LittleHonda Master
  • Member since Jan 28th 2009

Posts by LittleHonda

    Die Garage daheim (3-Parteien-Haus) ist eine Doppelgarage, die ich mit meinem Nachbarn teile. Auf meiner Seite steht meine Auto, davor vorne quer wechselweise mein Fahrrad oder mein 50ccm-Roller. An der Wand hängt ein Regal, auf dem Öl, Kühlerflüssigkeit & Co stehen, sowie die Dachträger für's Auto liegen.


    Meine Motorräder und mein kleiner Roller bzw. wechselweise mein Fahrrad stehen im Nachbarort (5 km entfernt) in einer großen Garage, die ich zusammen mit einem langjährigen Freund gemietet habe. Dort gibt es Licht und zwei Stromanschlüsse, Platz für einen Schrank (Motorradkleidung), eine kleine Werkbank und vier Regale (Koffer, Werkzeug, Öl, Ladegerät etc.).

    Über den Sommer hab' ich einige Probefahrten mit verschiedenen Motorradtypen gemacht und mir mehrere Gebrauchte von privat angeguckt. Teilweise hab' ich dabei unglaubliches und auch recht lustige Situationen erlebt. Drei Motorräder haben mir besonders gut gefallen, die Honda CBF 500 in der alten Version mit 57 PS, die Royal Enfield Himalayan in der Version 2020 und zu meiner großen Überraschung, die Ducati Scrambler 800.


    Heute hab' ich erstmals ein elektrisch betriebenes Motorrad gefahren. Eine recht verrückte Erfindung und sehr eigenwillige Kreation. Mit einer Dauerakkuleistung von 6 kw fällt es in die Klasse der Leichtkrafträder mit 125 ccm, also fahrbar mit B196 und A1. Der Hersteller nennt es "Human Hybrid" und auf den ersten Blick könnte es durchaus mit einem futuristischen Fahrrad verwechselt werden.



    Dieses Fahrzeug wird von einem bürstenlosen Permanentmagnetsynchronmotor angetrieben. Doch das Teil hat keinen Gasgriff. Die Geschwindigikeit wird durch das Treten der Pedale (wie beim Fahrrad) gesteuert. Die Muskelkraft wird quasi elektronisch vervielfacht und vom Elektromotor umgesetzt.



    Der Antrieb des Hinterrades erfolgt über einen Riemen. Der Akku hat eine Dauerleistung von 5 kw, die Höchstleistung liegt bei 16 kw (= ca. 22 PS), die Kapatzität des Akkus beträgt 6,6 kw und er soll, gemäß Herstellerangabe, bis zu 500 Ladezyklen verkraften. Die Akkuladezeit bis zu einer Aufladung von 80% soll 4 Stunden betragen. Es kann an einer Haushaltssteckdose "aufgetankt" werden. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 90 km/h angegeben. In Abhängigkeit des Fahrergewichts, des Wegs (bergig oder flach) und des Tempos, kann eine Reichweite von bis zu 120 km erreicht werden.


    Am Vorderrad, das mit einem Reifen der Größe 1,85 x 17 ausgestattet ist, werkelt eine 30 cm Bremsscheibe mit einem radial montierten Vierkolbenbremssattel. Hinten ist ein Reifen 2,5 x 17 montiert und eine 22 cm Bremsscheibe mit einem Zweikolbenbremssattel tut ihren Dienst. Die Vorderradbremse wird, wie beim Motorrad üblich, mit der rechten Hand bedient, die hintere Bremse mit der linken Hand. Die Bremsen sind, wenn ich das richtig verstanden habe, ein combined system.



    Das "Motorfahrrad" hat drei verschiedene Fahrmodi, Eco, Normal und Sport. Eco ist für den Stadtverkehr, Normal für Überland und Sport, wenn's richtig flott werden soll. Dieses Teilchen darf grundsätzlich auf die Autobahn, wobei der Hersteller dabei eher an Stadtautobahnen, die oft auf 80 km/h beschränkt sind, dachte.



    Per Schlüssel wird das E-Motorrad in Betriebsbereitschaft gesetzt. Auf der rechten Seite befindet sich der Killschalter, ist er aus, dann können die Pedale getreten werden ohne, daß sich das Motorrad von der Stelle bewegt. Erst wenn der Schalter angemacht wird, ist auch die Kraftwandelung Pedaltritt gleich Antrieb aktiv.


