hackstueck Enlightened
  • Member since May 11th 2012

Posts by hackstueck

    Die Angaben auf dem Typschild werden bei jedem Motorrad gleich gemessen. "Fahrfertig", also 90% voller Tank und alle notwendigen Betriebsmittel. Eine Tenere 700 ist 21kg leichter, meine übergewichtige 1000er genau 3kg schwerer (wovon ca. die Hälfte einfach mehr Benzin sein sollte)

    Jupp, bei nem 2020er Motorrad sollte das ein Garantiefall sein. Der Händler sollte auch in der Lage sein, eine Abholung zu organisieren, wenn das Motorrad nicht mehr fahrbereit ist (was bei einem Bremsdefekt sicher der Fall ist).

    Jupp, die Socken gibts dafür, dass man auch ja nicht in die Spiegel schaut. Was hinter einem ist, hat nicht zu interessieren, alle Aufmerksamkeit nach vorne.

    Das ist ehrlich gesagt am Anfang etwas komisch, insbesondere wenn man langsam über Start/Ziel rollt, um die anderen vorbei zu lassen. Ganz besonders in dem Moment, in dem man sich dann wieder dran hängen will. Aber es funktioniert.


    Das Spiel mit Lampen, Bremslicht und co. wird hier nicht gemacht, es gibt ja auch keine Zielbremsungen an den Kurveneingang.

    Du hast ja echt den Givi Airflow Oberteil draufgelassen ^^ Den kann man für sowas durchaus abmachen :)

    Das habe ich auch erst vorgehabt, dann aber vergessen. Hat dann aber nicht gestört, so dass ich es einfach gelassen habe.


    Und zum "Kopf weit in die Kurve drehen" - um das Thema kommt man glaube ich bei keinem Training herum :grin: Hier muss man hauptsächlich darauf achten, nicht starr auf das Hinterrad vom Vordermann zu glotzen.

    Jetzt mal bzgl. Sitzposition gefragt:

    - Bist du viel drückend gefahren und würde dir gesagt dass du mit dem Gesäß etwas nach innen rücken sollst und dann mit dem Knie nach vorne gehen?

    Ich fahre ziemlich neutral legend, das letzte bisschen Schräglage leicht drückend. Das in Verbindung mit etwas geringerer Schräglagenfreiheit gegenüber den anderen Motorrädern hat mich dann schnell Bodenkontakt finden lassen. Die Abhilfe war, weiter hinten und anschließend auch etwas nach innen versetzt zu sitzen, damit gewicht nach innen kommt, den Rest dann mit dem Oberkörper zu machen, um die notwendige Schräglage weiter zu verringern.

    15:00 Uhr - fünfter Turn

    Jetzt läufts so richtig. Ich hänge mich immer Tiefer in die Kurven und die Linie findet sich fast automatisch. Ich komme immer näher an die Pylonen ran und auch die wenigen Curbs, die vorhanden sind, werden immer dichter angefahren. Insgesamt kommt einem die ganze Runde mit der sauberen Linie langsamer vor, jedoch schaffen wir zwei ganze Runden mehr in diesem Turn :) In den zwei Runden, die jeder vorne fährt, wird hauptsächlich die erste Runde sehr dich vom Instruktor gefilmt, bei der zweiten wird dann etwas freies Fahren zugelassen und die Gruppe hintendran etwas zusammengebremst, damit das überholen / Tauschen auf der kurzen Start/Ziel-Geraden auch funktioniert. Ich treffe den Jackpot und fahre in der Film-Runde die sauberste Runde des ganzen Tages, treffe alle Einlenkpunkte :)

    Dementsprechend ist die Video-Besprechung auch sehr schön, denn wenn man mit ner hohen Reiseenduro auf abgefahrenen Reifen mit den anderen Moppeds mithalten kann und dabei eine saubere Linie hinbekommt, hat man meiner Meinung nach alle Ziele eines solchen Trainings erreicht. So sieht das auch der Instruktor, was mich sehr erfreut. Ich bekomme noch ein paar Tipps für mögliche Weiterentwicklung bezüglich schnellerem Fahren auf der Strecke für den Fall, dass ich in der Richtung weiter vertiefen möchte. Das ganze würde aber generell eine Umstellung vom Fahrstil erfordern, was nicht mein Ziel bei diesem Training ist.


