Tomy1971 Master
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Posts by Tomy1971

    Ich weiss ja nicht wie das so in der Türkei ausschaut zum Thema Superbikes, aber hier in Deutschland kennen wenige MotoGP und fast niemand Superbike, nur ein paar Enthusiasten..

    Ich denke, das wird überall so sein, dass MotoGP bekannter ist als die SuperbikeWM. Daher habe ich auch geschrieben, dass ich mir nicht sicher bin, ob es für die Fahrer gut ist, sich auf die SuperbikeWM zu konzentrieren. Finanziell ist in der MotoGP vermutlich mehr zu holen. Allerdings ist Geld auch nur eine von vielen Dimmensionen. Wenn es nur um die Kohle ginge müssten alle Sportler in Europa Fußball spielen.

    Schade, es hätte der MotoGP gut getan, wenn auch mal ein Fahrer, der nicht aus der Moto2 bzw. Moto3 kommt einen Platz erhalten hätte. Gerade weil die MotoGP ja den Anspruch hat, die besten Fahrer zu haben. Ich vermute allerdings, dass es auch am Manager von Toprak Razgatlioglu liegt. Kenan Sofuoglu ist dabei sich in der Superbike-WM einzurichten.

    Toprak Razgatlioglu, Bahattin Sofuoglu und Can Öncü sind alle in der SuperbikeWM aktiv. Nur Deniz Öncü fährt noch Moto3. Es würde mich nicht wundern, wenn auch der bald einen Vertrag in der SupberbikeWM unterschreiben würde. Aus sicht von Sofuoglu ist das auch konsequent. Gleichzeitig den Kontakt zu zwei interational agierenden Rennserien halten, stelle ich mir schwer bis unmöglich vor. Ob es für die Fahrer gut ist, sei mal dahingestellt. Anderererseits sind die Fahrer alle blutjung, da ist etwas kulturelle Gemeinsamkeit möglicherweise nicht das Schlechteste. Für D. Binder gilt anders herum Ähnliches. Wenn es stimmt was kommuniziert wird, dann hat er für 2022 einen gültigen Vertrag mit Petronas. Da muss man ihn eben irgendwo unterbringen. Wenn er mich nicht überrascht, ist er allerdings ganz klar ein Kandidat für den letzten Platz.

    Die erhöhte Risikobereitschaft liegt meines Erachtens auch sehr an den Strecken, genauer gesagt an diesen großen asphaltierten Auslaufzonen und den (für mich unsäglichen) Grünstreifen. Fehler werden dadurch deutlich weniger bestraft und dadurch steigt die Risikobereitschaft.

    "Früher" gab es beides nicht. Die jungen Fahrer kennen quasi gar nix anderes mehr.

    Da sprichst du einen wichtigen Punkt an. Das habe ich auch schon mehrfach geschrieben. In meinen Augen muss jedes Überfahren der Tracklimits bestraft werden. Für den der die Rennstrecke verlässt muss das Rennen gelaufen sein. Heute kann man nich in einem Rennen mehrfach komplett verbremsen und trotzdem aufs Podium fahren. Vor 30 Jahren wäre das unmöglich gewesen.

    Allerdings finde ich es taktlos und schwierig, den Tod von 3 Piloten nun öffentlich & namentlich an einen einzigen Fahrer zu hängen.

    Das wollte ich auch nicht sagen. Natürlich hat MM keine wie auch immer geartete Schuld. Er ist mehr das Gesicht einer Entwicklung. Es ist halt so, dass die Strecken immer sicherer geworden sind und den Fahrern dadurch Sachen ermöglichen, bei denen sie früher im Krankenhaus gelandet wären. MM gehört halt zu denen, die das als einer der ersten konsequent ausgenutzt hat.


    Fakt ist aber halt auch, dass praktisch alle Todesfälle bei praktisch identischen Unfällen passiert sind. Eine Gruppe fährt im dichten Pulk. Einer der ersten stürzt und wird von einem der nachfolgenden Fahrer überfahren. So dicht und eng wie die Fahrer in den kleinen Klassen fahren haben die hinten keine Chance zu reagieren. Wie ich schon geschrieben habe, Lösung habe ich keine. Was ich mir vorstellen könnte wäre z. B. dass wenn sich zwei Fahrer berühren, beide automatisch die schwarze Flagge gezeigt bekommen. Damit würde man überharte Überholmanöver und vermutlich auch das extrem dichte Fahren im Pulk Sanktionieren. Der nächte Punkt wäre m. M. das dichte Fahren im Pulk. In der Moto3 fährt teilweise das halbe Feld unmittelbar hintereinander im Pulk. Möglicherweise braucht es eine Regel, dass nur drei oder vier Fahrer unmittelbar hintereinander fahren dürfen und der nächste dann eben etwas seitlich versetzt sein muss. Das könnte das Feld auch auf den Geraden etwas auseinander ziehen.

