Unsicherheit als Fahranfänger

  • Hallo,
    ich habe vor einer Woche meinen FS gemacht und mir damit endlich einen langen Traum erfüllt.
    Die Fahrschule habe ich super gemeistert und mit der Kürze der Fahrstunden sogar einen kleinen Rekord aufgesellt. Lief also alles super. Ich war richtig heiß aufs fahren und nun, da ich den Schein endlich in der Tasche habe, habe ich ständig weiche Knie und fange manchmal vor Aufregung vor dem Fahren an zu zittern. Ich weiß auch, dass ich noch einige Zeit brauche um sicher zu werden. Doch habe ich das Gefühl, die Nervosität lähmt mich. Ich achte auf jede Bewegung der Maschine (600 Bandit S) und dass macht eben unentspannt. Kann mir jemand einen Rat geben, wie ich meine Nervosität in den Griff bekommen kann? Geht es jedem Fahranfänger so?
    Danke für Tips.

  • Aufregung vor Freude oder wegen Ungewohnt?
    Bei Freude kannst du nur auf Entspannungstechniken setzten,
    z.B. tieef durchatmen, langsam runter kommen und erst aufsteigen, wenn´s wieder „geht“.


    Wenn du das Gefühl in der Fahrschule nicht hattest,
    könnte es evtl. daran liegen, dass du nun ohne Begleitung (des Fahrlehrers) fährst..
    Dann könntest du gemeinsam mit einem Kumpel und oder..... fahren.


    Ach so, als ich angefangen habe (1879), ist es mir nicht so ergangen….


    GruHS
    Richard

    CN 07-355-3512

    ora et motora

  • Ich bin jetzt nach drei Jahren und 24000 km immer noch leicht aufgeregt wenn ich längere Zeit nicht gefahren bin. Aber nach ein paar Metern weicht das Gefühl einem fetten Grinsen :) . Nur nicht verrückt machen lassen.


    LG
    Thilo

  • Geht es jedem Fahranfänger so?


    Jepp!


    .....nee... "jeder" ist vielleicht übertrieben. Die meisten (vor allem Männer) sind da schmerzfreier und fahren einfach.
    Aber Anfangsschwierigkeiten sind weit verbreitet und Bammel am Anfang haben andere auch.


    Also mach Dir erstmal keinen Kopf - und setz Dich nicht zusätzlich unter Druck. Ich weiß - ist einfach gesagt "Entspann Dich".


    Im Prinzip wird's nur besser, wenn Du fährst und Praxis bekommst. Wähle am einfach Strecken, die Du kennt. Es muß keine supergeile Strecke mit 1000 Kurven sein. Nimm einfach eine Strecke mit gutem Asphalt, mäsigem Verkehr, leichten Kurven und einer Länge von 20, 30 Kilometern.


    Hast Du etwas spezielles, wovor Du Angst hast? Oder ist es einfach erstmal "zuviel von allem"?

    *Lille*

    Edited once, last by Lille ().

  • Der einzige Weg!...und der Schönste!


    Wenn es geht, fahre viel "über Land."


    Da, wo Du wenig gefordert wirst,...wo Du Dich ganz der Faszination hingeben kannst!


    Fast!...völlig losgelöst von Verkehrsschildern und Verkehrsregeln!



    Hey,...viel Spaß dabei!


    Der Töff.

    "Kein Herz für Arschlöcher!"

  • Danke für die guten Infos, jetzt fühl ich mich schon mal nicht mehr ganz so allein mit meiner Nervosität.


    glaube meine größte Angst ist es, in einer spontanen Situation die Maschine nicht beherschen zu können oder in der Kurve wegzurutschen.


    Sonntag habe ich eine Runde durchs Brandenburger Land gemacht und am Ende dann doch 360 km auf dem Tacho gehabt. Auf dem Heimweg hatte ich dann auch schon das erste mal den Anflug von Glücksgefühlen. Morgens im Berufsverkehr ist die Anspannung jedoch am schlimmsten...


    und fahren, fahren, fahren werde ich ganz bestimmt!!! Denn ich will ja nun wirklich irgendwann nur noch den Spaßfaktor haben.


    Also, ich werde dann wohl in Zukunft öfter einmal tief durchathmen und dann starten.


    Tausend Dank.

  • Genau, genieße die schönen Seiten des Fahrens, den Fahrtwind, die Beschleunigung, die Kurvenlage! Und solange Du Dich nicht verkrampft festhältst, machen irgendwelche "komischen" Lebensäußerungen des fahrbaren Untersatzes rein gar nichts aus ;)


    Nicht lachen: Mir ging es damals bei meinen ersten Kilometern im Auto ähnlich. Ich glaube, ich wollte einfach alles richtig machen. Leider mußte ich feststellen, daß einem das selbst nach 20 Jahren noch nicht gelingt *kicher*


    Viel Spaß beim Fahrenfahrenfahren,


    s.

