sheer good Master
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Posts by sheer good

    Das war schon klasse gemacht von Pecco wie er den Druck aufgebaut hat. Er hat den Abstand ja sukzessive verkürzt bis dann auf nur noch 0,5 Sekunden. Das muss ein besch***eidenes Gefühl für Martin gewesen sein, wenn man selbst nicht mehr schneller kann und der Hintermann 3 Runden vor Schluss die besseren Reifen bzw. die bessere Pace hat. Ich glaub auch, dass es extrem schwierig für Pecco geworden wäre, Martin noch zu überholen. Aber er hat ihn in den Fehler getrieben, insofern ist es für mich kein wirklich geschenkter Sieg. Gut, ich bin Pecco-Anhänger, deswegen bin ich vielleicht bei ihm nicht zu 100% objektiv...


    Das Lebenszeichen von Morbidelli war auch klasse. Er war kampflustig wie in alten Zeiten, damals in der 2020er Saison als er Vize-WM wurde. Vielleicht gibt ihm das heute den nöigen Auftrieb für kommende Rennen.


    Joan Mir im Sprint und im Rennen hinter Servus TV-Moderator Bradl. Fast schon absurd.

    Wenn Rins bei Yamaha bliebe, fände ich das sehr gut. Von ihm haben wir auf der Yamaha längst noch nicht das gesehen, was in ihm steckt.


    Was mir halt echt immer wieder ins Auge sticht, ist wie schade es ist, dass wir Fabio Quartararo nicht auf einem konkurrenzfähigen Bike ganz vorne bei Martin und Pecco sehen. Jetzt in Assen ist er ja auch wieder um Positionen gefahren die eigentlich viel zu gut für die Yamaha sind. Ich sage "eigentlich" weil mit nur 2 Yamahas im Feld ist der Vergleich natürlich sehr schwierig. Aber im Sprint auf P7 vor Leuten wie Morbildelli auf der GP25, vor Bezzecchi und Acosta und nur 1 Sekunde hinter Binder. Da drängt sich der Verdacht schon auf, dass Quarataro den Untschied macht, und nicht die Yamaha.


    Miller, den ich ja eigentlich auch sehr mag, soll am WE ja auch wieder in alte (schlechte) Muster gefallen sein, die er sich von seinem Busenfreund Crutchlow abgeschaut haben könnte: Zu viel in den Medien über Fahrkollegen reden. Er hat wohl gesagt, wenn man den Journalisten glauben kann:


    “There are drivers slower than me on the grid and they still have jobs. A rider [Anm. FQ] came in behind me in the last Grand Prix and signed for $12 million, so I'm sure I'll find a seat.”


    Naja, vielleicht war es auch witzig gemeint. Quartararo fand es das jedenfalls nicht...

    Die generell extrem schnellen Rundenzeiten dieses Jahr relativieren die Zeiten von Marquez auf der GP23 - genauso wie die jedes anderen Fahrers. Die Zeiten von Pecco werden in den Medien z.B.genauso völlig übetrieben postiv dargestellt und allein ihm und seiner Fahrbrillianz zugerechnet. Was natürlich total plump ist, da längst bekannt ist, dass die Reifen hier einen erheblichen Einfluss haben. Aber gut, da kann ja Pecco nix für, wenn sich das noch nicht bis zum letzten durchgesprochen hat.


    Jorge Martin hat in der PK darauf angesprochen ganz gut geantwortet und ein bißchen bei dem Thema differenziert. Das fand ich gut. Er sagte, ihm kommen die Zeiten dieses Jahr auf dem Motorrad überhaupt nicht schneller vor im Vergleich zum letzten Jahr und als Gründe für die schnellen Rundenzeiten sieht er: technische Entwicklung am Motorrad, die Reifen, aber auch Weiterentwicklung der Fahrer.


