Tomy1971 Master
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Posts by Tomy1971

    Ich packe mal mein Hühnerknochenorakel aus:


    MotoGP: Auch der Weltmeister 2021 wird eine Überraschung sein. Ich tippe auf eine KTM (Oliveira?).

    MotoGP: Marquez wird zu den ersten Saisonrennen noch nicht fit sein (leider).

    MotoGP: Espargaro wird auf der Honda mindestens ein Rennen gewinnen.

    MotoGP: Ducati wird ein ganz schweres Jahr haben

    MotoGP: Jorge Martin wird Rookie of the Year

    MotoGP: Mein Standard-Tip: Aprilia wird schlechtestes Werksteam bleiben und höchstens zwei Rennen in den Top 10 beenden.

    Moto2: Gardner wird Weltmeister

    Moto2: Der Teamwechsel wird Lüthi nichts bringen. Er wird auch 2021 keine Topergebnisse einfahren

    Moto3: John McPhee wird Weltmeister

    Moto3: Deniz Öncü wird am Ende der Saison in der Top10 sein.

    Infektion und auch noch im Knochen? Das ist zwar keine exotische, aber eine echt schlimme Komplikation. Im Artikel wurde es beschrieben, die Ärzte klären jetzt ab um welchen Keim es sich handelt und dann wird sich herausstellen, ob es dagegen ein wirksames Antibiotikum gibt und ob die Behandlung anschlägt. Während meiner Reha habe ich da wilde Sachen geesehen und Leute, die die Zeit nicht mehr in Monaten, sondern nur noch in Quartalen gezählt haben. Ich gebe zu, das waren nur Fälle, bei denen wirklich alles schief gegangen ist, aber es scheint nicht mehr ausgeschlossen, dass sich MM in die Richtung bewegt.

    Für mich hört sich das so an, als bräuchte MM die nächsten Monate nicht ans Fahren zu denken.

    Honda kann sich schon mal überlegen, ob sie die Saison 2021 mit dem Fahrerduo Bradl/Espargaro bestreiten wollen, oder ob sie bei Dovi oder einem anderen Fahrer anrufen.

    Ich bleibe bei meiner Einschätzung, von MM hat man die Weitsicht nicht erwarten können. Der war in seinem Tunnel und wollte so schnell wie möglich wieder fahren, aber Honda hätte die Notbremse ziehen müssen. Es ist für mich absolut unverständlich, dass die ihren Topfahrer nicht vor sich selbst geschützt haben.

    Abschließend gute Besserung an MM.

    Ich dachte bisher, dass der medizinische Eingriff im Englischen immer surgery heißt, aber es kann tatsächlich auch operation heißen. Wieder was dazugelernt.


    Dass es eine weitere OP braucht, war nach den Nachrichten der letzten Wochen zu befürchten. Knochenheilungsstörungen können recht langwierig sein und inzwischen sehe ich sogar ein gewisses Risiko, dass MM überhaupt nicht mehr zurückkommen kann. Ich drücke MM auf jeden Fall die Daumen und wünsche ihm das Beste.


    Vor dem Hintergrund verstehe ich jetzt auch die Aussagen von Stefan Bradl. Der hat nämlich in einem Interview kaum verklausuliert andeutet, dass er auch 2021 mit Renneinsätzen rechnet bzw. zumindest die Wintertests fahren wird.


    Das für mich wahrscheinlichste Szenario (zumindest mit den Infos, die öffentlich bekannt sind) ist aber dennoch, dass MM beim Saisonstart 2021 wieder auf dem Bike sitzt (wobei mir die Aussagen von Bradl wirklich zu denken geben) und ich glaube nicht, dass er viel langsamer ist als 2019. Das ist aber pure Spekulation. Es gibt Fahrer, die nach einem schweren Sturz nie mehr ihren Speed gefunden haben (z. B. Sito Pons) und welche, denen Verletzungen nichts anhaben konnten (z. B. Gardner, Schwantz) und als Extrembeispiel Doohan, der ab 1994 vielleicht sogar noch dominanter war als vor seinem Assen-Crash 1992.

