Leerlauf zwischen 1. und 2. Gang WARUM?

  • Hey!

    Hab eben mit meinen Kollegen darüber dikutiert, warum beim Motorrad der Leerlauf zwischen dem 1. und dem 2. Gang liegt und nicht zum Beispiel vor dem ersten. Hat einer von euch vielleicht eine vernünftige Erklärung.

    Gruß Grisu

  • Hallo kleiner Drache mit dem Hang zum Feuerwehrmann

    Ich hab das mal gehört...so ´ne Stammtischgeschichte...ob´s stimmt weiß ich nicht wirklich...aber es soll wohl am LeMans Start liegen, also stehender Start bei dem die Fahrer erst über die Gass rennen müssen und dann ihr Mopped antreten....dabei war es wohl schneller, leichter und besser den Ersten mit ´nem Tritt nach unten einzuwerfen als ihn hochzuziehen...

    Klingt plausibel weil fast alle Innovationen dieser Art aus dem Rennsport stammen....

    Ist aber keine geschichtliche Tatsache, ich hab die Frage auch schon mal vor hunderten von Jahren gestellt und einige alte Rennsporkämpen damit genervt...


  • Hi Fischi, da muss der Volker aufpassen das du nicht zu meinem neuen Lieblingsforum-Mitglied wirst ! Die Theorie ist jedenfalls Klasse...Ich glaube aber weniger, dass "Le Mans" heute noch so einen großen Einfluss auf die Motorradbranche hat...

    Das sich der Leerlauf zwischen dem 1. und 2. Gang befindet ist technisch bedingt! Das Getriebe ist wohl eines der komplexesten Konstrukte an jedem motorisierten Gefährt.
    Alles bis ins Detail zu erklären, ist ohne Praxisbeispiel kaum zu verstehen...Zum besseren Verständniss der Vergleich zu einem Autogetriebe: Bei letzterem lässt sich bekanntlich aus jedem Gang heraus in den Leerlauf schalten, was nur an den mehreren Betätigungshebeln liegt. Diese lenken die Synchronringen und der "verflixt, wie heißen die noch mal- jedenfalls die Zahräder die für den Kraftschluss verantwortlich sind" an. Der Schalthebel lenkt per Seilzug diese am Getriebe angebrachten Hebel an und rastet so die Zahnräder in die Motordrezahlabhängige und permanent angetriebene "Primärantriebswelle". (Nee die heißt anders, ist ja auch wurscht).
    Wie gesagt, beim Auto gibt´s je nach Anzahl der vorhandenen Gänge, auch unterschiedlich viele Hebel...Meistens drei...Somit lässt sich der Kraftschluss aus jedem Gang heraus unterbrechen...Die Synchronringe sind für die Anpassung der Drezahl der Sekundärwelle zuständig...Früher (ohne Syn...) nusste man man deshalb manchmal "Zwischengas" geben damit sich die Drezahlen anpassen...

    Bei Motorrad geht dies allein wegen Platzgründen nicht...
    Jedenfalls kann sich der Leerlauf nur innerhalb der Gänge befinden und nicht wie in der gestellten Frage ausserhalb des Getriebes !

    Hättet ihr gewußt das jedes Übersetzungspaar des jeweiligen Ganges eine optimale Schaltdrezahl hat? Technisch gesehen kann so ein Getriebe ganz ohne Kupplung und Verschleiß geschalten werden!
    Beim Bund haben wir jedenfalls alle Gefährte ohne Kupplung geschalten !

    Gute Nacht...

    Wann krieg ich mal nen Orden fürs klugscheißen?


  • Oh man, da fällt mir auf das mir das BMW-Volk (-er) richtig sympatisch wird...
    Würden die doch bloß mal grüßen und nicht an jeder Ampel meckern wann man sie zuvor mit krawall überholt hat !
    ...Leider net wirklich!

  • Sorry, das stimmt nicht...ich hatte ´ne DT50 da war der Neutral unterm Ersten...alle vier Gänge nur nach oben...

    Warum soll denn der Leerlauf nur "im" Getriebe drin sein können? Alles eine Frage wie ich die Abtriebswelle auslege...