    Provida mal anders (Überwachungsstaat!)


    16:20 Uhr - sechster Turn

    Nun geht es ein letztes Mal auf die Strecke. Auch dieses Mal mit wechselndem Vorausfahren, allerdings nicht mehr mit Kamera. Das ist quasi ein Turn, um das Gelernte frei anzuwenden und nochmal etwas Spaß zu haben. Natürlich achten wir drauf, im letzten Turn keine Heldentaten zu versuchen - jeder weiß, dass der letzte Turn der gefährlichste ist. Heute soll aber außer den zwei Kawasakis am Vormittag nicht mehr kaputt gehen. Was mit in diesem Turn noch auffällt: bei der komischen langen 180° Rechts, die erst zu und dann auf macht und bei der wir bis jetzt immer nur den Einlenkpunkt beachtet haben, ergibt ab einem gewissen Tempo auch der markierte Scheitelpunkt Sinn. Dazu muss man schnell genug sein und die Curbs im ersten Drittel der Kurve als Scheitelpunkt mitnehmen, sich dann raustragen lassen und dann den markierten Scheitelpunkt im letzten Drittel anfahren, quasi als Doppel-Kurve. Damit flutscht jetzt die gesamte Runde.


    Im Anschluss findet sich unsere Gruppe noch bei Cola oder alkoholfreiem Weizen im Lokal ein. Alle sind ziemlich platt nach insgesamt zwei Stunden auf der Strecke. Ich bin echt froh, dass ich keinen allzu langen Heimweg vor mir habe.


    Richtig Spaß im letzten Turn :)


    Keine zwei Minuten nach dem letzten Turn des Tages ist die Strecke wieder im Normalbetrieb


    Auch Adventure-Reifen kann man gut anfahren, selbst auf einer langsamen Strecke :)


    Fazit

    Zum Abschluss kann ich nur sagen, dass ich als absoluter Neuling was Fahren auf einer Rennstrecke angeht sehr viel gelernt habe. Ich hatte viel Spaß, auch wenn es, gerade am Anfang, sehr herausfordernd war. Ich bin auch froh, dass ich mich für ein Training auf einer Kartbahn entschieden habe. Das Tempo und damit auch das Risiko sind doch deutlich geringer als auf einer richtigen Rennstrecke. Auch das fast vollständige Fehlen von Geraden macht das Fahren sehr intensiv. Das Layout mit Geschwindigkeiten von ca. 25-80 (wer auf Start/Ziel durchzieht schafft natürlich auch 100+, muss es dann aber nach 50 Metern wieder weg bremsen) ist außerdem auch in der Hinsicht sehr anfängerfreundlich, dass man sich keinerlei Gedanken ums schalten machen muss. Aus der Box raus, zweiter Gang rein und fertig. Kein Schalten, kein Kuppeln, rein aufs Kurvenfahren konzentrieren.

    Insgesamt habe ich mehr bei dem Training mitgenommen, als ich vorher erwartet hätte. Ich habe allerdings auch völlig unterschätzt, wie anstrengend so ein Training ist. Abends fiel ich schon kurz nach 9 Uhr ins Bett und am nächsten tag hatte ich Muskelkater in den Beinen vom regelmäßigen Umsetzen auf dem Motorrad. Während des Trainings habe ich aufgrund der Temperaturen und der Anstrengung über 5 Liter Wasser vernichtet.


    Werde ich so etwas nochmal machen? Ganz sicher. Vielleicht nicht sehr häufig, aber so einmal im Jahr ist so ein Training sehr spaßig.

    Warum nicht häufiger? Mir fehlt ganz ehrlich der Ehrgeiz, um ernsthaft auf einem Rundkurs schneller fahren zu wollen. An der Linie zu feilen, die auch auf der Straße Sinn macht und die Grenzen des eigenes Motorrades kennenzulernen ist sehr hilfreich, aber das habe ich jetzt hinter mir, zumindest für diese Saison.

