Bei Protestaktion gegen Helmpflicht, Unfall und Tod

  • Von daher kann ich das verhalten der Amis sehr gut verstehen.


    Grundsätzlich bin zwar auch gegen jedwede Bevormundung, aber in dem Fall war´s dann eben der "epic fail" in Vollkommenheit...besser kann man ja kaum noch für die Helmpflicht werben. Derjenige der ein Gesetz beschließt sieht Fakten (na ja, so ein wenig) bzw. braucht Argumente....
    Wenn jeder Bürger vernünftig wäre bräuchten wir weder Tempo 30 Zonen, noch sonstige Verkehrszeichen die Richtungen vorgeben oder zu bestimmten Handlungen zwingen....


    Ist schon komisch, jeder Ami zieht sich bei seinem geliebten Football ein Suspensorium an, aber mit 65mls auf dem Highway braucht er keinen Helm....man könnte meinen....ach denkt es euch selber :grin:

  • Das ist doch die Lösung: Footballkleidungs-Pflicht auf Motorrädern in den USA


    Also komm .... sind sie deswegen nicht. Kann man auch etliche Sachen in Deutschland finden, zb die fetten Lederkombis am Motorrad, auf den kleinen Fahrrädern komplett ohne alles und sich platt fahren lassen.
    Bei denen is die persöliche Freiheit in manchen Punkte halt noch mit mehr Priorität ausgestattet und wird auch mehr ausgenutzt.


    Ansonsten is das hier ja exakt die gleiche Diskussion wie wir mal vor kurzem hatten;)


    Das mit dem Harleyfahrer is aber schon bitter. Er hat mit dem Leben fürs Gegenteil, was er erreichen wollte bezahlt

  • Und zu den Jugendlichen auf dem Dorfplatz: Ja ist es denn nicht so, dass die eigene Freiheit da aufhört, wo die Freiheit des Anderen anfängt? Hat der verantwortliche Ortsvorsteher kein Recht auf ruhigen Schlaf? Dieses Recht wiegt doch wohl mehr, als das Recht der Jugendlichen auf dem Dorfplatz anzuhängen. Die können schliesslich auch woanders spielen.


    Moment... nur weil ich auf dem Dorfplatz stehe, heißt das nicht, dass ein Anwohner dort nicht schlafen kann. Und ein Gesetz, dass ich keinen unnötigen Lärm machen darf, gibts ja schon. Und das gilt nicht nur für Jugendliche, sondern auch für ältere Besoffene. Deswegen ist die Frage, was ein Gesetz, dass mir nun vorschreibt wo ich mich wann aufhalten darf und wo nicht, zur Sache noch sinnvolles beitragen kann. Ein Supersonderspezialgesetz für eine Supersonderspezialsituation, dass bei der geringsten Änderung wieder sinnbefreit wird und sowieso nichts tut, außer in die Grundrechte anderer einzugreifen und Dinge zu verhindern, die ohnehin schon verboten sind.


    Fischi:

    Quote

    Grundsätzlich bin zwar auch gegen jedwede Bevormundung, aber in dem Fall war´s dann eben der "epic fail" in Vollkommenheit...besser kann man ja kaum noch für die Helmpflicht werben.


    Echt? Für mich ist es nur Werbung für Helme. Soweit ich weiß, herrscht in dem Staat dort bereits Helmpflicht. Die hat offensichtlich nichts bewirkt, der Typ ist trotz Helmpflicht tot. Mit Helm hätte er überlebt. Die Pflicht spielt in der Gleichung keine Rolle.


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    Ist schon komisch, jeder Ami zieht sich bei seinem geliebten Football ein Suspensorium an, aber mit 65mls auf dem Highway braucht er keinen Helm....man könnte meinen....ach denkt es euch selber


    Man könnte meinen, dass du nicht verstehst, worum es bei der Demonstration ging.

  • Quote

    Schon klar, dass gegenseitige Rücksichtnahme Freiheitseinschränkungen bedeutet. Ich frage mich nur, wieviel da gesetzlich geregelt werden muss.


    Es muß genau das Verhalten geregelt werden, das wider den gesunden Menschenverstand erfolgt, und welches mindestens unangenehme Auswirkungen nicht nur auf das Individuum selbst hat, sondern potentiell auch auf seine Umgebung.


