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hunter9

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Mittwoch, 28. Januar 2004, 12:01

Interview Dirk Heidolf


Hallo Leute,



ich Stelle hier im Forum den Interview von Dirk
Heidolf mit MotoGrandPrix.de





Im Gespräch mit Dirk Heidolf


In dieser Woche beginnt für
den Sachsen ein neues GP-Kapitel


Der 27-jährige Dirk Heidolf nimmt das dritte Jahr in der 250er-Klasse der
Motorrad-WM in Angriff. Im Winter wechselte der Hohenstein-Ernstthaler vom
deutschen Aprilia-Germany-Team von Dieter Stappert in das spanische Aspar-Team
von Jorge Martinez - ein erfolgsverwöhnter Mann in der GP-Szene. Die kommende
Saison muss für Heidolf den Durchbruch bringen!


Kurz vor seiner Abreise zu den ersten Testfahrten im spanischen Jerez hatte
motograndprix.de die Gelegenheit, einige Sätze mit dem sympathischen Sachsen zu
wechseln.





 



Q: Hallo Dirk, Du bist auf dem Sprung zum Flughafen; wie geht es Dir?


A: Ganz gut! Die letzten Wochen im Dezember waren zwar wegen den
Vertragsverhandlungen sehr stressig, aber jetzt ist alles o.k.! Ich freue mich
auf die erste Testfahrt - die Pause war lang!






Q: Wie hast Du dich über den Winter fit gehalten?


A: Da bei uns richtig gut Schnee liegt, kann man natürlich nicht
Motorrad fahren. Ich war zum Ausgleich im Fitnessstudio und bin ab und zu mit
dem Auto im Verkehrssicherheitszentrum gedriftet.






Q: Also keine Currywurst oder mal ein Wochenende nur mal
abgehangen?


A: Doch, das schon. Es gab schon mal Tage, an denen es Minus 10 bis 12
Grad waren, und da bin ich nur in die Sauna und ins Schwimmbad gegangen. Also
Gelegenheit zum Relaxen gab es schon!






Q: Wie beurteilst Du dein eigenes Abschneiden in der vergangenen
Saison?

A: Es war für mich eine recht erfolgreiche Saison. Doch wenn
man vier Rennen verletzungsbedingt und drei weitere unverschuldet nicht fahren
bzw. punkten kann, dann ist das schon bitter. Am Ende habe ich immerhin 26
Punkte geholt. Mit acht Punkten mehr ist man schon 13. im
Gesamtklassement.





Q: Hat dich deine Handverletzung sehr behindert?


A: Ja, es war schon nicht so einfach! Obwohl ich gerne gefahren wäre,
habe ich von den Ärzten keine Starterlaubnis bekommen. Das hat mich völlig auf
die Palme gebracht! Aber es ist halt nicht möglich, 100 Prozent zu geben, wenn
der Bruch nicht zusammenwachsen will.






Q: Als Zuschauer hat man manchmal den Eindruck, die Fahrer würden im
Medical-Center hauptsächlich mit schmerzstillenden Präparaten wieder "fahrfähig"
gemacht. Ist das so?


A: Es ergibt sich dann und wann die Möglichkeit, einen Fahrer mit
Spritzen oder Medikamenten wieder "fit" zu machen. Zumindest, dass man
schmerzlos fahren kann. Einen Bruch kann man aber nicht zusammenkleben, der
braucht halt seine Zeit zur Heilung.






Q: Wie erlebtest Du die Wochen der Unsicherheit, ob Du einen Platz in
der WM finden würdest? Was wäre die Alternative gewesen?


A: Ich bin schon immer der Auffassung gewesen, dass wenn man aufgibt,
auch nichts mehr vorwärts geht. Also gebe ich nicht auf! Aber ich war mir sicher
wieder etwas zu finden, denn ich war mit vielen Teams in Gesprächen. Eine
konkrete Alternative hatte ich jedoch noch nicht.