    Und wie steht ihr dazu?

    Das MM93 sich grade als Opfer sieht ist doch völlig klar und auch verständlich. Ändert aber nichts an der Situation.

    Ich wollte es nicht wieder aufkochen, aber ich habe vor zehn Jahren in MMs zweiter Moto2 Saison geschrieben, dass er zu hart fährt und er für seine Manöver bestraft werden sollte. Soweit ich mich erinnern kann, haben das damals mehrere Leute geschrieben. Ich glaube, es war Malysia, wo er beim Anbremsen nach der langen Gerade den anderen Fahrern Runde um Runde direkt vors Bike gefahren ist bzw. sie in die Wiese gedrängt hat. Selbst für das legendäre Überholmanöver gegen Rossi in der Corkscrew in Laguna Seca hätter er eigentlich die schwarze Flagge sehen müssen, da Rennstrecke verlassen und zu seinem Vorteil abgekürzt. Ist aber alles nie bestraft worden. Die Nachwuchsfahrer sehen das natürlich und da MM der überlegene Fahrer des letzten Jahrzehnts war, denken die Jungen natürlich, dass man so fahren muss. Dann - und ich gebe zu, dass was ich jetzt schreibe ist Spekulation - frage ich mich, ob es möglicherweise an der Ausbildung in Spanien liegt. Der Großteil der Fahrer in der WM gehen durch die Ausbildung in Spanien, die CEV und den Red Bull Rookies Cup und was die alle gemeinsam haben, ist dieses kompromisslose Reinhalten im Zweikampf. Zarco, der m. M. nach neben Marc Marquez die Sicherheit der modernen Rennstrecken am konsequentesten ausnutzt, war z. B. der erste Gewinner des RB Rookies Cup. Die Fahrer aus der VR-46 Akademie sind da m. M. nach im direkten Zweikampf fairer.

    Puh, Unfälle wird es immer geben, aber die Häufung dieser Unfälle im Pulk ist etwas Neues. Es braucht da schnell eine Lösung. Ich habe zwar auch keine Lösung, aber etwas muss geschehen. Die ganz harte Lösung wäre das Fahren im Windschatten zu verbieten, ähnlich wie in der Moto-E. Das Problem schein mir zu sein, dass die Fahrer auf "hartes" Racing getrimmt werden. Sowohl Block-pass-Manöver als auch diesen permanenten Spurwechsel in den Anbremszonen hat man früher nicht gesehen. Ich weiß zwar nicht, wie man das in Regeln gießen kann, aber das was man früher als "Respekt" voreinander bezeichnet hat, braucht es wieder.

    Bei Zarco war wohl ArmPump das Problem, nicht Michelin...

    OK, habe ich nicht gewusst. Nachdem die Reifen diese Saison praktisch immer ein Problem waren, bin ich davon ausgegangen, dass sie auch bei Zarco der Grund sind.


    Zu Rins: Seine Saison war im Prinzip nach 2 Rennen gelaufen. Das soll nicht entschuldigen, dass er seitdem trotzdem nicht so wirklich um die Top 5 kämpfen kann - trotzdem ist es etwas anderes, ob du nun noch halbwegs mit bei der Musik bist (wie Mir) oder in der WM irgendwo im letzten Drittel dümpelst.

    Stimmt natürlich alles, aber er geht halt trotzdem gerade komplett unter. Dabei denke ich, dass er gleich schnell ist wie Mir, nur nicht ganz so konstant.


    Bei P. Espargaro sehe ich es ein wenig anders. Ich denke, dass er auch auf der KTM nicht um WM-Platz 2 kämpfen würde. Dazu ist die KTM in dieser Saison aus meiner Sicht nicht in der Lage. Trotzdem natürlich komisch, dass die Euphorie aus Silverstone nun schon wieder komplett verpufft sein wird.

