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Angrist

Mo24-Kultanhänger

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41

Donnerstag, 29. Juni 2017, 09:48

Hast du wohl recht, habe mich beim Lesen auch nur wieder über mein Navi auf meinem Frankreichtrip geärgert (ist aber auch ein Autonavi das ich eben rangeschraubt habe) und wollte einfach fragen

bdr529

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42

Donnerstag, 29. Juni 2017, 22:36

Letzter Tag und Abreise

Jeder Urlaub geht schneller zu Ende als einem lieb ist. Bei uns leider nicht anders. Die Temperaturen werden heute wieder deutlich über 30° liegen – ich weiß gar nicht mehr, wo meine Regenkombi überhaupt ist. Auf dem Nachbarplatz hat sich ein hübscher Citroen dazu gesellt und unsere Maschinen warten ungeduldig auf den letzten Tag.



Mir wird bewusst, dass meine GS in diesem Urlaub noch kein einziges Mal umgefallen ist. Neuer Rekord! Bisher habe ich das noch immer geschafft. Entweder auf weichem Rasen mit dem Ständer eingesunken oder den Seitenständer nicht richtig ausgeklappt und blöd geguckt oder sonstige Dämlichkeiten. Ich muss nur nur den Tag und das Auf- und Abladen überstehen. Unsere heutige Routenwahl stellt sich als suboptimal heraus, weil irgendwie alle Passknackerpunkte auf schmalen Waldwegen mit ausgiebigen Rollsplittpassagen gelegt wurden. Ist eher Motorradwandern als Fahren. Aber gut, nach 7 Tagen zu je 300-380 Kilometern in den Bergen, ist das vielleicht gar keine schlechte Idee, es etwas gemächlicher anzugehen. Sollen ja auch alle heil zu Hause ankommen.



So gegen Mittag kommt es dann zum rollierenden Motorradtausch. Jeder darf mal mit jeder fahren. Da die Strecken sehr eng sind und hin und wieder mit Split verschönert wurden, bleiben wir alle jenseits von Haftungs- oder Schräglagengrenzbereichen.

Zuerst fahre ich die Versys. Entgegen meiner Befürchtung funktioniert die Gabel, obwohl sie fürchterlich sifft, einwandfrei. Nur das hintere Federbein benimmt sich etwas bockig und ich habe das Gefühl, das das Hinterrad bei schlechtem Belag in Kurven nach außen wandert. Die Sitzposition ist prima und auch der Motor macht Spaß. Schöne Leistungsentfaltung. Insgesamt sehr handliches Mopped. Für mich persönlich keine Alternative, weil ich auf mehr Hubraum stehe und insgesamt etwas mehr Mopped haben will.

Dann ist die KTM dran: Die macht ab dem ersten Meter Spaß und will immer nur eins: Gas! Der Motor ist der Hammer. Ich zuletzt im letzten Jahrtausend einen Einzylinder gefahren (Suzuki Freewind), der damals als sehr agil galt und den ich grausam lustlos und lahm empfunden hatte. Daher lag meine Erwartungshaltung sehr niedrig. Aber gut, das war damals. Was KTM aus 690 ccm raus holt ist schon beeindruckend – auch akustisch. Geht ab, wie Schmitts Katze. Allerdings steht am Ende jeder Beschleunigung auf einer Geraden eine Kurve, vor der man üblicherweise bremst. Das habe ich auch gemacht. Als Telelever-geschädigter GS-Fahrer habe ich mir fast in die Hose gemacht, als die Gabel einbrach und ich mich schon im Salto vorwärts wähnte. Das war die eckigste Kurve meines Lebens. Durch die weit vorgerückte Sitzposition und großen Federwege, sinkt die Gabel naturgemäß tief ein und mir fehlt erst mal jedes Vertrauen, dass das irgendwann aufhört. Aber natürlich habe ich mich nicht überschlagen und die nächsten Bremsungen verliefen dann sukzessive entspannter, nachdem ich wusste, was passiert. Allerdings habe ich mich zwischenzeitlich doch bei tremor versichert, dass Überschläge mit der Kati eher selten sind. Gut zu wissen.
Die KTM macht unter dem Strich richtig Spaß, ist aber für mein Anforderungsprofil nicht passend, da ich mehr Reisetauglichkeit haben möchte. Aber als Zweitmopped…

