Blechjack Master
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Posts by Blechjack

    Ich kenne genau eine Person, die eine Helmbefreiung hat. Warum, weiß ich gar nicht so genau. Der Kerl fährt aber hauptsächlich alte Mopeds (50ccm) und wird in schöner Regelmäßigkeit von der Polizei angehalten. Schon alleine das Argumentieren und der Zeitverlust jedes Mal würden mich davon abhalten, ohne Helm zu fahren.


    Manchmal denkt man im Vorbeifahren aber auch, dass der Entgegenkommende helmlos fährt, aber dann versteckt sich doch irgendwo so ein kleines Mützchen auf dem Hinterkopf.

    Mein Kompromiss: Nachdem ich im Laden bei einer rukka-Jacke für meinen Geschmack ganz passable Neoneinsätze im Ellbogenbereich gesehen hatte, habe ich mir aus einer Warnweste zwei Streifen geschnitten, mit Klett versehen und zwei Armbinden gebastelt, die in der Mitte den Reflektorstreifen und oben und unten einen Neonrand haben. Die mache ich auf Touren um, dazu das neonfarbene Buff-Tuch um den Hals. Und dann hoffe ich, dass immer mal einer mit dem Blick an diesen vorbeihuschenden Neontupfern hängenbleibt.


    Ist nicht superoptimal, die Armbinden kommen mir manchmal selbst lächerlich vor, aber zum Gesehenwerden ist mir das im Augenblick noch lieber als mit Warnweste fahren.


    Der nächste Helm wird jedenfalls nicht schwarz sein.

    Auf meinem Mopped wohnen zwei Grashüpfer. Die nehme ich regelmäßig mit auf Tour - und wieder zurück. Echte Speedjunkies. Bis 80 km/h sitzen sie auf den Spiegeln und lassen die Fühler im Fahrtwind zotteln, wird's schneller, krabbeln sie in den Innenring vom Tacho.

    Am Samstag bin ich bei 34 Grad beim FST - das wird ein Spaß

    Na schönen Dank ... nimm gleich nen Sechser Wasser mit. Schatten wird's nicht so richtig geben ...



    Mich würde interessieren, was tragt ihr denn bei Temperaturen von 30+ drunter? Unterhemd und Schlüppi oder schwört ihr auf die lange Funktionswäsche, die die Rinnsale vom Körper wegtransportieren soll?

    23 Uhr. Müde rolle ich nach Hause. Aufblendlicht, Abblendlicht. Auf. Ab. Mich fröstelt. Seit anderthalb Stunden kein Motorradfahrer mehr in Sicht. Kaum noch Autos. Ich will heim! Seit der Dämmerung fahre ich unterm Geschwindigkeitslimit - zu viel Wald, zu viel Wild. Noch sechs Dörfer. Noch fünf. Ab hier kenne ich jede Kurve. Das nächste Ortsschild in Sicht; ich blende ab. Hier haben Freunde geheiratet, denke ich. Leider sind sie schon wieder geschieden. Einen Sekundenbruchteil später - wieso sind hier braune Berge auf der Straße? Und wieso laufen die mir vors Rad?! Ein großer, zwei kleine ... Mein Gehirn arbeitet - Wildschweine!! Ich werfe den Anker, das wird knapp, zwei Berge sind schon durch, wieso sind die so schnell, anhalten wird nichts, der dritte, na los, das könnte passen, hoffentlich passt's, bitte mach das es passt, ich löse und rolle, Gott sei Dank keine Koffer dran, im Augenwinkel ein Schatten, verdammt, Nummer vier, bitte nicht, nur ganz kurz, mein Hinterrad brauch ich noch, ich mache mich auf alles gefasst, hinter mir kratzen Klauen auf dem Asphalt, Nummer vier folgt hektisch dem Rest.


    Ich halte vor der Dorfkirche an und bin blitzwach. Engel arbeiten wohl auch nachts.

    Also bei mir fängt das früher an, alles über 80KM/h belastet nur noch die Arme sich am Lenker festzukrallen das es mich nicht nach hinten bläst, der Naken wird überbeansprucht usw


    Manchmal vergesse ich auf meinem Motorrad gescheit zu sitzen und nach und nach rutscht mir beim Geradeausfahren (und hier geht es ja leider meistens geradeaus) eine schlechte Haltung rein. Aber so ab 90 km/h macht es dann klick und der ganze Körper schaltet wegen des Winddrucks auf "aktiv sitzen" um, sprich: Torso ein Stück vor, Muskelaktivität, Knie an den Tank, Ballen auf die Rasten usw. Wenn dieser Klick verspätet kommt, kommen mir so Gedanken wie: "Mann, das rüttelt aber wieder heute."


    Aber ab 150, 160 km/h ist bei mir auf der AB Schluss mit bequem. Für manchen fängt's da erst an - juckt mich aber nicht. Vielleicht auf dem nächsten Möpp.