    Die Aussage von Enea zum Überholmaneuver gegen Marquez in T1 fand ich auch sehr aufschlussreich. Denn von außen betrachtet, sah es ja so aus - für mich jedenfalls - als wären beide in der Bremsphase am Limit, und dass es dann halt unweigerlich zu der Berührung kommen musste, weil keiner der beiden noch Spielraum übrig hatte. So wie Enea es nachher schilderte, hatten offenbar beide aber immer noch genug Spielraum um jeweils mehrmals die Bremse immer wieder zu öffnen, zu schließen, in der Hoffnung der andere würde zurückstecken.


    Das bestätgt auch wieder mal meinen Eindruck, dass die Fahrer wohl oft doch mehr Kontrolle haben und Dinge beeinflussen können als sie zugeben. Vor allem dann, wenn es zu einem race incident kommt, beruft man sich ja immer gerne darauf, nichts hätte machen können, den anderen nicht hätte sehen können etc.


    Zu den Reifendruck-Strafe: Ja, echt saudoof. Man stelle sich vor, ein Fahrer fährt das Rennen seines Lebens (Rossi 2009 Catalunya) gewinnt in der letzten Kurve das Rennen, und 2 Stunden nach Rennende wird er auf Platz 4 oder 5 geführt wegen 0,01 bar. Das kanns echt nicht sein. Gestern wars zum Glück ja nicht so dramatisch.


    Weiß man eigentlich, was Rins für nächstes Jahr plant? Man liest immer, es wäre noch ein Yamaha-factory seat frei, aber nie wird Rins mit einem anderen Team in Verbindung gebracht. Das ist verwunderlich, denn Rins müsste ja eigentlich für die meisten Teams ein heißer Kandidat sein. Es sei denn, im Paddock ist vielleicht mehr über seinen (schlechten) körperlichen Zustand bekannt als wir Außenstehende wissen.

    "...es hatte ja eine Vorgeschichte…“ - das ist in der Summe, in der er Crashs produziert und damit auch immer wieder andere gefährdet, mittlerweile einfach Bullshit.

    Das ist jetzt "leicht" hart ausgedrückt. Aber ok...



    Ich wollte mit dem, was ich geschrieben hatte, auch keine generellen Aussagen über Marc Marquez treffen. Da sind wir uns wahrscheinlich in der Bewertung weitestgehend einig. Ich wollte nur etwas zu dem konkreten Vorfall heute mit Aleix schreiben. Nämlich: Du empfandest es offensichtlich als ausgleichende Gerechtigkeit, dass er gestürzt ist.


    986-26228dd2de25f94b723c8d9fd0f5806f489c4712.webp Sorry es sagen zu müssen, weil ich niemandem den Crash gönne, aber: das war mehr als verdient bei Marquez.



    Und ich empfand es eben nicht als gerecht, eben weil es heute eine Vorgeschichte mit Aleix gab. Und Aleix in diesem konkreten Fall meiner Meinung nach als ganz schlechtes Opfer taugt.

    Ok, Du kannst ihn halt generell so gar nicht leiden. Hab ich verstanden. Ist auch absolut ok!


    Aber bei der Sache heute: Was willst Du da bestrafen? Dass er gestürzt ist? Oder dass er generell etwas häufiger stürzt als andere? Ich finde, es gab in der Vergangenheit etliche Dinge, die er gemacht hat, die bestraft gehört hätten. Aber das heute gehört für mich nicht dazu. Er ist im Q2 auf seiner schnellen Runde bei dem Versuch einen langsameren Fahrer zu überholen gestürzt, wobei es durch den Sturz noch nichtmal zu einer Berührung mit dem anderen Fahrer gekommen ist. Einen klassischeren Renn-Inicident gibt es ja kaum.


    Und Aleix ist der letzte, der sich beschweren brauch über das, was passiert ist.

    Sorry es sagen zu müssen, weil ich niemandem den Crash gönne, aber: das war mehr als verdient bei Marquez.

    das sehe ich lange nicht so eindeutig wie Du. Du hast natürlich recht: Dass Marquez Aleix so aggressiv im Q2 überholt, und dann auch noch stürzt, und damit Aleix die Runde zerstört, ist ein grober Fehler. Allerdings hat gibt es ja eine Vorgeschichte.