Dann die Tracer: Alles noch so neu hier. Alles an der Tracer ist da, wo man es erwartet, und alles funktioniert auch so. Der Motor funktioniert unglaublich linear. Bis 5.000 U/Min. wähnt man sich eher auf einem Vierzylinder, so rund läuft die Kiste. Darüber hinaus wird es etwas kerniger, aber nicht unangenehm. Das mag ich. Ein Tick mehr Sound für die „Ämmossszionnn“ dürfte es sein. Allerdings ist die Tracer für mich gefühlt eine ganze Nummer zu klein, vermutlich auch, weil ich anderes gewohnt bin.

Als Ergebnis der Testfahrten bleibt, dass auch die anderen mit ihrem Mopped glücklich sind und das des anderen nicht haben möchten. Hat man sich ja nicht umsonst zugelegt. Eine gute Erkenntnis.

VG
Michael

bdr529

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43

Donnerstag, 29. Juni 2017, 22:36

Gegen Mittag suchen wir ein Restaurant, stellen aber fest, dass wir zu spät dran sind und müssen uns mit einer Runde Getränke und Eis begnügen. Die Temperaturen liegen wieder jenseits von gut und böse und ich nutze den nächsten Bach, um mich von oben bis unten einzunässen (also mit Wasser aus dem Bach jetzt). Das hilft!

Manuel führt uns routiniert zur nächsten Passauffahrt, ignoriert geflissentlich die Sperrschilder (wir haben schließlich Moppeds) und nach zwei Dritteln der Strecke zum Gipfel werden wir abrupt gestoppt. Ein Erd- und Felsrutsch hat die Straße an mehreren Stellen massiv beschädigt und teilweise blockiert. Schweres Gerät ist im Einsatz, die Straße zu räumen. Wir stehen etwas sparsam in der Gegend herrum. Blahwas, unser Experte für französische Linguistik, versucht den Arbeitern einen Passierschein abzuschwatzen. Auf den Hinweis der Sperrschilder im Tal, gibt er sich ahnungslos (Touristen halt) und kehrt unverrichteter Dinge zu uns zurück.



Unverhofft hat der Baggerfahrer wohl doch ein Herz für Motorradfahrer und gibt uns ein nicht klar deutbares Zeichen, das ich großzügig zu unseren Gunsten werte. Man lässt uns tatsächlich widerstandslos passieren. In Deutschland hätte man eher das SEK gerufen, als uns durch so eine Baustelle passieren zu lassen. Was da alles hätte passieren können! Auch die Straßenschäden weiter oben können wir umfahren, auch wenn einige Arbeiter sich fragen, wo wir denn jetzt her kommen.

Auf dem Gipfel erwartet uns eine gelangweilte Herde Kühe auf der Straße, die uns aber auch passieren lassen. Sehr zuvorkommend! Der Tag neigt sich dem späten Nachmittag entgegen und wir machen uns auf den Rückweg. Muss ja noch alles verpackt werden.





Die Versys sträubt sich noch, und muss mit vereinten Kräften ins Gatter gezogen werden. Meine GS ist auch heute nicht umgefallen. Jetzt muss ich sie nur noch zu Hause vom Hänger kriegen. Ich nehme mal stolz vorweg, dass auch das umfallfrei funktioniert hat. Das ganze Geraffel ist schnell verpackt – zu meinem Erstaunen passt es wieder alles ins Auto.



Da uns bei der Rückfahrt lange 1.400 Km erwarten, planen wir die Abfahrt für 6:00 Uhr. Auch diesmal sind alle pünktlich fertig und es geht los - 500M weit, immerhin. Dann sehe ich die Versys schwanken. Also stoppen und nachziehen. Es geht weiter und nach weiteren 500m stehen tremor und Manuel mit Warnblinkanlage: Die KTM hat Schieflage! Wir passieren mit einem „Ihr Anfänger! Das haben wir schon nach der ersten Kurve geschafft!“, müssen aber ebenfalls sofort stoppen, weil die Versys wieder bedrohlich schwankt. Wir verzurren einmal komplett neu über die Bordwand und können nach 20 Minuten endlich losfahren. Guter Schnitt bis hier.



