EmEs Intermediate
  • Member since May 22nd 2022

Posts by EmEs

    Hab' heute mal Rollsplitt ausprobiert...


    Es war prächtiges Wetter, das soll ja wieder schlechter werden. Und die Inhalte des Kurventrainings wollten ausprobiert sein. Also angehübscht, Aufwärmrunde, weiter zum Tanken und los.


    So war ich entspannt unterwegs und nahm Kurs auf die Kurven-Probierstrecke. Bin da ziemlich entspannt durchgekullert, dann kam ein Rudel Bau-Fahrzeuge in Sicht, deren zugehörige Männchen da irgendwas am Straßenrand murksten. Baustelle war vorbei, bewaldete Spitzkehre abwärts rechtsrum, ging sehr schön, dann kam die gut einsehbare Spitzkehre abwärts linksrum. Blickführung im Auge gehabt ;-), von unten kam ein ausgewachsener Trecker raufgerumpelt. Nochmal Blick in die Kurve, hab mich aber noch gewundert: "Wieso haben die die Kurve neu gemacht, die war doch noch gar nicht so ausgelutscht", kam auch gut um die Kurve rum, war auch nicht schnell unterwegs, vielleicht 30 - 35 km/h. Nach der Kurve (also wieder auf der Geraden) ein bißchen weiter rechts rüber, um dem Trecker Platz zu machen, leicht angebremst, da glibschte das Mopped rum. Dann kam der Schreck, ich dachte noch "Oh, der neue Asphalt ist aber mächtig glatt!", da fand ich meine Füße schon entenhaft paddelnd am Boden, das kitzelte so lustig unter den Sohlen, da wußte ich: "Ah, Rollsplitt!"

    Irgendwie bekam ich das halb querstehende Hinterteil aus ziemlicher Schräglage mit den Beinen wieder zurechtgeschubst, hab bestimmt auch unbewußt am Lenker herumgemacht, daran erinnere ich mich nicht mehr, freute mich schnell über das leichte Mopped mit seinen nur 140 kg, hab dann irgendwann unbewußt die Kupplung gezogen, spürte dann noch die Fußraste am linken Schienbein (wie gut, daß ich nicht in Halbschuhen herumfahre) und bekam rudernd und paddelnd und zerrend die Fuhre dann irgendwie wieder zum Geradeausrollen, die Füße noch ein paar Meter wie "Stützräder" unten, das war fast wie mit Rollschuhen.

    Vorsichtig in den Ort gerollert, saaachte vor einem weiteren Baustellenauto gebremst - *gliiiiiibsch* (da wußte ich dann, daß das ABS noch geht *), das ABS hatte zu tun und mühte sich nach Kräften, das nützte aber nix...), hab da einer Dame in ihrem Auto beim Zetern zugesehen, die sich zwischen meinem Mopped und dem Baustellenauto vorbeidrückte (und mir so die Vorfahrt nahm, macht ja nix, das gibt einem ja trotzdem Grund zu zetern).


    Gab zwar einen Schreck, gab aber noch nicht mal einen Schweißausbruch. Passiert ist mir nix, nichtmal ein blauer Fleck. Ist aber eine immens wertvolle Erfahrung, DAS sollte zum Fahrsicherheitskurs allerunbedingtestens dazugehören: das Brems- und Schlingergefühl war wirklich "wie auf Seife".


    Was mich nur wundert: wieso ging das Geradeausfahren und das Kurvenfahren so unproblematisch und wieso wurde es erst beim Bremsen so richtig übel? Kann natürlich ganz einfach an der "Bestreuungsdichte" gelegen haben. Gibt es andere Erklärungen?

    Und eine Frage an die Querfeldein-Fraktion: wie macht man das in so einer Situation richtig?


    Klar, nicht auf Rollsplitt reinfallen, logisch. Noch vorauschauender fahren. War aber für mich nicht zu erkennen und ich hab auch kein frisches Schild gesehen. Vom Tal her war das angezeigt.



    *) hatte neulich mal wieder Bremsproben gemacht, bekam das ABS vorn aber nicht zum Regeln. Ich dacht schon, das sei kaputt, aber das war wohl der Reifen, der trotz Erstausrüsterware bei den sommerlichen Temperaturen auf sauberem Asphalt einfach nicht rutscht.

    Ich überlege selbst immer wieder mal, öfter mit dem Motorrad zur Arbeit zu fahren. Aber ich muss spätestens 6:30 Uhr los, das ist mir für Wildwechsel (höhö) deutlich zu früh und somit zu gefährlich (wenn Motorrad, dann fahre ich deutlich später und muss abends länger bleiben). Außerdem fahre ich nur vollständig in Schutzklamotte, weshalb ich Wechselsachen, Schuhe und Veschper mit mir schleppen müsste. Wie meine Haare nach Helm aussehen, ist mir meist ziemlich wumpe - kurz durchgewuschelt und das ist nicht wesentlich schlimmer als vorher. Last but not least müsste mein Motorrad dann wirklich häufiger zur Inspektion und neue Reifen bekommen, für mich ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

    Da habe ich das vom Drumherum dann schon etwas besser. Ich sitze im Drei-Mann-Büro und die Kollegen haben kein Problem damit, daß ich mich im Büro umziehe, das sei nicht anders als in einer Sport-Mannschaftsumkleide. Der Helm kommt auf's Regal, die Klamotten über einen Gästesessel, das Büro sieht sowieso wie eine Rumpelkammer aus. Irgendwann räume ich dafür aber noch einen Aktenschrank aus. Hose und Schuhe habe ich da, eine Kantine gibt's auch. Damit ist die Gepäckfrage auch fast erledigt. 'Ne Frisur hab' ich sowieso nicht ;)


    Wildwechsel werde ich mal sehen, war bei der alten Strecke eher kein Thema. Die neue Strecke bin ich noch nicht bei tiefster Dunkelheit oder im winterlichen Morgengrauen gefahren. Da ist das Kennenlernen im Sommer gut, dann kennt man zumindest die Immobilien ;) entlang des Weges.


    Wartungskosten könnten ein Thema werden - Montag kommt die Lütte zur 12000er-Kur. Der Händler meinte schon, da fiele mehr an (LuFi + Zündkerze), mal sehen, ob das Maschinchen wegen der Inspektionskosten fürderhin unter einem Glassturz aufbewahrt und geschont wird. Die Reifen - die nutzen sich nicht ab. Und genau das irritiert mich, ich hab trotzdem noch nicht auf der Nase gelegen. Hoffen wir, daß das auch so bleibt.


