess mit den allgemeinen Konzeptionen der Yamaha zurechtkommt und vor allem inwieweit es ihm gelingt, Honda-Erfahrungen einzubringen (einmal bei den Yamaha-Bossen, doch auch die Anwendbarkeit in Bezug auf die M1).
Also, die Stärke der Yamaha in der kommenden Saison ist vor allem die Schwäche von Honda (Hauptverlust Burgess). Macht Honda einen gravierenden Fehler (HRC-Unterstützung) und vergaloppiert sich dadurch, hat Yamaha mit Rossi eine reelle WM-Chance, wenn die für Yamaha offenen Fragen zur Zufriedenheit Rossis ausfallen. Doch man sollte nicht vergessen, dass dann auch die Chancen für Ducati steigen. Bei Ducati gab es in dieser Saison sehr viele "Ups and Downs". Damit meine ich vor allem Strecken, die ihnen hervorragend lagen und andere, auf denen die Ducatis nicht besonders zurechtkamen. Nach dem Erfahrungsjahr sollte Ducati genügend Daten haben, um Verbesserungen am Bike gegen diese "Downs" zu realisieren.
Markenweltmeister wird Honda dennoch wieder, ich sehe auch eines der Honda-Teams wieder vorn.