Schrecksekunden - Eure Erfahrungen

  • Wieviele Kringel in deiner Nähe kennst du so wo man mal eben hin kann?

    Ehrlich gesagt keinen, da ich mich nie wirklich damit befasst habe. In den Niederlanden gäbe es da Assen, wo ich früher oft zur Superbike WM hin war. Es war relativ dicht bei und die Anfahrt war ein Klacks.

    Während meiner Lehrzeit sind wir mal mit dem Firmen R4 und den reißenden 34 PS drüber gefahren. Sonst war ich noch nie selbst auf dem Kringel. Hat mich auch irgendwie nie gereizt.

  • Die Frage ist nicht, ob man einen Kringel in der Nähe hat oder nicht.


    Sonst würde es im Umkehrschluss bedeuten, wer keine Rennstrecke im Umkreis hat, darf auf der Landstraße seine sportlichen Gelüste ausleben - ohne Rücksicht auf andere. Aber dafür gibt es eben keine Entschuldigung - und schon gar nicht "Wenn's hier doch keine Rennstrecke gibt".


    Die Straße ist kein Sportplatz und kein Trainingsgelände, sondern ein öffentlicher Raum, den man sich mit normalen Autofahrern, Fahranfängern, Rentnern, Wohnmobilen, Bussen, Traktoren, Radfahrern, Mofafahrern, Rehen, Hasen, Igeln, --- teilen muss. Und nur, weil man keine Rennstrecke in der Nähe kann, kann man nicht rücksichtslos nur auf den eigenen Spaß bedacht dort rumheizen.


    Btw - was heißt auch "in der Nähe"? Wer meint, er sei Rossi und müsse unbedingt entsprechend fahren, kann sich ein Zugfahrzeug und einen Anhänger besorgen und zur Rennstrecke tingeln - das machen hunderte andere auch.


    "Ist aber teuer!" - So what? Wenn ich ein Renboot fahren oder ein Rennpferd reiten will, muss auch dafür zahlen - und wenn ich es mir nicht leisten kann, bleibt mir eben dieses Hobby verwehrt.


    Nur weil man günstig an eine Rennmaschine kommen kann und die Hürde zum Rasen niedrig ist, macht es die Sache nicht richtiger.

  • Nö das nicht. Aber Einfach pauschal die Aussage "Dann geh auf den Kringel" raushauen hilft denjenigen die gerne etwas zügiger fahren halt auch kein bisschen weiter. Wenn der nächste Kringel 150+ km entfernt ist und es nur richtige Trackdays gibt die ein halbes Vermögen kosten haben sie halt Pech gehabt und stehen dumm da?! Touristenfahrten bieten nunmal bei weitem nicht alle Strecken an. Assen, Zandvoort, Spa und Zolder zum Beispiel haben meines wissens nach nur Trackdays und keine Touristenfahrten mit niedriger Einstiegshürde.

    Ich will die Fahrweise eines Maxwrist oder so keineswegs schön reden oder verherrlichen, aber der "illegale" Bereich fängt nunmal schon viel viel früher an. Teils so früh dass die meisten zügigen Fahrer auch schon einen großen Teil einer Tour im Fahrverbot-relevanten Bereich unterwegs sind.

    Nach wie vor: Mehr öffentlich zugängige Rennstrecken braucht das Land! Keiner in Deutschland sollte weiter als 100 km Fahrdistanz (nicht Luftlinie!) von einem "Kringel" entfernt wohnen. :D (Hach ja, schee wär's!)

    "Reality is on a delay. For you, nothing is now. Realizing this fact is unsettling. If we can only react to the past, how do we manage to navigate the present? It's easy to spiral into a treatise on free will while in the fetal position, overthinking our forever past." - Kyle Hill

  • Ich denke, es macht schon einen großen Unterschied, ob jemand mit Bedacht zügig fährt oder ob jemand gedankenlos und volles Risiko gehend durch die Gegend pflügt. Es wird wohl kaum einen Mopedfahrer geben, der sich immer strikt an die Tempolimits hält. Wenn ich Mopedfahrer sehe, die volles Rohr in eine völlig uneinsehbare Kurve kesseln, fehlen mir die Worte. Das geht durch alle Marken und Mopedtypen. Völlig Unbeteiligte werden gefährdet.


    Im Weserbergland habe ich mich vor 2 Jahren von einem voraus fahrenden Harleyfahrer abgesetzt, weil ich null Verständnis dafür habe so zu fahren. Prompt kam mir ein paar Augenblicke später in einer Rechtskurve auf meiner halben Fahrbahnseite ein Q5 entgegen, der die uneinsehbare Kurve schnitt. Was wohl passiert wäre, wenn ich versucht hätte an der Harley dranzubleiben... Nee, muss nicht sein.

  • Wenn der nächste Kringel 150+ km entfernt ist und es nur richtige Trackdays gibt die ein halbes Vermögen kosten haben sie halt Pech gehabt und stehen dumm da?!