    Aber ich finde das Pendeln mit dem Mopped trotzdem gut: auch wenn es eine fahrerisch nicht wirklich anspruchsvolle Standard-Strecke ist, so bleibt man doch ein wenig in Übung und kann jeden Tag an ein paar gut bekannten Kurven feilen ;) . Bei Lust, Laune und Wetter sind hübsche, beliebig lange Umwege nach Hause möglich. Ich fahre/werde ruhiger und zufriedener und entspannter (hatten wir schon) und das freut die Mitmenschen in meiner Umgebung. Und - wenn ich ehrlich bin - dann kann ganz tief in mir drin auch ein bißchen was von "Los! Du bist noch nicht alt und bequem!" dabei sein. Und die auf dem großen Firmenparkplatz gesparte Zeit muß man auch einrechnen - der Mopped-Parkplatz ist an der Pforte und die freien Plätze, die ich mit dem Auto kriegen würde, die sind fast im Nachbarort...

    Ich bin mit harten, knubbligen Gegenständen im Rucksack etwas schissig. Bin noch nie vom Mopped gefallen, muß das auch nicht unbedingt ausprobieren. Aber ein Gurkenglas oder ein Fotoapparat im Kreuz, während man über den Asphalt rumpelt - ich weiß nicht so recht.


    Deshalb hab' ich mir so eine Bein/Hüfttasche für Kleinzeug für Lust-Touren zugelegt. Da _hoffe_ ich inständig, daß es die einfach wegdreht, sollte ich mich auf die Schnauze legen. Bevor es den Oberschenkel zerdetscht.


    Eine Umhängetasche baumelt mir immer irgendwo rum, wo ich die nicht gebrauchen kann.

    Bei 4 statt 6 Litern Verbrauch, also 2 Litern Ersparnis auf 100 km gegenüber dem Auto, entspricht das 75000 km (glaub ich - hab grad einen Knoten im Hirn), die der Roller braucht, um sich zu amortisieren. Unter der Annahme, dass er sonst nichts kostet.

    Stimmt schon.


    Ich hab mir das in meinem Fall anders schöngerechnet: 2 l/100 km Super vs. 5 l/100 km Diesel. Und das war Anfang November... Muß die Rechnung jetzt nochmal machen (oder besser Anfang September...), vielleicht kommt dann eine kürzere Amortisationszeit raus, dann kann ich früher in Rente ;)

    Gibst da auch Schnee und 4 Monate Motorradunfreundliches Wetter?

    Mach mir keine Angst!


    Mopped + Glätte oder Schnee = ganz blöd

    Mopped + Salz = doof

    Mopped + ab vier Grad aufwärts bis Nieselregen = geht doch.


    Zumindest im letzten Winter bin ich gut verpackt (konnte mich aber noch bewegen) auf den 12 km nicht ausgekühlt. An den Fingern wurde es manchmal frisch und den Unterschied zwischen innerorts und Bundesstraße hab ich schon gemerkt.


    Und nun hab ich 24 km einfache Strecke... Vom Berg runter ins Tal...

    Klingt für mich eher nach Stress den du beim Autofahren vielleicht hast, den du dir eigentlich aber gar nicht machen bräuchtest - also nichts, woran die Wahl des Fahrzeugs ursächlich ist.

    Stümmt.


    Ist reine, sachlich nicht begründbare Doofheit. Die wird beim Mopped aber vom _Wissen_ darum, daß es allenfalls semischlau ist, ohne Helm oder Handschuhe loszutuckern, gebremst. Und weil ich das _weiß_, da mache ich ruhig. Könnte ich mit dem Auto auch, mache ich aber nicht. Klingt komisch, ist aber so.


    Autofahren nervt mich irgendwie, auch wenn ich mein Auto an sich mag.


    Ich fänd das schon sinnvoll wenn es mehr Leute gäbe, die statt Pkw einen Roller oder Motorrad bemühen würden. Emissionen sind ein Grund, aber der gesparte Platz wäre doch deutlich schöner für alle. Das wusste ich aber auch bevor die Motorrad darüber referierte. In Amalfi und Region bist du mit einem Zweirad deutlich besser aufgestellt. Der Motorradparkplatz hier auf Arbeit beheimatet selten mehr als zwei Fahrzeuge gleichzeitig.

    Ich behaupte einfach mal, daß viele sich einfach gar keine Gedanke über ihr Fortkommen machen. Auto und los. Oder schlimmer: Zweitwagen und los. Meist allein in 1,5 Tonnen Blech. Allerdings gut geschützt.

    Ich behaupte auch einfach mal, daß viele gar nicht wissen, wie sie mit den Öffis zur Arbeit kommen _könnten_. Wozu auch, sie fahren ja Auto.


    Und dann geht das fröhlich weiter: es gibt Betriebe, die wollen nachhaltig und umweltschonend sein und beziehen die Mobilität der Mitarbeiter mit ein. Und basteln an ihrem "Carbon Footprint". Und machen dazu wunderbare Umfragen und siehe da: Roller oder Leichtkrafträder kommen einfach nicht vor. Und Umkleiden oder Schließfächer für Helme und Jacken... ööööhhhh, äääähhhh... Dabei sind die Rollerfahrer doch "die Guten".


    Allein während der Fortbildung in der letzten Woche habe ich bestimmt viermal die Geschichte mit dem B196 erzählt. Und dann kamen erst große Kulleraugen, dann kam "wie schnell ist die" und das Thema "aber bei Regen" kam gar nicht. Und wenn ich von dem Verbrauch berichtete, dann kam gar nix mehr.


    Und man kann über 125er als Roller oder Mopped lästern wie man will. Die haben ihre Grenzen, logisch. Aber wenn man auf normalen Bundes- oder Landstraßen mit Ortsdurchfahrten bis so 25 - 30 km weit StVO-konform pendelt, dann reicht eine moderne 125er garantiert fast immer aus. Als Fahrer eines "echten" Motorrads dürfte dann der Spaßeffekt natürlich sparsam ausfallen (aber ist es witziger, mit einem großen Motorrad in der Stadt im Berufsverkehr rumzudümpeln als mit einer 125er? Ich weiß das ja wirklich nicht) .


    Bei uns in der Firma sind die Motorrad-Parkplätze bei schönem Wetter voll. Schön, daß man sich mit 'ner unbekofferten 125er dazwischenquetschen kann ;) Im letzten Winter hatte ich da aber immer Platz.

    Klar, einen richtigen Vergleich anzustellen, das ist fast unmachbar komplex. Spontan fällt mir ein:


    - Spritverbrauch

    - Wartung

    - Verschleißteile

    - Steuer und Versicherungen

    - Abschreibung, Lebensdauer

    - Kosten für ordentliche Klamotten

    - Ökobilanz

    - Parkgebühren, Stellplatzmiete

    - Führerscheinkosten


    - Nutzeffekt (Transportkapazität)

    - Wetterschutz

    - Sicherheit

    - reale Durchschnitts-Geschwindigkeit je nach Interpretation der StVO


    - Spaß am Pendeln/bei "Besorgungsfahrten" (wenn das überhaupt geht)

    - Parkplatzgenerve

    - Generve beim An-, Aus- und Umplünnen und Frisur ordnen ;)

    - Ökologisches Gewissen

    - Häufigeres Werkstattgenerve wg. kürzerer Service-Intervalle

    - Streß beim Fahren (Überblick im Verkehr)



    Das krieg' mal erstmal einer alles in eine hübsche Tabelle. Und wie verteilt man dann die Punkte? Und wenn man dann noch die Öffis mit dazunimmt...