  • Auwei...das kenn ich...


    Ich hab mich zu Anfang auch, weil jeder gesagt hat: fahren, fahren und nochmals fahren, gezwungen jeden Tag da drauf zu krabbeln...
    Und wenns nur zm MIlch holen war...
    Aber jedesmal vorher diese 'weichen Knie' ...war obernervig!
    Deswegen auch: gezwungen!


    Dann kam die erste kleine Tour mit einer erfahrenen Fahrerin, die extra Rücksicht genommen hatte....und ich hab mich heillos überfordert gefühlt.
    War also danach noch schlimmer...


    Irgendwann war ich soweit, daß ich dachte, das sei einfach nicht mein Ding. Punkt.
    Hab aber trotzdem immer weiter gemacht...es reizte mich ja doch...
    Dazu kamen dann noch ein paar Patzer beim Abbiegen z.B. ....oder der ein oder andere Umfaller...trug alles nicht wirklich zum sicheren Fahrgefühl bei.


    Und plötzlich gings...ich weiß nicht mehr wie oder wann...aber es war richtig befreit...
    Drauf gekrabbelt, gefahren...supi!


    Klar, immer nochmal 'n Patzer...blöd geguckt und zu weit ausgeholt oder so...aber ich hab das dann leichter weggesteckt...
    Inzwischen, dritte Saison, geht es echt fluffig...macht Spaß, ist kaum noch mit Ängsten behaftet...einfach nur gut...


    Also: fahren, fahren, fahren... :grin:
    Nicht beirren lassen, andere auch mal blöd gucken lassen...egal....

    Kristin



  • Und filtern, was man von anderen erzählt bekommt. Tipps zur Fahrtechnik können einem das Leben erleichtern und verlängern, aber Sprüche wie "du musst deinen Angsstreifen noch verkleinern" oder andere Kommentare zum angeblichen "Möpfahrerlebensstil" ignorieren. Du fährst so, wie es dir Spaß macht, andere fahren so wie es ihnen Spaß macht. Solange man sich nicht in die Quere kommt, alles prima. Sich aber an Vorgaben zu messen, die man selber eigentlich gar nicht erreichen will, die einem aber eingeredet wurden, erzeugt nur Frust und Unsicherheit.

    WELCOME TO THE RIDE OF YOUR LIFE

  • @Lizz: Sorry, habe deinen Beitrag gerade vesehentlich gelöscht. Mein Fehler.


    Original:


    Quote

    Danke dass Ihr das "Problem" eines Anfängers ernst nehmt.


    Vor allem Danke für den detailierten Bericht, Paulinchen.


    Dann lass ich mir mal die Saison mal Zeit um zu lernen.

  • Ich bin ebenfalls noch Anfänger und habe zwar keine weichen Knie bevor ich losfahre, dafür aber manchmal in Kurven, obwohl dazu eigentlich kein Grund besteht. Meist fahre ich entspannt in eine Kurve und wenn mir dann ein Lieferwagen entgegenkommt, bekomm ich auf einmal Panik ich könnte die Kurve nicht schaffen und im Gegenverkehr oder Graben landen. Das führt dazu, dass ich auch vor Kurven, die andere mit ungebremster Geschwindigkeit durchfahren doch ziemlich Geschwindigkeit rausnehme. In der Fahrschule hatte ich diese Probleme nicht, was wahrscheinlich am Motorrad lag, das mir einfach mehr Sicherheit vermittelt hat.
    Was mich außerdem sehr verunsichert sind Autofahrer, die meinen sie müssten am Hinterreifen kleben, weil ich die Kurve auf der Landstraße nicht mit den erlaubten 100, sondern mit 80 durchfahre. Auch Autofahrer, die es eigentlich gut meinen und extra weit rechts fahren, verlangsamen und dazu noch blinken, um mich überholen zu lassen, obwohl ich eigentlich ganz zufrieden war gemütlich hinter dem herzufahren, setzen mich manchmal unter Druck zu überholen.
    Nachdem ich nun die ersten 1500 KM gefahren bin, merke ich aber, dass ich langsam aber sicher die Maschine immer besser im Griff habe. Ich denke es ist besser so rum, als wenn man sich gleich zu Anfang zu viel zutraut und dann überschätzt.

