Gottseidank haben sie sich geeinigt!
@Normi: Ich kann deinen Argumenten absolut nicht folgen! Es soll Restriktionen (Einschränkungen am Luftdurchlass, höheres Gewicht...) geben, um Chancengleichheit zu wahren, die obendrein recht einfach verschärft werden können.
Wieso bitteschön sollen denn früher die Regeln auf Ducati zugeschnitten gewesen sein? Das ist eine alte Mähr der ewigen Verlierer aus jener Zeit, die heute noch in der MSA regelmäßig runter geleiert wird. War es nicht vielmehr eine Frage des Aufwandes? Kein Werk hat so konsequent soviel Aufwand in der SBK betrieben wie Ducati - bei den Motorrädern und den Fahrern. Übrigens haben auch zu 750er/1000er Zeiten die 750er WM-Titel errungen oder sind an diesen nur ganz knapp vorbeigeschrammt.
Und natürlich muss Ducati mehr Aufwand betreiben. Eiin Vierzylinder hat nun mal eine bessere Leistunsgausbeute als ein Zweizylinder - das ist (bei gleichem technischen Aufwand) physikalisch einfach so. Also muss die Zweizylinderfraktion mehr Aufwand betreiben, will sie an gleichgroße Vierzylinder rankommen. Wenn aber diese auch einen ähnlich hohen Aufwand betreiben, geht´s irgendwann nicht mehr. Ich denke, dieser Punkt ist in der Superbike-WM erreicht. Wenn ich diverse Fachzeitschriften richtig gelesen haben, hat die aktuelle Werks-999 10 bis 20 PS weniger als die Topp-Vierzylinder. Sicher, es gibt Unterschiede bei Fahrwerk und Drehmomentverlauf, aber auch das kann es irgendwann nicht mehr kaschieren. Die 999 ist einfach ausgereizt. Hätte Ducati nicht den außerirdischen Bayliss, würden sie derzeit irgendwo im Mittelfeld rumgurken und allenthalben für Achtungserfolge wie letztens beim Xaus gut sein.
Was ist bitteschon frech dran, ein Motorrad mit mehr Hubraum zu entwickeln und verkaufen zu wollen? Die Philosophie der Superbike-WM ist doch nicht, ein Bike für Rennen zu entwickeln und dann zu verkaufen sondern umgekehrt: Es soll auf der Grundlage am Markt käuflicher Bikes Rennen gefahren werden. Und wenn ein Hersteller meint, er müsste den Huibraum aufstocken, um seinen Verkauf anzukurbeln, dann ist da nichts Freches dran, dann ist das eine normale unternehmerische Entscheidung.
An der WM könnte dann ein solcher Hersteller nicht mehr teilnehmen. Wenn man das nicht möchte, müssen eben die Regeln angepasst werden. Genau das hat sich jetzt abgespielt. Das wäre bei Honda oder Suzuki genauso gewesen.
Und weil es weiter oben ein wenig Verwirrung zu den Produktionszahlen gab:
Im Reglement von 2003 ist festgelegt, dass Hersteller mit einer Jahresproduktion von insgesamt mehr als 100.000 Motorrädern mindestens 500 Stück des bei der WM verwendeten Modells produzieren müssen, Hersteller mit 50-100.000 Motorrädern pro Jahr müssen 250 Stück und Hersteller mit einer Jahresproduktion unter 50.000 nur 150 Stück bauen.
Von den 888 SP-Modellen wurden damals natürlich mehr gebaut, und beim Tuning müssen im Prinzip nur Rahmen, ein paar Grunddaten und das äußere Erscheinungsbild identisch sein und die Hubraumobergrenze muss natürlich eingehalten werden. Theoretisch hätte Ducati schon die ersten 851 mit 999 Kubik antreten lassen können, da hätte nichts extra genehmigt werden müssen - also nix Mauschelei mit 926 usw.
Bei den Mindestproduktionszahlen soll sich jetzt mit der Hubraumerweiterung einiges ändern: Ab dem kommenden Jahr müssen mindestens 1.000 Stück produziert werden, ab 2010 sogar 3000 Stück. Da denke ich, haben die Japaner und Ducati an einem Strang gezogen und gemeinsam eine große Mauer um die WM gezogen gegen kleine Hersteller. Das finde ich nicht gut