Helm auflassen oder nicht

  • Moin



    Da meine Erste Hilfe Kenntnisse in letzer Zeit doch bissl in Vergessenheit geraten sind, mach ich mich da im Moment wieder n bissl schlau.


    Ich hab dafür au bissl im www rumgesurft und das ein oder andere Interessante noch gefunden.



    Allerdings spalten sich die Meinungen darüber, ob man den Helm von einem verunglückten Motorradfahrer jetzt abnehmen soll oder doch lieber drauflassen soll ?(


    Hier im Forum gibts ja n paar Sanis, vll. können diese ja was dazu sagen?!



    danke


    flo

  • Oder Leute, die ihre Kurse auffrischen.


    Ist der Verunfallte bei Bewusstsein, Helm drauflassen (außer er besteht darauf). Ist er ohnmächtig, auf jeden Fall abnehmen und in Seitenlage bringen. Ohnmächtige kotzen schonmal gerne. Es nützt nichts, wenn Du die Querschnittslähmung verhinderst und ihn dann ersticken lässt.


    Edith meint noch, dass es mit Helm auf auch schlecht zu beatmen ist, sollte die mal aussetzen. Falls man das Aussetzen überhaupt bemerkt.

    WELCOME TO THE RIDE OF YOUR LIFE

    Edited 3 times, last by Coyote ().

  • Hm... auch bei vorhandenem Bewusstsein kommt der Helm runter. Entweder macht der Verunfallte das sowieso noch selber, oder man hilft.
    Hintergrund: Sollte er doch das Bewusstsein verlieren, verliert man wertvolle Zeit, wenn man dann erst anfängt den Helm abzunehmen.


    Abnehmen geht am besten zu zweit. Alleine ist es zwar auch möglich, aber ein ganzes Stück schwerer.
    Zu zweit kann einer Nacken und Kopf stützen, während der zweite langsam den Helm abzieht.

    Die Schwierigkeit, mit den meisten Leuten umzugehen, besteht darin, zu ihnen gleichzeitig ehrlich und höflich zu sein.
    André Heller

  • Ganz wichtig bei der Abnahme des Helms (ist dann i.d.R Bewußtlos) den Nacken (Wirbelsäule ) überstreckt zu lassen damit keine Nerven eingeklemmt werden.

    Gruß Markus
    Motorradneuling 8)
    --"Freude am Fahren" kommt nicht von ungefähr---

  • Ich überleg gerade....


    Wenn man 'n Klapphelm aufklappt, kann der Verunglückte schön kotzen.
    Ob man ihn gescheit überstreckt bekommt um zu beatmen weiß ich jedoch nicht.


    Einfach nur ein Gedankenspiel

  • Ich kenn's auch so:


    Bei Bewusstlosigkeit auf alle Fälle runter. Stabile Seitenlage, oder bei Bedarf Atemspende.


    Ist der Verunfalle bei Bewusstsein, bestimmt er, ob runter oder drauf lassen.
    Denn mal ernsthaft - wenn derjenige sagt: "Nee! - Da Ding bleibt drauf!" - was soll man dann machen? Mit Gewalt runterreißen? Bei einem Tee ausdiskutieren?


    Besser wär's, der Helm käme runter, aber wenn mans demjenigen anbietet, zu helfen, er aber partout nicht möchte, ist es seine Entscheidung.

  • Tobi
    Auch Klapphelme kommen runter. Sie sind ein ganzes Stück leichter abzunehmen, als Integralhelme, weil eben vorne schon mal ein Teil frei ist.
    Gescheit beatmen kann man nur ohne Helm.


    Der Standard ist inzwischen auch, dass wenn beatmet werden muss gleichzeitig auch Herzdruckmassage gemacht wird. Die Wechsel sind 15x Herzdruckmassage, 2x beatmen.


    Lille
    Wenn einer sich weigert kann man nichts machen. In dem Fall sollte man denjenigen aber sehr gut betreuen, damit man frühzeitig erkennt, wenn er doch noch wegkippt.

    Die Schwierigkeit, mit den meisten Leuten umzugehen, besteht darin, zu ihnen gleichzeitig ehrlich und höflich zu sein.
    André Heller

    Edited 2 times, last by Schnute ().