    Die Blinker werden komisch bedient. Der für rechts befindet sich an der rechten Lenker Seite und der für links ist links angebracht. Es reicht nicht aus, diese Schalter nur anzutippen, nee, sie müssen ein paar Sekunden lang gedrückt werden damit sie auch wirklich die Blinkfunktion einschalten. Das Display ist für mich gewöhnungsbedürftig, da ich keine digitalen Anzeigen mag. Die Geschwindigkeit läßt sich einwandfrei ablesen, allem anderen, was da sonst noch so aufleuchtete, habe ich keine wirkliche Beachtung geschenkt.



    Das Fahrzeug ist mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Es ist sehr schmal gebaut und wirkt von vorne eher wie Fahrrad. Man nimmt auf einem weichen Fahrradsattel Platz, der für meine Beinlänge gerne etwas tiefer hätte sein können.


    Ein wenig Bauchgrummeln hatte ich schon vor dieser Probefahrt, da ich bisher weder mit einem Pedelec oder einem E-Fahrrad gefahren bin.


    Der Widerstand der Pedale ist so gut wie nicht vorhanden, es fühlte sich an, als würde ich ins Leere treten, trotzdem setzte sich das 120 kg schwere "Fahrrad" flockig in Bewegung. Das Anhalten an der Parkplatzausfahrt funktionierte problemlos, der Wiederantritt weniger, denn ich Dösbattel hatte das rechte Pedal unten stehen und mußte es erst durch einen beherzten Tritt rückwärts in die Startstellung bringen.


    Der Lenker war angenehm breit, für meinen Geschmack leider etwas zu weit vorne. In den Spiegeln hatte ich keine optimale Sicht nach hinten, denn deren Form ist zwar durchaus stylisch, nur leider laufen sie genau an dem Punkt spitz zu, an dem ich noch etwas sehen möchte.


    Auf gerade Strecke im Stadtverkehr hat dieses E-Motorrad einen stabilen Geradeauslauf und auch mit gemächlichen Treten erreichte ich 55 km/h. In Kurven verhielt es sich schwerfällig. Ich hatte Mühe es bei der Überlandfahrt mit ca. 70 km schön durch die Kurve zu bugsieren, gleichzeitig zu treten, daran zu denken, daß ein Pedal am Kurvenausgang oben sein sollte zwecks Antritt und dabei auch noch zu gucken, wie die Strecke weitergeht. Der Wechsel vom Modus Eco auf Normal funktionierte reibungslos.


    Die Bremsen sind für mich schwer zu beurteilen. Ja, sie stoppen das Fahrzeug ab, aber ich hatte kein Gefühl dafür, weil mir ein drehzahleweisendes Motorengeräusch gefehlt hat. Die Vorderradbremse kam mir erst etwas schwammig vor und packte dann doch recht forsch zu. Die Hinterradbremse biß sofort kräftig zu, was vielleicht auch an meiner mangelnden Erfahrung gelegen haben kann.


    Den Sattel fand ich unbequem, weil er einerseits zu breit und zu weich ist, andererseits kommen Stöße vom Untergrund knallhart durch, wobei ich trotzdem den Untergrund nicht so richtig durch den Popometer wahrnehmen konnte.


    Was ich vermißt habe, war die Möglichkeit irgendwo Gepäck zu verstauen oder anzubringen.


    Wer auf so einer E-Rockit unterwegs ist, wird ungläubig von allen anderen angestarrt. Das fremde Erscheinungsbild erschwert die Einordnung des Fahrzeugs. Entworfen wurde der Human Hybrid für das mühelose und schnelle Vorankommen im Stadtverkehr und für Überlandstrecken um die 50 km als Alternative zum Motorroller, sowie zum Spaßcruisen in der Freizeit.



    In der Tat, Spaß macht so ein ungewöhnliches Gefährt durchaus, doch der aufgerufene Preis von € 11.800 bremst den Enthusiasmus eines Spontankaufs deutlich. Staatliche Fördermöglichkeiten für E-Motorräder gibt es momentan nicht.


    Wer die Möglichkeit hat, bei einer Roadshow oder eine Messe dieses Pedal-Motorrad Probe zu fahren, sollte dies unbedingt tun. Es ist schwer zu beschreiben, wie man sich dabei fühlt. Irgendwie ein ulkiges Gefühl beim "Fahrradfahren" mit hoher Geschwindigkeit.