    Kann ich die Veranstaltung empfehlen? Auf jeden Fall. Ich würde jedem halbwegs erfahrenen Motorradfahrer ans Herz legen, so etwas zumindest einmal auszuprobieren. Man muss jedoch dazu sagen, dass so etwas meiner Meinung nach nichts für Einsteiger ist - hier muss schon etwas Erfahrung mitspielen, sonst hat man selbst und die anderen in der Gruppe wahrscheinlich keinen Spaß.


    Insgesamt würde ich sagen, dass diese Veranstaltung mir mehr gebracht hat, als die Veranstaltungen, die der ADAC so anbietet. Trotz der positiven Erfahrungen werde ich aber wohl kein Training auf einer Rennstrecke anstreben, da viele Sachen für mich hauptsächlich durch die enge Kartstrecke gut gepasst haben, während ich auf einer schnelleren, offeneren Strecke wohl weniger Spaß und weniger Lerneffekt gehabt hätte.

    9:40 Uhr - erster Turn

    Der erste Turn dient zum Strecke kennenlernen. Markus fährt vor, Position 2 wird jede Runde auf Start/Ziel wie beim Radsport getauscht, man fällt ans Ende der Gruppe zurück. So kommt jeder in den Genuss direkt hinter dem Instruktor zu fahren. Das Tempo ist gemütlich, genau richtig um sich etwas warm zu fahren. Nach ca. der Hälfte des Turns zieht das Tempo etwas an. Dann noch etwas. Jetzt macht es richtig Spaß und man kommt in den Kurven auch richtig schräg. Dann legt Markus noch eins drauf. Dann fängt es an - erst linksrum, eine halbe Runde später dann auch in den Rechtskurven - kkkkrrrrrrrrrccccchhhhhhh. Meine Fußrasten haben der Kartbahn den Krieg erklärt. Eine Runde später wirds dann weniger witzig, denn in einer Rechts machts plötzlich "PLONK"... Der Unterfahrschutz mag den Fußrasten nicht mehr zuschauen, sondern auch mitmachen. Für mich ist es das Zeichen, dass das Limit erreicht ist, ich möchte mich ja nicht aushebeln. In den letzten zweieinhalb Runden des Turns muss ich etwas abreißen lassen, weil das Tempo weiter steigt. Da auf den kurzen Geraden nicht voll angegast wird, kann ich dort wenigstens zufahren und die Gruppe zusammenhalten.


    Nach dem Turn haben wir dann eine Stunde Pause, während die 6 anderen Gruppen drei Turns belegen. Dabei haben wir Zeit für eine ausführliche Besprechung des ersten Turns um anschließend festzulegen, wie wir den zweiten Turn angehen. Nach den letzten Runden spiele ich mit dem Gedanken, in Gruppe 7 zu wechseln, möchte aber erst einmal schauen, was Markus zu meinem Handicap der geringeren Schräglagenfreiheit sagt. Daraus ergibt sich dann ad-hoc eine Schulung in Sitzposition und Kurventechnik mit mir auf meinem Motorrad als lebendes Anschauungsobjekt. Auch bei den anderen gibt es das ein oder andere an der Sitzposition anzupassen. Außerdem beschließen wir, dass wir einen weiteren Turn hinter Markus fahren, diesmal immer zwei Runden am Stück. Üblicherweise nimmt er ab Turn 2 immer einen ganz nach vorne, so dass er auf P2 bleibt und der Kreisel auf P1 stattfindet, aber hier wird sich nach den Wünschen der Gruppe gerichtet. Danach bleibt noch etwas Zeit für eine Pause zum Wasser und Kaffee tanken, etwas Gelaber mit den anderen Fahrern und dann geht es auch schon auf zum nächsten Turn.


