Weder Senna noch Tomizawa waren an der Rennstrecke tot. Bei Ratzenberger weiß ich es nicht genau, aber er wurde vor dem Rennen für tot erklärt, da er ja im Training verunglückte. Daraus abzuleiten, in Italien dürfe niemand an der Strecke für tot erklärt werden ist naiv. Menschen werden für tot erklärt, wenn keine Hoffnung auf Wiederbelebung/Weiterleben mehr besteht. Tomizawa wurde auf dem Weg ins Medical Center wiederbelebt. Beim Eintreffen dort war sein Herzschlag schwach aber ok. Der massive Bluterguss im Brustbereich engte das Herz jedoch zunehmend ein, weshalb man sich für einen Krankenwagen und nicht für den Hubschrauber entschied. Herzmassage war also auch später auf dem Weg ins Krankenhaus notwendig. Dies sind zumindest die Aussagen, des verantwortlichen Arztes. Er sagt auch klipp und klar: Eine rote Flagge hätte ihm bei seiner Arbeit nicht geholfen. Kann man jetzt glauben oder auch nicht, das ist mir schon klar.
Warum muss nach so was immer im Dreck gewühlt werden? Diskussionen um rote Flaggen etc. wären vielleicht angebracht, wenn die berechtigte Annahme bestünde, dass die am Ausgang irgend etwas geändert hätte. Wer nach so einem Unfall nicht mehr zuschauen oder fahren will, kann selbst entscheiden es zu lassen. Die Welt hält nun mal nicht an wenn jemand stirbt, so sehr wir uns das auch manchmal wünschen. Fragt mal die Fahrer, ob sie wollen würden dass nicht gefahren wird, wenn ihnen selbst so etwas passiert. Nicky Hayden sagt zum Beispiel nein. Und ich bin mir sicher, die meisten sehen es so. Sind halt alles Verrückte, sonst würden sie es gar nicht erst machen. Wer wirklich so betroffen ist, wie er es von anderen zu sein verlangt, der schaltet ab, geht heim, oder sonst was. Jedenfalls ist man selbst konsequent und schießt nicht gegen andere, die sich aus welchen Gründen auch immer anders entschieden haben. Es geht auch jeder mit Betroffenheit/Trauer anders um.
Ich will nicht zynisch erscheinen, muss es an dieser Stelle aber noch mal sagen: Wer glaubt, Motorradrennsport sei zu gefährlich, der schaut besser keinen Ski-Rennsport. Da passieren inzwischen leider öfter schlimmere Dinge. Das Risiko ist immens. Alle wissen es und alle blenden es aus.
Du hast mich glaube ich flasch verstanden, hätte man z.B. Senna schon während des Rennens für Tod erklärt, hätte laut italienischem Gesetz das Rennen abgebrochen werden müssen. Das gleiche bei Tomizawa. Das Ratzenberger oder Rindt an Samstagen ums Leben gekommen sind, hat auch in Italien keinen Einfluss aufs Rennen.
Aber ist ja im Prinzip auch egal, denn die Verunglückten macht das alles nicht wieder lebendig.
Zum Thema Skisport muss ich dir Recht geben, man schaue sich nur die Stürze von Pärson oder McCartney an.
Aber auch hier passt der Spruch von Rossi Mechaniker
"The thing that makes this sport so exciting is the same thing that makes it suck.", denn irgendwie macht die Gefahr auch ein wenig die Faszination der Sportarten aus.