    Zeit für mein ganz persönliches WM-Fazit:


    1) Marc Marquez:
    Im Grunde war es klar, dass sich Marc bei einem seiner vielen Stürze mal verletzten muss. Das was anschließend passiert ist, ist aber für mich als Außenstehenden nur schwer nachvollziehbar. Auch wenn man einen Typen wie ihn vermutlich kaum bremsen kann, gute Therapeuten erkennen, welche Patienten sie antreiben und welche sie bremsen müssen und tun das dann auch konsequent. Im Umfeld von Marquez gibt es aber offensichtlich niemand, der ihn bremst. Honda lässt ihn ein paar Tage nach der ersten OP wieder aufs Motorrad steigen und man hört inzwischen auch relativ offen, dass er nach der ersten OP einfach sein normales Training weiter durchgezogen hat. Es hört sich für mich sogar so an, als hätten die Verantwortlichen bei Honda den Ehrgeiz von MM cool gefunden. Die Konsequenz waren allerdings die zweite OP und eine Knochenheilungsstörung. Ich dachte bisher immer, Repsol Honda wäre was die Professionalität angeht das Maß der Dinge. Meine Einschätzung war da offensichtlich falsch. Wenn man ihm sechs bis acht Wochen Zwangspause verordnet hätte, hätte er sogar noch Titelchancen gehabt.
    Da man ihn nicht mehr an der an der Rennstrecke gesehen hat und es auch keine Infos zu seinem Gesundheitszustand gibt, fürchte ich, dass sein Arm immer noch nicht gut aussieht. Ich hoffe, das wird über den Winter wieder und wir sehen in 2021 wieder auf dem Bike sitzen.

    2) Weil ich gerade von der Gesundheit schreibe, ich bin froh, dass in Spielberg I nichts weiter passiert ist. Das hätte richtig übel ausgehen können.


    3) Jetzt aber zu was erfreulichem. Ich freue mich riesig für Suzuki. Schön, dass sie wieder den Titel geholt haben und auch wenn Mir in den Interviews eher blass ist, er hat den Titel verdient gewonnen.


    4) Das gilt auch für KTM. Der Sprung, den sie gemacht haben ist gewaltig. Sie sind absolut auf Augenhöhe mit den anderen Werken. Das hätte ich nie gedacht.


    5) Zu den Fahrern

    Am meisten hat mich Morbidelli überrascht. Ich habe ihn vor der Saison als den schwächsten Fahrer der Yamaha-Truppe gesehen, aber da habe ich mich geirrt. Ohne den Ausfall im ersten Rennen oder Spielberg I hätte er sogar Weltmeister werden können.

    Und dann natürlich Mir! Er war eigentlich die Nummer 2 im Team, hat aber die Saison über alles richtig gemacht.

    Ach ja und Oliveira. Er wurde von der KTM-Truppe schon letztes Jahr immer gelobt, aber diese Saison war gewaltig. Ich denke, er wird die neue Nummer 1 bei KTM

    Wo weitermachen?

    Rins hat das abgeliefert was er kann und wenn man ihm vor der Saison gesagt hätter, dass er im Endstand Dritter wird, wäre er vermutlich sehr zufrieden gewesen. Da jetzt Mir WM ist, bin ich mir da allerdings nicht so sicher

    Dovizioso: Wieder die beste Ducati! Gratuliere. Was da hinter den Kulissen gelaufen ist, will ich gar nicht wissen. Aus meiner Sicht haben die Verantwortlichen bei Ducati einen Fehler gemacht. Der Anspruch von Ducati ist ja der WM-Titel, aber Ducati steht 2021 ohne Fahrer mit WM-Potential da.
    Dass Espargaro der beste KTM-Fahrer sein wird, war mir vor der Saison klar. Ich bin gespannt, wie es 2021 mit der Honda laufen wird. Als der Deal verkündet wurde, dachte ich, dass ist der richtige Schritt, aber das ist nicht mehr so sicher.

    Vinales: Dass er im Endstand nur auf Platz 6 landet, hätte ich nicht gedacht. Im Grunde war 2020 eine Saison zum Vergessen für ihn. Ich frage mich, ob sein Problem nicht im Kopf ist. Im Training ist er eigentlich immer einer der Schnellsten, aber am Sonntag läuft regelmäßig nichts. Vom Speed hätte er das Potential zum Weltmeister, aber ich glaube nicht mehr, dass er das Potential auch ausschöpfen wird. Ich fürchte, dass er auch nicht mehr viele Chancen haben wird.