    Einen unerfreulichen Punkt gibt es leider auch zu berichten: nach unserer Besprechung gibt es plötzlich Gehupe von der Strecke und alle Instruktoren sprinten los. Die Fahrerin einer alten Ninja hat in der langen Linkskurve nach Start Ziel die Strecke verlassen und auf der noch vom Tau feuchten Wiese das Motorrad hingelegt. Glücklicherweise konnte Sie vorher noch fast die gesamte Geschwindigkeit runterbremsen und hat sich nur etwas die Hose verdreckt. Die Kawasaki ist aber etwas verärgert und hat zum Trotz die linke Fußraste abgeworfen - Damit ist für die Fahrerin heute leider Schluss.


    Am Schräglagenlimit mit schleifenden Teilen


    11:00 Uhr - zweiter Turn

    Der zweite Turn läuft schon etwas besser. Ich sitze weiter hinten und hebe mich bewusst nach jeder Kurve kurz von der Sitzbank, um mich etwas seitlich versetzt für die nächste Kurve zu positionieren, der Rest wird mit Gewichtsverlagerung am Oberkörper gemacht. Das Tempo ist durchgehend wie am Ende von Turn 1 und ich setze weder mit den Rasten auf, noch muss ich abreißen lassen. Das ist schon mal ein erster Erfolg und nun bin ich auch in meiner Selbsteinschätzung bestärkt - mein Bauchgefühl lag mit Gruppe 6 nicht daneben :) Allerdings wollte sich diesen Turn mehrfach die Socke auf dem rechten Spiegel verabschieden. Die wird nun etwas besser befestigt.


    Ein paar cm Bewegung reichen, um nicht mehr aufzusetzen (und ich habe einen Todesblick beim Kurvenfahren)


    In der Besprechung haben wir hauptsächlich das Thema der Linie. Drei Kurvenkombinationen machen Probleme. Bei einer Linkskehre gefolgt von einer leichten, langen rechts, einem 90° Rechtsknick und einer Rechtskehre fahren wir alle eine komische Linie viel zu weit außen in der leicht-Rechts. Bei einer Linkskehre gefolgt von einer langen Links auf Start-Ziel finden wir den Einlenkpunkt nie und bei einer komischen langen 180° Rechts, die erst zu und dann auf macht, weiß keiner von uns etwas mit dem markierten Einlenkpunkt und Scheitelpunkt anzufangen. Wir treffen entweder den einen oder den anderen :D

    Was wir alle in diesem Turn gemerkt haben, ist dass das Fahren doch anstrengt, nach 20 Minuten ist man ziemlich fertig. Die 27 Grad helfen dabei nicht wirklich. Außerdem haben sowohl der Fireblade- als auch der Tuono-Fahrer Probleme mit ruppiger Gasannahme. Bei der Fireblade lässt sich das ganze immerhin mit erhöhtem Standgas abstellen.


    Auch während dieser Pause gibt es leider Schrott. Ein Z800-Fahrer aus einer der schnellsten Gruppen legt publikumswirksam in dem scharfen Linksknick genau neben der Box ca. 5 Meter Drift und dann einen Lowsider hin. Dabei macht er auch richtig Lärm, mit in den Drehzahlbegrenzer schnellenden Motor, Reifenquietschen, und einem lauten Knall, so dass auch wirklich jeder hinschaut. Für das generell geringe Tempo auf der engen Strecke schafft der Fahrer es, erstaunlich viel Abrieb an seiner Kombi zu verursachen. Glücklicherweise gibt es keine ernsthaften Verletzungen, lediglich Schmerzen am Bein, auf das die Z800 drauf geknallt ist. Das Motorrad hat einige Kratzer eingesteckt und einen Lenkerendspiegel hat es zerlegt. Der Fahrer wird mit seinem Motorrad aber zumindest den letzten Turn wieder mitfahren.



    12:20 Uhr - dritter Turn

    Während die ersten Gruppen zum Mittagessen im zur Kartbahn gehörigen Lokal gehen, geht es für uns zum dritten mal auf die Strecke. Diesmal inklusive wechselndem Vorausfahren und Videoaufzeichnung. Kurz nach Beginn setzt allerdings leichter Nieselregen ein, was das Tempo dann deutlich drückt. Ich habe bei dem guten Asphalt, sehr geringer Wassermenge und meinen Reifen weniger ein Problem damit, die anderen mit Sportreifen jedoch eher. Generell läuft dieser Turn aber für alle nicht wirklich rund, wir müssen ein paar mal abkürzen, damit wir nicht der Gruppe 5 im Weg rumfahren. Im Anschluss stellen wir fest, dass Murphy uns ganz schön mitspielt, denn auch die Kamer hat versagt. Markus drückt es anders aus: Wir haben Glück, dass wir uns das Elend nicht anschauen müssen :D Naja, erst einmal gehen wir auch zum Mittagessen, während der Nieselregen aufhört und nur noch Gruppen 7+8 mit leichter Feuchtigkeit fahren müssen.