    Aleix ist für mich der Inbegriff einer Drama-Queen. Also jemand, der Dramen in seinem Leben braucht, wie andere die Luft zum atmen. Deswegen kreiert er immer wieder selbst Situationen, die ihm genau diese Dramen verschaffen. Damit er sich wieder so richtig schön aufregen kann. So auch hier! Er sieht genau, dass sich Marquez vor seiner schnellen Runde direkt hinter Vinales platziert hat. Trotzdem muss Aleix ihn - ebenfalls recht aggressiv - in die letze Schikane hinein überholen und so Marquez' schnelle Runde torpedieren, indem er sich ihm direkt vor die Nase setzt. Ich habe in dem Moment schon "gewusst", dass Marc Aleix in dieser Runde irgendwie überholen wird. Sowas lässt der nicht auf sich sitzen. Und ich bin mir sicher: Wenn ich das wusste, dann wusste Aleix das auch. Und deswegen hat er es auch gemacht. Und dann sind wir wieder bei dem, was ich am Anfang geschrieben habe über die Drama-Queens, die ihre Dramen mit Vorliebe selbst erschaffen...

    Ben Spies und Crutchlow hatten ein paar Achtungserfolge, aber keinen großen Durchbruch.

    So wäre auch mein Gedankengang. Bisher ist noch keinem SBKler in der MotoGP der große Durchbruch gelungen, sondern die haben auf einer MotoGP immer ein gutes Stück schlechter abgeschnitten als auf den Superbikes. Deswegen würde auch ich eher annehmen, dass es bei Toprak nicht anders würde als es bei seinen Vorgängern war. Obwohl Toprak schon was besonderes ist, glaub ich. Also, wer weiß....


    Ich bin nicht so stark im Thema SBK drin, aber: Wenn man nicht wüsste, dass Bautista schon mal in der MotoGP gefahren wäre, und er da "nur" ein durchschnittlich guter Fahrer war, würde man dann nicht auch bei ihm sagen, er würde in der MotoGP einschlagen wie ne Bombe?


    Deswegen: Gebt dem Toprak das beste Bike im Grid (Ducati), dann weiß man wenigstens, ob er das Wunderkind ist, oder nicht.

    Es gibt halt - wie so oft - ganz verschiedene Perpektiven. Aus Fansicht (ergebnisorientiert) ist Mirs Entscheidung "falsch". Auch ich hätte erwartet oder mir sogar gewünscht, dass er nach diesen 2 Horror-Jahren das Fabrikat wechselt und nach besseren Rennergebnissen strebt.


    Hat er aber nicht. Denn die maßgebende Perspektive ist offensichtlich nicht meine Fan-Sicht, sondern Joan Mirs Sicht. Bei ihm fließen logischerweise noch ganz andere Faktoren mit rein als das bloße Ergebnis. Rennfahrer ist schließlich sein Beruf. Und Berufssportler haben üblicherweise ein seeehr kurzes Berufsleben, in dem das ganze Geld verdient werden muss. Da ich Joan Mir nicht für doof halte, gehe ich stark davon aus, dass er gute Gründe hat, den Vertrag mit HRC zu verlängern.


    Vor paar Wochen nach Fabios Verlängerung mit Yamaha wurde in den Medien ja zurecht die Frage aufgeworfen, warum HRC Joan Mir nicht genauso (gut) behandelt, wie Yamaha Fabio behandelt. Also finanziell gesehen. Vielleicht haben sie ja das nun gemach?! Und Mir ein Angebot unterbreitet, das er nicht ausschlagen kann. Denn: Wenn Mir gegangen wäre.... mit wem hätten sie ihn denn ersetzen sollen? Einen billligeren Fahrer hätten sie sicher bekommen. Aber auch einen besseren bzw. einen Weltmeister?