    Miller: Ich bin unentschlossen. Viel Licht aber auch viel Schatten. Eine echte Weiterentwicklung habe ich nicht sehen können. Ich bin gespannt, wie er sich nächstes Jahr im Werksteam schlägt.

    Quartararo: Da gilt das gleiche wie für Miller, ich bin unentschlossen, nur noch viel extremer. Drei Siege sind eine Ansage, aber sonst ist nicht viel gewesen. Sein Speed stimmt, aber ob er auch die Nerven hat, wird sich zeigen.

    Nakagami: Der beste Honda-Fahrer auf Platz 10. Wann hat es das zum letzten Mal gegeben? Aus meiner Sicht hat er eine gute Saison abgeliefert. Er hat das gezeigt was er kann. Da kann man nicht meckern und mehr geht bei ihm halt nicht.

    Binder: Respekt! Rookie of the year, was will man mehr. Tolle Saison, die Lust auf mehr macht.

    Petrucci: Für mich die Enttäuschung der Saison. Vielleicht bin ich zu hart, immerhin hat er in Frankreich gewonnen, aber außer in Frankreich hat er die Saison über nichts gezeigt.

    Zarco: OK, er ist wieder in der WM. Nutzt neben Marc Marquez die Sicherheit der modernen Rennstrecken am extremsten. Spielberg I hat gezeigt, dass das ganz leicht ins Auge gehen kann.

    A. Marquez: Hat sich so schwer getan wie von mir erwartet.

    Rossi: Eine Saison zum vergessen.

    Bagnaia: Ich verstehe nicht, warum er als zukünftiger WM gehandelt wird. In meinen Augen noch sehr unbeständig und viele eigene Fehler.

    A. Espargaro: Wieder beste Aprilia. Mehr geht auf der Karre wohl nicht.

    Crutchlow: Mehr geht eben gesundheitlich nicht mehr. Hat seine Karriere vielleicht zu spät beendet.

    Bradl: Sicher eine undankbare Aufgabe mit einem versöhnlichem Ende. Hat in meinen Augen trotzdem gezeigt, dass er in dem Feld nichts mehr verloren hat. Seine Aussagen auf Servus TV verstehe ich aber so, dass er auch 2021 mit Renneinsätzen rechnet. Ich sage da nur Marc Marquez

    Zu den verbleibenden Fahrern sage ich nur, es muss auch jemand um den letzten Platz fahren.


    6) Dann noch mein persönliches Ärgernis, die Tracklimits. Die derzeitige Regelung ist in meinen Augen komplett daneben. Da sind die Fahrer teilweise meterweit neben der Strecke, aber es passiert nichts, weil sie angeblich keinen Vorteil haben. In meinen Augen müsste jedes Verlassen der Strecke konsequent mit einer Longlap bestraft werden.


    7) Ganz zum Schluss noch: Ich habe die Kommentare hier im Forum gerne gelesen und freue mich auf 2021. Dann hoffentlich wieder ohne Corona und mit Zuschauern an der Strecke.

    Dann schauen wir mal:

    1) Falsch, hoffen wir mal, dass MM 2021 zurück kommt

    2) Der erste Teil ist falsch, RotY ist Binder. Wenigstens stimmt der 2. Teil

    3) Auch falsch. Binder ist zwar in der WM klar hinter Espargaro, aber ich denke, er hat eine wirklich gute Saison hingelegt

    4) Richtig, der war aber auch klar

    5) Richtig, auch wenn ich nie auf Morbidelli getippt hätte

    6) Richtig

    7) Richtig

    8) Falsch, Dovi hat es wieder gemacht.

    9) ganz falsch

    10) Richtig


    5 Richtige, das ist für meine Verhältnisse richtig gut.

    Ganz interessant zu sehen, dass nach einer so spannenden und engen Saison nach der WM-Entscheidung kaum Interaktion hier im Forum zu dem Rennen/der Saison ist. Die allermeisten Threads zu einzelnen Grandprixs haben mehr Posts & Seiten als dieser hier nach dem WM-Finale.


