Wann macht man den Schulterblick?

  • Hallo zusammen,


    in meinen Unterlagen steht:
    Rückwärtigen Verkehr im Spiegel beobachten
    Blinker setzen
    Schulterblick


    Wie verhält sich das jetzt nun in der Praxis? Der Fahrlehrer meinte ich müsste daran arbeiten und öfter den Schulterblick machen.


    Bisher mach ich das so z.B. beim Überholvorgang
    1. Spiegel
    2. Schulterblick
    3. Blinken
    4. Schulterblick vorm Spurwechsel
    5. Überholen


    Ist Punkt 4 denn überhaupt vorgeschrieben? Ich mach das bisher nur so wie er das nennt, nur mich stört das manchmal. Wenn ich abbiege und beim Wechsel auf die Abbiegespur nochmal einen Schulterblick mache seh ich nicht wie sich der vor mir abbiegende PKW verhält. Sind zwar nur ein Bruchteil von Sekunden wo man nicht nach vorne schaut, aber ich bin jetzt gehemmt, weil ich nicht weiß wie ich es tun soll.


    Entscheidend ist für mich später der Prüfer, egal wie der Fahrlehrer meckert.


    edit:
    Die Frage ist jetzt wirklich ob man zweimal pro Vorgang einen Schulterblick macht einmal vorm blinken einmal nachdem oder nur einmal!?


    Klärt ihr mich auf?

    Edited once, last by Nuden ().

  • der Schulterblick ist Deine lebensversicherung in allen lagen. Wichtiger als Blinken, obwohl Blinken natürlich wichtig ist.


    Schulterblivk immer dann, wenn Du irgendetwas tust, das Dich in Kontakt mit anderen Verkehrsteilnehmern bringen kann, die nicht direkt vor dir sind.


    - Anfahren
    - Spurwechsel, egal ob innerorts, außerorts oder auf der AB
    - Abbiegen (für / gegen das Verhalten des PKW vor Dir hast Du ja genügend Abstand zu halten)
    - Überholen
    - Einfahren in einen Kreisverkehr
    - Ausfahren aus einem Kreisverkehr
    - Vor dem Anhalten, wenn Du dabei rechts ran willst.


    Du glaubst nicht, wie schnell sich ein Mofa- oder Fahrradfahrer plötzlich herbeamen kann und aus welchen Löchern Fußgänger ohne Vorankündigung auftauchen - gerade für einen Anfänger.


    Servus,


    Holger

    Vor zehn Jahren: Quidquid agis, prudenter agas, et respice finem!
    Heute: Quaestiones ne curamus, sed solvimur.

    Edited once, last by DieLegende ().

  • Ich wiederspreche dir garnicht, wichtig ist der. Nur wie muss ich den einsetzen? So wie im Lehrbuch oder wie von mir beschrieben? Natürlich guck ich so, dass ich sicher sein kann das da nix ist.
    Aber wie ist die genaue Reihenfolge?


    Beim Auto mach ich das ein wenig anders.


    1. Spiegel
    2. Blinken
    3. Vorm abbiegen Schulterblick.


    Hat bisher genügt. Nur wie beglücke ich den Prüfer?

    Edited once, last by Nuden ().

  • Guck lieber einfach einmal mehr als einmal zu wenig. Meine Prüferin hat sich vor der Prüfungsfahrt mir vorgestellt und gesagt, dass sie sehr viel wert auf den Schulterblick legt....also hat mein Kopf rotiert wie eine Rundumleuchte. :grin:


    Spiegelblick konnte ich bei meiner Fahrschulmaschine fast vergessen -> vllt. 20% Sicht nach hinten.
    Also hab ichs immer so gemacht:
    - FL gab Anweisung
    - ich machte nen "großen" Schulterblick
    - setzte den Blinker
    - 5-10m vorm Abbiegen nochmal nen "kleinen" Schulterblick
    - Richtungs-/Fahrbahnwechsel


    Ansonsten gilt für mich die Regel: Blinkereinsatz immer gefolgt von Schulterblick (hab mir eine Fahrstunde die ganze Zeit vor mich hingemurmelt: Blinker, Schulterblick, Blinker, Schulterblick, Blinker, Schulterblick....seit dem vergess ich es auch nicht mehr :grin: )

    Edited once, last by medi ().

  • Ich kucke auch öfters 2x beim Spurwechsel.