    So, genug OT.

    Für mich stand fest: Naked, klassischer Look, möglichst Rundscheinwerfer. Den Rest sagte das klamme Portemonnaie ...
    Das, was in den Rezensionen immer wohlwollend mit "Brot und Butter-Motorrad", "gutmütig", "wenig Ecken und Kanten" ausgedrückt wurde, kam mir für das erste Motorrad gerade recht: Hauptsache zuverlässig, nicht zu knifflig zu fahren, landstraßentauglich. Ich kreiste um die XJ 600 N, die Zephyr, kurz auch die Scarver. Dann stolperte ich über die SevenFifty, entdeckte ihre Hydrostößel, also kein einzustellendes Ventilspiel, guckte mir ein Foto an und wusste: Sie ist es.
    Die Gegend abgeklappert, eine angeguckt, vor Aufregung diverse Macken übersehen, Probefahrt, gekauft - trotzdem glücklich. Ist wahrscheinlich nicht das letzte Motorrad, das ich besitzen werde, aber für das erste bin ich vollauf zufrieden.

    Spannend, eure Meinungen!


    Als ich mich dieses vergangenes Jahr mit einem Autokauf sehr, sehr schwer tat, meinte jemand aus der Familie zu mir: "Ihr sucht gar kein Auto. Ihr sucht wohl ein Familienmitglied."


    Ich glaube, ich bin eher dieser Typ. Auf mein erstes Motorrad trifft das zwar nicht ganz zu - etwas anderes war zu der Zeit finanziell nun mal nicht machbar. (Obwohl man sein erstes Motorrad trotzdem nicht verkaufen kann. Es war schließlich das erste!) Aber wenn ich jetzt nochmal losziehen würde, zumal mit der Erfahrung, was ich an einem Motorrad brauche, würde ich wohl genauso ewig brauchen, weil ich irgendwie im Hinterkopf hätte, und mit dem fährst du dann, bis du alt bist.

    Gerade habe ich einen Vergleich der BMW S1000RR gesehen: Neu (2015) vs. Alt (2014). Beim Zusehen kam mir der Gedanke, der arme Depp, der letztes Jahr einen richtig dicken Batzen Geld auf den Tisch gelegt hat, hat nun schon wieder ein altes Gerät. Ich weiß, wie schön es ist, das Neuste, Aktuellste auf dem Markt zu besitzen, aber bei Motorrädern scheinen die Hersteller einem dieses Gefühl höchstens ein Jahr zu gönnen. Und zum nächsten Saisonstart hat der Kollege das heißere Eisen.


    Da hilft doch nur noch: Entweder im übernächsten Jahr selbst wieder auftrumpfen, oder mich von dem Zug verabschieden und mein Bike hegen und pflegen als das, was es ist.
    Mein Mopped ist 18 Jahre alt, insofern kann ich hier nicht mitreden. Aber ich habe mich beim drüber nachdenken gefragt, wie ihr das so seht. Seid ihr eher die Typen, die sich eine Maschine ausgucken, die irgendwann kaufen und dann gemeinsam mit ihr alt werden? Oder besteht eure emotionale Bindung eher zum Fahren an sich und dafür braucht/gönnt ihr euch in gewissen Abständen einen neuen Untersatz? Würde es euch nerven, wenn 6 Monate nach eurem Neukauf der Nachfolger im Laden steht? Oder seht ihr das ganz locker?


    Gruß,
    blechjack

    Oh König, sei willkommen! :grin:


    Und Glückwunsch zur CB500. Ich drück die Daumen für die FS, und dann kann es ja bald losgehen! Genieß die erste Saison, die ist immer etwas besonderes.

    wenn ich ehrlich bin war ich nie der "Ich mache jetzt einfach mal XXXXX, zur Not auch alleine"-Typ

    Tja, und so unterschiedlich sind die Menschen. Ich brauche mir nur vorzustellen, wie ich frühmorgens die Koffer an die SevenFifty schnalle, die Karte in den Tankrucksack schiebe und ganz allein irgendwohin aufbreche - und bin glücklich. 8o


    Na, jeder wie er Lust hat.


    Viel Spaß beim Büffeln für die Theorie!
    Gruß,
    (ebenfalls) Julian

    Woran liegt es das hier so gut wie nichts passiert ?


    Hab ich mich auch schon gefragt. Unsere Region glänzt in diesem Forum durch Dornröschenschlaf. Vielleicht fehlt es an einem, der den Katalysator macht, den unermüdlich Einladenden, der es schafft, verschiedene Leute mit verschiedenen Bikes und unterschiedlichem Können unter einen Hut zu bringen.
    Vielleicht steht uns unsere Berliner Schnauze auch im Weg. Klar sind wir alle nett und freundlich - man sieht es nur nicht gleich.