    Ich glaube, dem ein oder anderen geht es wie mir - so richtig gepackt hat einen der WM-Sieger doch nicht.... ;)

    Das stimmt schon irgendwie. Ich gönne Mir den WM-Titel, aber großes Charisma hat er nicht. Das trifft aber mehr oder weniger auf alle aktuellen Fahrer zu. Im Grunde nehme ich nur Rossi, Dovizioso, Crutchlow, M. Marquez und mit Abstrichen Jack Miller tatsächlich als Persönlichkeiten war. Die andern Fahrer wirken auf mich relativ farblos und letztlich austauschbar. Ist aber auch kein Wunder. Heute ist jede Kleinigkeit im Internet gespeichert und bevor man negativ auffällt, fällt man lieber überhaupt nicht auf. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ein japanischer Fahrer, ich glaube es war einer der Aoki-Brüder, auf die Frage nach seiner Lieblingsschauspielerin verschämt lächelnd Dolly Buster geantwortet hat. Das war schon vor dreißig Jahren geschmacklos, aber ehrlich und heute komplett unmöglich. Biaggi war eitel, überheblich und schon fast krankhaft arrogant. Doohan war einfach der Beste. Rossi hat vor Schalk und jugendlicher Unbekümmertheit gestrahlt. Lorenzo hat durch seinen unbedingten Erfolgswillen beeindruckt. Daran gemessen sind selbst die Interviews von Marc Marquez meist weichgespült und nichtssagend.


    Kann sein, dass das noch wird und ein paar der Fahrer noch zu Persönlichkeiten reifen. Kann aber auch sein, dass wir uns daran gewöhnen müssen, dass die Fahrer lieber hübsche Bilder auf Insata posten, als inhaltlich irgendetwas zu sagen.


    Ich glaube, dass es an diesem Mangel an Identifikationsfiguren liegt, dass die Saison viele merkwürdig unberührt lässt, obwohl die Rennen spannend wie selten und die WM so ausgeglichen wie noch nie war.

    So wie es aussieht ist letzten Sonntag eine Vorentscheidung gefallen und ich habe ausnahmsweise mal richtig getippt, aber bei dieser Saison stürzt Mir jetzt die beiden letzten Rennen und Dovi wird doch noch Weltmeister.

    Eine herausragende Analyse zum Thema Yamaha 2020:


    Klick

    Im Grunde wird nur das offensichtliche beschrieben, Yamaha hat sich irgendwie verlaufen. Die M1 ist sicher nicht schlecht, aber es fehlt an Motorleistung und der Grundspeed ohne größere Abstimmarbeiten ist nicht immer da. Dass außerdem das Satelitenteam schon seit Jahren mindestens so schnell ist wie das Werksteam, kann nur bedeuten, dass im Werksteam einige grundsätzliche Sachen nicht stimmen.

    Woran es tatsächlich liegt, werden vermutlich auchl die Verantwortlichen bei Yamaha nicht genau wissen. Aus den Presse-Statements glaube ich folgendes herauszuhören:

    1) Vinales hat recht extreme Vorlieben was die Abstimmung des Bikes angeht. Mit seiner Abstimmung kommt (angeblich) kein anderer Fahrer zurecht. Interessant wäre, ob die Abstimmung von Quartararo und Morbidelli tatsächlich näher an der von Rossi ist, werden wir aber nie erfahren. Klar ist aber, dass Vinales auf eine Runde unglaublich schnell und an einem guten Tag bei freier Fahrt praktisch unschlagbar ist. Er reagiert aber offensichtlich auch extrem empfindlich darauf, wenn die Abstimmung mal nicht perfekt ist und sein Fahrstil ist nicht unbedingt der beste für Zweikämpfe. Wenn Yamaha tatsächlich daran glaubt, dass Vinales das Zeug zum Weltmeister hat, dann werden sie ihm ein Bike hinstellen müssen, dass genau auf ihn zugeschnitten ist und entweder damit leben müssen, dass mit dem Bike kein anderer schnell fahren kann, oder für die anderen Fahrer ein anderes Bike bauen müssen.

    2) Rossi ist als Werbeträger immer noch wichtig, aber er ist inzwischen auf dem Niveau der Moto-GP nur noch ein Durchschnittfahrer. Außerdem sieht sein Fahrstil (wie auch der von Dovi) im Vergleich zu einigen Jungen schon fast konservativ aus. Das macht es für Yamaha bestimmt nicht leichter die Richtung bei der Entwicklung zu finden.