    13:40 Uhr - vierter Turn

    Versuch Nummer zwei mit der Kamera - frisch aufgeladen und mit neuer SD-Karte geht es noch einmal auf die Strecke. Das Mittagessen scheint uns nicht geschadet zu haben, die Linie sitzt nun besser. Auch das Tempo haben wir wieder gefunden. So langsam macht das richtig Spaß. Auch das Bewegen auf dem Motorrad sitzt nun und die Strecke brennt sich auch so langsam ein. Die Runden werden konstanter. Dementsprechend fällt die Nachbesprechung auch kürzer aus, lediglich der Tuono-Fahrer hat Probleme mit der Linie und der Gasannahme und musste ein paar mal abreißen lassen. Die Besprechung ist allerdings auch so kurz, weil die Kamera erneut versagt hat... Für den nächsten Turn wird eine andere Kamera von einem anderen Instruktor besorgt und uns wird als Entschädigung ein Kaltgetränk im Streckenlokal nach Ende der Veranstaltung zugesagt :)


    Zur Auflockerung mal Bilder von anderen Motorrädern


    weiter im nächsten Beitrag wegen Längen-Limit...

    Wie ich im Höhen und Tiefen des Motorradalltags ja bereits geschrieben habe, war ich letzten Samstag bei einem Kurventraining auf einer Kartrennstrecke, organisiert vom MotoTeam. Hier folgt nun ein Bericht über den Tag, vielleicht findet es ja der ein oder andere Interessant oder hilfreich. Vielleicht können wir aus diesem Bericht auch einen Sammelthread für ähnliche Veranstaltungen machen. Genug gelabert, jetzt kommt der Bericht:



    Vorgeschichte:

    Ich wollte diese Saison mal ein fortgeschrittenes Training mit dem Motorrad machen. Ich fahre nun seit über 8 Jahren und ca. 90.000km Motorrad, allerdings kann man eine Sache natürlich auch sehr lange und sehr überzeugt falsch machen ;) Ich habe bereits Erfahrungen mit den Fahrsicherheitstrainings vom ADAC. Da wollte ich ganz sicher kein einfach Training mehr machen, denn das kann ich auch selbst auf dem Supermarktparkplatz. Für das Perfektionstraining muss ich jedoch ein anders Training innerhalb der letzten zwei Jahre nachweisen - wie blöd ist das denn? Naja, also suche ich mal nach Alternativen. Die Suche gestaltet sich allerdings schwierig, vieles ist am anderen Ende von Deutschland oder nur sehr spärlich beschrieben. Also hatte ich die Aktion aufgeschoben. Als ich letztens nach einiger zeit wieder mal mein Notebook benutzt habe, sah ich die noch offenen Tabs der letzten Recherche von vor ein paar Monaten. also habe ich noch einmal gesucht und ein Angebot vom MotoTeam auf dem Vogelsbergring, nicht weit weg von mir, gefunden. Das sah ganz vielversprechend aus. Die Beschreibung ist leider auch sehr kurz gehalten, allerdings sind einige Kernpunkte genau passend: Es gibt kleine Gruppen (4-5 pro Instruktor), es ist auf einer Kartrennstrecke, aber explizit kein Renntraining, sondern als Kurventraining ausgelegt. Die Strecke sieht auf Google Maps vielversprechend aus. Außerdem ist ein Termin in genau 10 Tagen noch zu haben, da gab es eine Absage. Da habe ich einfach mal zugeschlagen. Losgehen soll es Samstags um 8:30 Uhr. Ich bereite mich also vor, Samstags um 6:00 Uhr aufzustehen (warum tue ich mir das an?)