    Anders ausgedrückt: Wer nicht in der Lage ist, für seine Mitmenschen mitzudenken, dem muß halt das Korsett angelegt werden, damit weiterhin ein friedliches Zusammenleben möglich ist.
    Und wenn es zu viele gibt, denen diese emotionale und intellektuelle Fähigkeit fehlt, dann muß das erwünschte Verhalten für die Allgemeinheit festgelegt werden, um dieses friedliche Zusammenleben weiterhin zu garantieren.


    Jeder von uns kann seinen Beitrag dazu leisten, weitere Einschränkungen zu vermeiden.
    Der Preis für die Möglichkeit, persönliche Freiheit zu erleben, ist in einer Gesellschaft nun einmal die Selbstbeschränkung, diese Freiheit nicht maximal ausreizen zu wollen. Aber das Akzeptieren dieser Tatsache erfordert leider Charakter...


    Servus,


    Holger

    Vor zehn Jahren: Quidquid agis, prudenter agas, et respice finem!
    Heute: Quaestiones ne curamus, sed solvimur.

  • Moment... nur weil ich auf dem Dorfplatz stehe, heißt das nicht, dass ein Anwohner dort nicht schlafen kann. Und ein Gesetz, dass ich keinen unnötigen Lärm machen darf, gibts ja schon. Und das gilt nicht nur für Jugendliche, sondern auch für ältere Besoffene. Deswegen ist die Frage, was ein Gesetz, dass mir nun vorschreibt wo ich mich wann aufhalten darf und wo nicht, zur Sache noch sinnvolles beitragen kann. Ein Supersonderspezialgesetz für eine Supersonderspezialsituation, dass bei der geringsten Änderung wieder sinnbefreit wird und sowieso nichts tut, außer in die Grundrechte anderer einzugreifen und Dinge zu verhindern, die ohnehin schon verboten sind.


    Ich gehe mit dir Konform. Dort wo bereits Gesetze existieren und diese nur konsequent genug angewendet werden müssten, braucht es keine weiteren Gesetze. Und ein Gesetze, welches nicht die Ursache, sondern eine bestimmte Personengruppe betrifft, ist durchaus sehr fragwürdig. Ich hatte es im Sinne von "Ein Gesetz, dass es den Jugendlichen dann nicht mehr ermöglicht..." aufgefasst.


    LG
    Thilo

  • Echt? Für mich ist es nur Werbung für Helme. Soweit ich weiß, herrscht in dem Staat dort bereits Helmpflicht. Die hat offensichtlich nichts bewirkt, der Typ ist trotz Helmpflicht tot. Mit Helm hätte er überlebt. Die Pflicht spielt in der Gleichung keine Rolle.


    Du beantwortest es Dir selber, er hatte eine Pflicht aber hat sich missachtet und ist tot...also ist es keine Werbung für Helme sondern für die Einhaltung der Pflicht eben den Helm aufzuziehen und noch dazu ist es ein Werbung für die Unmündigkeit und Selbstüberschätzung aller Verkehrsteilnehmer...also spielt die Pflicht sogar die entscheidende Rolle.


    Ich denke Du verstehst die eigentliche Botschaft von so einem Ereignis nicht....deutlicher als "Der Bürger ist zu blöd sich selbst zu schützen" geht doch gar nicht mehr und der logische Schluß ist doch "Dann müssen wir ihn eben per Gesetz schützen"....sattes Futter für Aktionisten und Wahlkämpfer....und genau sowas braucht der Politiker von heute...

  • Ich denke Du verstehst die eigentliche Botschaft von so einem Ereignis nicht....deutlicher als "Der Bürger ist zu blöd sich selbst zu schützen" geht doch gar nicht mehr und der logische Schluß ist doch "Dann müssen wir ihn eben per Gesetz schützen"....


    Ich erinnere mich, dass du in ganz vorderster Front standest, als es um öffentliche Rauchverbote ging. Weil du deine persönliche Freiheit, dich selbst zuzuqualmen gefährdet gesehen hast. Ob andere dadurch beeinträchtigt wurden war da sogar noch zweitrangig: die sollen halt gefälligst nicht in Kneipen gehen.


    Quote

    Du beantwortest es Dir selber, er hatte eine Pflicht aber hat sich missachtet und ist tot...


    Also ist die Pflicht wirkungslos. Sie kann ja missachtet werden. Pflichten retten kein Leben. Helme retten Leben. Und wenn jemand nicht gerettet werden will, ist das seine Sache.