    3) Bei der Motorenentwicklung hat sich Yamaha nicht mit Ruhm bekleckert. Sie haben inzwischen vermutlich den schwächsten Motor und trotzdem Zuverlässigkeitsprobleme. Da hilft die ganze Fahrbarkeit nur eingeschränkt.

    4) Teststrategie: Honda, Suzuki, KTM und Ducati haben mittlerweile Testteams mit hochkarätigen Testfahrern, nur das Yamaha-Testteam kommt nicht in die Gänge.


    Was mit dem Reihenmotorkonzept möglich ist, zeigt gerade Suzuki und die haben bestimmt nicht mehr Ressourcen als Yamaha.

    Weil er in meinen Augen niemals den Weg zurückfinden wird. Wenn du einmal raus bist, bist du raus, vor allem in seinem Alter.

    Einen weiteren Teil der Gründe hast du bereits genannt, es gibt schlicht kaum freie Plätze für 2022.

    Sehe ich auch so. Dovi ist 34 und 2022 dann 36. Auch wenn er die letzten Jahre keine größeren Verletzungen hatte, jünger wird auch er nicht. Ich sehe nicht, dass er da noch für ein Team interessant ist. Außerdem stellt sich ja auch noch die Frage, welches Team überhaupt in Frage kommt. Ich sehe da nur KTM statt Petrucci oder Aprilia. Für die Ducati-Teams dürfte er sozusagen verboten sein. Honda hat ihn 2011 trotz WM-Platz 3 entlassen, außerdem gibt es in meinen Augen bei Honda auch keine freien Plätze. Yamaha? Kann ich mir nicht vorstellen. Ich denke eher, dass sie einen jungen Fahrer ins Monster-Team holen werden. Suzuki? Da passt Dovi noch weniger.
    Aprilia wäre wohl nur bei ordentlicher Gage interessant. Bleibt nur KTM. Trotzdem kann ich mir wenn dann eher einen Wechsel in die Superbike-WM vorstellen. Biaggi hat vor Jahren vorgemacht, dass das durchaus erfolgreich sein kann.

    Was ist heute mit Yamaha und den anderen großen Werksteams los?
    Morbidelli als beste Yamaha nur noch auf 11

    Dovi auf der Werks-Ducati auf P9

    A. Marquez auf P8

    Zarco und Nakagami jeweils mit dem 2019er-Bike die besten auf Ducati bzw. Honda. Das ist schon eine Watsche für die Werke.

    Gute "Frage".... Man könnte es wieder auf Alter schieben. Aber das wäre wohl zu einfach. Ich versuch mal eine Erklärung: Diese Saison ist ja absolut einzigartig. Zuerst das mit Corona, keine Fans, verkürzter Kalender, straffer Rennabfolge und dann fehlt auch noch Marc, der ja immer der Maßstab und DIE Konstante der letzten Jahre war, auf die man sich verlassen konnte. Mir persönlich geht es irgendwie so, dass die Rennen zwar alle sehr spannend sind, weil man nie weiß, was einen erwartet, und nie weiß, wer gewinnt. Aber so spannend die Rennen auch sind, irgendwie habe ich den Eindruck, dass komischerweise die Spannung ein bißchen(!) raus ist. Sowohl bei mir als Zuschauer als auch bei den Fahrern. Ich finde, man sieht das in den PKs ganz gut: die Top-Fahrer, die um die WM kämpfen, sind sich alle so freundlich gestimmt, lachen und scherzen miteinander. Warum das so ist? Vielleicht weil man halt instinktiv doch merkt, dass es keine richtige, volle WM ist. Ich weiß, man darf das eigentlich nicht sagen. Aber ohne Marc, hat ein Rennsieg, ganz zu schweigen von einem WM-Titel halt doch einen anderen Wert. Und zu Rossi: Ich glaube, dass er sich genau von dieser Spannung (auch erzeugt durch die Fans an der Strecke) und Rivalität "ernährt". Und da sie dieses Jahr aus meiner Sicht deutlich weniger ist, fährt er nicht auf dem gewohnten Niveau, und macht Fehler, die er sonst nicht machen würde. Wie gesagt, ist nur meine Theorie.