  • Quote

    Original von Schnute
    Hm... auch bei vorhandenem Bewusstsein kommt der Helm runter. Entweder macht der Verunfallte das sowieso noch selber, oder man hilft.
    Hintergrund: Sollte er doch das Bewusstsein verlieren, verliert man wertvolle Zeit, wenn man dann erst anfängt den Helm abzunehmen.


    Abnehmen geht am besten zu zweit. Alleine ist es zwar auch möglich, aber ein ganzes Stück schwerer.
    Zu zweit kann einer Nacken und Kopf stützen, während der zweite langsam den Helm abzieht.

    So ist es korrekt.

  • Quote

    Original von Schnute


    Der Standard ist inzwischen auch, dass wenn beatmet werden muss gleichzeitig auch Herzdruckmassage gemacht wird. Die Wechsel sind 15x Herzdruckmassage, 2x beatmen.



    dann geht das ja nur noch zu 2 . ?(





    Und ich hatte im Netz gelesen, dass man 30:2 machen soll ?( ?(

  • kann ich mir net vorstellen....



    Man brauch bei der Herzdruckmassage ja bissl Kraft und dann müsste man gleichzeitig auch noch beatmen ?(



    Denke, das können nur Frauen

  • Quote

    Original von flori12342
    Man brauch bei der Herzdruckmassage ja bissl Kraft und dann müsste man gleichzeitig auch noch beatmen ?(


    Wieso gleichzeitig? Immer im Wechsel. 15x Herdruck, dann 2x beamten, wieder 15x Herzdruck... und das solange, bis der Verunfallte entweder wieder selber atmet oder bis die Profis da sind und übernehmen.


    Das ist anstrengend. Sehr sogar! Egal, ob alleine oder zu zweit.

    Die Schwierigkeit, mit den meisten Leuten umzugehen, besteht darin, zu ihnen gleichzeitig ehrlich und höflich zu sein.
    André Heller

    Edited once, last by Schnute ().

  • Quote

    Original von Schnute


    Der Standard ist inzwischen auch, dass wenn beatmet werden muss gleichzeitig auch Herzdruckmassage gemacht wird. Die Wechsel sind 15x Herzdruckmassage, 2x beatmen.



    hattest du doch geschrieben?

  • Gleichzeitig aber im Sinne gemeint von "wenn beatmen, dann nicht nur beatmen, sondern auch Herzdruckmassage durchführen - 15x Herzdruck, dann 2x beatmen"


    Sorry.. missverständlich ausgedrückt.

    Die Schwierigkeit, mit den meisten Leuten umzugehen, besteht darin, zu ihnen gleichzeitig ehrlich und höflich zu sein.
    André Heller

    Edited once, last by Schnute ().

  • Eine Herzdrcukmassage ist natürlich im Zweifelsfall auch alleine durchzuführen, jedoch ist wichtiger, dass man drückt, als dass man beatmet!
    Ergo: Wenn man in die Verlegenheit kommt einen Verunfallten beatmen zu müssen, aber Skrupel hat ihn (als Laie hat man keinen Beatmungsbeutel dabei) Mund-zu-Mund zu beatmen, dann lässt man es, drückt aber dann kontinuierlich durch bis die Retter kommen!
    Wenn man doch auch beatmen möchte, dann setzt man sich NEBEN den Patienten und reanimiert im Zyklus 30:2. also 30 mal drücken, dann 2 mal beatmen!
    Wenn man zu zweit ist beatmet der eine von der einen Seite, gedrückt wird dann von der anderen Seite!


    Die Frage zur Helmabnahme ist noch nicht absolut sicher geklärt, dabei gehen noch immer die Meinungen aus einander:
    Bei Bewusstlosen IMMER Helm ab, dann MUSS man aber dafür Sorge tragen, dass der Kopf immer Achsengerecht gelagert bleibt: kommt der Patient in die stabile Seitenlage MUSS dann ein Helfer am Kopf arbeiten und diesen mitdrehen, wenn man in diesem Fall alleine ist, ist dies so nicht mehr möglich, daher hat dann die SSL höhere Priorität, sodass man den Patienten mit größter Vorsicht trotzdem auf die Seite legt!