    Quartararo in der Moto2 und auch aktuell? Rossi bei Ducati? Lorenzo hat sich der Ducati meiner Meinung nach auch weniger angepasst als die Ducati ihm.


    Ich weiß natürlich was du meinst

    Ja, das weißt Du nicht. Und das liegt an mir selbst :) Denn ich hatte mich sehr ungenau ausgedrückt. Ich meinte: Sobald einer der Top-Fahrer - also einer, der dann später die MotoGP-WM gewinnt, plus Pedrosa - in die MotoGP-Klasse aufgestiegen ist, zeigt sein Weg bis zum ersten MotoGP-Titel immer stetig nach oben. Das trifft auf Rossi, Stoner, Lorenzo, Marquez, Quartarato Bagnaia. Auf Joan Mir trifft das zwar auch zu, aber den lasse ich mal aus den bekannten Gründen außen vor.

    Und man darf nicht vergessen, dass auch Bastianini mit dem 23er-Bike nicht gut klarkam (auch nach der Verletzung nicht). So was kann sich dann mit der kommenden Saison auch schnell wieder ändern

    Ja, sowas kann sich schnell wieder zum guten ändern. Ich hoffe es für Bezz. Aber die Realität ist oft: Wenn einmal sowas war, dann passiert nur allzuoft auch erneut, weil das Problem in einem selbst liegt.


    Ich hatte jetzt auch nochmal schnell die Erfolge von Bezz in den kleinen Klassen angeschaut: So richtig durchgestartet ist er da ja auch nie. Immer oben mit dabei, auch mal hier und da ein Rennen gewonnen, das schon, aber nie um die WM gekämpft. Da gab es immer zwei bis drei schnellere.


    Fazit: Ich möchte Bezz überhaupt gar nicht schlecht reden! Nach Fahrern wie Quartarao, Bagnaia, Marquez und Martin sehe ich ihn schon mit Fahrern wie Binder, Vinales oder Rins mehr oder weniger auf einer Stufe. Ich sage nur: Ich glaube, er wird es nicht schaffen, zu einem Fahrer des Kalibers Bagnaia zu werden. Ich hoffe aber gleichzeitig das Gegenteil davon :)

    Ja, das hat er bestimmt. Also dran zu knabbern...


    Meiner Meinung nach ist die unerwartet "schlechte" Performance von Enea letztes Jahr bzw. Bezz dieses Jahr jedoch nur ein Symptom, dessen Ursache eben nicht die GP23 an sich ist, sondern generell die Unfähigkeit unter allen verschiedenen Bedingungen, Strecken, Umständen eine konstante Leistung zu bringen. Das macht aus ihm keinen schlechten Fahrer. Denn dies ist etwas, was ja fast das ganze Feld plagt. Nur eben die absoluten Top-Fahrer nicht. Wenn Bezz jemals zu diesen aufschließen wollte, dann müsste er genau diese Fähigkeit erlernen. Und genau das passiert seeehr selten: Die Fahrer, die in den letzten Jahren WM wurden, hatten in der MotoGP immer gerade nach oben laufende Karrieren. Manche steiler (Marquez) und manche flacher (Bagnaia), aber eben immer nach oben, und nie dazwischen wieder (steil) nach unten.

    letztes Jahr hatte er einige beeindruckende Rennen

    eben. Einige. Das haben andere aber auch in der Vergangenheit. Zum Beispiel Oliveira, Bastianini, Vinales.

    aber insgesamt sehe ich ihn dennoch als Topfahrer, vor allem von den jetzt noch verfügbaren Kandidaten ist er aus meiner Sicht klar der beste.

    Ja, das ist er wahrscheinlich, wenn man ihm die letzte Saison zugute hält.