  • ich war meist ein bischen nervös vor den ersten fahrstd als das alles noch neu war, bei der prüfung natürlich besonders.


    als ich danach mein eigenes motorrad abgeholt hatte, war ich auch ein bischen nervös, weil man eben alles richtig machen will und das neue nicht gleich schrotten.
    das war nicht annähernd so nervös wie du beschreibst und das war dann nach ein paar metern fahren durch extreme entspannung ersetzt ;)
    vor dem losfahren war ich später viell. auch noch die nächsten paar male bischen nervös, aber das hat sich sehr schnell gelegt, weil das motorrad fahren mir auch viel entspannung bringt.


    aber deine nervösität kann ich nachvollziehen, da ich morgen abi schreibe.
    sei froh dass du so ne "luxus-nervösität" hast und motorrad fahren kannst und ich mich abquälen muss
    ich würde gern mit dir tauschen ;)

  • Obwohl ich dieses Gefühl nie hatte und eigentlich bei jedem Fahrzeug von Anfang an immer Cool war,kenne ich diese Situation von einigen Neulingen.
    Ich würde das weder als Angst noch Schwäche definieren.wie schon erwähnt sind die ersten Fahrten ohne die "sichere" Fahrschule für viele ungewohnt und es kommt dazu nun fährt man allein mit seinem jeweils teuer erworbenen Schätzchen.
    Ich denke auch das erledigt sich schnell wenn man behutsam immer wieder fährt und dabei nicht übertreibt,sich richtig langsam an die gewohnheiten seines Mopeds antastet.
    Hilfreich ist bestimmt Anfangs jemanden zu suchen der auch Moped fährt,Erfahrung hat und kein Heizer ist.Mit dem macht man angenehme Ausfahrten über Land und gewinnt schöne Erfahrungen.Was übrigens richtig Spaß machen kann,ich weiß das weil ich schon mit vielen Anfängern solche Touren gemacht habe.


    Also keine Panik und gaaaaanz ruhig bleiben,- mir sind Leute lieber die noch Respekt vor dem haben was unter ihrem Hintern ist !!! :) :) :)

  • Hallo Lizz,


    meine Lizenz ist auch erst 1,5 Jahre und etwas über 20.000 Kilometer alt. Nach den beiden Weicheier-Winterpausen von 1 x 4 und 1 x 3 Monaten war ich auch immer sehr aufgeregt, ob ich überhaupt noch richtig anfahren kann - und dann gleich nach der Winterscheune so 'ne eklige enge Kurve bewältigt kriege.


    Aber das wird! Ich kann es bestätigen. Es wird mit jedem Kilometer besser! Ich habe immer noch Situationen, in denen ich mich schon vorher noch etwas leicht verrückt mache - so z.B. jetzt eben, weil ich gleich mit meiner Süßen (F 650 GS) neue Schuhe holen fahre, da auf ihrem vorderen Huf so gut wie kein Profil mehr ist und uns sonst die Rennleitung schimpft (weil dieser würde das Profil zu 100 % eben auch nicht mehr reichen - vom sicheren Fahren mal abgesehen). Und neue Reifen einfahren, das macht mir die ersten 100 Kilometer auch noch ein mulmiges Gefühl.


    Aber da hilft auch mir, wie eben am allerbesten auch dir, nur: Fahren, fahren, fahren, ... ! Und am besten wirklich über Land, schön ausgebaute Sträßchen, die für dich mit der Zeit dann auch irgendwann mal immer schmäler werden können, mit moderaten Kurven.


    Hilfreich ist bestimmt Anfangs jemanden zu suchen der auch Moped fährt,Erfahrung hat und kein Heizer ist.Mit dem macht man angenehme Ausfahrten über Land und gewinnt schöne Erfahrungen.


    Das hat mir übrigens auch geholfen. Auch das "Rücken frei halten" durch den erfahrenen Mitfahrer, wenn die einheimischen und meist auch etwas jüngeren Autofahrer sich an meinem Hinterreifen kleben wollten, hatte mir beim sicherer werden geholfen. Mich hat anfangs auch immer der Gegenverkehr während des Überlandfahrens unsicherer gemacht - insbesondere eben auch in den Kurven. Bis ich letztes Jahr meinen Alpenurlaub angetreten hatte - da war ich den Serpentinen am Stilfserjoch so mit dem eigenen Serpentinenfahren beschäftigt, dass ich den Gegenverkehr bis ans mögliche Minimum ausblendete. Seitdem "stört" mich der Gegenverkehr nur noch selten - außer wenn sich dieser v.a. in den Kurven nicht auf seiner Fahrspur befindet (oder ich mich kurz vor Erreichen des Gegenverkehrs noch nicht ganz auf meiner Fahrbahn :O ).