    (Nein, es ist kein Ersatz für meine olle Transalp. Ich war einfach neugierig auf dieses orginelle Unikum.)

    Hoch

    Gestern hab' ich meine alte Güllepumpe aus der Werkstatt abgeholt. Die Rechnung fiel erfreulicherweise niedriger als der Kostenvoranschlag aus (Reifen, Bremsflüssigkeits- und Ölwechsel, Bremsbeläge, Kupplungszug, TüV).


    Tief

    Heute regnet es, deswegen bleibt die alte Honda in der Garage.

    Hier das Video des Tests

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    Ist sie jemals bei Dir auf dem Motorrad mitgefahren? Ich vermute, sie ist es nicht. Insofern hat sie wahrscheinlich nur die Betrachtung von außen auf's Motorradfahren und sieht nur die Gefahren. Kindern nur die Gefährlichkeit von irgendetwas zu erklären und nicht auch die positiven Seiten zu erwähnen, deuten darauf hin. Das finde ich nicht okay.


    Als erstes würde ich Dir empfehlen beim ADAC ein Wiedereinsteigertraining "Ride again" zu buchen, bei dem die Motorräder und in manchen Zentren auch die Ausrüstung zu leihen ist. Das sagst Du ihr vorher und auch, daß Du dies extra wegen ihr tust, damit Deine Fahrfertigkeiten aufgefrischt werden. Ja, das wird vielleicht etwas Gekreische und ein bißchen Ärger geben, ist allerdings ein guter Weg ihr unter Beweis zu stellen, daß Du alles für Deine Fahrsicherheit und foglich auch für die Familie tun willst.


    Ein ruhiges Gespräch zum Thema Gefahren im Straßenverkehr wäre sicher auch ein Weg ihr klar zu machen, daß die selben Gefahren wie auf dem Motorrad auch auf dem Fahrrad, im Auto und als Fußgänger vorhanden sind.


    Es könnte allerdings auch sein, daß sie sich deswegen so dagegen stellt, weil sie befürchtet, daß Du, wenn Du wieder das Motorradfahren beginnst, nicht so viel Zeit mir ihr und den Kindern verbringen wirst. Also, daß dahinter eventuell die Angst steht, daß die Familie für Dich nicht mehr so wichtig sein könnte.


    Ich wünsch' Dir, daß Du für Dich und Deine Familie eine gute Lösung findest.

    Die Angst vor der höheren Geschwindigkeit könnte daher kommen, daß Dir der Fahrtwind und das Motorgeräusch nicht vertraut sind und Du Dich dadurch unwohl fühlst. Dazu könnten Deinerseits Bedenken kommen, daß Du im Falle des Falles Dein Motorrad nicht schnell genug zum Stehen bekommst, Du Kurven evtl. falsch einschätzen könntest. Vielleicht steckt in Dir eine nicht bewußte Angst, daß Du in einer Situation reagieren müßtest und von Dir denkst, daß Du sie nicht beherschen würdest.


    Dem Fahrlehrer fällt dazu keine Lösung ein? Find' ich merkwürdig. Es gibt viele Möglichkeiten Dir zu helfen.


    Abhilfe könnten hier Bremsproben aus Tempo 70, 80 90 km/h auf einem ausreichend großen Parkplatz sein. Eine weitere Alternative kann sein, daß Du als Sozia beim Fahrlehrer aufsteigst um 90 km/h oder 100 km/h zu erfühlen. Auf einer bekannten Strecke wird an einem besonders auffälligen Punkt (z.B. am roten Haus) kurzzeitig kräftig Gas gegeben bis 90 km/h erreicht sind, dann kannst Du das Gas wieder wegnehmen. Am nächsten Punkt gibst Du ein bißchen länger mehr Gas bis 100 km/ erreicht sind. Dabei sollte Dich der Fahrlehrer nach hinten gut abschirmen.

    Meine Motorräder gebe ich seit Jahren in eine kleine, freie Werkstatt für Reparaturen, die ich selbst nicht machen mag oder kann. Gebrauchte Ersatzteile für die XS (Bj. 1978, z.B. Bremspunpe, Hauptständer) konnte ich problemlos mitbringen oder sie wurden vom Meister selbst besorgt. Alte Motorräder werden dort mit Respekt und Sorgfalt behandelt. Wenn der Inhaber etwas nicht ausführen kann (z.B. Lakierarbeiten), dann bekomme ich das vorher mitgeteilt.