  • Und bitte auch den Rest der Schutzkleidung vorschreiben. Und Möps auf 100 km/h drosseln, mehr geht auf Landstraßen ja nicht, Autobahn ist unvernünftig und man kann ja sowieso niegendwo mehr schneller als das fahren.

  • Ich erinnere mich, dass du in ganz vorderster Front standest, als es um öffentliche Rauchverbote ging.


    Nein das stimmt nicht, ich bin zwar Raucher aber es gibt Grenzen und viele sind für auch für Raucher nachvollziehbar....Restaurants ja, Eckkneipen nein...frag blahwas ob ich daheim geraucht hab als er zu Besuch war, ich finde diese Bemerkung übrigens reichlich frech, Du hast auch schon bei mir im Auto gesessen, hab ich da geraucht?


    Helme retten Leben, keine Frage...womöglich ist es auch eine Initiative der wesentlich potenteren Versicherungsbranche die bei Verletzung der Pflichten nicht zahlungswillig ist, ein Gesetz schafft da eindeutige Grenzen.

  • Du hast auch schon bei mir im Auto gesessen, hab ich da geraucht?


    Nein. Aber nach deiner Logik müsste es deswegen trotzdem verboten werden.


    Quote

    Nein das stimmt nicht, ich bin zwar Raucher aber es gibt Grenzen und viele sind für auch für Raucher nachvollziehbar....Restaurants ja, Eckkneipen nein...


    Warum in Restaurants ja und in Eckkneipen nein? Werden Nichtraucher in Eckkneipen dem Qualm der Raucher weniger ausgesetzt?

  • Ich habe das Beispiel mit den Jugendlichen auch nur gewählt um auf das Argument "Die müssen da ja auch nicht rumstehen." zu kommen fakt ist doch ich trage auf möp oder Fahrrad in jedem Fall nen Helm! Das heißt aber noch lange nicht dass ich dafür bin wenn sich in diese Entscheidung der Staat einmischt. und der Motorradfahrer ist tot und hat eben, so bitter das auch klingen mag, schlichtweg gelitten. Wer so blöd ist ohne Helm zu fahren der ist selber schuld. Aber was gehts den Staat an? Und niemand von unseren Politikern der sich für eine Helmpflicht auf dem Fahrrad einsetzt kommt mit der Geldsache, es geht immer nur um die Gesundheit des einzelnen.
    Um das nochmal klarzustellen, ich bin absolut für Helme auf Zweirädern (Ski usw kann ich nicht beurteilen, bin kein Wintersportler) ich habe auch als ich noch geraucht habe immer Rücksicht auf Nichtraucher genommen und dann halt nicht geraucht. Aber wieso mischt sich der Staat da ein?
    Im übrigen stellt das Nichtraucherschutzgesetz oder wie das heißt auf Schadstoffe am Arbeitsplatz ab, und nicht auf den Schutz der Nichtrauchenden Gäste in der Kneipe, und wiedermal gilt: Warum lässt man das nicht die Kneipiers regeln? Wenn es soviele Nichtraucher gibt, die nur wegen den bösen Rauchern nie in Kneipen gehen, dann hätte schon längst jemand von alleine ne Nichtrauchern Kneipe eröffnet.


    Davon mal ganz abgesehen kann die Gefährlichkeit von etwas auch sehr subjektiv empfunden werden, ich fand z.B. Rugby nie gefährlich und hab mich immer köstlich amüsiert über Leute die meinten das wäre leichtsinnig.


    Grüßle der Hilmar

  • Nein. Aber nach deiner Logik müsste es deswegen trotzdem verboten werden.


    Solange es Idioten gibt die mit Kindern im Auto auch rauchen...ja


    Ausserdem wende ich keine Logik an sondern nur eine Argumentation die Befürworter der Helmpflicht mit solchen Unfällen als bestes Beispiel dafür in die Tasche spielt....wie ich selber darüber denke und welche Wertigkeit ich für mich, meine Kinder und meine Frau annehme ist völlig aussen vor...


    Ich bin alt genug um noch Mofa ohne Helm auf Radwegen erlebt zu haben bzw. selbst auch gefahren zu sein, ich bin sogar so alt das ich noch keine Gurtpflicht im Auto kannte...für mich stellt sich trotzdem weder die eine noch die andere Frage, auch nicht die des Rauchens....aber es gibt eben genug die unausgesprochene Verbote als Recht betrachten ohne Rücksicht....keinen Helm zu tragen ist gegenüber der Gemeinschaft der Beitragszahler rücksichtslos...der Ami hat gar keine Gemeinschaft von Beitragszahlern, er kan von mir aus machen was er will....er hat bewiesen das er vor lauter Freiheitsliebe trotzdem verreckt wenn er sich nicht schützt...