    Rossi ist drei Rennen hintereinander wegen eigener Fehler gestürzt. Über das Warum zu spekulieren bringt nichts. Es zeigt höchstens wie schmal der Grat ist, auf dem sich alle Fahrer bewegen. Ich verfolge die Motorrad-WM seit Ende der 1980er-Jahre und habe Rossis Karriere von Anfang an verfolgt und ich denke, Rossi war vor 15 Jahren noch dominanter als Marquez heute. Einen zehnten WM-Titel würde ich ihm von Herzen gönnen, aber das wird offensichtlich nichts mehr. Das Merkwürdige ist, dass Rossi schon letzte Saison nach den ersten Rennen einen Einbruch hatte. Auch letztes Jahr ist er die Übersee-Rennen am Anfang der Saison richtig gut gefahren, dann sind zwei Rennen nur mittelprächtig gelaufen und dann ist er dreimal in Folge nicht ins Ziel gekommen. Erst als die Saison sozusagen vermurkst war, ist er wieder ins Rollen gekommen. Könnte auch sein, dass der den 10. Titel so unbedingt will, dass ihm - trotz der Erfahrung - die Geduld fehlt, wenn es mal nicht so läuft. Das Gemüt eines Doviziosos notfalls eben auch achte oder zehnte Plätze ins Ziel zu bringen, muss man auch erst einmal haben. Wie ich schon geschrieben habe, spekulieren bringt nichts. Sicher ist aber, dass jeder andere Fahrer nach drei Stürzen in Folge heftig kritisiert werden würde (siehe Espargaro oder Rins). Auch wenn Rossi an guten Tagen immer noch sauschnell ist, er ist im Spätherbst seiner Karriere und ich bin mir ziemlich sicher, dass 2021 seine letzte Saison sein wird.


    Wo ich heftig widersprechen muss ist aber die Aussage, dass die Spannung raus wäre und dass 2020 keine richtig volle WM wäre. Das sehe ich absolut nicht so. Es stimmt, M. Marquez ist nicht da, aber wenn der Dominator fehlt, muss man eben da sein. 1992 hat Doohan bis zu seinem Sturz in Assen alles gewonnen (glaube ich zumindest), aber dann haben es sich Rainey und Schwantz so richtig besorgt und Rainey hat seine 3. Weltmeisterschaft gewonnen. Da kommt heute auch niemand auf die Idee, dass der Titel weniger wert wäre. Dabei bin ich davon überzeugt, dass Doohan ohne die schweren Verletzungen die WM 1992 haushoch gewonnen und wahrscheinlich auch die WM 1993 gewonnen hätte. Außerdem wäre Schwantz ohne den Sturz von Rainey 1993 nie Weltmeister geworden. Interessiert heute auch keinen mehr. Wie gesagt, wenn der Dominator weg ist, muss man da sein. Wenn überhaupt, dann war für mich bisher nur in der Saison 1993 nach der Querschnittslähmung von Rainey die Luft raus. Rainey für immer weg, Doohan immer noch nur ein Schatten seiner selbst und alle andern einfach nicht in der selben Liga wie Schwantz. Den Titel habe ich Schwantz trotzdem gegönnt und mich für ihn gefreut.

    Vielleicht ein merkwürdiger Gedanke, aber stellt euch mal vor, Rossi wäre die letzten Rennen ins Ziel gekommen und hätte 40 Punkte mehr. Dann wäre er vor dem WoE mitten im Titelkampf gewesen. Die Corona-Diagnose wäre für ihn dann doppelt bitter. Auf jeden Fall gute Besserung.


    Zum Rennen sage ich nur, dass mich das Podium heute echt gefreut hat.

    Habe zuspät umgeschaltet. Die haben noch am Bike geschraubt und dann hat sie die Rennleitung von der Stecke gescheucht. Was dann gekommen ist, war aber wirklich merkwürdig. Rollender Start hinter dem Safety-Car. Das habe ich noch nicht gesehen. Ich frage mich, ob das tatsächlich so gewollt war.

    Das wäre heute für Rossi die Chance auf das 200. Podium und sogar auf den Sieg gewesen, wenn man sich anschaut, welche Probleme Quartararo in den letzten Runden gehabt hat, aber hätte hätte Fahrradkette. Ich fürchte, viele Chancen wird er nicht mehr bekommen.
    Gratulation an Quartararo und die beiden Suzukis. Damit dürfte Quartararo einen kleinen Vorsprung in der WM haben.