    Verkehr im Spiegel beobachten
    Schulterblick
    Blinker setzen
    Nochmal Schulterblick
    Wechseln


    Für die FS-Prüfung: Wie Holger schon geschrieben hat. Besonders beim Anfahren dran denken! - Auch in einer total ruhigen Industriestraße, wo "echt nix kommen kann" - egal! - Schulterblick!


    Ausfahren aus dem Kreisverkehr - ist eigentlich auch unsinnig - aber wird bei der Prüfung genausten beobachtet!


    Später für die Praxis schließe ich mich auch Holger an: Es ist Deine Lebensversicherung!


    Du wunderst Dich, wie gut sich ein ausgewachsener PKW im toten Winkel seitlich neben Dir verstecken kann! Wenn Du den dann nicht beim Schulterblick überlickst, klebst Du ggf beim Spurwechsel dran.


    Also - kucken, kucken, kucken. Und später, wenn Du selbst Deine Route usw. bestimmst, immer aufmerksam den rückwärtigen Verkehr beobachten. Ersetzt aber trotz allem nicht den Schulterblick.

    *Lille*

  • Quote

    Ausfahren aus dem Kreisverkehr - ist eigentlich auch unsinnig - aber wird bei der Prüfung genausten beobachtet!


    Find ich schon wichtig: Radfahrer, die deine "Ausfahrt" vom Kreisverkehr kreuzen haben Vorfahrt! Klar sinnlos, wenns ein Kraisverkehr mitten in der Landschaft ist, wo max. zweimal im Jahr ein Radfahrer kommt (und das Kontingent schon vor 10 Jahren für die nächsten 50 Jahre verbraucht ist), aber im Allgemeinen sieht man oft genug, wie manche Leute einfach raussemmeln.

  • Also ich für mich nutze den Schulterblick recht häufig, beim abbiegen, Spurwechsel, vorm Überholvorgang. Auch wenn ich in Gruppe fahre und mal wieder der Spieltrieb durchkommt vorm Slamlomfahren. Nicht das man jemanden mit rumgeeier das Vorderrad abschiesst.


    Grundsätzlich würde ich dazu raten es lieber 1x zuviel nutzen als 1x zu wenig.


    Zumindest bei meiner Maschine sehe ich im Spiegel ab 140kmh eh nix mehr.

  • Geht es dir bei deiner Frage in erster Linie darum, sich für die Prüfung korrekt zu verhalten oder darum, wie man den Schulterblick im Alltag einsetzt?


    Sollte letzteres der Fall sein, wirst du mit einer quasi-mechanischen Anleitung kaum weiterkommen. Für die Fahrschule mag das OK sein, aber im richtigen Leben wirst du ohne den Fahrlehrer im Nacken, der jede deiner Bewegungen beobachtet, zügig eine eigene Methode entwickeln.

  • Also in der Prüfung muss dein Kopf einfach nur rotieren wie ein Blaulicht, dann biste auf der sicheren Seite.
    Später weißt du selber wann du einen machen musst.

    Fahren bis der Hubraum brennt :huh:


    Das sind keine Kratzer, das nennt sich "Used-Look"!!

  • Quote

    Original von horneburg1234
    Geht es dir bei deiner Frage in erster Linie darum, sich für die Prüfung korrekt zu verhalten oder darum, wie man den Schulterblick im Alltag einsetzt?


    Es geht nur um die Prüfung. Die Realität sieht sowieso anders aus und ich denke das spielt sich sowieso ein. Nennt man Erfahrung.


    Nur jetzt hab ich keine und vor allem aber möchte ich die Prüfung schaffen und wenn mein Kopf dabei rotiert wie ein Blaulicht (nette Bezeichnung).

  • Den Schulterblick macht man halt immer wenn man befürchten muss dass man beim Abbiegen/Spurwechsel etc. gerammt wird.
    Und in der Prüfung halt besser einmal zu viel als einmal zu wenig.
    Wenn du dann auch noch die Standartübungen drauf hast, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.

    Fahren bis der Hubraum brennt :huh:


    Das sind keine Kratzer, das nennt sich "Used-Look"!!

