Richtig runterschalten

  • Hi,


    ich habe heute etwas neues ausprobiert beim runterschalten vor einer Autobahnausfahrt.


    Mein Motorrad ist eine Honda CB500.


    Bisher hab ich immer schrittweise runtergeschaltet wie folgt:


    Ich nähere mich der Ausfahrt im 6. Gang mit Tempo 120 -140 (oder Tempo 100 wenn eine Tempolimit ist).
    Auf dem geraden Teil der Ausfahrt (die separate rechte Spur) schalte ich in den 5. Gang, indem ich auskuppele und dabei einen kurzen Gasstoß gebe, damit ich schneller einkuppeln kann und halte das Tempo in etwa.
    Wenn ich mich der Ausfahrt nähere bremse ich runter und schalte erst in den 4. Gang indem ich die Kupplung ziehe und dabei einen kurzen Gasstoß gebe.
    Kurz vor der Ausfahrt kupple ich wieder aus, kurzer Gasstoß, runterschalten in den 3. Gang, schnell einkuppeln.
    Die Kurve fahre ich dann mit ca. 60 km/h, im 3. Gang klappt das gut. Die Maschine hängt dabei gut am Gas.


    Heute habe ich zum ersten Mal probiert, zwei Gänge auf einmal runterzuschalten:


    Ich nähere mich der Ausfahrt im 6. Gang.
    Auf dem geraden Teil der Ausfahrt (die separate rechte Spur) schalte ich in den 5. Gang und halte das Tempo in etwa.
    Wenn ich mich der Ausfahrt nähere, bremse ich runter und kupple aus, kurzer Gasstoß, dabei gleich zweimal runterschalten in den 4. und dann gleich in den 3. Gang, schnell einkuppeln.


    Wie ist es am sinnvollsten? Schritt für Schritt runterschalten oder gleich direkt in den 3. Gang schalten?
    Wenn ich direkt in den 3. Gang schalte, habe ich das Gefühl, mich mehr auf das Bremsen konzentrieren zu können und alle mehr unter Kontrolle zu haben.


    Wahrscheinlich ist die Frage total blöd, aber ich bin eben noch blutiger Anfänger und probiere eben noch die ganzen Grundlagen aus. Also bitte nicht hauen... :grin:

  • Direkt in 3ten schalten ist fürn Anfänger find ich etwas schwerer zu handhaben... wenn du dich mal verschätzt und lässt die Kupplung fliegen dass die Drehzahl hochpfeift kanns brenzlig werden (auch wenn AntiHoppingKupplung).


    Aber warum gibste eigentlich einen kurzen Gasstoß? willst doch langsamer werden... also wenn ich runterbrems und geht das so:


    Normales langsamer werden mit Motorbremse: Kupplung Gang Runter Kupplung Gang runter bis zur gewünschten Geschindigkeit, bzw deren Geschwindigkeit mit der die Kurve sicher zu schaffen ist, und dann mit leichten Zug am Gas rum und ggf. am Scheitelpunkt beschleunigen.
    Zügigeres Bremsen bei ich sag ma sportlicherem Fahren. Bei gezogener Bremse Kupplung Gang runter Kupplung Gang runter, dabei beherzt auskuppeln damit die AHK was zu tun hat und mein Auspuff bisle was zu bobbern hat ;) Kurve wie oben.
    Und wenns ma richtig hart kommt einfach in die Eisen und sich am Ende den richtigen Gang suchen ;)


    P.S. Meine Motorbremse ist recht stark, wo ich nur das Gas wegnehmen muss müssen andere schon auf die Bremse steigen. Muss wohl an der Bauart liegen, bzw den eledig langen Drehzahlbereichen, kann zb im 3ten alles im Bereich von 40-220 abdecken.


    Sowas wie Zwischengas mach ich eigentlich kaum und wenn dann nur zu Showzwecken ;)... wüsst aber ehrlich gesagt gar nicht wo ich die Zeit hernehmen soll bei den schnell durchschalten noch was zwischen zu schieben...


    btw. entweder verwechsel ich die Bezeichnung ein/auskuppeln oder du ;)

    Pain is an illusion of the senses, despair an illusion of the mind

  • Angepasstes Zwischengas beim Runterschalten dient zur Drehzahlanpassung beim Wiedereinkuppeln. Auf lange Sicht die materialschonendere Fahrweise als das bloße Kupplung-kommen-lassen, was devote kleine Vierzylinder zwar klaglos mitmachen.


    Gruß - Pendeline

  • Ähm. also ich schalte auch schon mal auf meiner 500er mehrere Gänge auf einmal runter, gerade wenn ich auf meiner Hausstrecke rumdüse udn die Kruven kennen.
    Aber ich weiß jetzt nicht wie sicher du mit deiner bist Panda, ich weiß halt mitterweile in welchem Gang ich bin, und Smuggler hat ja auch eine Ganganzeige wir nicht ;)
    Wenn du mal den 2. erwischt anstatt den 3 und der schon hoch war...... bin auch schon mal im wilden Drift Dank des falschen Ganges in eine Kurve :whistling::whistling:
    Nur an der Ampel is es mies, hinfahren und dann Gänge suchen, das klappt bei meiner eh nicht...