    Was für mich überraschend, aber überaus angenehm ist: ich fahre mit dem Mopped entschleunigter... (mal einen Moment warten, bis das Lachen verstummt ist...) Und damit meine ich nicht die Geschwindigkeit, sondern: ich trinke den Kaffee in Ruhe aus und kaue das Frühstücksbrot und schlucke runter. Und dann plünne ich mich in Ruhe an, dann kommt der Helm auf die Rübe, dann aus dem Haus und zum Schuppen, Mopped raus, Schuppen abschließen, Handschuhe an und dann mal los. Ist sowas wie ein Ritual, eine fast kultische Handlung, das braucht eben die Zeit, die es braucht und das bekommt die Zeit, die es braucht. Und dann sauge ich auf den ersten Kilometern den Anblick der Gegend auf, das sieht an jedem Tag anders aus. Also - mich beruhigt das.

    Und das ist (bei mir zumindest) eben nicht: möglichst noch kauend am Garagentor rummachen, ins Auto steigen, Auto rausfahren, aus dem Auto steigen, Garagentor wieder zuschubsen, ins Auto steigen und hektisch losbrummen, weil man dann möglichst früh in der Arbeit ankommen will.



    Deswegen kann man in der Liste oben bestimmt noch ergänzen:

    - Längere Lebenserwartung wegen weniger gestreßten Fahrens

    Eine Verbrauchsdiskussion hatten wir neulich ja schon mal angefangen... Und ich finde es überhaupt nicht unsinnig, das Mopped auch als Verkehrsmittel zu betrachten und auch den Spritverbrauch mitzubedenken.


    Diesen "Vergleich" habe ich auch gesehen und mir meinen Teil gedacht. Denn: es wäre interessant gewesen, da auch mal die Kombination Kleinwagen - 125er Roller/Motorrad mit reinzunehmen. Zumindest wenn man das mit dem Spritsparen wirklich ernst gemeint hätte. Dann hätte man den Spritspar-Vorteil (ohne Berücksichtigung der Nebenkosten und so) motorisierter Zweiräder nämlich mal so richtig rausstellen können und so ein wenig positive Propaganda für die sonst ach so bösen Motorradfahrer verbreiten können.


    Ich finde, man sollte da ehrlich sein. Ein Motorrad als Lustfahrzeug, sicher, klar, warum nicht, ist dann eben ein Lustmobil, ist Hobby, kein Ding. Aber sich ein Motorrad mit einem Verbrauch von 5 - 6 l/100 km als Sparfahrzeug schönzureden, das muß mir mal jemand so erklären, daß ich das auch verstehe. Denn das sollte ein einigermaßen sparsames, kleines Benziner-Auto auch locker schaffen, wo ist dann da der Spareffekt (na ja, gut, wenn man sowieso ein 5 l/100 km-Motorrad und ein 9 l/100 km-Auto im Fuhrpark hat, dann spart man mit dem Mopped schon Sprit...).


    Für mich ist meine Lütte bei akzeptablen Wetterbedingungen ein vollwertiges Verkehrsmittel, noch immer, auch nach neun Monaten. Wird es auch noch ein Weilchen bleiben. Und es ist auch ein "macht-mir-trotz-125 cm3-Spaß"-Mobil.

    Im Pendler- und Shoppingmodus 2,0 l/100 km (mit der Ersparnis gegenüber dem Auto kriege ich den Kaufpreis des Moppeds bis zu meiner Rente locker wieder rein ;) ), im Alter-Sack-hat-Spaß-Modus mittlerweile bis zu 2,2 l/100 km.


    Im Pendler- und Shoppingmodus verliere ich gegenüber dem Auto kaum oder auch gar keine Zeit. Und bei dem Verbrauch und dem CO2-Ausstoß schmerzen die Spritpreise und auch die letzten Reste des ökologischen Gewissens nicht ganz so sehr.


    Aber für die Großeinkäufe und für Transporte nehme ich schon das Auto (bin letzte Woche nach langer Zeit mal wieder Auto gefahren - boaah, war das ein Geeier! Da sieht man ja auch gar nix, so tief, wie man da sitzt...), Gurkengläser im Rucksack - nee, lieber nicht.


    Nun wäre es aber noch schön, wenn die Obrigkeit ein paar mehr Zweiradparkplätze einrichten würden (und nicht fast zeitgleich zur B196-Regelung die Bußgelder für Gehwegparken drastisch erhöht hätte). Und die Mopped-Klamottenhersteller sich der Pendler annehmen würden. Das häufige An- und Ausplünnen der Klamotten zerrt anders an der Substanz als darin einmal 500 km die Bundesstraße entlangzurollern...


    Ach so - noch was wegen Alltagsbetrieb... Sehr interessant sind aber die Reaktionen der Umwelt auf leicht zerzauste Menschen in Moppedklamotten. Das reicht von gemütlichem Verständnis beim Bäcker über einen leicht angeekelten Gesichtsausdruck an der Hotelrezeption über Hilflosigkeit, wenn man zwar mit Helm, aber ohne Rucksack bepackt eine angebotene groooße Flasche Bier wegen der Transportschwierigkeiten ablehnt bis zu völligem Unverständnis, wenn man in einem Mopped-Klamottenladen(!) zwei paar Stiefel zur Ansicht lieber in den Laden bestellt ("in den Laden dauert es aber länger"), statt zum Paketshop, weil zwei Kartons auf dem Mopped...

    Hummel


    Danke für Deine aufmunternden Anmerkungen.


    Meine Minderwertigkeitskomplexe - ich dachte ja, ich sei damit einigermaßen durch. Die flackern aber wohl ab und zu nochmal wieder auf. Nehm ich mir aber nicht mehr so zu Herzen.

    Denn einerseits hab ich mich mit meiner Fahrweise noch immer nicht ins Gebüsch geschubst und bin andererseits mit meinem Vorankommen in meinem Revier eigentlich auch ganz zufrieden - das Vorankommen wird gefühlt fast nicht mehr durch Schissigkeit, sondern durch die StVO, die Ortsdurchfahrten und durch Unübersichtlichkeit und Zustand der Strecke begrenzt. Und eben durch die Motorleistung an Steigungen. Der Spaß/Sprit-Quotient paßt für mich jedenfalls ausgezeichnet.