  • Quote

    der Ami hat gar keine Gemeinschaft von Beitragszahlern


    Es gibt auch viele Amis mit Krankenversicherung.


    Tjaja, die Gemeinschaft der Beitragszahler. Ich finde es eine Frechheit, dass Hartz IV-Empfänger und Arbeitslose rauchen und trinken dürfen. Die zahlen nix ein, und ich muss denen dann die Behandlung des Raucherbeins oder der Leberzirrhose zahlen. Von Alk und Zigaretten mal ganz abgesehen. Und die ganzen Skifahrer... erinnere mich nicht an die.


    Ich finde es zwar schön, wenn man mit Helm und Schutzkleidung fährt, und beschimpfe gerne Leute, die es nicht tun, als Vollhonks - aber ich würde mir niemals rausnehmen, es jemandem gesetzlich vorzuschreiben. Ich sehe mich nicht als moralische Instanz um zu entscheiden, wer was mit sich machen darf. Es sei denn, derjenige ist unmündig oder uninformiert. Bei Unmündigen gibts eine Vorschrift (Helmpflicht für Kinder) um ihr Interesse gegen depperte Eltern zu schützen und bei Uninformiertheit gibts einen Hinweis in der Fahrschule.


  • Wenn jeder Bürger vernünftig wäre bräuchten wir weder Tempo 30 Zonen, noch sonstige Verkehrszeichen die Richtungen vorgeben oder zu bestimmten Handlungen zwingen....


    Dass es mit der Vernunft nicht funktioniert, zeigen Studien aus amerikanischen Bundesstaaten, die die Helmpflicht aufgehoben haben:


    Da in Pennsylvania die Freigabe erst 2003 erfolgte, eignete sich das Land besonders gut für wissenschaftliche Studien. Wie würde sich die Lockerung der Helmpflicht auswirken. Das Ergebnis einer Statistik der Uni Pittsburgh aus dem Jahr 2008 fiel eindeutig aus: Die Zahl der Helmträger fiel im Zeitraum von zwei Jahren von 82 auf 58 Prozent, die Zahl der Unfälle mit tödlichen Kopfverletzungen stieg um 66 Prozent. (Link)

  • Die Angaben sind ja nun absolut wertlos wenn absolute Zahlen fehlen. Statt 28 000 helmlosen Motorradfahrern fahren nun 42 000 ohne Helm, und die Anzahl der tödlichen Kopfverletzungen stieg von 3 auf 5. Und schon ist die Statistik ad absurdum geführt.


    Auch im Artikel:

    Quote

    Dennoch neigen in den USA offenbar zunehmend mehr Motorradfahrer dazu, auf den Helm zu verzichten. Sie empfinden es als ihr grundlegendes Menschenrecht, selbstverantwortlich und frei über sich entscheiden zu können. Dies gilt nach ihrer Ansicht nach auch für die Frage, wie gut oder schlecht geschützt sie auf ihren Maschinen über den Highway brettern.


    So siehts aus. Diese Ansicht teile ich zuweilen auch - ich kann mich nicht erinnern, dass ich andere Leute zur Oberinstanz über mein persönliches Wohlbefinden erkoren hätte.

  • Die Angaben sind ja nun absolut wertlos wenn absolute Zahlen fehlen. Statt 28 000 helmlosen Motorradfahrern fahren nun 42 000 ohne Helm, und die Anzahl der tödlichen Kopfverletzungen stieg von 3 auf 5. Und schon ist die Statistik ad absurdum geführt.


    Jetzt wird's aber wirklich albern. 8|


    Die Angaben sind alles andere als wertlos, weil sie zeigen, wie stark die Helmnutzung bei abgeschaffter Helmpflicht zurückgehen kann. Da sollte auch der größte ImmerallesBesserwisser eine Ahnung davon bekommen, dass es wohl kaum um zwei zusätzliche Opfer geht, sondern je nach Geltungsbereich um sehr, sehr viel mehr.



    So siehts aus. Diese Ansicht teile ich zuweilen auch - ich kann mich nicht erinnern, dass ich andere Leute zur Oberinstanz über mein persönliches Wohlbefinden erkoren hätte.