In Ax-Les-Thermes halten wir beim Bäcker und Blahwas holt Frühstück. Ich schlage 10 Pain au Chocolate wie bei der letzten Ausfahrt vor. Blahwas macht es wie Obelix und holt für tremor und Manuel auch 10 Stück. Ok, das sollte reichen. Die Rückfahrt verläuft bis auf den üblichen Stau auf dem Boulevard périphérique in Paris völlig problemlos. Alle kommen schließlich unversehrt zu hause an.

Fazit

Mein Fazit halte ich diesmal sehr kurz, weil ich vieles schon in den Tagesberichten geschrieben hatte und mich nicht wiederholen will. Es waren tolle Tage mit einigen Highlights. Ein großes Danke an meine 3 Mitreisenden: Es hat viel Spaß gemacht! Falls einer von euch mal ein Empfehlungsschreiben braucht :)
Wir planen jedenfalls schon die nächste Tour für 2018. Es liegen schon einige Vorschläge auf dem Tisch: Westalpen, Toskana, Korsika, Sardinien, spanische Pyrenäen – und es werden bestimmt noch mehr.

Mein persönlicher Favorit waren die Cevennen, die ich zum Fahren einfach traumhaft finde. Landschaftlich sowieso. Da war ich nicht das letzte Mal.
VG
Michael

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44

Freitag, 30. Juni 2017, 10:25

Schick ! ! Super Bericht und schöne Bider von noch schöneren Gegenden !
Wer nicht schwimmen kann der taucht Faber

tremor

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45

Freitag, 30. Juni 2017, 13:21

Sehr schöner Bericht und gut geschrieben. Kommt mir vor, als wär ich dabei gewesen :kiffer:

Mein Fazit des Urlaubs:

- Sehr schön, gerne wieder! Hat menschlich und fahrerisch prima gepasst. Danke dafür an euch :thumbup:

- Zelten nervt nicht so viel wie erwartet. Aber es hat ja auch nicht geregnet, die Plätze waren sauber und wir mussten nicht jeden Tag umziehen.

- Cevennen und spanische Pyrenäen lassen sich schöner fahren als die französischen. Landschaftlich hat mir aber alles gut gefallen.

- ich entwickel eine leichte abneigung gegen Passknacken. Wenn es ja wenigstens schöne Orte oder lohnenswerte Anfahrten wären. Oftmals erscheint es mir wie ein verzweifelter Versuch der Einheimischen möglichst viele Punkte vor der Tür sammeln zu können. Jeder Furz mit Schild wird zum Passpunkt erhoben. In den französischen Pyrenäen dann nicht mal mehr wirklich zum Routenplanen geeignet... oder vielleicht gibt es dort einfach keine besseren Straßen :grin:

- Positiv am Passknacken: Offroad-Pässe, davon das nächste mal gerne mehr, von mir aus auch als Sackgasse damit Manuel unten warten kann an :P

Ansonsten: auf ein Neues in einer Woche, wenn auch nicht so lang und nicht ganz vollzählig.
"Das, was am lautesten knallt, sind nicht die Bomben. Es sind Mopeds mit Fehlzündungen" -Four Lions-

Manuel

immer zügig defensiv

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46

Freitag, 30. Juni 2017, 13:57

Das Fazit zuerst:
Die Tour war sehr geil. Gerne wieder Die Planung hat super viel Spaß gemacht, auch wenn manches Abends erst umgeplant wurde. Das gehört dazu.