    Eine meiner "Normkurven" kriege ich mit dem Mopped eigentlich völlig problemlos mit 50 km/h, während in derselben Kurve im Auto bei 40 km/h schon alles durcheinanderklötert. Na gut, mein Auto ist vielleicht auch kein Maßstab ;) Und ich erlebe ja meine Mopped-Fortschritte an meinen Standard-Strecken. Das umsichtige(!) Überholen klappt auch schon besser, ich übe gerade an kleinen Bierlastern ;)

    Der Rest kommt schon noch, das wird schon noch reifen. Und daß die 125er ernstlich was können, das hab ich gestern ja auch im direkten Vergleich live gesehen. Aus Zuschauerperspektive allerdings so schön deutlich vorher noch nie. Da krieg ich immer mehr Lust, mit meiner Kleinen "zaubern" zu lernen, statt vielleicht mal mit einem dicken Mopped nur unbeholfen rumzuhampeln.


    Wegen Männchen/Weibchen: das hat der Trainer so vorgeschlagen und mein Eindruck von den Damen war, daß die dem Trainer schon sehr deutlich erzählt hätten, wenn ihnen das nicht gepaßt hätte. Und einen frauenverachtenden Eindruck hat der auf _mich_ ganz und gar nicht gemacht.


    Wegen üben: genau das ist es, was ich bemängele. Nicht dreimal rumkreiseln, das brauch' ich ja schon, um die Übung richtig umzusetzen. Und dann noch zweimal für's "Aha!"


    Und die Inhalte - es WAR üppig. Aber das ist sicher abhängig vom Trainingszentrum, wahrscheinlich aber noch viel mehr vom Trainer. Die beiden, die ich bisher erlebt habe, die waren in ihrem Stil zumindest sehr unterschiedlich und ich habe gestern viiiel mehr gelernt. Den Trainer nochmal beim Intensivkurs: sofort. Der hat mir auch erlaubt, mit der 125er zum Kurven-Intensivkurs wiederzukommen :) Im Intensivkurs (gibt in Schlüsselfeld nur Basis und Intensiv) kommt dann auch das Überfahren der Dachlatte.



    blahwas

    Bitte, gern.


    Wegen ähnlich - ist ja eigentlich nicht so verwunderlich. Es gibt Linkskurven und Rechtskurven und weite und enge und die kann man legen und drücken und hängen und ist dann mit 12 Möglichkeiten durch ;)


    Im Ernst: ich fand es sehr wohltuend, daß der Trainer (wohl mit ausgiebiger Rennstreckenerfahrung) fast mehr als das Handwerk mehr einen Stil vermitteln wollte (soweit das in der Kürze eben möglich ist) und sich um alle seine "Kinderlein", nicht nur um die BMW und die Rennstreckeninteressierten kümmerte.


    Aber Tagestraining mit 3 h ist schon übel. Solche... ähhh... die Kräfte ihrer Kunden schonenden... Kursanbieter sollte man eigentlich irgendwie besonders bekanntmachen.

    Hab' Deinen Bericht gerade nochmal nachgelesen, der liest sich als Glosse zwar amüsant, aber ich glaube, als Kursteilnehmer wäre ich vor Ärger geplatzt. Da bleib' ich mal lieber beim ADAC. Bin auch alt genug dafür.



    Besterino,

    danke!

    Ich sag' auch: Parkplatz. Am Sonntagmittag. Den Asphalt am Vormittag in der Sonne schön vorwärmen lassen und dann um die Laternenmasten und die Blumenkübel kurven. Das hat selbst bei mir geholfen. Kann aber mit einer ordentlichen Kreisbahn oder einem Oval auf so einem Trainingsgelände nicht konkurrieren.

    Wenn ich das selbst bezahlen müßte, dann würde ich mir die Kursinhalte allersorgfältigst ansehen und gründlich überlegen, statt eines Sicherheits-Basistrainings gleich ein Intensivtraining zu machen. Zumindest, wenn die Fahrschulausbildung einigermaßen was war. Im Schrittempo rumtuckern kann ich auch zuhause auf dem Parkplatz und aus 50 km/h zu bremsen hatte ich in der Fahrschule, dazu brauche ich kein Trainingsgelände.



    timmae,

    danke!

    Vielleicht nützt das "Genörgel" ja was und der ADAC überarbeitet nicht nur den Asphalt, sondern wertet auch die Kursausstattung auf. 10 Funkgeräte können eigentlich gegenüber einer neu geteerten Fläche nicht wirklich auffallen, rein finanziell.

    Teil III



    Danach war dann Schluß mit rumfahren, alle versammelten sich dann im Seminarraum zur Abschlußbesprechung. Es gab sehr viel zufriedene Rückmeldungen und ein paar Verbesserungswünsche, die zumindest nicht beiseitegewischt wurden. Und gegen halb neun war der Spuk vorbei. Hmmm. Halb neun.



    Hab mich dann nach rund 45 Kurs-Kilometern gemütlich abfahrfertig gemacht, von den beiden 125ern noch eine erprobte Reifenempfehlung (Metzeler Roadtec 01) und Hinweise zum Verhalten (meines) Michelin Pilot Street (der war auch auf der YZF-R125 drauf) erschnorrt und bin dann losgerollert.


    Natürlich gab es auf der geplanten Route wieder eine Baustelle mit Umleitung, also durchs abendliche Höchstadt geknatttert. Von der doofen B470 und dem langweiligen Aischgrund war in der beginnenden Dunkelheit netterweise nix zu sehen. Als ich dann im heimischen Gebüsch ankam, da ging ein dicker, fetter Kullermond über den Feldern auf und so gab's zu Abschluß noch eine stimmungsvolle Mondscheinfahrt. Mopped in den Schuppen geräumt, getätschelt. War fleißig, die Kleine, die hat in der letzten Woche ganz gut schuften müssen. Na ja, die darf ja auch ganz bald zum 12.000er-Streicheln.




    Was gab es nicht im Kurs?

    Die verschiedenen Kurvenstile, kein ausgiebiges Ausprobieren des Legens, Drückens, Soft-Hang-Off. Weder auf dem Oval, noch auf dem Platz mit der Slalomstrecke. Zwar schade, aber in der zur Verfügung stehenden Zeit auch nicht zu machen.

    Und wenig Möglichkeiten zum Üben und Festigen, hab ich auch benörgelt.



    Wie hab ich mich mit meiner Kleinen denn da gefühlt?

    Gut. Erstens war die Lütte ja nicht allein, andererseits bilde ich mir ein, mitlerweile so weit zu sein, daß ich von dem Kurs auch wirklich was hatte und nicht nur hilflos in der Gegend herumradelte. Zu den Zeiten des 6000 km-Sicherheitskurses wäre das noch nicht so sinnig gewesen. Für mich.



    Hab ich was gelernt?

    Klar. Unmengen. Vor allem das Bremsen in der Kurve ("angeleckt", natürlich wieder mal nicht für mich ausreichend geübt). Und den Einsatz der Bremse in der Kurve als "Werkzeug".

    Und ich fand den Trainer sehr gut. Der versuchte (blöd zu beschreiben), einen mit dem Mopped zu verkoppeln, also (vielleicht im Spiegelschen Sinne) zu einer Einheit zu machen und einem nachdrücklich nahezubringen, geschmeidig und elegant zu fahren, nicht ruppig. Und dabei die Effekte (Körpereinsatz, Körperhaltung, Aufrichtmoment...) für ganzheitlich-geschmeidiges Fahren bewußt einzusetzen. Und der vermittelte eben nicht isoliert irgendwelche Bröckchen ("so macht man Drücken").