    Vielleicht hatte sie ja auch fünf Gänge und ich bin immer im Zweiten los

  • Is ja auch ne blöde Formulierung von mir gewesen mit dem "im" Getriebe...
    Du kannst den Leerlauf auch zwischen dem 4. und 5. Gang anlegen, würde aber wenig Sinn machen oder?
    Dann stimmt die "Le Mans" Vermutung wohl doch?!!!
    [zensiert], da hock ich mich noch mal hin und studier des verflixte Ding noch mal genauer...

  • Schätze mit dem Rennsport allgemein kommt es fast immer hin...

    ..aber mir ist dann noch eingefallen....ich war mal in ´nem Trial Club...hatte ´ne Fantic und der Neutral war zwischen dem 2. und dem 3. ....das war hauptsächlich weil der 1. so extrem kurz war das man fast im Standgas nur Wheelies produziert hat...

    Ist vielleicht auch ´ne Tradition, die Lage des Neutral, und die stupide Allgemeinheit will´s nicht anders oder sich umgewöhnen...genau werden wir das nie klären können...

  • In Antwort auf:


    Hättet ihr gewußt das jedes Übersetzungspaar des jeweiligen Ganges eine optimale Schaltdrezahl hat? Technisch gesehen kann so ein Getriebe ganz ohne Kupplung und Verschleiß geschalten werden!
    Beim Bund haben wir jedenfalls alle Gefährte ohne Kupplung geschalten





    Also ich schalte beim Moped immer ohne Kupplung, jedenfalls während der Fahrt.... geht einfach schneller und einfacher. Mit ein wenig Übung klappt das ohne rucken und ohne Knacken oder Zahnradgekapper.... Mache ich seit ca 3 Jahren und bislang hat das bei jedem meiner Mopeds schadlos geklappt .....

    Wies geht, für Leute die das gerne probieren wollen, aber nicht wissen wie das geht :
    Wenn ein Gang drin ist und die Schose läuft und das Getriebe praktisch unter Zuck steht einfach den Schalthebel in die gewünschte Richtung drücken. Wenn man nun leicht vom Gas geht, springt der gewünschte Gang rein. Klappt also beim hoch- wie auch beim runterschalten. Beim Auto geht das nicht so einfach, da braucht es eine bestimmte Drehzahl. Ich heme mal an, das liegt am Synchronlauf der jeweiligen Zahnräder.... Weiß cih aber nicht, deshalb mache ichs nur beim Moped.....

    TOM, der den Ablauf beim schalten auf dem Moded ohne Kupplung mal in nem Buch ganz gut beschrieben gefunden hat, es aber auch vorher schon kannte und konnte

  • Wie ein Motorradgetriebe funktioniert

    Bei den Schaltgerieben im Auto hat man den Vorteil daß man den Schalthebel in 2 bzw. 3 Dimensionen "bewegen" kann. (also zur Seite, nach vorne/hinten und nach unten (theoretisch auch nach oben, das ist allerdings nicht praktikabel.))

    Dies ermöglicht einen anderen Aufbau als bei einem Motorrad.
    Hier kann man praktisch nur in eine Richting schalten, da man ja das Getriebe mit dem Fuß betätigt.
    Ich kann mir nicht vorstellen, wie man den Schalthebel mit dem Fuß in 4 verscheidene Richtungen bewegen könnte.

    Die obige Internetseite zeigt es sehr schön: Die Zahnräder müssen gegenseitig "eingerückt" werden.
    Durch die Schaltwalze kann man nur im fetsen Schema rauf und wieder runter schalten.
    Der Leerlauf muss also neben dem 1. Gang liegen.

    Ich denke daß es praktischer ist wenn "ganz unten" ein Gang ist. Wenn man ganz herunterschaltet und die Kupplung loslässt hat man noch eine Bremswirkung (Motorbremse) Das hätte man bei Neutral nicht.

    Aber einen echten Grund weiss ich nicht.


  • Danke euch allen für die Beantwortung meiner doch recht eigenartigen Frage. Nun hat endlich die Diskussion bei uns in der Werkstatt ein Ende.

    Gruß Grisu

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