  • Mein Fahrlehrer meinte kürzlich zu mir: Prüfung ist viel Show. Den Prüfern ist auch klar, dass das irgendwann nachlassen wird, deshalb: Immer schön betont gucken... Kopf drehen (nicht nur die Augen!), langsam an rechts-vor-links-Situationen ranfahren und mit dem Kopf leicht "um die Ecke" gucken, damit der Prüfer sieht "ah er hats geschnallt". Auch beim Anfahren vom Straßenrand artig blinken und gucken. Auch immer in Nebenstraßen und Hofeinfahrten mal einen Blick werfen, schaden tut das sicherlich nicht. Ich hoffe einfach mal das klappt so bei mir am Freitag bei der Prüfung:)

  • Quote

    Original von Lille
    Du wunderst Dich, wie gut sich ein ausgewachsener PKW im toten Winkel seitlich neben Dir verstecken kann! Wenn Du den dann nicht beim Schulterblick überlickst, klebst Du ggf beim Spurwechsel dran.


    Also - kucken, kucken, kucken. Und später, wenn Du selbst Deine Route usw. bestimmst, immer aufmerksam den rückwärtigen Verkehr beobachten. Ersetzt aber trotz allem nicht den Schulterblick.


    Diese Situation hatte ich die gesamte Fahrschulzeit nicht aber dafür heute. Ich auf der Autobahn unterwegs will auf die Überholspurwechseln, Spiegel war frei ... plötzlicher Gedanke: "war da vorhin nicht ein Auto im Rückspiegel?" Schulterblick nach links und tada da war es leicht schräg links von mir. Ein Chrysler Voyager...nicht das kleinste Auto aber trotzdem für nen Moment völlig unsichtbar gewesen.

  • Ich bin Spiegelfahrer, beim Auto als auch beim Motorrad.


    Ich weiss, das jetzt der eine oder andere aufschreien wird....wie kannst Du nur...


    Ich fahre mit dieser Sache seit über 20 Jahren gut und werde sie auch nicht ändern!


    Ne lustige Geschichte zum Schultergucken gibt es aber: Meinem Bruder wurde immer eingetrichtert, den Schulterblick zu machen.
    Hat er auch fein gemacht...bis zu dem Tag, als er auf dem Beschleunigungstreifen einer Autobahn zwar den Schulterblick gemacht hat, aber nicht mitbekommen hat, das sein Vordermann ne Panne hat.


    Peng...Totalschaden! :grin:

  • Ich hatte zweimal mit den Originalspiegeln meiner Breva das "Tote-Winkel"-Erlebnis:


    Einmal auffahren auf eine Schnellstraße. Ich auf der Bescheleunigungsspur nur in den Rückspiegel gekuckt (klar - als ich die Auffahrt runter kam, auch mal kurz nach liinks, ob da was ist), fahre auf - und plötzlich schießt ein Audi Avant an mir vorbei. Ich weiß bis heute nicht, wo der herkam.... Ob der auf der Schnellstraße war, oder ob der hinter mir auf der Auffahrt war und mich gleich schon überholen wollte. ?(


    Zweites Erlebnis, Bundesstraße, zwei Spuren je Fahrtrichtung. Alles ziemlich frei, wenig Verkehr, hab mich so treiben lassen. Kucke in den Rückspiegel, nix da... und dann kam auch der Gedanke "Da war aber doch eben noch..." - versteckt sich seitlich von mir ein VW-Bus. Im Rückspiegel nicht zu sehen gewesen.


    Also ich zuhause war, hab ich erstmal die Spiegel ausgemessen (Fläche des Spiegels und Länge des Arms), bin auf die Louis-Seite, und hab mir größere/längere Spiegel geordert!


    Mittlerweile hab ich mir das Schulterkucken angewöhnt. Auch gut so.


    Letzte Woche mit der Dose auf der Autobahn. Drei Spuren, ich ganz rechts. Kucke immer schön in den Spiegel, hinten ist frei, Schulterblick, auch alles frei. Setze den Blinker, beschleunige, setze an zum Überholen, mache nochmal Schulterblick - und sehe direkt neben mir ein Auto. Der kam vom ganz linken Fahrstreifen, wollte auf den mttleren. Und ich wollte vom rechten auf den mittleren. Umpf. Da haben wir uns beide ganz gut erschrocken.


    Soviel zum Thema "2x kucken - macht das Sinn"

    *Lille*

  • Ich benutze die Spiegel auch oft und der Schulterblick ist auch ganz wichtig, ich hab aber das Gefühl das ich manchmal zu weit nach Hinten gucke oder du lange, ein schneller kurzer Blick müsste auch reichen, ein Schulterblick kann ja auch gefährlich sein, wenn der Vordermann plötzlich Bremst.

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