    Ich bin aber leider zu doof: mir reichen da die paar Stunden nicht, um das alles zu verinnerlichen und vollumfänglich umzusetzen. Hoffentlich geht das Gehörte und Ausprobierte nicht sofort wieder verloren.



    Hab ich was gelernt, was ich gleich auf dem Nachhauseweg umsetzen konnte?

    Eher nicht, jedenfalls nicht so, wie auf dem Sicherheitstraining, bei dem ich als Soforteffekt mehr Vertrauen ins Material (also weniger "Schissigkeit") mitgenommen hatte. Das Kurventraining muß ich erst verdauen und ausprobieren, was davon wie im Alltag oder auf Lust-Touren zu gebrauchen ist. Das bedarf eigentlich intensiver Nachbereitung und "häuslichen" Übens mit gründlicher Selbstbeobachtung.



    Wie war es denn insgesamt? Würde ich das Basis-Kurventraining nochmal machen?

    Nö. Nein. Definitiv nicht. Neverevernienicht. Auch nicht, sollte ich mal ein neues Mopped haben. Und zwar ganz klar:


    NICHT, weil die Kursinhalte schlecht waren. Waren sie nicht: die Kursinhalte fand ich detailliert und umfangreich, prima, wunderbar, bestens, wertvoll, hilfreich, überlebenswichtig. Ohne jede Ironie. Und es wurde eine wahnsinnige Fülle an Inhalten und Hinweisen (das merke ich beim Aufschreiben) zumindest angerissen, die man sich erstmal merken muß. Ein Skript oder so als Erinnerungshilfe gibt's ja nicht, schade.


    SONDERN weil die Nebenzeiten für die Kursdauer einen nach meiner Meinung viel zu großen Anteil hatten. Bei einem Sechs-Stunden-Kurs eine dreiviertelstunde Pause, nö. Pipi-Pause, Müsliriegel, weiter. Und man hätte die Zeit auch gerne bis zum Ende ausreizen können. Ganz bis zum Ende. Angekündigt waren sechs Stunden mit Pause. Bezahlt waren sechs Stunden mit Pause. Lieber ADAC, bitteschön: MACHEN! LIEFERN!


    WENN nochmal Kurventraining (und da hätte ich schon Lust dazu, ist dieses Jahr aber sowieso ausgebucht), dann gleich einen Kurven-Intensiv-Kurs. Vielleicht wird da dann auch mehr geübt, nicht nur alles zwei- bis dreimal angeleckt (zumindest die Handlingsstrecke soll da so 2,5 Stunden abkriegen). Denn: wo bitte soll man solche Übungen auf der Straße weiterüben? Allein? Aber ich bin ja auch kein Didaktiker, hab also keine Ahnung, also was nörgele ich denn da eigentlich rum...

    Wo ich gerade so schön beim Nörgeln bin, da kann ich auch eine Rückmeldung aus dem Teilnehmerkreis weitertratschen: man wünschte sich mehrfach Einzel-Rückmeldung per Funk (der ADAC Grevenbroich soll sowas standardmäßig machen). Hat sich der Trainer immerhin aufgeschrieben...


    Und - falls noch jemand mal nach Schlüsselfeld will: die Bauarbeiten sind da wohl bald durch. Der große Kreis und einige andere Flächen sind frisch asphaltiert (da hatte das Mopped im Juni ja aweng gezickt, meine treuen Leser werden sich sicher erinnern ;) ). Nächstes Jahr sollte die Einrichtung da definitiv ein Leckerbissen sein.

    Teil II



    Im nächsten Block zogen wir in die große Kurve des Ovals um, die Gruppe wurde in zwei Grüppchen geteilt: Männchen und Weibchen, das ging grad so schön auf. Ein Grüppchen fuhr, ein Grüppchen beobachtete.


    Ein paar (drei?) Runden auf dem Oval. Linksherum. Dabei sollte man in sich reinspüren, wie wohl man sich in der Kurve in der Schräglage fühlt. Und aus der pausierenden Gruppe bekam man dann die Außenwirkung zurückgemeldet.

    Das fand ich doof. Weil: da kam bei mir wieder ein wenig total unbegründete Schissigkeit durch und ich wollte mich gerade in die Kurve und das Gefühl der Reifen auf dem Asphalt reinfinden und ein bißchen zackiger machen, da waren die drei Runden auch schon wieder vorbei und außerdem hampelte der Trainer da irgendwie rum und ich dachte, der will was von mir (das fand ich beim Sicherheitstraining viiiel besser, da hatten wir bestimmt 10 oder 15 Runden auf dem Oval und der Trainer hat geraucht). Na ja, immerhin stimmten Selbstbild und Fremdbild, auch wenn ich in der Richtung grüngelb (grün = Wohlfühlzone, gelb, rot = "mehr geht nicht") unterwegs war. Und ich bekam ein Lob für meine Köperhaltung *freu*. Wahrscheinlich wollte der Trainer mir auch mal was Nettes sagen.

    Dann durften die Damen rumkreiseln und die Herren durften zusehen. Und: selbst ich erkannte Unterschiede. War für mich auch ganz hilfreich zu sehen, daß ein großes Mopped nicht zwingend und automatisch souverän fährt. Bin mit meinen Minderwertigkeitskomplexen wohl doch noch immer nicht ganz durch.



    Dann war genug gekreiselt, dann kamen Bremsexperimente dran. Zuerst einmal vom Trainer vorgeführt, dann alle hintereinander im Oval in der großen Kurve:

    2 Runden vorne dosiert bremsen, dabei das Aufrichten des Moppeds erspüren,

    2 Runden vorne dosiert bremsen und dabei den Lenker gegenhalten, um die Kurvenlinie zu halten,

    2 Runden hinten dosiert bremsen und dabei beobachten, wie der Radius enger wird,

    2 Runden dosiert in die Kurve reinbremsen (v+h), die Vorderradbremse lösen, geschmeidig Gas geben und gleichzeitig die Hinterradbremse langsam lösen. Um die Fuhre die ganze Zeit auf Zug halten, um Lastwechsel zu reduzieren und eleganter durch die Kurve zu rumpeln.


    Das fand ich ziemlich prickelnd und erhellend. Denn ich dachte, daß mein Mopped beim Bremsen kein Aufrichtmoment hat. Hat es aber doch. Aber eben nicht, wenn man im Rentnermodus rumtuckert, es braucht (wohl aufgrund der schmalen Reifen) eine merkliche Schräglage, damit ich von dem Aufrichtmoment auch was mitbekomme. Und ich muß schon aweng hinspüren, gewaltig ist der Effekt des Aufrichtens nicht. Bei mehr Schräglage als der, bei der ich bisher meistens unterwegs bin, da merke ich dann auch was (zur Einnerung: die Kleine hat ja nur einen 100/80-Schubkarrenrad vorne).


    Immerhin bekam der Trainer auch keinen Anfall, als ich ihn mit der Frage löcherte, woran man denn merken würde, wann der Reifen die Seitenführungskräfte beim Bremsen in der Kurve verliert. Die Antwort war für mich etwas schwammig, also wohl genau wie das Gefühl, das sich dann wohl einstellen soll. Aber wie soll man auch ein Gefühl des Hinterns oder der Hände beschreiben, das die von einem Maschinchen erspüren?



    Mittlerweile war es ungefähr sechs Uhr, es gab 45 min Pause (ich meine, an dieser Stelle im Programm. Ist zu lange her...). Also alle Motorradfahrerlein eingesammelt, zum Gebäude getuckert, Pause auf der Terasse. Fand ich doof. Ich wollte rumkreiseln. War zwar ganz nett, auch mal mit den anderen Teilnehmern zu plaudern, aber ich hätte in der Zeit auch gut und gern auf dem Oval rumkurven können. Na ja *maul*



    Endlich ging es zurück zum Oval: Ausweichen in der Kurve. Aufgebaut war ein kurzer Slalom aus 3 Pylonen in der großen Kurve. Alle 10 Fahrerlein hintereinander fuhren also in paarmal rum und probierten, sich durch den Slalom in der Kurve zu schlängeln und dabei das im vor-vorigen Block erkundete dosierte Bremsen als Werkzeug einzusetzen.


    Mal die Pylone von außen nach innen anfahrend und dabei mit der Hinterradbremse die Kurve enger zu ziehen. Ich war total überrascht, das hat tatsächlich einen helfenden Effekt und das kann durchaus zwischen Hütchen umschmeißen und dran vorbeikommen entscheiden - allerdings braucht es dazu offenbar ein bißchen Geschwindigkeit. Bei meinem Mopped merke ich unter rund 30 - 40 km/h von dem Effekt nix.


    Und mal von innen anfahren, das Mopped mit der Vorgartenbremse abbremsen und aufrichten und - potzblitz! - der Radius wird tatsächlich größer! Braucht bei meinem Radl aber auch ein wenig Geschwindigkeit und Schräglage.


    Da waren alle Moppeds zugleich unterwegs, es ging ein wenig linksherum und auch ein wenig rechts herum. Und da wurde es auf dem Oval auch schon eng, es staute sich dann doch ziemlich vor dem Slalom. Doof.



    Allmählich wurde es schon ziemlich abendlich und dann ging es zum letzten Teil, zum Handlingsparcours. Eine hübsche kleine Strecke, etwa wie ein dreiblättriges Kleeblatt, ein paar Geraden und viele ziemlich enge Kurven, bergauf und bergab.

    Da gab es ein oder zwei Runden zum Zeigen, gefolgt von der Erklärung des Hinterschneidens der Kurven im Landstraßen-Modus. Dazu war je ein Durchfahrtstor am Ende einer Links- und einer Rechtskurve markiert, das man dann bitteschön beim Durchfahren treffen sollte.

    Die Gruppe wurde wieder in zwei Grüppchen geteilt und dann gab es 5 Runden, jeder durfte einmal hinter dem Trainer fahren, die Reihenfolge wurde nach jeder Runde gewechselt. Der Trainer zeige dabei per Handzeichen die Kopfrichtung an, in die man seinen Schädel drehen möge, wobei man aber bitte der Kurve nur mit den Augen folgen solle, um nicht von Kopf-hin-und-her-gedrehe dösig im Hirn zu werden.

    Also, mir reichte da eine Runde nicht. Fand ich krampfig, sooo weit in die Kurve zu "schädeln". Muß ich mal weiter ausprobieren *notier*. Kollidiert aber vielleicht auch mit der Realität, weil in den allermeisten Fällen in engeren Kurven irgendwelches Gerümpel rumsteht und man eh nix (also nicht weit in die Kurve hinein) sehen kann. Und bei weiten Kurven sehe (haha!) ich das Problem nicht so sehr. Nicht so schlimm, behalte ich im Auge ;-). Hab' aber versucht, die Linie ordentlich zu treffen, hab' zumindest keine Mecker bekommen. Aber einige Kollegen haben gemogelt - also Landstraßenlinie (also halbe Breite der Trainigsstrecke) war das oft eher nicht. Dann ist es auch klar, daß die zügig um's Eck kommen. Aber die Lütte war tapfer, hat auf der Steigung aber mächtig geröhrt.


    Dann wurde gewechselt, die Herren durften gaffen. War aber interessant, zuzusehen. Ich konnte jedenfalls keine wirkliche Korrelation zwischen Fahrleistung und dem Bild, das sich in der Kurve darbot, erkennen. Sowas wie der Einfluß des Könnens und des "Händchen für's Maschinchen" war definitiv dabei. Der der Motorleistung mal wieder eher nicht.


    Dann gab es eine Instruktionspause, zur Vorbereitung der letzten jeweils 5 Runden mit dem in die Kurve hineinbremsen - in der Kurve hinten weiterbremsen - Gasgeben und Hinteradbremse langsam lösen. Die Damen durften zuerst, dann durften die Herren.


    Das mit "die Kurve durchbremsen" fand ich ganz ulkig, das scheint tatsächlich zu funktionieren. Darf man mit der Bremse bei den 15 PS nur nicht übertreiben, sonst bleibt man in der Kurve stehen und kippt um... ;)


    Blöd war da aber: es war ein Nachmittags-Abendkurs. Und die Sonne stand gegen Ende tief. So tief, daß man an der Steigung vor der "üblen" West-Rechtskurve allerexaktestens in die Sonne glotzte und genau überhaupt gar nix sah. Sehr unschön.



    Es folgt...

    So, hier dann der langersehnte ;) Bericht. Hab den gestern nicht mehr geschafft, ich war dann doch zu müde. Hab mir abends noch ein paar Notizen gemacht und hoffe daher, daß ich das alles so sinngemäß und richtig zusammenbekomme.

    Wird leider ein bißchen länger, geht also schon mal Kaffee und Gebäck holen oder blättert einfach weiter. Ich merke nämlich beim Tippen, daß es erstens ungeheuer viel war und das zweitens für mich auch eine ganz hilfreiche Erinnerungshilfe ist. Dann kann ich auch mal nachlesen. Also...



    Gestern war es dann so weit. Nach früh(!)morgendlichem Tanken von Markensprit und einer... erfrischenden... Tour nach Bamberg und dem Rest der Fortbildung dort und einem leichten (15 PS!) Mittagessen bin ich dann nach Schlüsselfeld getuckert. Zum für 15 - 21 Uhr angesetzten Basis-Kurventraining beim ADAC. Allerprächtigstes Wetter, nicht ganz so warm, wie befürchtet, rund 25 Grad, Sonne, ein paar Wölkchen. Um kalten Asphalt mußte man sich jedenfalls keine Sorgen machen. Dafür um die Klamotten. Na ja, die abends dann mal gründlich lüften...


    Nach kurzem Einchecken ging es dann in einen Seminarraum, da gab es dann zuerst zu sechst (hab mich schon gefreut) eine... Vorstellungsrunde! Mit... Moderationskärtchen! Na ja, die Erfahrungen und Wünsche und Erwartungen müssen natürlich irgendwie abgefragt werden. Da zeigte sich dann auch ganz flott, daß alle die Wünsche in den sechs Stunden garantiert nicht komplett unter einen Hut zu bekommen sein würden.

    Es gab aber glücklicherweise nicht nur endloses Begrüßungsblabla - im Rahmen der Wunsch-Abfrage gab es noch ein paar - durch erheiternde Anmerkungen aus dem Teilnehmerkreis garnierte - Instruktionen zur richtigen Sitzposition (im Straßenbetrieb dicht am Tank, um Last auf's Vorderrad zu bekommen und beim Bremsen nicht nach vorn zu rutschen und sich irgendwelche Organe zu prellen, auf der Rennstrecke eher weiter hinten, um auf dem Mopped hin- und herkrabbeln zu können und situativ mehr Last aufs Hinterrad zu bekommen). Die Linienführung in der Kurve wurde auch kurz angerissen, die Frage: "wie weit guckt man eigentlich in die Kurve" wurde aber nicht ausgewalzt. Die "zwei Sekunden weit" blieben bis zum Kursende undiskutiert.

    Aber ich wurde etwas nervös, denn ich wollte nicht sabbeln, sondern rumfahren. Nach rund einer Dreiviertelstunde waren dann auch alle Nachzügler eingetrudelt und es ging dann raus auf's Gelände.


    Es war ein lustiges, in jeder Hinsicht buntgemischtes Häufchen: nur entspannte, nette Leute, kein oberschlauer "Ich-weiß-schon-alles", 5 Teilnehmer und 5 Teilnehmerinnen im Alter von "jung" bis Rentner (tendentiell aber schon eher Jüngere), von den Wünschen von "die in der Fahrschule entgangene Ausbildung nachholen" (Hier bitte keinesfalls eine süffisanten Unterton herauslesen! Aus meiner Sicht völlig berechtigt!) bis "will mal auf die Rennstrecke" und einer breitgefächerten jährlichen Fahrleistung. Wobei die 125erInnen in der Fahrleistung in der Spitzengruppe lagen...


    Und es waren dabei: Z900, irgendeine Ducati, CB650R, MT-125, YZF-R125, Z-125, eine größere BMW mit Kardan, Trident 660, Duke 390 und irgendeine naggerte, größere BMW (Hab da mal heimlich nach den anderen Moppeds geschielt, ohne daß meine Kleine das mitbekommen hat, hab aber bei keinem Anblick der anderen Motorräder das große Sabbern gekriegt... :/).



    Vorneweg gab es dann noch schnell die Demonstration des umkippenden Moppeds beim Gebrauch der Vorderradbremse im Schrittempo. Dann aber fahren.



    Auf dem großen Platz waren ein paar Hütchen aufgebaut, da gab es ein paar Aufwärmrunden auf dem Platz. Anschließend galt es, ein wenig Slalom zu fahren. Unterbrechung, Abfrage, wie man denn so um die Hütchen herumkommt. Der Lenkimpuls wurde bekanntgemacht, also ein paar Runden mit beherztem Lenkimpuls. Hmmm, fand ich jetzt nicht sooo neu.


    Dann wieder eine Unterbrechung, Sammeln, Erklärung des Einsatzes des Körpers, um das Mopped weiter um die Hütchen zu schubsen, Propagieren eines ordentlichen Knieschlusses. Mit Übung: Mopped auf den Seitenständer, auf den Fußrasten aufstehen. Einmal mit und einmal ohne Hände am Lenker. Hier hat mir wohl ein wenig die Sonne auf die Birne geschienen, das hab ich nicht so ganz begriffen, hab mein Unverständnis aber auch nicht thematisiert. Ich hab in den folgenden Runden bewußter und gefühlt gekünstelt mit dem Innenknie am Tank herumgeschubbert und fand das doof. Hab dann geslalomt, wie ich das immer mache und fand das erheblich besser. Vielleicht reicht das, was ich mir beigebracht habe, ja auch schon völlig aus. Oder ich mache das sowieso einigermaßen richtig und hab nur die Erklärungen nicht verstanden. Ich werd' mal experimentieren. Immerhin hat der Trainer in der Zeit nicht nur Zigaretten geraucht, sondern seine Lehrlinge beobachtet, ab und zu jemanden rausgewunken und ein wenig erklärend korrigiert. Mich aber nicht, war also wohl nicht so schlimm.


    Dann gab es noch einmal Erklärungen: Es galt, die Blickführung von der Kopfausrichtung von der Körperausrichtung zu entkoppeln. Also ein wenig auf dem Platz herumgekurvt und dabei nach links und rechts geguckt und trotzdem geradeaus gefahren. Um sich eben nicht beim Kurvenfahren von dem Blitzer im Gebüsch ablenken zu lassen... Auch hier hat der Trainer seinen Job ordentlich gemacht und beobachtet und per Handzeichen bestätigende Signale gegeben.


    Dann gab es noch ein paar Ausführungen zur Armhaltung. Die Arme sollten nicht zu schlaff und "geschlossen" am Lenker hängen, sondern die Ellbogen sollten schon etwas "angriffslustig" angehoben sein. Ein wenig. Nicht bis zu den Ohren. Ein paar Runden zum Ausprobieren, dann ging es weiter auf's große Bergauf-Bergab-Oval.



    Auf dem Oval wurde dann gebremst. Alle zehn Motorradfahrerlein immer hintereinander weg, in zwei aufgebauten "Bremsgassen". Zuerst ein paarmal geradeaus, um sich mit der Wirkung und der Dosierung der Bremse bewußt vertraut zu machen.

    Zuerst haben wir auf der Gefällestrecke ein paarmal kurze, scharfe Bremsimpulse ausprobiert, mit bewußtem blitzartigen Bremse-lösen, um das Vorderrad nicht (dauerhaft) zum Blockieren zu bekommen. Oder um im Falle eines blockierenden Vorderrades das verängstigte Hirn zu überzeugen, die Hand zu beauftragen, die Bremse auch mal wieder aufzumachen.

    Dann ein paar Runden im Oval, dabei nur mit der Vorderradbremse bremsen. Mit verschiedenen Dosierungen. Dann ein paar Runden im Oval, dabei nur mit der Hinterradbremse bremsen. Mit verschiedenen Dosierungen.



    Es folgt...

    Hoch:

    Hab die Woche Fortbildung in Bamberg und fahre zwischen, bin also heute mittag friedlich mit dem Mopped durch die Sonne nach Bamberg getuckert, im Altherren-ich-fahre-zur-Arbeit-Modus. Das Leinleitnertal rauf, dann den Ellerberg wieder runter, dabei artig auf die Linie geachtet und dann nach Bamberg rein.


    Tief:

    War dann in Bamberg gefangen. Ein allerübelstes Labyrinth aus Einbahnstraßen und Verboten für Motorisiertes und überall Anwohnerparkplätze und Baustellen und Busspuren und aufgemalte Radfahrstreifen und alles gelb und weiß bepinselt und kein Mensch (also ich) weiß mehr, was denn nun gilt *gnarf*. Ungefähr so muß die Hölle aussehen. Bin da eine Dreiviertelstunde rumgeirrt (so kriegt man den Verkehr auch aus der Stadt raus), hab dabei zwar ungeplant die Schrittgeschwindigkeitsübungen wiederholt, die Zeit bis zum Seminarbeginn wurde aber langsam knapp und dann hab ich das Mopped verzweifelt unter eine Brücke geklemmt, zwischen zwei Roller, die voller Taubenschisse waren und zwei Motorräder, die mit Spinnenweben zugewachsen waren und trotzdem noch immer da standen und gehofft, daß sich da kein Aufschreiber hinwagt. Zum Hotel gehastet.


    Hoch:

    Die Gesichter der Rezeptionsdamen des Edel-Hotels genossen, die leicht verwirrt einen ziemlich zerzausten Menschen in Mopped-Klamotten ansahen. Die Parkgebühren in der Tiefgarage waren mir ein wenig zu teuer, ich vertraute auf den Platz unter der Brücke.


    Tief:

    Zeit zum Umziehen hat nicht gereicht. War warm in den Klamotten.


    Hoch.

    Zwischen Kursende und Essen nach dem Mopped geguckt. Das war noch da und unbeknöllchent. Und: ein paar Meter von der Brücke entfernt einen hochoffiziellen Motorradparkplatz entdeckt, aufgepinselter Parkplatz mit Schild und netter Aussicht aufs Flüßchen und mit ohne Parkscheinpflicht. Tippitoppi. Mopped die paar Meter weitergeschoben.

    Hab den Parkplatz auf dem Hinweg nicht gesehen, weil das Schild hinter einem Dixi-Klo versteckt war. Sah man nur aus der anderen Richtung. Morgen wird's besser. Wenn ich da denn wieder hinfinde...


    Tief:

    War nach dem Essen etwas vollgefressen und bin nicht gut gefahren. Ein Stück Autobahn, dann von Buttenheim nach Ebermannstadt. Doofe Strecke, irgendwie übles Geeier wegen Spurrinnen. Hatte ich so noch nie.

    Mopped hatte auch keine rechte Lust mehr, das schien etwas träge. Entweder hab ich zu viel gefuttert oder das liegt an dem komischen Sprit der Dorftankstelle, den das Maschinchen am Mittag bekommen hat, muß ich mal im Auge behalten. Das Mopped darf jetzt nicht schlappmachen, Freitag ist doch Kurventraining. Öl hat es genug, nun auch wieder ein eingeschmierte Kette.

    Was es auf dem Dorf gibt und in der Stadt nicht: Erntezeit. Erlebe ich gerade. Intensiv. Geht morgens gegen 4:30 los und was sich da durch den Ort wälzt, das könnte auch gut aus schrägen Science-fiction-Filmen stammen. Mit den alten toff-toff-toff-Treckern hat das gar nix mehr zu tun. Als Ex-Stadtmensch staune ich immer über die gewaltigen Apparate und wenn dann so ein Monstertrecker mit einem vollbeladenen dreiachsigen Anhänger die kurvige Gefällestrecke in den Ort reinrumpelt, dann hoffe ich immer, daß der die Kurve kriegt. Lärm machen die auch, da muß sich ein erwachsenes Motorrad schon ziemlich anstrengen, um da gegenanzuröhren.


    Und einen Hahn oder so gibt es hier irgendwo, aber der ist komisch drauf. Ziemlich sympathisch ist der, der ist Langschläfer und kräht gegen 8:30 ;)

    Zum Werkzeugkauf finde ich das Allerallerwichtigste, sich nicht in den Baumarkt zu begeben. Die Preise finde ich da sehr oft... hmmm... ...ungewöhnlich.

    Es gibt viele Industriebedarfs- und Werkzeugläden, die nach nettem Fragen auch an Privatleute verkaufen und je nach Laune hochinteressante Rabatte auf die (gegenüber den Baumärkten ohnehin oft günstigeren) Katalogpreise geben. Da gibt es nicht nur den bekannten Hoffmann, es gibt da auch noch Händler, die an andere Einkaufsgemeinschaften angeschlossen sind und Hausmarke-Werkzeuge z. B. unter den Labeln "Format" und "Promat" verkaufen.

    Mit "Format"-Werkzeugen (Schlüssel und so, allgemeine Handwerkzeuge, Zerspanungswerkzeuge, Werkstattbedarf) habe ich bei auch ambitioniertem Hobbygebrauch sehr gute Erfahrungen gemacht. Meßwerkzeuge kaufe ich aber nur noch vom Originalhersteller, bevorzugt Schweizer Zeug.



    Statt eines Hinterachs-Montageständers zum Ketteschmieren hab ich mir einen gerade gewachsenen Ast aus dem Gartenabfall zurechtgesägt. Mopped (hat ja nur 140 kg :) ) ankippen, Hölzchen unter die rechte Fußraste klemmen, glücklich sein. Klappt aber nur auf Beton, auf Waschbeton rutscht der Seitenständer weg.


    Ganz nett finde ich, beim Ketteneinsprühen ein paar alte Zeitungen oder ein Stück Pappe auf den Boden zu legen und vor den Hinterreifen zu klemmen. Wenn man sich ungeschickt genug anstellt, dann hat man auch die Umgebung gut geschmiert, nicht nur die Kette.



    Auch wenn ich (noch) kein Mopped-Schrauber bin, in Deiner Werkzeugliste fehlen mir

    - ein ordentlicher Schraubstock

    - Drahtbürsten (Messing, Stahl)

    - Inbus-Schraubendreher mit T-Griff (ich kann nicht mehr ohne)

    - ein mittelgroßen Zangenschlüssel (eines der genialsten Werkzeuge überhaupt)

    - für Kleines liebe ich meinen 1/4"-Knarrenkästchen von Bahco. Die Ratsche hat eine feine Zahnung, da kann man also auch in beengten Verhältnissen herumratschen. Ist aber nix zum Kräne zusammenschrauben.

    - ein paar Durchschläger (um einer festgegammelten Schraube vorsichtig mit dem Hämmerchen einen überzubraten)

    - einen Satz ordentlicher Schraubendreher mit durchgehender Klinge und Sechskantansatz (wenn man mal eine bösartige Schlitz- oder Kreuzschlitzschraube überzeugen muß)