Ausrüstung & Gepäck:
Zelt sowie Isomatte waren wieder sehr gut, wobei das Zelt immernoch zu groß ist.
Luxus war der Technikpavillion.
Herausgefunden habe ich, dass mein Schlafsack auch bei 5°C noch warm kann. Man muss sich nur trauen da nur im Tshirt drin zu schlafen.
Mitgehabt und nicht gebraucht: Schutzengel, Warnweste, Ersatzhebel

Kommen wir zum Motorrad:
Genau für sowas ist die Tracer gemacht, kleinere und mittlere Pässe. Ich war überrascht wieviel Kondition und Lust ich habe. An mind. Zwei Tagen hätte ich noch länger fahren können. Power ist immer ausreichend vorhanden. Nur das Fahrwerk sollte noch besser sein.
Handlichkeit ist sehr gut, Reichweite ebenfalls. Die Tracer macht es einen sehr leicht beim fahren.
Außer wenn man auf Schotter fährt… aber dafür ist sie auch nicht gebaut.

Die Strecke:
Strecke war sehr schön in den Cevennen, da relativ dünn besiedelt ist auch wenig los. Passknacken in den Pyrenäen macht keinen so richtigen Spaß. Dann lieber Strecke machen und Schräglage fahren.
Ich muss für mich dort wo wir waren nicht nochmal hin. Spanische Seite der Pyrenäen gerne, wobei ich glaube dass es solche Strecken auch in näher gibt. Die Anreise war schon echt zu weit für mich.

Übernachtungen:
Michael hat schon alles geschrieben, ich fande das: wir machen es nach Laune ob Einkaufen oder Essen gehen super. Völlig ungezwungen.
Basislager war sehr schön, abends im Pavillon sitzen hatte auch was.

Meine Mitfahrer:
Alles Super, wann geht’s weiter?

Kosten bei mir: ca. 750 € inkl. Anfahrt und Hängermiete. Excl. Betriebskosten fürs Motorrad (Reifen, Wartung)

Sunny

Guter Geschmack muss nicht einsam machen!

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47

Samstag, 1. Juli 2017, 17:00

Danke für den tollen Bericht und die schönen Bilder. Man merkt, es hat allen Spaß gemacht. :)

blahwas

Leisereitung

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48

Sonntag, 2. Juli 2017, 13:15

Ich bin noch unentschlossen, ob ich selbst noch einen Reisebericht verfasse, darum gibt’s hier erst mal mein persönliches Fazit zu dieser Reise bzw. diesem Reisebericht ;)

Es hat mal wieder richtig viel Spaß gemacht. Schade fand ich, dass mein traditioneller Frankreichbegleiter Markus nicht mitgekommen ist, aber zu viert war die Gruppe auch nicht zu klein. Die Gruppe hat gut funktioniert und die gesteckten Ziele wurden alle erreicht: Alle überlebt, keine Verletzten, viele Pässe geknackt (85 Stück, mindestens 10 pro Fahrtag). Ich hatte mich zuvor dafür eingesetzt, dass wir die Pyrenäen auch verstärkt von Spanien aus befahren, damit ich näher an mein eventuelles persönliches Ziel komme, in diesem Jahr alle Passknacker Spaniens zu besuchen. Das sind 283 Stück insgesamt, und ganz Andalusien hatte ich ja schon (34 Stück). Von der Idee war ich schon vor der Reise nicht überzeugt, während der Reise habe ich eingesehen, dass das echter Stress und eine ziemlich einsame Angelegenheit wäre – zumal ja auch hier und da in diesem großen Land einige verstreute Punkte liegen mit 500 km bis zum nächsten Punkt.

Fahrerisch wäre die spanische Seite der Pyrenäen schöner gewesen, das wussten wir aber alle erst hinterher – keiner kam auf die Idee nachzufragen, und die meisten Reiseberichte sind leider einfach zu blumig wenn es darum geht, weniger ideale Seite von Regionen anzusprechen. Denn rein von Kurvenspaß her waren die französischen Pyrenäen die Anreise definitiv nicht wert, und Andorra ganz besonders. Man hat zu 80% schmale Waldstrecken mit wenig Sicht, wo man dem Gegenverkehr ausweichen muss, wenn einer kommt – man kann also nicht elegant um die Kurven feuern, denn alle 10 Minuten kommt halt doch was entgegen. 80% der Hauptstraßen sind dagegen überwiegend gerade oder in so sanften Radien, dass man 200 PS haben und allen Verstand über Bord werfen müsste um dort Kurvenspaß zu haben. In den zwei Fahrtagen in den Cevennen sah es etwas besser aus, aber meiner Meinung nach nicht viel besser. Die Hauptstraßen sind attraktiver, die Waldstraßen ebenso eng – dafür aber noch verkehrsärmer.