    Ich gebe zu WM-Platz 2 ist sehr optimistisch, aber er wäre vermutlich auch diese Saison stärkster KTM-Fahrer und wenn er pro Rennen zwei Punkte mehr gemacht hätte als Binder, dann wäre P2 in Schlagdistanz. Darum ging es mir aber nicht. Mein Punkt war, dass es Honda nicht schafft ein Motorrad zu bauen, mit dem jemand anders als MM93 schnell ist.



    Ich habe ihn in der Moto2 eigentlich als ziemlich konstanten, fehlerfreien Fahrer wahrgenommen, den ich persönlich vor der Saison auch stärker als Bastianini eingeschätzt hätte. Nun muss aber sagen, dass Bastianini regelmäßig an den Top 10 anklopft und Achtungserfolge erzielen kann, wohingegen bei Marini eigentlich die gesamte Saison kein wirklicher Fortschritt zu erkennen ist.

    Auch da teile ich deine Einschätzung. Er hat gemeinsam mit Rossi die wenigsten Punkte aller Stammfahrer und da hätte ich sie beide nicht gesehen. Salvadori war klar, aber sonst hätte ich vor der Saison auf Petrucci, Lecuona und Bastianini getippt.

    Ein Rennen mit einigen Gewinnern, aber noch mehr Verlierern.

    Zunächst einmal Gratulation an Bagnaia. Erster Sieg und toller Kampf. Für mich der Sieger des Tages.

    Dann kommt für mich Quartararo. Heute ist nichts gegangen und er hat trotzdem mit Platz 8 Schadensbegrenzung betrieben. So wird man Weltmeister.

    Schließlich noch Marc Marquez. Auch wenn er heute nicht gewonnen hat, er hat es nicht übertrieben und steht wieder auf dem Podium. So kann es für ihn weitergehen.

    Dann kommen wir zu den Verlierern:

    Zarco hat sich heute endgültig aus dem WM-Kampf verabschiedet. Im Grunde ist es peinlich, dass es Michelin nicht schafft Reifen in einheitlicher Qualität an die Rennstrecke zu schaffen.

    Vinales: Auch wenn es sein erster Einsatz auf der Aprilia ist, pro Runde eine Sekunde auf Espargaro verlieren ist deutlich. Ich bin gespannt, wie lange seine Nerven halten.

    Rossi: Vorletzter und langsamer als Crutchlow, das sagt im Grunde alles. Ich wünsche ihm, dass er die letzten Rennen genießen kann.

    Marini: Wenn man letzter wird, hat man eben verloren, aber die ganze Saison ist nicht wirklich erfolgreich.

    P. Espargaro: Vom Aufwärtstrend des letzten Rennens ist nichts mehr zu sehen. Wenn man bedenkt, dass er vermutlich auf der KTM um WM-Platz 2 kämpfen würde, sieht man, welche Gurke die Honda tatsächlich ist und wie groß die Leistung von MM tatsächlich ist.

    Rins: Wie war das mit "Ich bin die Nr. 1 im Team"?

    Und das andere, was man auf jeden Fall in Betracht ziehen muss, wenn man seine momentanen Leistungen bewertet, ist die Psyche. Und damit meine ich jetzt nicht Druck durch Medien, Werk etc. Sondern der Typ bekommt seit Monaten Antibiotika und anscheinend vor Rennen auch Schmerzmittel verabreicht. Mit klarem Kopf fährt der also gar nicht. Auch das spielt mit rein, und beeinträchtigt die Konzentration, Klarheit usw.


    Insgesamt hoffe ich, dass er wieder 100% der alte wird. Nicht weil ich ihn besonders mag. Im Gegenteil: Sepang und Valencia 2015 war das mit Abstand das Unsportlichste, was ich je im Motorradsport gesehen habe. Aber ich will einfach nicht, dass die jungen Neuen, wie Mir, Quarta, Martin, Binder, Bagnaia, einfach so eine Wachablösung betreiben, ohne einen fitten Marquez auf der Strecke besiegt zu haben.