    Die Strecke:

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    7:00 Uhr - Anreise

    Ich habe ca. 80 Kilometer bis zum Vogelsbergring, davon ca. 60 Kilometer Autobahn. Ich muss vor dem Training tanken und habe auch nichts gefrühstückt, also Plane ich einen Stopp bei der Tanke an der Autobahnabfahrt ein und fahre sehr zeitig los. Natürlich ist auf der A3 auch an einem Samstagmorgen um kurz nach 7 kein zügiges Vorankommen möglich, weil das Rechtsfahrgebot konsequent missachtet wird. Aber immerhin hat es nicht den üblichen zähfließenden Verkehr, so dass ich gegen kurz vor 8 an der ausgewählten Tankstelle sowohl den Tank als auch meinen Magen fülle. An der Säule neben mir steht eine GSX-R mit sehr verdächtigen Gummiwürsten am Hinterreifen - der Fahrer hat das gleiche Ziel.



    8:15 Uhr - Ankunft

    18 Kilometer später finde ich dann den Vogelsbergring. Das ist eine Kartrennstrecke, die ca. 1 Kilometer außerhalb von Wittgneborn (in der Nähe der A66 zwischen Hanau und Fulda) im Wald liegt. Ich folge dem Schild zum Fahrerlager. Auf dem Parkplatz finde ich einen Haufen Campingbusse und Motorradanhänger vor. Im Bereich der "Boxengasse" parken diverse Motorräder. "Boxengasse" ist hier nicht ganz ernst zu nehmen, denn es ist eigentlich nur ein gepflasterter Aufstellungsbereich. Man ist zwar richtig mit Ein- und Ausfahrt an die Strecke angebunden, aber nicht an Start/Ziel sondern auf der gegenüberliegenden Seite der Strecke.

    Hier laufen lauter Menschen in Lederkombis herum, ca. ein Drittel aller Motorräder haben kein Nummernschild und keine Spiegel. Bei fast allen Motorrädern handelt es sich um Naked Bikes oder Sportler - Ich komme mir langsam etwas fehl am Platz vor mit meiner Reiseenduro und Textilkombi. Zu meiner gedanklichen Rettung tauchen wie aufs Stichwort auch noch eine Honda CBF 1000, eine Honda NC700 und eine BMW R1150RT auf, die Fahrer auch in Textil. Nun bin ich etwas beruhigter :D

    Die Veranstalter haben zwei Pavillons mit Bierbänken und Laptops aufgebaut und nutzen ein festes Vordach der Technik-/Reifen-Hütte der Kartbahn als Hauptanlaufstelle. Dort meldet man sich an und findet auch Obst, Getränke und Platz, um Gepäck abzustellen. Auch gibt es hier Ausstellungsstücke verschiedener Sponsoren zu begutachten - HJC Helme, Held Stiefel und Helite Airbagwesten. Nach der Anmeldung und dem Eintrudeln einiger verspäteter Teilnehmer gibt es eine kurze Fahrerbesprechung, bei der die Regeln auf der Strecke und der Tagesablauf geklärt werden. Kurzversion: 5 Fahrer pro Gruppe plus Instruktor, kein Überholen der Gruppen, das wird durch Abkürzen der halben Strecke bei einer Abzweigung an Start/Ziel gelöst. Überholen innerhalb der Gruppe nur auf Start/Ziel und auf Zeichen des Instruktors. Die Einlenkpunkte, Scheitelpunkte und in bestimmten Kurven auch ein Punkt am Ausgang sind für eine Sicherheitslinie mit Pylonen markiert. Das ist mit Absicht keine Rennlinie, sondern hinterschneidet die Kurven. Es gibt bei 40 Teilnehmern 8 Gruppen, immer zwei gleichzeitig auf der Strecke mit 20-Minuten Turns. die karierte Flagge zeigt die letzte Runde an, abgewunken wird der Turn mit rot. Bei Stürzen muss die Gruppe weiter fahren und in die Box abbiegen. Die nicht gerade fahrenden Instruktoren, der Fotograf und das Orga-Team sind für die Hilfe verantwortlich.