Das Wetter war gut, im Sinne von trocken und warm. Für meinen Geschmack mal wieder zu warm. Für über 30° bin ich einfach nicht gemacht. Ich kam mit der Hitze nicht klar, trank 5-6 Liter am Tag und hing ordentlich in den Seilen. Morgens bin ich oft mit einem gefühlten Kater aufgewacht, der den ganzen Tag nicht weg ging, dabei habe ich bewusst auf Alkohol verzichtet. Das ist Mist, besonders weil er zwei Wochen nach der Reise immer noch da ist, und daran tue ich jetzt etwas. Aber das gehört nicht hier her.

Die Versys hat getan was sie sollte und mich nicht im Stich gelassen. Das Kühlsystem macht mir zwar Sorgen, tropft an einem Schlauch, leert den Ausgleichsbehälter, blubbert immens laut auf der ersten Passhöhe nach dem Auffüllen, die FI Lampe geht mit „Lüfterrelais offen/Kurzschluss“ an, und die Temperatur-Warnlampe kam auch 2x beim Starten nach kurzer Pause, ging aber gleich wieder aus. Es gab kleinere Nickeligkeiten wie eine defekte Sicherung der Hilfsbeleuchtung (vermutlich ausgelöst durch Zubehör), einen Wackelkontakt im Schaltsensor (Zubehör), einen gebrochenen Navihalter (Zubehör), eine undichte Gabel (das erste Mal nach 82000 km und 8 Jahren), einen klappernden Auspuff (der vierte oder fünfte - nervig) und die Kette ist ungleich gelängt und schlägt bei Lastwechseln von der Seite gegen den Auspuff. Also nix, was man abends am Zeltplatz oder die Werkstatt bei der nächsten Inspektion nicht beseitigen könnte. Abgelaufener TÜV kann dabei auch gleich behoben werden.

Der T30 Evo Vorderreifen hat mich zum zweiten Mal enttäuscht und wird nicht wieder aufgezogen. In jeder Kurve gefühlte Längsrillen trotz 50% Restprofil und korrektem Luftdruck sind nicht akzeptabel. Glücklicherweise gab’s in Andorra günstig und schnell Ersatz. Mit besserer Abstimmung in der Gruppe hätte ich das machen können, während die Endurofreunde Schotterspielen waren – so haben wir halt beide jeweils nacheinander auf den anderen gewartet. Verhungert ist aber keiner. Andorra ist kein EU-Mitglied und somit versuchen leider manche deutsche Handyprovider mit den 17 Touristen pro Jahr dort ihre Jahresbilanz zu retten, was die Kosten oder Verfügbarkeit von Datenverbindungen und Telefonaten angeht.

Held des Urlaubs ist klar Michael, der praktisch alles organisiert hat: Perfekte Campingplätze ausgewählt, Gruppe moderiert, sich den Hut aufgesetzt und auch mal Fünfe gerade sein lassen. Und dann schreibt der auch noch den Reisebericht :1:

Sebastian ist neu dabei, hat sich aber unauffällig integriert. Das einzige, was ich schlechtes über ihn sagen kann ist wohl, dass er schneller als ich Motorrad fahren kann. Das zu verzeihen fällt mir schwer. Dafür erträgt er es, wenn ich seine KTM vollsabbere :wub: Und er fährt tapfer einen Benzinkanister spazieren, so dass ich damit durchgekommen bin, jeden zweiten seiner Tankstopps einfach auszusitzen. Im Notfall hätte ich da sicher was abbekommen...