    Was du schreibst stimmt in meinen Augen zu 100%. Eine Infektion im Knochen ist eine echt übele Komplikation und auch nur schwer zu bekämpfen. Ich bin kein Mediziner, aber ich habe Leute kennengelernnt, bei denen das bis zur Amputation gegangen ist. Von daher denke ich, dass es für MM das Wichtigste ist, dass man die Infektion besiegt. Mit Antibiotika vollgepumpt werden, bis es einem zu den Ohren wieder rausläuft ist da nur ein kleiner Preis. Was man nicht vergessen darf ist, dass auch noch seine Schulter Probleme macht und ich könnte mir vorstellen, dass ihn das mehr behindert als der Arm. Wenn man optimistisch bleibt, ist es aber wahrscheinlich, dass die Ärzte die Infektion in den Griff kriegen und dass man durch Physiotherapie und Training auch seine Schulter soweit hinkriegt, dass sie gutgenug fürs Motorradfahren funktioniert. Ich denke daher schon, dass er 2022 wieder um den WM-Titel wird kämpfen können.


    Über 2015 brauchen wir nicht reden. Ich denke, er hat das gemacht, weil er Rossis Rekorde brechen wollte und 9 WM-Titel sind nun mal leichter zu überbieten als 10. Da komme ich zum nächsten, aber vorher noch ein Zitat

    Zu Beginn der kommenden Saison ist er 29. Wenn ich die generellen Probleme der Honda, die aufkommende Stärke von Quartararo & Co., seinen langsamen Heilungsverlauf und einiges mehr zusammen nehme, fehlt mir ein wenig der Glaube daran, dass er die 9 WM-Titel übertrumpfen wird...

    Das ist für mich dann Worst-Case. Wenn es den Ärzten nicht gelingt seine Schulter oder die Infektion im Oberarmknochen in den Griff zu bekommen, oder wenn er sich bei seinen Stürzten noch einmal schwerer Verletzt. Ansonsten denke ich, dass MM noch mindestens 5 Saisonen vor sich hat und Rossis 9 Titel mit ziemlicher Sicherheit einstellen und überbieten wird. Spannender ist da für mich eher, ob er auch die 115 Siege von Rossi bzw. die 122 Agostini wird knacken können.

    Ich glaube ja, MM ist ein klassischer Instinkt-Fahrer. Vielleicht mehr als alle anderen. Der sucht vielleicht gar nicht das Limit, sondern der fährt so wie er es immer gemacht hat, wie es natürlich für ihn ist, und das ist nach seinem Instinkt - also ohne viel Nachzudenken. Das war bisher das Rezept für seinen Erfolg. Und da sein Körper nicht auf dem Niveau ist, welches sein Kopf sein ganzes Leben gewohnt war, enden manche Sachen, die vorher selbstverständlich waren (momentan) im Kiesbett. Ich glaube, der kann nicht anders. Nur so oder eben gar nicht.

    Das wollte ich mit meinem Posting sagen. Um Vorderradrutscher so abzufangen wie MM das in der Vergangenheit getan hat, braucht es nicht nur die blinde Gewissheit, dass das möglich ist, einen übermenschlich ausgeprägten Gleichgewichtssinn, sondern eben auch einen Körper mit der erforderlichen Beweglichkeit und Kraft. Er war auch vor 2020 immer einer der Fahrer mit den meisten Stürzen und damit auch immer einer der Fahrer mit den meisten beinahe Stürzen. Mit seiner derzeitigen körperlichen Verfassung werden jetzt halt mehr beinahe Stürze zu richtigen. Man kann das kritisieren, wie es auch hier im Forum getan wird. Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob das nicht ein notwendiger Zwischenschritt ist um wieder zu alter Form zu finden. Für alle, die alt genug sind, auch Doohan hat nach seinem Horrorcrash 1992 in Assen die Saison 1993 gebraucht und 1993 einige mehr als nur grenzwertige Szenen gehabt, bevor er 1994 absolut dominant zurückgekehrt ist.

    Zur Marquez-Diskussion: Ja es stimmt, er seit seinem Comeback vermutlich um die 50 Punkte durch Sturz weggeschmissen. Man könnte jetzt sagen, was soll das? Ist der Kerl übermotiviert? Ich könnte mir aber vorstellen, dass MM anders tickt. Mit 50 Punkten mehr wäre er so auf WM-Rang 5 bis 7 und hätte immernoch keine realistische Chance auf den Titel. Möglicherweise ist es ihm schlicht egal ob er im Endstand vierter oder zehnter ist und will sich lieber wie früher auf seine Art, d. h. von oben, also von 105% kommend an das Limt herantasten. Die Frage ist für mich eher, ob es Honda für 2022 schafft ein Bike zu bauen, das einen konkurrenzfähigen Speed hat. Man darf nicht vergessen, das MM trotz allem der Honda-Fahrer mit den meisten Punkten ist. Pol Espargaro war letztes Jahr der stärkste KTM-Fahrer und hat für mich zum erweiterten Favoritenkreis für die WM gehört und fährt jetzt irgendwo um WM-Rang 15 rum, ohne irgendeine Tendenz nach oben.