  • Ich schalte mittlerweile auch über zwei Gänge. Aber eigentlich nur bei Steigungen -> Bergauf, weil ich ja langsamer werde - Bergab, weil ich ja mehr bremsen möchte.


    Und irgendwie zähle ich unbewusst die Gänge mit bzw. "weiß" (anhand der Geschwindigkeit und gehörten Drehzahl), wo ich gerade bin. Stimmt eigentlich immer :grin:


    M'kay.

  • Ohne Gas die Kupplung schnappen zu lassen ist etwas heikel. Ich mache das gerne bei Gewaltbremsungen, das pfeift dann immer so schön, und zwar bei jedem Gang, vor jeder Kurve :thumbup: Da bekommt der Hinterreifen aber keine Jahresringe mehr...


    Zwischengas ist sicher nett, damits nicht so rabiat geht.


    Bei gleichbleibendem Tempo kann man das Gas auch einfach stehen lassen und halt etwas schneller schalten, dann geht das sehr weich.


    Um zur Frage zurückzugekommen. 3 Gänge auf einmal ist heikel. Ich mache das einzeln. Zwei Gänge gibt schon eine krasse Motorbremswirkung. Am "rundesten" geht's natürlich einzeln. Schalte einzeln und genieße das mechanisch sequentielle Getriebe, da träumen Autofahrer von :)

  • Das hängt ja auch davon ab, wieviel Zeit man so hat beim Runterschalten. Mit etwas Spielraum schalte ich einzeln runter, mit Zwischengas, und mach mir keinen Stress.
    Wenn es schnell gehen soll und sich das Profil ständig ändert, gehe ich auch mal zwei oder mehr Gänge gleichzeitig runter.
    Mit meiner Ganganzeige weiß ich ja eh, welchen Gang ich gerade habe, aber früher bei meinem alten Möp hatte ich - wenn ich mir nicht sicher war, die Kupplung langsam kommen lassen - man merkt ja beim Gasgeben, wann da was kommt - und dann erahnte ich auch, ob der Gang ok war und konnte dies notfalls sofort korrigieren...


    Ich glaube, es gibt keine Pauschalregel. Einfach austesten je nach Situation.
    Ich finde es jedenfalls schön, wenn alles ganz sanft und ruckelfrei geht. :)


    liebe Grüße
    Buckbeak

  • Eigentlich soll man sogar die Gänge nach und nach runterschalten da sequentielle Getriebe nicht synchronisiert sind. Ich bin kein Fachmann und erzähle nur was man mir erzählt hat.
    Ich selber gebe auch meistens Zwischengas um die Drehzahl etwas anzupassen. Bei meiner werde ich auch so langsamer. Oft mache ich das, z.B. bei BAB Abfahrten, auf den letzten 50 Metern und belasse bis dahin den gefahrenen Gang. Kommt aber auch darauf an wie die Ausfahrt gebaut ist. Das geht nur bei langgezogenen Ausfahrten und nicht bei engen.

  • Hallo,
    verstehe das mit dem Zwischengas nicht so ganz.
    Also wenn ich runter schalte dann gebe ich doch kein Gas mehr oder, ich lass doch den Motor für mich bremsen bzw. wenn ich nicht langsamer werden will dann passe ich die Geschwindigkeit der Drehzal an?! Ich überleg mir grad wie ich das mache aber ich komm nicht so recht drauf, das läuft alles intuitiv ab.


    Ich habe irgendwie auch den Zwang meine Gänge zu kontrollieren, falls ich mal nicht ganz mitgezählt habe.
    Ich kann es zwar an der Drehzahl und am Geräusch erkennen (liege auch oft richtig) aber irgendwie will ich mir da immer sicher sein.


    Gruß
    Felix


    edit
    Danke blahwas. Gebe ja schon Gas habe das irgendwie falsch verstanden


    Ich habe auch schon ein paar mal 2 Gänge auf einmal runtergeschaltet wenn es zeitlich knapp war aber im Grunde fahre ich immer alle aus.

    Wer nicht fährt hat was verpasst :moped:

    Edited once, last by flix ().

  • 3 Gänge auf einmal ist heikel. Ich mache das einzeln.


    Ich habe jetzt auch nur 2 Gänge auf einmal runtergeschaltet. In den 5. Gang schalte ich ja schon vorher und ich kuppele dann auch ein. Dann kommt die Bremsphase vor der Ausfahrt und dabei schalte ich dann zwei Gänge auf einmal runter


    Aber ich weiß jetzt nicht wie sicher du mit deiner bist Panda, ich weiß halt mitterweile in welchem Gang ich bin,


    Da hapert es bei mir noch in einigen Situationen. Anhand der Drehzahl und des Motorgeräuschs kann ich inzwischen zwar schon sehr oft sagen, in welchem Gang ich grade bin und sogar recht genau, wie schnell ich grade fahre ohne auf den Tacho zu schauen. Das klappt aber noch nicht immer und manchmal vertue ich mich auch noch, in welchem Gang ich gerade bin.