Manuel habe ich immer gerne dabei. Da kommt so schnell keine Langeweile auf, er kennt sich überall aus und er bringt gute Laune mit :thumbup: Erstaunlich fand ich seine Ausdauer, wie er trotz Membranklamotten hinter der Scheibe mit der Hitze klarkommt.

Woran wir noch arbeiten können ist die Kreativität beim Abspannen von Motorrädern. Kochen am Zelt brauche ich auch nicht unbedingt. Zelten an sich eigentlich auch nicht, aber Camping Light ohne tägliches Abbauen, Packrollen spazieren fahren und Aufbauen ist ein netter Kompromiss. Nicht jeder Passknackerpunkt ist den Umweg wert – in den französischen Pyrenäen fährt man an anderen Strecken besser. Es ist nur schwer das vorher rauszubekommen. Und bei 30° fährt man besser ohne Scheibe. Außerdem hätte ich definitiv die Revit Sand 2-Jacke mit entnehmbarer Membran anstelle der Revit Everest mit fester Goretex-Membran mitnehmen sollen, aber ich war geprägt von der Erinnerung an das letzte Mal in den Cevennen, wo ich komplett durchnässt worden bin. Zum Glück hat Michael seine Meshjacke nicht benutzt und sie mir überlassen.

Danke allen Mitfahrern! Ich freue mich auf das nächste Mal!

tremor

Mo24-Kultanhänger

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49

Montag, 3. Juli 2017, 09:00

Held des Urlaubs ist klar Michael, der praktisch alles organisiert hat: Perfekte Campingplätze ausgewählt, Gruppe moderiert, sich den Hut aufgesetzt und auch mal Fünfe gerade sein lassen. Und dann schreibt der auch noch den Reisebericht :1:

:thumbup:



Das einzige, was ich schlechtes über ihn sagen kann ist wohl, dass er schneller als ich Motorrad fahren kann. Das zu verzeihen fällt mir schwer

Danke für die Blumen, aber das glaub ich nicht. Du wirst da wohl eher einfach von deinem Material etwas eingebremst. "Ohne" Bremse und mit überschaubarer Schräglagenfreiheit ja eigentlich auch kein Wunder. Zumindest bin ich mit deiner Versys dir auf meiner KTM nicht hinterher gekommen.
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Manuel

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Montag, 3. Juli 2017, 11:13

:1: an BDR

biboty

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51

Mittwoch, 5. Juli 2017, 14:29

Es kann doch nicht sein...ihr seid doch nicht wirklich fertig mit eurem Reisebericht ? :(
Geht ja mal gaaarnicht, ihr habt so toll geschrieben,ich könnte noch seitenlang weiter lesen.
Seitenlang, Stundenlang, Tagelang...wenn jemand das mit seinem Geschreibsel schafft,
kann ich nur sagen :respekt:

Vielen Dank dafür, dass ihr uns an euren Erlebnissen habt teilhaben lassen. :)
Ich hoffe, ihr fahrt bald wieder irgendwo hin.... :thumbup:

bdr529

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52

Mittwoch, 5. Juli 2017, 14:48

Yep, am Donnerstag zur Stella Alpina und dann noch ein paar Tage rund um Grenoble. Nur Manuel hat keinen Freigang bekommen, daher zu dritt...
VG
Michael

biboty

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53

Donnerstag, 6. Juli 2017, 06:17

Klasse, ich wünsche euch viel Spaß...ganz uneigennützig natürlich und nicht mit dem Hintergedanken, wieder etwas von euch zu lesen. :angel:

Buckbeak

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54

Freitag, 28. Juli 2017, 08:38

Toller Bericht!
:respekt:
Danke Euch allen vielmals dafür.
Ich bin noch dabei, meine Auszeit aufzuarbeiten und habe noch nicht alle Reiseberichte durch...
Dieser hier ist aber echt der Knaller, alle Achtung. :thumbup:
Wenn ich schon selbst (noch) nicht herumfahren kann in meinen Lieblingsgegenden, zu denen diese auch zählen...dann wenigstens so teilhaben.


liebe Grüße
Buckbeak

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