    Zum Thema Spätbremsen: Ich hätte da auch eher Dovi und Rossi ganz vorne gesehen. Bei MM bin ich mir da nicht so sicher. Ich denke eher, dass er bis zum Kurvenscheitel der absolut schnellste ist, weil er darauf spitzer zufährt als die andern und vermutlich in Schräglage länger bremst als die andern, es dann aber doch irgendwie schafft, die Linie am Kurvenausgang zu halten. Weil er bis zum Kurvenscheitel der Schnellste und tendenziell auch weiter innen ist als die andern Fahrer, ist es dann auch kaum möglich beim Rausfahren aus der Kurve zu überholen, weil er vorne und auf der Ideallinie ist.

    Vinales: Ja was solls, er war sowieso nicht in den Punkten.

    Michelin: Was mir gerade noch einfällt ist der Forderreifen von Oliveira. Ich verstehe das offen gesagt nicht. Michelin stellt Einheitsreifen her. Da sollte Sicherheit oberstes Gebot sein und kommen sie mit einem Reifen an, der sich zur Rennhälfte auflöst. Das ist unterirdisch.

    Ducati: Leider hat sich meine Einschätzung bestätigt. Weder Miller noch Bagnaia sind konstant genug um um ernsthaft um die Weltmeisterschaft mitzufahren. Eigentlich müssten sie Zarco die ganze Unterstützung geben, wenn sie den WM-Titel holen wollen.

    Es gibt also wieder ein Interview von Zonko mit dem Herrn Berger. Wie immer ist das Interview klasse. Man darf halt nicht vergessen, dass der Berger ein Honda-Mensch ist und muss sich das Interview auch so anschauen.

    Interessant ist auf jedenfall, dass Berger sagt, dass die Reifen nächstes Jahr schlechter werden. Das was er zum Tankinhalt und zur Motorleistung sagt, verstehe ich allerdings nicht. Ich bin auch der Meinung, dass die Motorrleistung langsam gefährlich wird. Zu 500er-Zeiten sind sie 320 gefahren und das war schnell genug. Mittlerweile fahren sie 360 und wenn die Entwicklung so weiter geht, werden es bald 380 sein. Mein Ansatz wäre, dass ich die Förderleistung der Benzinpumpe beschränken würde. Der Motor, der Benzin besonders gut in Leistung umwandelt, wäre immer noch im Vorteil, aber wenn die Bikes zu schnell werden, könnte man sie sehr einfach wieder einbremsen, notfalls sogar unter der Saision und auch das von Berger beschriebene Knöpfchen, dass für ein paar Runden maximale Leistung gibt, wäre nicht möglich.

    Außerdem halte ich seinen Kommentar zum Kombi von Quartararo für brandgefählich. Wenn das keine schwarze Flagge war, brauchen wir über Sicherheit nicht mehr zu reden.

    Hm, würde zu dem passen, was Yamaha Anfang der Saison gesagt hat, nämlich dass sie eher nicht mit Morbido planen wollen. Außerdem hat Morbido genau genommen keinen Vertrag mit Yamaha. Ich frage mich allerdings langsam, wo Yamaha die Fahrer hernehmen will. Selbst wenn Morbiod bei Yamaha bleibt, wovon man denke ich ausgehen kann, bleiben immer noch zwei Plätze zu besetzen. Dass Rossi 2022 noch für Yamaha fährt, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Rossi hätte dann Einblick bei Ducati und Yamaha, das kann nicht funktionieren.

    Ich meine das gar nicht so sehr in Bezug auf einen bestimmten Fahrer, sondern eben eher auf das gesamte Leistungsniveau in der SBK. Vielleicht kann er eben genauer einschätzen, wie groß die Unterschiede zwischen den Klassen sind und wie wahrscheinlich es wäre, dass ein guter SBK-Fahrer auch in der MotoGP mithalten könnte. Wenn man dann die Wahl hat, in der SBK um Siege zu fahren oder aber in der MotoGP um die Plätze 15-20, nimmt man vielleicht doch eher die SBK.