    Wenn Du Arbeiten mit bestimmten Sicherheitsvorschriften ausführen müsstest, wärst Du bestimmt der Liebling Deiner Chefs: Besserwisserische Diskussionen darüber zu führen, ob jetzt der Helm notwendig oder die Vorschrift zur Gurtpflicht sinnvoll oder eine unnötige Einschränkung Deiner Freiheit sei - das wäre sicher deren Traum. :grin:


  • Jetzt wird's aber wirklich albern. 8|


    Die Angaben sind alles andere als wertlos, weil sie zeigen, wie stark die Helmnutzung bei abgeschaffter Helmpflicht zurückgehen kann. Da sollte auch der größte ImmerallesBesserwisser eine Ahnung davon bekommen, dass es wohl kaum um zwei zusätzliche Opfer geht, sondern je nach Geltungsbereich um sehr, sehr viel mehr.


    Ich hab nichts Gegenteiliges behauptet. Dass ich geschrieben habe, die Statistik sei wertlos bedeutet einfach nur, dass die Statistik wertlos ist. Da werden zwei Prozentwerte in Korrelation zueinander gesetzt ohne zu zeigen, wie die Relation überhaupt aussieht. Natürlich werden viel mehr Menschen ohne Helm fahren. Und natürlich werden sich viel mehr den Schädel zermatschen.


    Nur bin ich nicht so arrogant, dass ich glaube, ihnen das verbieten zu dürfen.


    Quote

    Wenn Du Arbeiten mit bestimmten Sicherheitsvorschriften ausführen müsstest, wärst Du bestimmt der Liebling Deiner Chefs: Besserwisserische Diskussionen darüber zu führen, ob jetzt der Helm notwendig oder die Vorschrift zur Gurtpflicht sinnvoll oder eine unnötige Einschränkung Deiner Freiheit sei - das wäre sicher deren Traum. :grin:


    Soweit ich das letztens noch gesehen habe, war der Staat nicht mein Arbeitgeber. Es geht einzig und allein um die Gesetzgebung. Die nötigen Sicherheitsvorschriften einzuhalten ist zum einen Teil meines Arbeitsvertrages, zum anderen betrifft ein Verstoß nicht nur mich, sondern auch meinen Arbeitgeber ziemlich unmittelbar. In nicht wenigen Fällen auch den Kunden. Natürlich gibt es auch gesetzliche Sicherheitsvorschriften. Die werden aber den Arbeitgebern zum Schutz ihrer Arbeitnehmer (also wieder Dritter) vorgegeben. Das sind alles völlig andere Voraussetzungen.


  • Ich hab nichts Gegenteiliges behauptet. Dass ich geschrieben habe, die Statistik sei wertlos bedeutet einfach nur, dass die Statistik wertlos ist.


    Nur weil Du sagst, dass sie wertlos ist, ist sie das noch lange nicht. Sie zeigt nämlich den prozentualen Rückgang und erlaubt dadurch durchaus Prognosen oder Abschätzungen hinsichtlich zusätzlicher Todesfälle. Und sie zeigt, dass die gern und häufig aufgestellte These "Die Leute werden sich schon aus reiner Vernunft daran halten" nicht haltbar, sondern sehr naiv ist.



    Da werden zwei Prozentwerte in Korrelation zueinander gesetzt ohne zu zeigen, wie die Relation überhaupt aussieht.


    Ein deutlicher Rückgang der Helmträger in Verbindung mit einem deutlichen Anstieg von Kopfverletzungen bzw. deren Schwere lässt keinen vernünftigen Menschen an einem direkten Kausalzusammenhang zweifeln.



    Nur bin ich nicht so arrogant, dass ich glaube, ihnen das verbieten zu dürfen.


    Nein, Du bist so arrogant zu glauben, dass Du alles und jedes besser weißt.
    Es gibt Leute, die haben zu jeden Thema ein Meinung und die feste Überzeugung, genau Bescheid zu wissen. Die kennen alle Statistiken, wissen bestens über die Zusammenhänge und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen Bescheid und teilen das oft, gern und mit Nachdruck allen anderen mit. Ersatzweise zweifeln sie auch Statistiken an, die ihrem Weltbild widersprechen. Kurzum: Sie neigen massiv zur Selbstüberschätzung. Und ihre krude Logik würde in letzter Konsequenz zur Abschaffung aller Sicherheitsvorschriften führen.