    So ist es nun mal. Wenn ich mir ein Hobby nicht leisten kann, dann ist es eben so.


    Tatsache ist eben einfach: Auf der Straße sind noch mehr Menschen unterwegs und wenn etwas schief geht, sterben Menschen, die einfach nur zum Kaffee zu Mutti fahren wollten.


    Wenn auf der Rennstrecke etwas schief geht, dann sind das Leute, die wussten, worauf sie sich einlassen und das freiwillig (mit)gemacht haben. Und nicht einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren.



    +150km? Ich bin zweimal mit Anhänger von uns (Schwarzwald) auf den Spreewaldring gefahren. ;)


    Nach wie vor: Mehr öffentlich zugängige Rennstrecken braucht das Land! Keiner in Deutschland sollte weiter als 100 km Fahrdistanz (nicht Luftlinie!) von einem "Kringel" entfernt wohnen. :D (Hach ja, schee wär's!)

    Muss man denn "jeden Tag und jederzeit" dort hinkönnen? Warum nicht zweimal im Jahr einen entsprechenden Urlaub einplanen und es als Highlight ansehen - und den Rest des Jahres einfach so fahren, dass man niemanden gefährdet?


    Wer jedes Wochenende den selben Kringel fährt, verliert garantiert auch irgendwann die Lust. Dann kommt die Ausrede "weil ich nur diesen einen Kringel in der Nähe habe", dann wird wieder auf der Straße gerast.

    *Lille*

  • Muss man denn "jeden Tag und jederzeit" dort hinkönnen?

    Nicht jeden Tag und jederzeit, aber so 2x im Monat sollte erreichbar und finanzierbar sein. Meine Meinung.

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  • Mehr öffentlich zugängige Rennstrecken braucht das Land! Keiner in Deutschland sollte weiter als 100 km Fahrdistanz (nicht Luftlinie!) von einem "Kringel" entfernt wohnen.

    Das hätte in den 70/80ern vielleicht gezogen, aber ich glaube nicht das wir in Europa noch viele neue Rennstrecken (für die Öffentlichkeit) bauen werden.

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  • Wenn der nächste Kringel 150+ km entfernt ist und es nur richtige Trackdays gibt die ein halbes Vermögen kosten haben sie halt Pech gehabt und stehen dumm da?!

    Ganz ehrlich: Ja

  • Das hätte in den 70/80ern vielleicht gezogen, aber ich glaube nicht das wir in Europa noch viele neue Rennstrecken (für die Öffentlichkeit) bauen werden.

    Ich weiss, ich weiss. Ich glaub auch nicht dran, dass in Deutschland auch nur noch mal eine einzige neue gebaut wird. :rolleyes:

    Mir ist ja auch bewusst dass so ein Bau allein schon aus Umweltschutzbelangen sehr fragwürdig wäre (sind Fussballstadien aber auch, da könnte man auch gern auf Neubauten verzichten :whistling: )

    "Reality is on a delay. For you, nothing is now. Realizing this fact is unsettling. If we can only react to the past, how do we manage to navigate the present? It's easy to spiral into a treatise on free will while in the fetal position, overthinking our forever past." - Kyle Hill

  • Nicht jeden Tag und jederzeit, aber so 2x im Monat sollte erreichbar und finanzierbar sein. Meine Meinung.

    Es ist: Ein Hobby. Nicht mehr und nicht weniger. Warum also sollte es immer und für jeden finanizierbar sein? ;)

    *Lille*

  • Es ist: Ein Hobby. Nicht mehr und nicht weniger. Warum also sollte es immer und für jeden finanizierbar sein? ;)

    Wenn man nicht will, dass Leute die sich ein Motorrad oder einen Sportwagen leisten können sich auf der Straße austoben?! Mit "das ist verboten und gefährdet andere" gewinnt man auch keinen Blumentopf wie man sieht. Genauso wie der Krieg gegen Drogen gescheitert ist wird auch hier ein Verbot scheitern.

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  • Auch wenn ich verstehe wo das herkommt, den Kloppis die Rennstrecke subventionieren find ich fragwürdig. Die Betreiber haben ja auch Kosten, die gedeckt werden müssen.

    Grüße vom Fuchsteigkringel


    Insta: @foxdonut50

  • Von subventionieren hab ich nix gesagt. Das Ganze sollte schon kostendeckend aufgebaut sein. Aber sich mal für 40 oder 50 € n 30 Minuten Ticket bei Touristenfahrten gönnen ist eben was anderes als einen ganzen Trackday zu stemmen, die gut und gerne mal ein 500 -1000 € Loch in die Kasse reißen.

    In England / Großbritannien geht das ja auch - dort gibt es auch deutlich mehr Rennstrecken. Gerade im Blick auf die Einwohnerzahl. In Großbritannien hats 15 aktive Strecken auf 60 mio EInwohner, hier gibts ganze 6 auf über 80 Mio.