Q: Hast Du schon dein Team kennen gelernt? In welcher Sprache erfolgt
die Verständigung?


A: Nein, das komplette Team sehe ich jetzt zum ersten Mal in Jerez.
Die Konservation müssen wir zuerst auf Englisch führen, aber ich lerne schon
Spanisch. Also dann: Ole ola Espania!!!!!






Q: Wann sind die ersten Testfahrten?


A: Vom 26.01. bis 28.01. fahre ich in Jerez. Danach vom 30.01. bis
31.01. in Valencia. In der zweiten Februarwoche wieder in Valencia und so
weiter. Wir gehen fast den ganzen Februar irgendwohin zum Testen - echt
gut!






Q: Wo wirst Du zwischen den Grand-Prix-Wochenenden wohnen?


A: Es kommt darauf an wie lange Pause zwischen den Rennen ist. Wenn
kurz, dann bleibe ich in Spanien. Wenn 14 Tage oder länger, dann komme ich
zurück nach Deutschland.






Q: Wirst Du besseres Material als bei Aprilia-Germany erhalten? Mehr
Mechaniker? Eine Ersatzmaschine?


A: Kann ich noch nicht genau sagen; es wird alles recht neu sein: Das
Team, die Mechaniker, das Motorrad. Es ist halt ein kompletter Neuanfang. Eine
Ersatzmaschine steht als Ersatzteilspender bereit, aber eine zweite
Einsatzmaschine gibt es nicht.






Q: Der Druck auf dich nimmt zu: Schon vor der Saison 2003 sagtest Du
"im Training muss ich immer volle Kanone fahren". Die Startplatzierungen waren
trotzdem hauptsächlich in Reihe fünf zu finden. Musst Du dich alleine wegen des
neuen Teams steigern?


A: Ja und nein! Ich will ja nicht nur dem Team beweisen, dass ich es
kann, sondern auch meinen Kritikern, den Sponsoren und Freunden. Einfach allen,
die mich unterstützen, möchte ich mit Leistung auf der Strecke dafür
danken.






Q: Wo siehst Du selbst bei Dir noch ungenutztes fahrerisches
Potenzial?


A: Ich muss im Training schneller sein! Wenn ich eine oder zwei Reihen
weiter vorn stehe, kann ich mit einem guten Start auch einen Platz in den
Top-Ten erreichen. Wie z.B. in Malaysia!






Q: Wie schätzt Du deinen neuen Teamkollegen Héctor Faubel ein? An
welchen Piloten willst Du dich orientieren?


A: Er wird recht stark sein, denn nur mit Glück wird man wird man
nicht 13. in der WM-Endtabelle. Das Team ist sehr erfahren und wenn wir
zusammenhalten und uns gemeinsam helfen, dann sollten wir alle davon
profitieren. Ich will mich mit allen Fahrern des Teams zusammen nach vorn
bringen.






Q: Hast Du freundschaftlichen Kontakt zu anderen Fahrern?


A: Ja, zu meinem Ex-Teamkollegen Chaz Davis und noch ein paar weitere
Piloten.






Q: Kennst Du die neuen 125er-Piloten Fröhlich und Giuseppetti? Mit
welchen Ergebnissen rechnest Du?


A: Klar kenne ich die, aber es ist schlecht einzuschätzen, wie sie
sich schlagen werden. Ich wünsche den beiden alles Gute!






Q: Bitte ergänze den folgenden Satz: Auf eine einsame Insel nehme ich
mit...


A: Computer, Jetski, Fahrrad, Sonnenstuhl, meine Freundin. Am besten
noch ein großes Boot, wo alles drauf passt, was man so braucht.






Wir hätten die Frage wohl auf zwei Dinge beschränken sollen! Trotzdem Dirk,
gute Reise und viel Erfolg bei den Testfahrten. Denk' an den alten Bikerspruch:
Vor dem Absteigen das Anhalten nicht vergessen!


Danke für das Gespräch!



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