    Also: mit jedem gefahrenen Kilometer kommt mehr Sicherheit, mehr Gelassenheit, mehr Lockerung (weniger Verkrampftheit) und mehr Spaß! :grin:

  • Ergänzend noch dazu: gefeit gegen unsichere oder klamme Gefühle beim Fahren ist kein Mensch. Sicherlich sind Anfänger mehr davon betroffen (und dagegen hilft nur fahren, fahren und nochmals fahren), aber auch später kann das immer wieder mal in bestimmten Situationen vorkommen, z.B. nach einem Rutschen in der Kurve, einem heiklen Ausweichmanöver oder gar einem Unfall. Je schlimmer das Erlebnis, desto härter ist es, da wieder befreit herauszukommen. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die ein beklemmtes Gefühl hinterlassen: da verschwindet der Klops im Bauch nach wenigen Minuten, aber manchmal dauert es viel länger. Aber dagegen hiflt nur Fahren, verknüpft mit schönen Erlebnissen.
    Also, das wird schon, bestimmt!


    liebe Grüße
    Buckbeak

  • Irgendwie hat noch keiner die wichtigste "Therapie" von allen vergessen zu erwähnen:


    Bei Mo24 anmelden :mo24:


    Da liest man Tag für Tag soviele Geschichten und merkt, alle andern Motorradfahrer sind auch nur Menschen. Und hinter vielen cool verspiegelten Helmen und auf geilen Mototrräder menschelt es einfach auch. :rolleyes:

    *Lille*

  • Du hast natürlich recht!!! Nach der heutigen, guten Erfahrung bei Euch werde ich mich sofort anmelden!!! denn da gibt es bestimmt noch so die Ein oder Andere Frage, die durch mich auf Euch zukommt.


    Tatsächlich habe ich das Glück, dass mein Freund mir bei den "ersten Schritten" toll hilft. Am WE waren wir auf unserer Brandenburg-Tour via Funk unterwegs. Nachdem ich auch das Pech hatte, dass zweimal Autofahrer mir stressig am Reifen klebten durfte ich voraus fahren. Dabei hat er mir tolle Tips gegeben, wie ich in die Kurven gehen soll. Tiefes Einathmen und immer schön ans Ende schauen, wo ich hin will.


    Von einer Sicherheit der Fahrschule kann ich leider nicht viel berichten. Mein Fahrlehrer fuhr immer nur mit dem Auto hinterher und erklärte mir nichts über Kurven, Bremsen, Runterschalten, Blickführung. Auch bei den Grundübungen stand er immer nur rauchend am Rand. Ich wusste nicht einmal wie so ein Lenkimpuls funktioniert. Gezeigt hats mir letztlich dann auch wieder mein Freund, nicht die Fahrschule.


    Ach! Auf dem Heimweg bin ich "todesmutig" in BLN über die Goldelse gefahren und war stolz wie Bolle, es überlebt zu haben... Grins also die Kurve und das Rausfahren geschafft zu haben.


    Nächstes WE wollen wir zum Kurvenstart in die fränkische Schweitz. Ich habe zwar riesen Bammel, aber die große Hoffnung, dass mir dieses viel beschworene Kurvenerlebnis begegnet.


    So! nun melde ich mich erst mal an!


    Tausend Dank an Euch

  • Von einer Sicherheit der Fahrschule kann ich leider nicht viel berichten. Mein Fahrlehrer fuhr immer nur mit dem Auto hinterher und erklärte mir nichts über Kurven, Bremsen, Runterschalten, Blickführung. Auch bei den Grundübungen stand er immer nur rauchend am Rand. Ich wusste nicht einmal wie so ein Lenkimpuls funktioniert. Gezeigt hats mir letztlich dann auch wieder mein Freund, nicht die Fahrschule.

    Da ging's Dir ehrlich wie mir. Ich hatte zwei Fahrschulen, da meine erste FL während der ausbild schwer erkrankte und nicht weitermachen konnte.
    Sie war gar keine Motorradfahrerin, hatte auch keine Leidenschaft dafür. Motorradausbildung lief irgendwie "nebenher", aber ohne wirklichen Einsatz.
    Der zweite FL erklärte zwar mehr und trimmte auf Prüfung, aber Leidenschaft konnte er auch nicht vermitteln. Blickführung kannte ich nach der Prüfung auch noch keine.
    Das habe ich erst hier im Forum, aus Büchern und von andern Fahrern gelernt.

    Nächstes WE wollen wir zum Kurvenstart in die fränkische Schweitz. Ich habe zwar riesen Bammel, aber die große Hoffnung, dass mir dieses viel beschworene Kurvenerlebnis begegnet.

    Nicht stressen lassen - einfach genießen! Und- Immer schon atmen.


    Achja - mir persönlich half es immer, wenn ich verkrampft wurde, wenn ich gesungen habe (ich singe heute noch gerne beim Fahren.. gut daß das keiner hört).


    Probier's mal aus! - Wirkt Wunder! ^^

    *Lille*

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