Auswirkungen eines "kleineren Ritzels"?

  • Servus,


    technisch gesehen bin ich ja nicht gänzlich unbegabt, aber vom Fach bin ich eben auch nicht. Ich würde mich gern mal nach ner Sache erkundigen, die mir irgendwo im Hinterkopf rumschwirtt, weil ich sie irgendwann mal irgendwo gehört habe, aber das nur mit einem Ohr und na ja...


    Im Kern geht's darum, was genau am Motorrad passiert, wenn man ein kleineres Ritzel verbaut. Und wofür das Ganze? Verändert man damit den Drehmomentverlauf? Wenn ja, inwiefern? Ich hab das so im Hinterkopf, dass ein kleineres Ritzel für mehr Leistung im unteren Drehzahlbereich sorgt... stimmt das?


    Und nein, auch wenn dem so wäre, brauch ich das nicht. Mich störts zwar an meiner Maschine ganz gewaltig, dass unten rum kaum was kommt, aber Ende dieser Saison wird das Bike sowieso verkauft und ich beschränke mich vorübergehend auf vier Räder... Ich frag also nur interessehalber :)


    Gruß!


  • Im Kern geht's darum, was genau am Motorrad passiert, wenn man ein kleineres Ritzel verbaut.


    Je nachdem, wo die Zähnezahl verändert wird, verändern sich auch Beschleunigung und Endgeschwindigkeit.



    Und wofür das Ganze? Verändert man damit den Drehmomentverlauf?


    Der Drehmomentverlauf des Motors bleibt gleich, die Übersetzung bis zum Hinterrad wird jedoch verändert. Bei gleicher Leistung und gleichem Drehmo werden die Fahreigenschaften verändert.
    Bei Harleys werden gerne mal Riemenscheiben/Kettenräder getauscht, um noch mehr Kitt unten rum zu erzielen - i.d.R. auf Kosten der Höchstgeschwindigkeit. Umgekehrt macht das ja auch wenig Sinn, allerdings ist dafür kein Motortuning erforderlich.


    Vorteil: Im Vergleich zu den Kosten, viel Nutzen!
    Nachteil: Nicht verstellbar über Power Commander o.ä. Aber so what. :thumbup:

    Der siebte Sinn der Westfalen: Der Starrsinn.

  • Also,
    kannst jetzt nur von meiner 125er sagen aber hoffe trotzdem kann dir helfen :D :)


    Für mein Möp gibts z.B. Ritzel von 12-15 Zähnen.
    Wenn das Kettenrad (Standard 35er) gleich bleibt,
    ist je kleiner das Ritzel (12) - desto schneller zieht se an -> Aber weniger Endgeschwindigkeit
    Je größer es ist - Desto lahmer kommt se in Schwung -> Mehr Endgeschwindigkeit


    Am Drehmoment ändert das soweit ich weis nix.

  • Ist übrigens egal,welches von beidem du änderst:


    Kleineres Ritzel oder größeres Kettenrad: bessere Beschleunigung
    Größeres Ritzel oder kleineres Kettenrad: Mehr Entgeschwindigkeit


    Dazu bedeutet ein kleineres Ritzel aber auch eine größere Belastung der Kette und somit mehr Verschleiß, da der Bogen, den die Kette laufen muss, kleiner wird. Legal sind Übersetzungsver#nderungen nur mit Eintragung, bis 7% Übersetzungsänderung sollte das ein williger Pr+fer so abnicken, drüber werden dann meist Abgas-/Geräuschgutachten notwendig,


    Je nach Motorrad kann eine Übersetzungs#nderung auch durchaus Sinn machen: Die SV dreht z.B. im letzten Gang nicht mehr voll aus: Verbaut man nun statt dem 45er ein 46 oder 47er-Kettenrad, bekommt man mehr Durchzug ohne das die Endgeschwindigkeit beeinträchtigt wird: Steht auf meiner Selbst-Ausprobieren-Liste für den nächsten Kettensatzwechsel :)

  • Im Kern geht's darum, was genau am Motorrad passiert, wenn man ein kleineres Ritzel verbaut. Und wofür das Ganze? Verändert man damit den Drehmomentverlauf? Wenn ja, inwiefern? Ich hab das so im Hinterkopf, dass ein kleineres Ritzel für mehr Leistung im unteren Drehzahlbereich sorgt... stimmt das?


    Wie schon erwähnt ändert das am Motor nichts, Du änderst den Sekundärantrieb und damit nur die Geschwindigkeit bei gleicher Drehzahl im gleichen Gang...


    Die Übersetzung ist wie ein einfacher Hebel zu sehen, wird der Hebel länger kan man mehr Kraft einbringen, aber man verlängert den Weg....so ist es auch beim Ritzel, ein kleineres Ritzel bedeutet, dass das Kettenblatt einen längeren Hebel hat....gleichzeitig muss sich aber das Ritzel häufiger drehen um das Kettenblatt einmal vollständig zu drehen....der Effekt ist benannt worden, das Mopped wird vermutlich auch im höchsten Gang willig ausdrehen, aber langsamer sein als vorher...


    Da aber so eine Kette dabei stärker "einwinkeln" muss in den Gliedern am kleineren RItzel ist sie auch stärker beansprucht und verschleißt mehr....viel sinnvoller ist deshalb ein größeres Kettenblatt, das kann aber nunmal jeder TÜV oder Trachtengruppler sehen bzw. abzählen :cool:


    Problem ist jetzt, dass das Fahrgeräusch gemessen wird bei einer bestimmten Geschwindigkeit und damit einer bestimmten Drehzahl des Moppeds....ist das Ritzel kleiner oder das Kettenblatt größer dreht der Motor höher und ist logischerweise lauter....das wäre eine illegale Änderung der ABE und damit auch der Verlust der ABE...
    Die 7% tolerierte Abweichung wurde ja auch schon erwähnt...soll man manchmal nicht glauben was so relativ wenig schon ausmacht, ob man das aber bei einer R1 wirklich spürt kann ich mir nicht so recht vorstellen ;)

  • Muss man dann eig. den Tacho angleichen?


    Bei einem Tachoantrieb der über das Vorderrad erfolgt nicht, denn die Drehzahl des Rades verändert sich ja nicht! Wie das allerdings bei diesem neumodischen, elektronischen Gedöns ist kann ich nicht sagen...kommt drauf an WO der "Wert" abgenommen wird...

  • Wird glaub ich an der Ausgangswelle des Motors gemessen.


    Muss man halt alles mal in Geardata eingeben und bei ner zu großen Abweichung, müsste man wohl auch den Tacho ändern.


    Da der bei nem größeren Ritzel aber eh weniger anzeigt, is es ok, wenns nich stört

  • Da isses meist an der Getriebeausgangswelle. Und da müsste man da nachjustieren, weil die Geschwindkeit dann ja mit der dann falschen Originalübersetzung berechnet wird.

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