    Ich wollte wahrscheinlich auch nur sagen, dass er zwar ein sehr guter Fahrer ist - sofern die 24er Saison hoffentlich nicht repäsentativ ist -, dass ich aber nicht glaube, dass in ihm das Kaliber eines Pecco, Marquez oder Fabio schlummert. Nach der letzten Saison gab es da ja diesbezüglich eine gewisse Erwartungshaltung, dass er genau in diese Reihe von Fahrern gehören könnnte. Ich glaube auch nicht, dass er noch mehr Zeit braucht mit der 23er. Das hatte man bei Enea auch geglaubt. Und es ist nie etwas geworden mit dem 23er Bike. Vielmehr glaube ich, dass ihm - aber auch Enea zum Beispiel - das fehlt, was Pecco wahrscheinlich besser kann: Nämlich ein Motorrad zu verstehen, und dann vor allem zusätzlichlich diejenigen Dinge am eigenen Fahrstil anzupassen bzw. gezielt zu trainieren, die notwendig sind, um auch mit dem neuen Motorrad schnell zu sein. Und zwar von einem Motorrad-Jahrgang zum nächsten, aber auch von einer Rennstrecke zur nächsten. Deswegen ist er immer schnell: Egal welcher Jahrgang und egal welche Strecke.

    Wenn Ducati jetzt Bezz und Pramac auch noch verliert, geht Ducati als großer Verlierer aus dieser Silly Season

    Ich stimme Dir bei allen deinen Ausführungen zu, außer bei der einen zitierten über Bezzecchi. Ich bin mir nicht sicher, ob sein Abgang so ein großer Verlust wäre. Betrachtet man diese Saison, dann eher nicht. Ich finde, er ist einer der sympathischsten Fahrer im Feld, und er hatte letzte Saison seine Tage gehabt, wo alles zusammenpasste und er um Siege kämpfte bzw. diese sogar einfuhr. In meinen Augen ist er jedoch noch recht weit weg davon, auch nur annähernd zu den Top-Fahrern gezählt zu werden. Das zeigt sich in meinen Augen ganz klar diese Saison.


    Denn: Es gibt so einige Fahrer, die - wenn mal alles zusammengepasst hat - ganz vorne waren. Der Unterschied zu den wirklichen Top-Fahrern ist, dass diese unter (fast) allen Bedingungen, allen Strecken und mit allen Ausbaustufen des Motorrads schnell sind. Und genau das trifft auf Bezz Stand jetzt gerade leider überhaupt nicht zu. Schon letztes Jahr hatte er Strecken da ist es super gelaufen und welche da ist er nur mittelmäßig unterwegs gewesen. Und diese Saison nun zusätzlich die extremen Anpassungsschwierigkeiten mit dem 23 Modell, die dazuführen, dass es für ihn Strecken gibt, da läuft es gut bis mittelmäßig und welche da läuft es einfach nur schlecht.


    Die Zeit wird zeigen, ob er es schaffen kann, sich zu einem Top-Fahrer weiterzuentwicklen. Ich würde es mir durchaus wünschen. Ich habe jedoch meine Zweifel, ob das jemals passieren wird.

    Die Aussagen von dem Brembo-Techniker kenne ich. Soweit ich mich erinnere, hatte er immer eine sehr hohe Meinung von Rossi, und gerade eben nicht von Marquez - abgesehen von dessen fahrerischen Qualitäten natürlich. Außerdem erinnere ich mich, dass diverse seiner Prophezeihungen nie eingetroffen sind, sondern das Gegenteil davon. Deswegen: Ich hab seine Kommentare zwar immer gerne gelesen, aber für bare Münze sollte man davon wahrscheinlich auch nicht alles nehmen. Vor allem diejenigen Dinge nicht, die er als Bremsen-Techniker auch nur vom Hören-Sagen kennt.


    Und als Ergänzung zum Thema Entwicklung: Man muss da sowieso ein sehr großes Fragezeichen machen, inwieweit ein Fahrer überhaupt daran beiteiligt ist, das Motorrad wirklich zu entwickeln. Sowohl Crutchlow als auch Rossi (Yamaha), genauso wie Bradl (Honda) haben z.B. immer wieder betont, dass die Ingenieure oft gar nicht auf das Feedback der Fahrer hören. Sprich: Die Fahrer dürfen zwar sprechen, aber gehört werden sie in Bezug auf die Entwicklung nur wenig.