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    Edited once, last by Invincible ().

  • Freies Fahren für freie Bürger wäre doch eine nette Verwendung dieser kaum genutzten, aber hoch subventionierten Regionalflughäfen...

  • Freies Fahren am Spreewaldring für 5x15min. kostet 92,-€. Auf dem Lausitzring gibt's das nur samt Instruktor mit insgesamt sechs Turns á 30 min. für 399,-€. Finde beides jetzt nicht teuer.

    Grüße vom Fuchsteigkringel


    Insta: @foxdonut50

  • Ich glaube irgendwie nicht dran, dass die "Raserei" auf Landstraßen und in Städten abnimmt, wenn jeder in 100 km eine Rennstrecke in Reichweite hätte.

    Sieht man ja schon rund um die Nordschleife, dass sich da viele nicht beherrschen können bis sie auf der Rennstrecke sind.

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  • Freies Fahren am Spreewaldring für 5x15min. kostet 92,-€.

    Stimmt, das geht. Allerdings muss man dafür erstmal ne "Lizenz" machen und die kostet im Worst Case, wenn man niemanden hat der mitmacht, mal eben 1165 €.

    Auf dem Lausitzring gibt's das nur samt Instruktor mit insgesamt sechs Turns á 30 min. für 399,-€

    Für sich genommen auch nicht teuer, aber eben mit 400 € und als (wahrscheinlich) Ganztages-Veranstaltung doch wieder ne andere Einstiegshürde.

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  • Wieviele Kringel in deiner Nähe kennst du so wo man mal eben hin kann?

    Plus, wenn es denen um Youtube Fame und co geht, kriegen sie den nicht, wenn sie auf der Rennstrecke fahren.


    Hat eben seine Gründe wieso irgendwelche IDM Fahrer, ein paar Tausend Follower haben, und MAxwrist und co ein XXfaches davon.

  • Freies Fahren am Spreewaldring für 5x15min. kostet 92,-€. Auf dem Lausitzring gibt's das nur samt Instruktor mit insgesamt sechs Turns á 30 min. für 399,-€. Finde beides jetzt nicht teuer.

    Ich weiß nicht mehr, was wir gezahlt haben - wir hatten einmal für 2 Tage, und einmal für einen Tag die komplette Strecke für eine Gruppe gemietet und dann die kosten umgelegt. Aber stimmt - es waren stündlich 15 Minuten, die man fahren konnte. Und dann eben mehrere Turns übern Tag. Hätte gedacht, eher 6 oder 7. Wobei ich, und viele andere, den letzten Turn weggelassen haben. Das ist der, der meist schief geht ;) Weil man eigentlich schon müde ist.


    Ist aber nun auch schon einige Jahre her, von daher hört sich 92€, was ja "einem tag" entspricht, ganz passend an.


    Ich glaube irgendwie nicht dran, dass die "Raserei" auf Landstraßen und in Städten abnimmt, wenn jeder in 100 km eine Rennstrecke in Reichweite hätte.

    Sieht man ja schon rund um die Nordschleife, dass sich da viele nicht beherrschen können bis sie auf der Rennstrecke sind.

    Damals beim Spreewaldring wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, NICHT auf eigener Achse anzureisen. Weil es wohl schon Fälle gab, wo welche nach dem Training "aufgeputscht" losgefahren und dann verunfallt sind. Straße ist halt keine Rennstrecke mit unbegrenztem Grip.


    Rund um den Nürburgring wird es viele geben, die da zwar gerne flott fahren, aber NICHT auf die Rennstrecke gehen (würden). Kostet ja Geld.


    Stimmt, das geht. Allerdings muss man dafür erstmal ne "Lizenz" machen und die kostet im Worst Case, wenn man niemanden hat der mitmacht, mal eben 1165 €.

    Bei Spreewaldring musste man mal eine Instruktorenfahrt mitmachen - oder war es so ein Tagestraining? - und dann konnte man sich Karten für's freie Fahren kaufen. Also wir hätten danach auch so wieder hin können.


    Plus, wenn es denen um Youtube Fame und co geht, kriegen sie den nicht, wenn sie auf der Rennstrecke fahren.

    Da denke ich mir immer, dass das Problem ist, dass eben jeder illegale Scheiß dort hochgeloaden - und nicht gelöscht - wird. Und wie ich oben schon schrieb: Fifteen minutes of fame.


    Andere Racer bekommen auf YT viele klicks und likes, das wollen dann Nachahmer auch haben.

    *Lille*

  • Nicht jeden Tag und jederzeit, aber so 2x im Monat sollte erreichbar und finanzierbar sein. Meine Meinung.

    Warum? Wenn ichvden Flugschein zuende gemacht hätte, hätte mich jede Flugstunde auch so ca. 160 Euro gekostet. Da hätte ich auch fordern können, dass die zweimal im Monat finanzierbar sein solle. Wäre auch auf taube Ohren getroffen.

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