    Verstehen kann ich die Entscheidung als Außenstehender dennoch nicht. Razgatlıoğlu wird im Herbst 25. Da ist nicht zu erwarten, dass er noch einmal eine Chance in der MotoGP bekommt. Selbst wenn er damit rechnet, dass Rea nächstes oder übernächstes Jahr seine Karriere beenden wird und erwartet, dass er noch sechs oder sieben Superbike-WM-Titel einfahren kann, ist das eine erstaunliche Entscheidung. Die WM-Titel muss er erst einmal gewinnen. Was das finanzielle angeht, würde ich erwarten, dass die Gagen in der MotoGP deutlich höher sind als in der SuperbikeWM. Außerdem würde ihm der Weg zurück in die SuperbikeWM immer offen stehen, falls er in der MotoGP nicht zurecht kommt. Die Entscheidung würde für mich nur Sinn machen, wenn er denkt, dass er bei Pata-Yamaha das für ihn perfekte Umfeld gefunden hat und davon überzeugt ist, dass die Kohle, die er verdient, für den Rest seines Lebens reicht. Es ist aber auch so, dass meine Meinung hier nicht von Belang ist. Die Entscheidung ist gefallen.

    Spätestens nach den ersten paar Saisonrennen war doch klar, dass das mit Vinales und Yamaha nichts mehr wird. Da ist es doch nur konsequent, dass er eine Vertragsauflösung angestrebt hat. Selbst wenn er am Sachsenring absichtlich Letzter geworden ist, finde ich sein Verhalten immer noch besser, als wenn er der Kohle wegen seinen Vertrag absitzen würde. Ich kann mir vorstellen, dass jemand der psychisch so anfällig ist, wie Vinales lieber auf Gage verzichtet und dafür in einem Team ist, wo er sich gut aufgehoben fühlt. Außerdem ist der Druck weg, wenn er bei Aprilia ist. Sollte er tatsächlich Podestplätze einfahren, wird er der Star sein und wenn er im Mittelfeld verschwindet, dann ist es eben Aprilia. Er muss nur besser sein als A. Espargaro und das war er zumindest in seiner Suzuki-Zeit.


    Wir werden sehen, aber ich bin mir relativ sicher, dass Yamaha nächstes Jahr drei neue Fahrer brauchen wird. Rossi wird nicht mehr für Yamaha fahren. Das ist denke ich sicher. Vinales auch nicht. Morbidelli hat deutlich gesagt, dass er zwar gerne bei Yamaha bleiben würde, dass in seinem Vertrag aber eine Ausstiegsklausel ist, falls er 2022 kein echtes 2022er Werksbike bekommt. Damit ist die Sollbruchstelle deutlich angesprochen. Er hat in dem Interview außerdem gesagt, dass er 2022 auf jeden Fall auf einem 2022er Werksbike sitzen wird, nur die Marke wäre noch nicht endgültig klar. Für mich kann das nur bedeuten, dass er ein anderes Angebot hat, nur wo soll das herkommen, wenn nicht von Ducati. Außerdem hat er 2021 als Vizeweltmeister kein 2021er Werksbike bekommen, warum sollte er nächstes Jahr eins bekommen? So wie es aussieht, kann er mehr als zufrieden sein, wenn er die WM in den Top 10 abschließt. Dann gibt es in meinen Augen noch einen guten Grund, der dafür spricht, dass Morbidelli zu Ducati wechselt. Er kommt aus der VR46 Akademie und das bedeutet jetzt eben Ducati.


    Ich frage mich halt, wo Yamaha die drei Faher hernehmen will. Selbst wenn Morbidelli bleiben sollte, muss Yamaha immer noch zwei Plätze füllen, nur drängt sich kaum jemand auf. Zarco hat meines Wissens nur einen Vertrag für 2021 und wäre für 2022 noch frei und dann fällt mir tatsächlich nur noch Dovi ein. Alles andere wäre noch utopischer z.b. Gerloff oder Razgatlioglu aus der SuperbikeWM oder Canet, Vierge oder Roberts aus der Moto2.