    Der TüV kommt einmal in der Woche vorbei, auch diesen Service habe ich schon in Anspruch genommen. Ich werde angerufen, wenn ein versteckter Defekt gefunden hat und es wird besprochen, wie's weiter geht und was es kosten wird. Die Preise sind marktüblich, was ich für solide Arbeit völlig okay finde.


    Der Nachteil ist, daß es keine Werkstattersatzfahrzeuge gibt, was doof ist, denn sie ist 30 km von mir weg, so braucht man irgendjemanden, der einen abholt bzw. hinbringt. Das Motorrad ist auch nicht von einem auf den anderen Tag fertig, sondern es ist ca. eine Woche einzuplanen.

    Der Abmeldebescheid sollte automatisch per E-Mail als pdf-Dokument zugeschickt werden.


    Als Abmeldedatum gilt das Beauftragungsdatum, sofern dieses nicht auf einen Sonn- oder Feiertag fällt. Tut es dies, dann ist das Abmeldedatum der nächste Werktag. Rückrechnung der Steuer erfolgt zum im Bescheid genannten Abmeldedatum, Rückrechnung Versicherung kann u.U. abweichend sein, wenn Verrechnungen mit anderen Fahrzeugen oder Kurzzeitkennzeichen erfolgen.


    Nein, ab Anzeige der Abmeldung darf das Fahrzeug nicht mehr im Straßenverkehr bewegt werden.

    Genau das ist meine Überlegung. Meine Transalp ist jetzt 34 Jahre alt, begleitet mich seit vielen, vielen Jahren und taugt mir generell immer noch. Doch ich möchte etwas moderneres. Ein Motorrad, das sich nicht mit Gepäck ab ca. 130 km/h im Heck aufschaukelt, das modernere Bremsen, evtl. auch ABS hat und bei dem ich nicht alle Nase lang irgendetwas reparieren muß.


    Blöd ist einfach, daß ich noch nicht genau weiß, ob Tourer, Naked oder kleine Reiseenduro. Den Sommer über werde ich noch so einiges zur Probe fahren um mein "neues" Motorrad zu finden. Irgendwann weiß ich bestimmt, was ich möchte.

    Gestern stand die Probefahrt der Himalayan an. Der Händler in meiner Region hatte in den letzten Wochen keine Himalayan vorrätig und bis zum Dienstag noch keinen Vorführer bekommen, wie er mir per Mail mitteilte. Daher vereinbarte ich bei einem seiner bayerischen Mitbewerber eine Testfahrt für den Samstag.


    Die Sonne lachte fröhlich vom Himmel, ich stieg mit großer Vorfreude auf die Transalp und machte mich auf den Weg. Die längere Anreise auf den kleinen Nebenstraßen machte mir großen Spaß. Es dauerte etwas bis ich das Geschäft fand, dann bin ich versehentlich dran vorbeigefahren. Hätte mir schon mal ein kleiner Wink sein können.


    Im Laden wurde ich freundlich begrüßt, man wußte auch, daß ich eine Probefahrt für die Himalayan vereinbart hatte, doch leider sei kein zugelassener Vorführer da, wurde mir bedauernd mitgeteilt. Donnerzacken! Das hätten sie mir auch telefonisch am Freitag oder noch am Samstag in der Früh mitteilen können. Ich war mehr als nur leicht angesäuert. Auf eine Sitzprobe im Ausstellungsraum hab' ich verzichtet, teilte mit, daß ich das Ganze sehr doof fände, verabschiedete mich und schwang mich mit Wut im Bauch auf mein altes Möppelgetier.


    Nee, nee, nee .... hat wohl nicht sein sollen.


    An der nächsten Tankstelle hab' ich mein Motorrad aufgefüllt, einen Becher Kaffee genossen und die Keramikabteilung besucht, bevor ich mich wieder aufmachte. Der Heimweg war länger als die Hinfahrt, denn aus unerklärlichen Gründen war mir meine Orientierung abhanden gekommen, so daß sich der ein oder andere Flurbereinigungsweg dazwischen mogelte, ich vor Baustellen umdrehen mußte und einige Umwege nahm. Langsam kam meine gute Laune wieder, denn mein olles Möppelgetier beförderte mich sanft über jede Unebenheit, sicher durch die Kurven und flott über die Landstraßen.


    Vielleicht wollte es mir damit sagen, daß es gar nicht ersetzt werden will?

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