    Genauso kann man Marquez nicht anlasten, dass Honda die ganze Aero-Entwicklung verschlafen hat, sowie keine Innovationskraft generiert, sondern stattdessen seit Jahren nur noch den europäischen Werken hinterherläuft bzw. versucht deren Innovationen zu kopieren. Auch wurde Stoner als schlechter Entwicklungsfahrer bezeichnet, damals bei Ducati. Rossi dagegen oft als sehr guter Entwicklungsfahrer. Aber dann bei Ducati hat er diese Fähigkeiten verloren und das Motorrad hat noch wesentlich schlechter performt als mit Stoner?


    Diese Beispiele führen daszu, dass ich persönlich den Einfluss der Fahrer auf die Motorradentwicklung für extrem überschätzt halte. So Aussagen wie: "Fahrer xy kann kein Motorrad enwicklen" klingen in meinen Ohren deswegen sehr abwegig.

    Ist das so normal, wenn Pramac vertraglich 2 Werksmaschinen zustehen?

    Klar ist hier für Außenstehende gar nichts. Allerdings halte ich es für naheliegend, dass vertraglich auch der Fall festgelegt wurde, der jetzt eingetreten ist: Nämlich dass ein Fahrer (Martin) das Werk verlässt und zu einem anderen Hersteller wechselt und wie man damit im Hinblick auf die Einbindung dieses Fahrers auf die Entwicklung und auf den Erhalt von Updates umgeht.

    Diese Saison kann Aldeguer die Leistung von letzter Saison, die ihm den MotoGP-Deal ermöglichte, nicht im Ansatz reproduzieren. Mit dem Wissen von heute war seine Verpflichtung zu früh in meinen Augen, ja.


    Ich schätze Pecco auch gleichstark wie Marc ein, wenn nicht sogar etwas stärker. Seine ganze Karriere hindurch wurde er immer wieder unterschätzt, habe ich den Eindruck. Nach jedem Sturz, den er in Führung liegend produziert, ist man geneigt zu denken: "Jetzt hat er einen Knax im Selbstvertrauen bekommen". Und am nächsten Tag oder im nächten Rennen gewinnt er souverän als wäre nix gewesen. So wie zuletzt in Barcelona. Selbst im Zweikampf ist er nicht derjenige, der sich von Marcs Härte einfach überrumpeln lässt - wie so viele andere Fahrer. Das hat man in Jerez gesehen.


    Für Pecco und Marc steht viel auf dem Spiel: Marc hat zwar die Möglichkeit die Rekorde von Rossi zu brechen. Aber genausogut kann er gegen Pecco den kürzeren ziehen, und muss dann eingestehen, dass er nicht mehr der beste Fahrer ist. Bis hierhin konnte er sich nämlich immer auf die unterlegene Honda bzw. die Vorjahrer-Ducati berufen. Nächste Saison gibt es keine Ausreden mehr. Für keinen von beiden.


    So sehr ich Bastianini sympathisch finde, so sehr muss ich aber auch sagen: Aus fahrerischer Sicht konnte er in den 1,5 Jahren im Werksteam bis jetzt zu keinem Zeitpunkt den Erwartungen gerecht werden. Deswegen sehe ich in seinem Abgang jetzt auch keinen riesen Verlust für Ducati. Das "Problem", das er hat, ist, dass er nur auf manchen Strecken sauschnell ist, und dazwischen immer wieder nur die Pace für P5 - P10 hat. Das ist mir damals schon bei Gresinsi aufgefallen, und das hat er bis heute nie ablegt. Anders als Pecco, Martin oder Marc. Die haben so gut wie immer und überall die Pace für P1-P4. Früher hätte man zu diesen 3 Fahrern wahrscheinlich Aliens gesagt. Quartarao zählt wahrscheinlich auch dazu, aber die Yamaha verhindert bekanntermaßen, dass man das sehen könnte.