    Impressionen bei der Ankunft:



    Nachdem die Regeln geklärt sind, soll man sich bei den acht Instruktoren einfinden, von links = Gruppe 1 = schnell bis rechts = Gruppe 8 = gemütlich. Ich sortiere mich mal bei Gruppe 6 ein, in der Hoffnung, dass das passt. Ich bin ja kein langsamer Fahrer, aber habe keinerlei Streckenerfahrung und auch etwas Respekt vor dem Material und dem professionellen Auftreten von ca. zwei Drittel des Feldes hier. Unser Instruktor ist Markus - ein ehemaliger Stammkunde, der irgendwann als Instruktor angeworben wurde. Er fährt eine alte Knubbel-SV650 mit Stummellenker und sehr schöner gelb-grüner Rennverkleidung. Sonst finden sich in meiner Gruppe noch eine Triumph Sprint 955i, eine Honda CBR1000 SC57, eine Suzuki GSX-S 750, eine Aprilia Tuono V4 und natürlich meine Suzuki V-Strom 1000. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde gibt es eine Vorbesprechung und die Festlegung der gruppeninternen Regeln zum Positionswechsel, der Zeichen zum Abkürzen etc.

    Dann haben wir ein paar Minuten Zeit während, während die Gruppen eins bis vier die ersten beiden Turns fahren.

    Während des Vorgangs sind schon einmal ein paar Leute des Orga-Teams durch die Box gelaufen und haben bei allen straßenzugelassenen Motorrädern ein paar Socken über die Spiegel gezogen - die anderen haben ja gar keine mehr dran :D


    Instruktoren-SV und eine hübsche Italienerin


    Fireblade und GSX-S750


    V-Strom und Triumph


    Die ersten drehen schon ihre Runden


    weiter im nächsten Beitrag wegen Längen-Limit...

    Also mir hat so ein kleiner Ladenbesitzer mal vorgerechnet was so ein EC System ihn kosten würde (und das ist noch nicht paypal, apple pay oder kreditkarte) und die kosten waren schon nicht ohne.

    Ab ca. 130€ für ein Terminal und unter 1% Umsatzgebühr für Giropay (EC-Karte). Klingt jetzt nicht wirklich ruinös.

    Hoch:

    Ich war heute bei einem Kurventraining auf der Kartrennstrecke Vogelsbergring. 6 Turns a 20 Minuten inklusive Videoanalyse vom Instruktor. War sehr spaßig, aber auch super anstrengend.

    Deswegen bin ich jetzt auch zu fertig, einen Bericht zu schreiben, werde die Tage einen nachreichen (dann habe ich hoffentlich auch gute Bilder zur Verfügung)

    Das ist normal. Mein Motorrad mahnt auch schon zum Tanken bei 80 km Restreichweite nach Anzeige. Bei 4km Restreichweite bekam ich dann 18,5 Liter in den 20 Liter Tank, also gibts noch 1,5 Liter "versteckte Reserve".

    Ähnlich war es bei den Motorrädern vorher, die schrien auch viel zu früh nach Sprit, jedoch ohne Restreichweitenanzeige.

    Danach laufen einige Prozesse durch wie immer "OK" kommt und ganz am Ende möchte das System noch Geld von mir haben. Nunja, nix ist Gratis. Die Bezahlung kann man unter anderem per Paypal machen, was meine bevorzugte Zahlungsmethode im Internet ist.

    Achtung, das muss nicht stimmen. Das kommt auf die jeweilige Zulassungsstelle an. In Frankfurt möchte man beispielsweise Kreditkarte oder Sofortüberweisung haben.

    Das ist wichtig, man sollte sich vorher informieren ob man auch tatsächlich eine passende Zahlungsmethode hat, bevor man seine Papiere entwertet ;)

    Die elektronischen Sensoren arbeiten nicht mit Distanz. Da wird mit Geschwindigkeit, Beschleunigung und Winkeländerung gearbeitet, um einen Sturz zu erkennen.


    Wer gut Englisch kann und etwas mehr wissen will: