ausgetrocknete Batterie

  • Hallo Leute!

    Ich bin mir sicher, ihr habt Ahnung davon, ich nämlich nicht

    Ich hab leider meine Batterie verwahrlost, und jetzt ist sie leer, zumindest sieht es so aus. Weiß jemand, ob ich sie wiederherstellen kann, indem ich sie einfach mit destilliertem Wasser auffülle? Oder was kann ich sonst tun? Muss ich mir jetzt ne neue kaufen?

    Vielen Dank für eure Antworten

    Biker-Gruß
    sdevil

  • Moin,

    genau, mit destilliertem Wasser auffüllen und dann ans Ladegerät. Wenn sie dann allerdings noch schlappschlappschlapp ist, muss wohl eine Neue her.


  • Moin sdevil
    Versuchen kannste die Lösung von Hotblack ja mal, aber ich würds net riskieren wegen nem Artikel der net grad die Welt kostet irgendwo liegenzubleiben, ich würd ne Neue kaufen
    Wenn die wirklich so leergenudelt is haste bestimmt net lang Freude daran wenn Du die Batterie wieder mit destilliertem Wasser auffüllst und lädst.
    Ich jedenfalls hätt kein gutes Gefühl dabei wenn ich ne Tour mach und den Bock irgendwo abstell und dann bangen muss ob er später wieder anspringt
    Sowas passiert meist wenn man voll in der Pampa steht und zu allem Überfluss auch noch nach Ladenschluß (Murphys Law)

  • Hallo Leute!

    Vielen Dank für eure schnellen Antworten! Eure Aussagen helfen mir sehr weiter! Da muss ich mir wohl ne neue kaufen. Was soll's.

    Biker-Gruß
    sdevil

  • Re: ausgetrocknete Batterie

    Hi!

    Wenn der Flüssigkeitsstand in der Batterie sehr niedrig ist, dann hat sie Säure verloren. Beim Nachfüllen von destilliertem Wasser sinkt die Säurekonzentration ab, die Batterie klappt damit zusammen. Am besten, Du kaufst eine Neue.

    Gruß
    Benino

  • moin, also bei mir war letztes Jahr auch der Säurestand schon sehr niedrig in meiner Batterie, hab dann die Batterie ausgebaut, mit dest. Wasser aufgefüllt, noch nicht ein mal geladen, wieder eingebaut und alles funzte wieder bestens.
    Fahre die immer noch und hab keinerlei Schwäche festgestellt.

    Verheize deine Reifen, nicht deine Seele Gruß Wheelyfahrer

  • Moin,

    ich dachte immer, geiz ist geil?! Niedriger Flüssigkeitsstand heisst ja nicht gleich tiefentladen. Einen Versuch wär es zumindest wert. Aber wer zuviel Geld hat........

    In Antwort auf:

    Beim Nachfüllen von destilliertem Wasser sinkt die Säurekonzentration ab, die Batterie klappt damit zusammen




    Deswegen soll sie danach ja auch ans Ladegerät, Du Schlauberger, dann steigt die Säurekonzentration nämlich wieder, vorausgesetzt die Platten sind nicht zu sulfatiert und es kommt zu einem Plattenschluss.

  • Woran soll ich denn erkennen, ob die Batterie tiefentladen ist? Wenn ich sie um 90° drehe, kommt jedenfalls kein einziger Tropfen hervor, und die Platten sehen irgendwie komisch aus.

  • Probiers einfach aus, hol dir dest. Wasser, füll es bis zur Markierung auf und häng sie ans Ladegerät.
    Wenn du keins hast, dan probier mal, ob du mit der aufgefüllten Batterie noch starten kannst.
    Wenn das der Fall ist, dann fahr ne längere Runde ohne Licht etc. und lad sie so auf.
    Ich vermute mal, dass, wenn die Mühle mit der aufgefüllten Baterie anspringt sie uch nicht tiefentladen ist.
    Wenn du ein Ladegerät hast, dann häng sie erstmal dran und lad sie über Nacht oder je nachdem was für ein Ladegerät hast entsprechend lang.
    Achja, kein Autoladegerät verwenden, das könnte einen zu hohen Ladestrom haben.

    Verheize deine Reifen, nicht deine Seele Gruß Wheelyfahrer

  • Ich hab gerade mit nem Werkstatttechniker gesprochen. Der hat gesagt, dass wenn die Batterie ausgetrocknet ist, dann setzt sich der ganze "Schlamm" unten ab und schließt die Platten kurz. Seiner Meinung nach kann man das nicht mit dest. Wasser rückgängig machen.

    Gruß
    sdevil

  • Moin,

    das Sulfat setzt sich auch unten ab, wenn der Accu mit Flüssigkeit gefüllt ist.

    Aber das ist jetzt Deine Entscheidung, Kanditat 3: entweder die Chance mit 2 € für einen Liter destilliertes Wasser und eine Nacht am Ladegerät den Accu wieder zum Leben zu erwecken oder gleich die Mörderkohle für nen neuen Accu zu berappen.

    Mir doch egal.

    Und das näxte Mal fragst Du gleich Deinen Werkstattfuzzi, wenn Dir die Meinungen hier zu unterschiedlich sind.

    So!

  • Hallo Leute, wollt Euch einen Link zu einer PDF geben, jedoch geht das nicht, da man für dieses Doku und den Zugang ein Passwort braucht! Also hab ich diese Erklärung von meinem Firmencomputer geladen und hier mal gepostet! Leider Nur als Textdatei ohne Tabellen und Grafiken.

    Ist etwas viel zum Lesen! jedoch hoffe ich auch ein kleinwenig geholfen zu haben!

    Die Batterie

    Einführung

    Der in den meisten Fahrzeugen verwendete Batterietyp wird normalerweise als Blei-Akkumulator
    bezeichnet. Diese Batterien werden so genannt, weil die Elektroden aus Blei bestehen und die Batterie zum
    Speichern (Akkumulieren) von Energie dient.
    Eine wesentliche Eigenschaft der Blei-Akkumulatoren besteht darin, daß sie extreme physische
    Anforderungen beim Aufladen und Entladen aushalten können. Blei-Akkumulatoren bieten eine optimale
    Leistung sowohl als Starter- als auch als Reserveleistungsbatterie. Blei-Akkumulatoren sind relativ
    kostengünstig in der Produktion und können große Mengen Energie speichern. Daher machen Blei-
    Akkumulatoren mehr als 50% des gesamten Markts für Batterien aus.

    Prinzip

    Eine Batterie ist eine Einheit, die chemische Energie speichert, welche anschließend je nach Bedarf in
    elektrische Energie umgewandelt werden kann. Wenn die Batterie an einen externen Verbraucher
    angeschlossen wird (z. B. den Anlasser des Fahrzeugs) wird die gespeicherte chemische Energie in
    elektrische Energie umgewandelt und durch den Stromkreis fließt Strom.
    Die Starterbatterie, der Blei-Akkumulator, ist wiederaufladbar. Eine solche Batterie kann wiederholt
    wiederaufgeladen werden, wobei elektrische Energie in chemische Energie umgewandelt wird.

    Funktion

    Die Funktion der Batterie im Fahrzeug besteht darin, das Fahrzeug in allen Situationen mit einer stabilen
    Spannung zu versorgen. Eine der Aufgaben der Batterie besteht darin, beim Anlassen des Motors Strom zu
    liefern. Weiter Aufgaben bestehen darin, Strom an Bauteile (z. B. Standlichtleuchten) zu liefern, die Strom
    benötigen wenn der Motor nicht läuft (d.h. wenn die Lichtmaschine nicht lädt). Die Batterie ist auch eine
    Energiereserve wenn die Kapazität der Lichtmaschine nicht ausreicht und ergänzt werden muß.

    Eine Batterie arbeitet folgendermaßen

    Die Batterie besteht aus verschiedenen Zellen. Schematisch kann man sagen, daß eine Batterie aus zwei
    Elektroden, einer positiven und einer negativen, besteht. Diese Elektroden bestehen aus unterschiedlichen
    Materialien, die in einen mit Elektrolyt, oft auch als Batteriesäure bezeichnet, gefüllten Behälter getaucht
    werden. Aufgrund der unterschiedlichen Materialien der Elektroden ergibt sich eine elektrische Ladung
    zwischen der positiven und negativen Elektrode. Zwischen den Elektroden und dem Elektrolyt findet eine
    chemische Reaktion statt, wodurch elektrische Energie erzeugt wird. Wenn die positiven und negativen Pole
    der Elektroden so angeschlossen werden, daß sie einen geschlossenen Stromkreis bilden, fließt ein Strom
    durch den Stromkreis.

    Bei einem Blei-Akkumulator besteht die positive Elektrode aus Bleioxid und die negative Elektrode aus
    porösem Blei. Der Elektrolyt besteht aus verdünnter Schwefelsäure (H2SO4), d.h. einem Gemisch aus
    konzentrierter Schwefelsäure und destilliertem oder vollentsalztem Wasser.

    Der Aufbau der Batterie

    Die Batterie befindet sich in einem Kunststoffbehälter und hat sechs interne Kammern, eine für jede Zelle.
    Die Kammern sind nicht miteinander verbunden. Das bedeutet, daß der Elektrolytstand in einer Kammer
    absinken kann ohne den Stand in den anderen Kammern zu beeinflussen. Die Zellen sind durch eine
    abgedichtete Verbindung zwischen jeder Kammer in Reihe geschaltet.
    Oben an der Batterie befindet sich eine Abdeckung mit sechs Stopfen, einer für jede Zelle. Die Stopfen
    können zum Prüfen und Auffüllen mit Elektrolyt geöffnet werden.
    Die Batterie ist mit Elektrolyt gefüllt. Der Elektrolyt besteht aus verdünnter Schwefelsäure (H2SO4 ), d.h.
    einem Gemisch aus konzentrierter Schwefelsäure und destilliertem oder vollentsalztem Wasser. Elektrolyt
    wird oft als Batteriesäure bezeichnet. Der Elektrolyt hat eine Dichte von 1,28 g/cm3 wenn die Batterie
    vollständig aufgeladen ist.

    Eine Batterie besteht aus zwei oder mehr in Reihe geschalteter Zellen, je nach erforderlicher Polspannung.
    Eine Fahrzeugbatterie besteht aus sechs Zellen. Die Polspannung einer vollständig aufgeladenen Batterie
    beträgt 12,72 V, d.h. 2,12 V pro Zelle.

    Bestimmte Batterien haben einen Entlüftungsschlauch. Dies gilt für
    Fahrzeugmodelle bei denen sich die Batterie im Laderaum befindet (nicht im Motorraum). Die Funktion des
    Entlüftungsschlauchs besteht darin, alle Gase (Knallgas), die beim Aufladen in der Batterie entstehen, ins freie zu leiten.


    Der Entlüftungsschlauch muß immer wenn die Batterie angeschlossen ist ebenfalls angeschlossen sein.
    Beim Auswechseln der Batterie den Schlauch immer anschließen und sicherstellen, daß er nach unten zu
    dem entsprechenden Auslaß führt!

    Der Aufbau der Zellen

    Eine Zelle besteht aus mehreren positiven und negativen Platten. Diese Platten werden mit
    Plattenverbindern in Gruppen zusammengeschweißt. Diese Platten funktionieren wie Elektroden in der
    Zelle. Jede positive Zelle befindet sich in einer Art Isolator, der als Separator bezeichnet wird. Die Aufgabe
    des Separators besteht darin, die positiven und negativen Platten zu trennen und Partikel, die sich von der
    positiven Platte gelöst haben, aufzufangen, um somit Kurzschlüsse zu vermeiden. Jede Zelle beinhaltet
    solch eine Kombination von Platten, die in Reihe geschaltet sind. Die Separatoren bestehen aus
    säurebeständigem Kunststoff.
    Jede Platte besteht aus einem Grill mit einer äußeren Schicht aus aktivem Material. Dieses aktive Material
    trägt beim Aufladen und Entladen zum elektrochemischen Prozeß bei. Der Grill besteht aus einer Art
    Bleilegierung, die als Leiter für das aktive Material dient und ebenfalls den Strom leitet. Die positive Platte
    besitzt eine äußere Schicht aus Bleidioxid, die äußere Schicht der negativen Platte besteht aus porösem
    Blei.
    Die Zelle wird durch den Elektrolyt umgeben. Dieser ist die letzte Komponente einer vollständigen Zelle.
    Jede Zelle kann 2,12 V erzeugen (volle Ladung bei 25ºC (77ºF)).

    Entladung

    Während der Entladung wird das Blei in der negativen Platte in Bleisulfat (PbSO4) umgewandelt.
    Das Bleidioxid (PbO2) in der positiven Platte wird ebenfalls in Bleisulfat umgewandelt.
    Beim Entladungsprozeß wird Schwefelsäure (H2SO4) verbraucht während Wasser (H2O) entsteht. Dadurch wird
    die Dichte des Elektrolyts reduziert.
    Die Dichte nimmt beim Entladungsprozeß ab und kann zur Bestimmung des Zustands der Batterie
    gemessen werden. Der Elektrolyt in einer vollständig aufgeladenen Batterie hat eine Dichte von 1,28 g/cm3 .
    Die Dichte des Elektrolyts in einer vollständig entladenen Batterie beträgt 1,10 g/cm3 .

    Aufladen

    Beim Aufladen wird Energie an die Batterie geliefert. Dadurch entsteht ein elektrochemischer Prozeß
    umgekehrt zum Entladungsprozeß. Das Bleisulfat (PbSO4) in der negativen Platte wird wieder zu reinem
    porösen Blei (Pb) umgewandelt und das Bleisulfat (PbSO4) in der positiven Platte wird in Bleidioxid (PbO2)
    umgewandelt.
    Wasser (H2O) wird während des Aufladeprozesses verbraucht. Schwefelsäure (H2SO4) wird gebildet. Die
    Dichte des Elektrolyts steigt wenn die Menge der Schwefelsäure zunimmt.

    Gasentwicklung

    Beim Aufladen einer Bleibatterie entwickeln sich am Ende des Aufladungsprozesses Gase. Wenn die
    Batterie 85-90% der maximalen Kapazität erreicht hat, beginnt sich das Wasser im Elektrolyt in Sauerstoff (O2) und Wasserstoff (H2) zu teilen.
    An der positiven Platte bildet sich Sauerstoff und an der negativen Platte Wasserstoff.
    Die Gasentwicklung führt zu dem Verlust eines Teils des Gases von der Batterie, da die Batterie nicht
    vollständig abgedichtet werden darf. Da das Wasser verloren geht, fällt der Elektrolytstand in der Batterie.
    Daher muß neues destilliertes oder vollentsalztes Wasser hinzugefügt werden, um Schäden an den Platten
    infolge eines zu niedrigen Elektrolytstands zu vermeiden. Wenn neues Wasser nicht hinzugefügt wird wenn
    es erforderlich ist, können die Platten mit Luft in Berührung kommen. Dies würde zu Korrosion führen und
    somit die Kapazität der Batterie vermindern.

    Wenn Sauerstoff und Wasserstoff im korrekten Verhältnis gemischt werden, entsteht Knallgas. Dieses
    Gemisch ist äußerst explosiv. Größte Vorsicht muß ausgeübt werden, um Verletzungen und Beschädigung
    der Batterie zu verhindern.

    Sicherstellen, daß das Batterieladegerät ausgeschaltet wird bevor die Klemmen abgeklemmt werden.
    Hierdurch wird die Bildung von Funken verhindert, die das Knallgas entzünden könnten.


    Für gute Belüftung sorgen.


    Selbstentladung

    In einer Batterie findet immer eine gewisse Selbstentladung statt, wenn die Batterie nicht benutzt wird und
    sowohl beim Aufladen als auch beim Entladen. Wenn die Batterie über einen längeren Zeitraum nicht
    benutzt wurde kommt es zu einer beträchtlichen Selbstentladung. Die Säuredichte fällt und das aktive
    Material in den Platten wird in Bleisulfat umgewandelt. Übermäßige Entladung muß vermieden werden, da
    in diesem Fall ein erhöhtes Risiko der Sulfatierung besteht. Sulfatierung kann permanenten Schaden an der
    Batterie bewirken. Regelmäßiges Aufladen der Batterie verhindert Sulfatierung. In einer
    stark entladenen Batterie besteht ein erhöhtes Risiko für Gefrierschäden. Die Geschwindigkeit der Entladung
    hängt von der Temperatur, der Zeit, dem Zustand und dem Aufbau der Batterie ab.

    Die Temperatur hat einen besonders großen Einfluß. Die Geschwindigkeit der Selbstentladung
    ist bei hohen Temperaturen schneller. Für längere Zeiträume sollten Batterien an einem trockenen, kalten
    Platz, wenn möglich unter dem Gefrierpunkt, gelagert werden.
    Sicherstellen, daß die Batterie vollständig aufgeladen ist, wenn sie für einen längeren Zeitraum nicht
    verwendet werden wird. Wenn die Batterie in einem guten Zustand ist und an einem trockenen, kalten Platz
    gelagert wird, ist kein weiteres Aufladen erforderlich. Wenn die Batterie an einem warmen Ort gelagert wird,
    kann regelmäßiges Aufladen erforderlich sein.
    Die Abbildung zeigt ein Beispiel wie schnell sich eine Batterie, je nach Temperatur der Batterie, selbst
    entladen kann. Beachten, wie die Dichte der Säure mit der Zeit abnimmt und wie die Selbstentladung bei
    steigender Temperatur zunimmt.


    Säuredichte

    Die Säuredichte ist eine Einheit, die die Konzentration der Schwefelsäure im Elektrolyt anzeigt. Die
    Säuredichte ist ein Maß der Batteriespannung und Laddezustand. Die Säuredichte wird in g/cm3
    gemessen. Schwefelsäure ist für den chemischen Prozeß in der Batterie erforderlich.
    Je höher der Wert der Säure (d.h. hohe Konzentration der Schwefelsäure) desto höher die Spannung und
    der Ladezustand. Ein niedriger Wert für die Säuredichte bedeutet eine entsprechend niedrige Konzentration
    der Schwefelsäure, niedrige Spannung und eine reduzierte Kapazität für die Stromversorgung. Der
    Elektrolyt in einer vollständig aufgeladenen Batterie hat eine Dichte von 1,28 g/cm3 bei +25ºC (+77ºF). Die
    Dichte des Elektrolyts in einer vollständig entladenen Batterie beträgt 1,10 g/cm3 oder niedriger, je nach Art
    der Batterie.

    Ladezustand - SOC

    Der Ladezustand (SOC) wird als die Menge an elektrischer Energie, die zu einer bestimmten Zeit in der
    Batterie gespeichert ist, im Verhältnis zu der Energiemenge, die in einer vollständig aufgeladenen Batterie
    gespeichert werden kann, definiert. Der Ladezustand wird als Prozentsatz der vollen Ladung angegeben.

    Kapazität

    Die Kapazität einer vollständig aufgeladenen Batterie ist die Fähigkeit, einen konstanten Strom über eine
    bestimmte Zeit zu liefern und wird in Amperestunden (Ah) angegeben. Die Entladungszeit hängt von der
    beabsichtigten Anwendung der Batterie ab. Bei Starterbatterien bezieht man sich auf eine Kapazität von 20
    Stunden (K20). Dies bezieht sich auf die Strommenge, die die Batterie über 20 Stunden bei einer
    Außentemperatur von +25ºC (+77ºF) liefern kann, ohne daß die Polspannung unter 10,5 V fällt.

    Eine Batterie mit einer angegebenen Kapazität von 70 Ah sollte einen konstanten Strom von
    maximal 3,5 A (3,5A x 20h = 70 Ah) für 20 Stunden liefern.
    Die Kapazität einer Batterie hängt nicht nur von der Größe und dem Aufbau der Batterie ab, sondern
    schwankt auch beträchtlich für Batterien des gleichen Typs mit der Größe des Entladungsstroms. Je
    niedriger der Entladungsstrom desto höher die Kapazität und umgekehrt. Die Kapazität der Batterie wird
    auch von der Temperatur und dem Alter der Batterie beeinflußt. Der Nennwert wird bei +25ºC (+77ºF)
    angegeben. Die Kapazität der Batterie verringert sich bei niedrigen Temperaturen beträchtlich.

    Lebensdauer der Batterie

    Die Lebensdauer einer Batterie hängt in erster Linie von seinem Aufbau, der Wartung und den
    Betriebsbedingungen ab. Die folgenden Faktoren können die Lebensdauer einer Batterie verkürzen:

    Um die höchst mögliche Lebensdauer und Kapazität zu erhalten, muß die Batterie in Übereinstimmung mit
    den Empfehlungen des Herstellers gewartet und aufgeladen werden.



    Hohe Temperaturen

    Eine hohe Außentemperatur beschleunigt die chemischen Prozesse in der Batterie beim Aufladen und
    Entladen. Für jede 10ºC (18ºF) Temperaturanstieg, verdoppelt sich die Reaktionsgeschwindigkeit der
    Prozesse. Die Gefahr der Korrosion, Selbstentladung und Sulfatierung steigt bei hoher Temperatur und die
    Lebensdauer der Batterie wird verringert. Die Lebensdauer einer Batterie wird durch eine kühlere
    Umgebung erhöht.


    Zyklen

    Unter Zyklen versteht man das Entladen und Aufladen in einer Batterie. Eine Batterie durchläuft immer
    Zyklen. Das Entladen, oder die Zyklen, können verschiedene Tiefengrade aufweisen. Tiefere Entladung ist
    schädlicher als geringere Entladung. Jede Entladung führt zu Spannungen in den Platten und demzufolge
    zu einer Verschlechterung. Durch jeden Zyklus wird das Material in den Platten zerbrechlicher und
    letztendlich löst sich etwas des Materials von den Platten. Die Zyklen bewirken eine Reduzierung der Kapazität.

    Für eine Bleibatterie ist ein unendliches Wiederholen der Zyklen nicht tolerierbar. Tiefe Entladungen sollten
    vermieden werden, um eine möglichst lange Lebensdauer zu erhalten.
    Niedriger Elektrolytstand
    Der Elektrolytstand in einer Batterie muß regelmäßig geprüft werden. Das Wasser im Elektrolyt wird durch
    Gasproduktion und Absorption verbraucht. Batterien haben einen unterschiedlichen Wasserverbrauch. Dies
    hängt von der Konstruktion und der Umgebungstemperatur ab. In warmen Klimazonen wird das Wasser
    schneller verbraucht.

    Wenn der Elektrolytstand zu niedrig ist, kann es zu Korrosion kommen und die Kapazität der Batterie kann
    verringert werden. Korrosion kann in den Verbindungen zwischen den Zellen auftreten. Dies kann eine
    Stromunterbrechung in einer Verbindung zur Folge haben, wodurch die Batterie keinen Strom mehr liefert.
    Die Kapazität der Batterie wird verringert, wenn der Elektrolytstand so niedrig ist, daß ein Teil der
    Oberflächen der Platten nicht in den Elektrolyt eingetauchen. Solche Oberflächen können zu dem
    chemischen Prozeß, der zwischen Aufladen und Entladen stattfindet, nichts beitragen.

    Achtung! Den Elektrolytstand regelmäßig überprüfen und mit destilliertem oder vollentsalztem Wasser bis
    an die angegebene maximale Markierung auffüllen. Niemals Leitungswasser verwenden!



    Tiefe Entladung

    Die Säuredichte in einer tief entladenen Batterie ist sehr niedrig (beinahe die gesamte Schwefelsäure wurde
    verbraucht und fast reines Wasser bleibt. Es besteht die Gefahr, daß die Batterie durch Gefrieren bei relativ
    milden Temperaturen irreparabel beschädigt wird.


    Eine tief entladene Batterie kann auch hydrieren.

    Wenn die Entladung sehr tief ist, wird letztendlich die gesamte Schwefelsäure verbraucht und im Elektrolyt
    bleibt lediglich Wasser.
    Wo Bleisulfat wasserlöslicher als Schwefelsäure ist, fällt ein Teil des Bleisulfats in den Platten in den
    Elektrolyt. Wenn die Batterie aufgeladen ist, fällt Blei auf die negativen Platten und Separatoren. Blei
    sammelt sich in kleinen Flecken auf der Oberfläche. Dadurch können Kurzschlüsse entstehen. Dies
    bezeichnet man als Hydrierung.
    In modernen Batterien kann dem Elektrolyt eine geringe Menge Natriumsulfat hinzugefügt werden, um
    Hydrierung zu vermeiden.

    Falsches Aufladen

    Falsches Aufladen kann zu bleibenden Schäden an der Batterie führen. Falsches Aufladen kann
    beispielsweise darin bestehen, einen so hohen Strom zu verwenden, daß die Temperatur des Elektrolyts
    steigt oder, daß die Gasentwicklung zu stark ist.

    Wenn das Aufladen mit einem extrem hohen Strom durchgeführt wird, steigt die Temperatur des Elektrolyts
    beträchtlich, wenn die Batterie beginnt die volle Ladung zu erreichen. Zu hohe Temperatur kann die
    Materialien in der Batterie beschädigen und die Gefahr von Kurzschlüssen erhöhen.
    Wenn die Gasentwicklung beim Aufladen sehr intensiv ist, können einige Partikel von den aktiven
    Materialien an den Platten abgelöst werden. Die Platten unterliegen somit Verschleiß, wodurch
    Lebensdauer und Kapazität verringert werden. Kurzschlüsse können eintreten, wenn gelöste Partikel auf
    den Boden des Zellenbehälters fallen oder zur gegenüberliegenden Platte wandern.
    Um eine optimale Leistung sicherzustellen, sollten Batterien immer gemäß den Anweisungen von Volvo
    aufgeladen werden.

    Sulfatierung

    Beim Entladen entsteht an den Platten Bleisulfat. Normalerweise entstehen kleine Kristalle, die sich wieder
    in Blei und Bleioxid umwandeln, wenn die Batterie lädt.
    Unter bestimmten Umständen können beim Entladen große unlösliche Bleisulfatkristalle entstehen. Diese
    Kristalle können eine isolierende Schicht auf den Platten bilden. Dadurch wird die effektive Oberfläche der
    Platten und somit auch der Kontakt zwischen den aktiven Materialien auf den Platten und dem Elektrolyt
    verringert. Hierdurch wird die Kapazität der Batterie beträchtlich verringert. Dies wird als Sulfatierung
    bezeichnet und entsteht, wenn die Batterie für einen längeren Zeitraum (mehr als zwei Wochen) mit
    niedriger Ladung stehen gelassen wird oder wenn die Batterie wiederholt ungenügend geladen wurde.
    Die Platten dehnen sich immer etwas beim Entladen. Wenn die Entladung sehr langsam verläuft, kann die
    Ausdehnung so groß sein, daß die Platten sich verformen oder reißen. Ein solcher Schaden ist irreparabel
    und die Batterie kann nicht mehr verwendet werden. Wenn die Batterie starker Sulfatierung ausgesetzt war,
    kann sie unter Umständen wieder hergestellt werden indem sie langsam mit einem sehr niedrigen Strom
    aufgeladen wird.
    Durch regelmäßiges Wartungsladen wird Sulfatierung verhindert.

    Korrosion

    Unter heißen Bedingungen, insbesondere in Ländern mit heißem Klima, können Batterien korrodieren. Bei
    hohen Temperaturen korrodiert der Grill in den Zellenplatten und wird porös. Die Verbindungen zwischen
    den Platten können ebenfalls korrodieren. Hierdurch kommt es zu einer Abnahme der Leitfähigkeit und
    somit der Kapazität.

    Schwingungen

    Die Batterie erfährt Schwingungen, wenn das Fahrzeug auf unebenen Flächen gefahren wird. Solche
    Schwingungen können zu Spannungen an den inneren Verbindungen in der Batterie und den
    Zelleneinheiten führen, wodurch es zu Verschleiß und Schäden an der Batterie kommt.


    Solltest Dir aber nicht sicher sein, ist die beste Lösung immer eine Neue Batterie!

    Oldi

  • Wahnsinn! Damit hab ich nun nicht gerechnet, dass jemand gleich ein Buch schreibt
    Ich freue mich jedenfalls sehr darüber und hoffe, dass alle, die ähnliche Probleme haben, diesen Thread lesen

    Gruß
    sdevil

  • @hotblack:
    ich hatte geschriben, wenn der Flüssigkeitsspiegel extrem niedrig ist, dann hat sie Säure verloren, damit habe ich gemeint, daß diese ausgelaufen ist und damit in der Batterie fehlt. Man sollte immer die ganze Aussage lesen, und nicht nur einen Teil davon.
    Das heißt, dann muß nicht Wasser, sondern Säure nachgefüllt werden. Ob sich das lohnt, ist eine andere Frage.

    Anscheinend ist die Battterie knochentrocken, ohne einen Tropfen Flüssigkeit, wie ich inzwischen gelesen habe.

    Ob die Batterie nach Befüllung mit Säure nochmals Ladestrom speichern kann, muß man dann eben ausproblieren.

    Ich hatte es jedenfalls schon zwei mal an verschiedenen fahrzeugen, daß eine problemlos funktionierende Batterie mit tiefem Säurestand durch nachfüllen von einer ordentlichen Menge dest. Wasser auf Normalstand unmittelbar danach keinen Ladestrom mehr angenommen hat und keine Kapazität mehr hatte.

  • Benino

    Es wird bis auf die Erstbefüllung niemals Säure nachgefüllt sondern immer dest. Wasser. Obwohl ich einen kenne, der öfter den Accu ganz leer laufen lässt und dann komplett mit Säure neu befüllt. Hilft aber äußerst selten.

    Aber ist ja auch egal, mein Vorschlag war nur, bevor man einen neuen Accu kauft, erstmal diesen Weg zu versuchen. Natürlich kann es sein, dass der Accu nicht mehr zu retten ist. Aber dann hat man halt nur ca. 2 € zusätzliche Kosten durch das ausprobieren. Und wenn er sich wieder berappelt, hat man Glück gehabt und das Geld für einen Neuen gespart.

    Ich zB habe schon etliche Accus in der Hand gehabt, die danach wieder lange funktionierten.

    Nicht mehr und nicht weniger wollte ich sagen.

  • @hotblack:
    Es ist richtig, dass im Normalbetrieb nie Säure, sondern dest. Wasser nachgefüllt wird, weil Wasser verdunsten kann, die Säure aber normalerweise in der Batterie bleibt – es sein denn, sie wurde z.B. umgekippt, oder mit Wechselstrom geladen (z.B. defekter Gleichrichter) etc., so dass Säure aus der Batterie austritt. Dann könnte man es mit Säure nachfüllen bis zur richtigen Konzentration versuchen, ob das Erfolg hat, ist aber fraglich, da die Bleiplatten auf jeden Fall geschädigt sind.
    Meine Erfahrung bei stärkeren Batterien ist jedenfalls, dass wenn grob geschätzt mehr als 25% der Normalfüllmenge mit dest. Wasser aufgefüllt werden muß, um den Normalstand zu erreichen, die Batterie spätestens danach kaum mehr Ladestrom annimmt und ausgewechselt werden muß. Das hatte ich schon bei mehreren Batterien mit 63 und 88 Ah

    Gruß
    Benino

  • Also das mit 25% dest. Wasser kann ich nicht glauben, ich habe bei mir locker 60-80% nachfüllen müssen, das war letzten Herbst, und die Mühle läuft immer noch mit der Batterie und ich keinerlei Probleme, auch wenn ich mal länger orgeln muss.
    Kann natürlich sein, dass es ein Einzelfall ist, dabei ist die Batterie noch die günstigste die ich bekommen konnte, ist von Saito.

    Verheize deine Reifen, nicht deine Seele Gruß Wheelyfahrer

  • Die Saitos scheinen aber gar nicht so schlecht zu sein. Bis zu meiner legendären Scheibenreinigerbefüllung ist der Bock immer spontan angesprungen. Jetzt habe ich wieder eine Saito.

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