    FB wird eh bedient sein, ausgerechnet MM als Teamkollegen zu bekommen.


    Vermutlich. Aber das ist sein Problem! Es geht hier um Wettkampf, und darum, dass der bessere gewinnt. Nächstes Jahr sitzten 2 der besten Fahrer im Feld auf den gleichen Maschinen. Ich sehe das deswegen weniger als Problem für Pecco, sondern mehr als Chance den Überfahrer dieser Generation mit dem selben Material zu schlagen. Letzteres würde ich mir persönlich auch wünschen.

    Man wird dafür sorgen das JM89 ganz sicher kein WM dieses Jahr wird.

    Das ist auch mein Verdacht...


    Dafür haben sie zwei Top-Fahrer verloren

    Egal für wen sie sich entschieden hätten, sie hätten sowieso die beiden Fahrer verloren, die nicht den Platz im Werksteam bekommen hätten...

    Dann hätte sich ja jetzt tatsächlich innerhalb von nichtmal 24 Stunden die Frage geklärt, wo Bestia, Marc und Martin nächstes Jahr fahren werden. Ging dann ja doch schneller als gedacht...


    Zu Martins Wechsel stellt sich natürlich jetzt die naheliegende Frage: Wie geht Ducati in der verbleibenden Saison damit um? Erhält Martin die selbe Unterstützung und auch Updates wie bisher? So ganz in Ducatis Sinne kann es ja nicht sein, dass er die Nr.1 nächste Saison auf eine aprilia klebt.

    Ich finde es gut für Aprilia, dass sie jetzt einen der Top 3 Fahrer bekommen haben. Ich hoffe, Martin kommt gut mit der Aprilia zurecht, und kann deren volles Potential zeigen. Bei den aktuellen Fahrern besteht - zumindest bei mir - immer der Zweifel, ob Vinales und Aleix das volle Potentila der Maschine herausholen können oder ob es ihnen nur an den wenigen perfekten Wochenenden gelungen ist.


    Ich finde es aus Martins Sicht charakterlich stark, dass er nicht nur von einer Deadline geredet hat, so im Sinne einer leeren Drohung, sondern ohne lange zu fackeln, seinen Worten Taten folgen ließ.

    zxcd Ich glaube da spielen zusätzlich noch andere Aspekte mit rein in die Entscheidung von Ducati als die rein sportlichen. Was ja jetzt nichts neues ist. Wahrscheinlich spielen mal mehr mal weniger auch persönlich Präferenzen von den Entscheidungsträgern mit rein. Aber ein wichtiger Aspekt von dem ich mir zumindest vorstellen könnte, das er für Ducati recht wichtig ist, ist folgender:


    Marquez ist eine "living legend", der irgendwann in den nächsten Jahren seine Karriere beenden wird. Und wenn er dies bei Ducati tut, nachdem er mit Ducati noch einmal Weltmeister geworden ist - womöglich sogar noch mehrmals, was ich nicht für unmöglich halte -, dann wäre sein Legendenstatus auf Ewig und untrennbar mit der Marke Ducati verwoben. Da kann er noch so oft Weltmeister mit Honda geworden sein. Und ich glaube, die Möglichkeit eine Legende mit der eigenen Marke verknüpfen zu können, ist etwas, wozu man nicht alle Tage die Chance bekommt. Honda hat Doohan und im Moment noch Marquez, Yamaha hat Rossi. Ducati fehlt so eine Figur meines Wissens noch. Mit Marquez hätten sie dann - je nachdem wie es läuft - eine gefunden.


    Jetzt müssen wir sowieso erstmal abwarten, ob diese Nachricht aus dem von ABF verlinkten Artikel tatsächlich stimmt. Es wäre jedenfalls ein Hammer, denn nach der PK am Donnerstag, in der Martin so entspannt wirkte, und man zwischen den Zeilen zu hören glaubte, dass die Sache zu Martins Gunsten gelaufen sei, haben wahrscheinlich die wenigsten mit so einer Wendung gerechnet....