    Nun nehmen wir spaßenshalber mal an, dass sich ihre Selbstwahrnehmung mit der Realität deckt. Ja, ein Spaß am Rande, aber setzen wir das einfach mal per Definition fest: Die ganzen anderen "dummen" Leute, die nicht so gut Bescheid wissen, sind dann ihrem eigenen, schwachen Urteil hinsichtlich dieser Dinge ausgeliefert und entscheiden sich dann doch eher für den bequemeren Weg. Ist in den USA ganz offensichtlich bei der Abschaffung der Helmtragepflicht in einigen Bundesstaaten passiert. Würde sicher so auch in anderen Ländern passieren und sicher auch bei ganz anderen, weniger klar einleuchtenden Vorschriften passieren.
    Im Gegenzug haben die ganzen Kampagnen zum Beispiel zur Gurtpflicht in PKW bei weitem nicht so viel gebracht wie die Pflicht.


    Nun kann man sagen: Die sind eben doof, der schlaue Alleswisser hat sich gut geschützt und seine persönliche Freiheit erhalten (die er, so er sicher unterwegs sein will, dann doch nicht nutzen könnte). Klingt Klasse, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Könnte man meinen. Aber eigentlich ist es gar nicht so intelligent, sondern ziemlich dumm. Die Freiheit des Alleswissers wird erkauft mit vielen Opfern unter den Leuten, die nicht in jedem Lebensbereich selber einschätzen können, was besser mit Nachdruck befolgt werden sollte und was nicht. Und letztendlich ist er selbst auch betroffen, wenn seinen eigenen Angehörigen Opfer ihrer Fehlentscheidungen werden.


    Und genau deswegen gibt es Vorschriften, einfach aus der Abwägung heraus, dass bestimmte Eingriffe in Freiheiten angesichts des Nutzens gering genug sind, um gerechtfertigt zu sein. Schwarz/Weiß-Denken ist wie so oft wenig hilfreich und die absolute Freiheit gibt es in einer Wertegemeinschaft nun mal nicht. Den Nutzen ziehen auch die Alleswisser daraus, manchmal auch ohne den Wald vor lauter Bäumen zu sehen.



    Soweit ich das letztens noch gesehen habe, war der Staat nicht mein Arbeitgeber. Es geht einzig und allein um die Gesetzgebung. Die nötigen Sicherheitsvorschriften einzuhalten ist zum einen Teil meines Arbeitsvertrages, zum anderen betrifft ein Verstoß nicht nur mich, sondern auch meinen Arbeitgeber ziemlich unmittelbar. Natürlich gibt es auch gesetzliche Sicherheitsvorschriften. Die werden aber den Arbeitgebern zum Schutz ihrer Arbeitnehmer (also wieder Dritter) vorgegeben. Das sind alles völlig andere Voraussetzungen.


    Klar, es ist natürlich alles etwas ganz anderes. Die Vorschriften kommen nicht vom Staat, sondern vom Arbeitgeber, betroffen ist nicht die Solidargemeinschaft, sondern der Arbeitgeber und überhaupt ist die Einschränkung der persönlichen Freiheit über den Umweg "Staat->Arbeitgeber->Coyote" dann doch wieder etwas gaanz anderes... :wacko:
    Ich weiß, was als Nächstes von Dir kommt: Du musst ja nicht dort arbeiten, kannst ja etwas anderes machen, wo Du keine solchen Vorschriften gemacht bekommst. Dann gebe ich die Antwort darauf schon mal im Voraus: Dich zwingt auch niemand, Motorrad zu fahren.

  • Als ich noch klein war, hatten wir hier auch noch keine Helmpflicht. Da habe ich mir auch keine großen Gedanken darüber gemacht, was mit meinem Schädel im Fall eines Unfalls passieren kann. Aber dann habe ich den Helm irgendwann ganz freiwillig getragen...ohne das es einen äußeren Anlass dazu gegeben hätte.


    Es kommt mir manchmal ganz seltsam vor, das es Leute gibt, die von Anfang an nur die Helmpflicht kennen- da kommt man sich ja bald wie ein Dino vor... 8|:grin:


    Zu Arbeiten, bei denen bestimmte Schutzmaßnahmen eingehalten werden müssten, habe ich aus jahrelanger praktischer Erfahrung auch eine Meinung, die ich allerdings jetzt lieber für mich behalte.
    SO. ^^


    LG Sabine

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