    Ist der Pateint bei Bewusstsein, entscheidet er es bzw sei Zustand:
    Wenn mir eine komplett wache Person sagt er habe stärkste Nackenschmerzen, ist aber sonst körperlich und auch Kreistlaufmäßig nicht eingeschränkt würde ich ihm NIE den Helm abnehmen, auch wenn er mich darum bittet, das Risiko ist mir viel zu hoch! Wenn man es doch tut, muss der Kopf in der Höhe gehalten werden in der er vorher im Helm auf der Straße lag, also 1-2 Hände oder ein dickes Buch drunter legen!


    Generell gilt aber: Irgendetwas tun ist besser als gar nichts zu tun! Wenn man sich die o.g. Dinge nicht zutraut, dann lässt man sie, mit Ausnahme der Herzdruckmassage (hier kann man nicht viel falsch machen), weg und betreut den Patienten, dessen Zustand sich schon in dem Wissen dass jmd. da ist stark verbessern kann!


    Falls noch Fragen zu dem Thema aufkommen versuch ich sie gerne zu beantworten, da ich (als Rettungssani) es wissen müsste ;)


    Ich wünsche euch jedoch, dass ihr bei beiden Fällen NIE in die Verlegenheit kommt zu entscheiden was gemacht werden muss und natürlich selber keinen Unfall erleidet!


    So far

  • achso ok, ja das wusste ich noch vom ersten Hilfe Kurs :)




    Und der hier schreibt z.b.:


    Quote

    Wenn die Person nicht atmet, rufen Sie sofort den Rettungsdiens und beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Starten Sie mit 30 mal Drücken auf die Mitte des Brustbeins, danach wird zweimal je eine Sekunde beatmet, danach drücken Sie wieder 30 mal usw. Daraus ergibt sich ein Rhythmus von 30 Brustkorbkompressionen und zwei Atemspende.



    ist es jetzt egal ob 15:2 oder 30:2 ?



    Schonmal danke für die Antworten :)

  • Quote

    Original von HeLLd00r
    Wenn man es doch tut, muss der Kopf in der Höhe gehalten werden in der er vorher im Helm auf der Straße lag, also 1-2 Hände oder ein dickes Buch drunter legen!


    Hast du schon mal den Kopf eines Bewusstlosen für 5 Minuten gehalten?? Probier's mal mit jemandem aus, der seine Muskeln so richtig schön entspannen kann.
    Und woher bekommst du unterwegs ein dickes Buch?


    Halswirbelsäule stabil und achsgerecht auf Zug halten (in Höhe der Ohren) und Kopf normal ablegen.


    Beatmen kannst du auf dickem Buch oder Kopf haltend auch nicht.


    Wielang ist deine San-Ausbildung her? <grübel>

    Die Schwierigkeit, mit den meisten Leuten umzugehen, besteht darin, zu ihnen gleichzeitig ehrlich und höflich zu sein.
    André Heller

  • Hallo,


    das man mit Verletzten vorsichtig umgehen muss ist mir klar. Aber kann man einem Verletzten wirklich mit einem falschen Handgriff das Genick brechen? Wenn der sich doch eh schon abgeledert hat und mehrere Meter übern Asphalt rutscht, hat er dann nicht schon mehr ausgehalten als ich ihm beim Helm abnehmen zufügen kann?


    Außerdem die Frage, ob mehr Leute sterben weil der Helm nicht abgenommen wurde oder ob es wirklich Fälle gibt bei denen bewiesen ist, dass das abnehmen des Helms zu einer Wirbelsäulenverletzung geführt hat. Spätestens wenn der Notarzt kommt, muss der Helm doch eh ab.


    Und kann man dafür belangt werden wenn man den Helm abnimmt und die Person an einer Wirbelsäulenverletzung verstirbt?


    Find das echt kompliziert und bei den erste Hilfe Kursen wird auch nix Einheitliches gesagt.
    Ich hoffe ich komme nie zu so einem Unfallort. Das wär die Hölle für mich.



    MfG
    Stitch

  • Quote

    Original von Stitch
    Ich hoffe ich komme nie zu so einem Unfallort. Das wär die Hölle für mich.


    Auch wenn ich jetzt arg zynisch bin: ich hoffe, Du kommst an einen Unfallort. Damit Du siehst, das man auch die Hölle durchaus ganz gut überstehen kann wenn man nicht in Panik ausbricht.

    WELCOME TO THE RIDE OF YOUR LIFE

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!