    Bei meinem "Experiment" hab ich alles sehr bewusst gemacht und die Gänge auch schön mitgezählt.

  • hallo


    ich würd sagen das kannst du so machen, wies dir besser zusagt oder eben wie die Situation ist.


    wenn du 2 auf einmal schaltest, dann is schon besser überhaupt Zwischengas oder halt mehr als bei nur einem Gang.


    wenn ich die Ausfahrt flott nehmen möchte, dann fahr ich meist noch schnell auf dem Verzögerungstreifen, bremse dann am Ende etwas stärker und schalte 2 bis 3 Gänge runter. oder auch davor einmal in den 5. und dann nur noch 2 runter oder auch nur vom 6. in den 4. halt je nach Situation und Radius der Ausfahrt.
    und ob ich entspannt langsam runterbremsen möchte oder die Ausfahrt mit mehr Spaß nehmen, wenn niemand davor ist.


    bei manchen die nur nebenher verlaufen und keine große Kurve bleib ich auch im 6. oder schalte nur in den 5.


    auf jeden Fall schalte ich beim leichten bremsen und vorrauschauenden Fahren einen Gang und bei stärkerem Bremsen auch mal mehrere auf einmal

    Edited once, last by Bopper ().

  • Mmhhh.. wie mache ich das eigentlich (fahre ja nicht ofter Autobahn.. :whistling: )


    Rechts rüber, auf der Abbiegespur etwas ausrollen lassen, Kupplung, zwei Gänge runter, soviel Gas beim Einkuppeln, daß es geschmeidig einkuppelt. Bißl bremsen, Kontrollblick auf den Tacho (nach längerer Fahrt verschätzt man sich ja gerne mal) - und dann runterfahren.


    So in der Art.


    Also nicht mit Gasstoß (ist mir noch immer'ne Brezel), sondern mit passendem Gas beim Wiedereinkuppeln.

    *Lille*

  • Ok, dann schalten einige von euch anscheinend je nach Situation auch mal zwei Gänge auf einmal runter. Dann passt das ja. :)


    @ Lille:


    Das mit dem Gasstoß beim auskuppeln mache ich dann, wenn ich SCHNELL runterschalten will. Es gibt auch Situationen wo ich das nicht mache. Z.B. wenn ich im Stadtverkehr sehe, dass es vorne langsamer wird, schalte ich in den 2. Gang und kuppele langsam ein. In dem Moment passt das dann ja auch zur Situation. :)

  • Ich schalte nie zwei Gänge auf einmal runter, ohne nicht wenigstens kurz einmal einzukuppeln. Erstens hat man die Getriebeübersetzung von einem Gang zum anderen irgendwann drauf und weiß, wieviel Zwischengas man geben muss, wenn man einen Gang runterschaltet. Überspringt man einen Gang, ist länger ausgekuppelt, die Drehzahl fällt weiter als beim Runterschalten von nur einem Gang und dann per Gasstoß die richtige Zieldrehzahl zu treffen, würde ich als sehr, sehr schwierig einschätzen.

  • Anscheinend bin ich wohl schon total AHK verwöhnt... deswegen gabs auch immer einige heiße Scenen mit der Duc die sowas nicht hatte ;)

    Pain is an illusion of the senses, despair an illusion of the mind

  • Was bedeutet denn AHK? Ich nehme nicht an, dass damit eine Anhängerkupplung gemeint ist... :grin:


    @ horneburg:


    Ich bin ja noch Anfänger und fahre nur eine 500er...reagiert eine größere Maschine da unter Umständen "ruppiger" bei solchen Sachen und ist der Spielraum da kleiner?
    Ich hab das heute auch nochmal ausprobiert, zwei Gänge auf einmal runterzuschalten, das klappt soweit eigentlich ganz gut, allerdings habe ich auch nicht den technischen Sachverstand um beurteilen zu können, was jetzt wirklich sinnvoller ist... :huh:


    Ich hab ja morgen mein erstes Fahrsicherheitstraining, da werde ich das Thema vielleicht einfach mal ansprechen.

  • Also ich habe bisher immer alle Gänge einzeln geschaltet, macht finde ich auch mehr Spaß, und langsam ist man dabei auch nicht. Zwischengas, hmm naja, ich versuch die Drehzahl zu halten, mehr aber auch nicht.

  • @ Lille:


    Das mit dem Gasstoß beim auskuppeln mache ich dann, wenn ich SCHNELL runterschalten will. Es gibt auch Situationen wo ich das nicht mache. Z.B. wenn ich im Stadtverkehr sehe, dass es vorne langsamer wird, schalte ich in den 2. Gang und kuppele langsam ein. In dem Moment passt das dann ja auch zur Situation. :)


    Aber bei einer Autobahnausfahrt weißt Du doch auch, daß Du "da vorne" in angemessener Geschwindigkeit abbiegen willst. :whistling:


    Und von 100 auf 60 kommt man doch auf den 100m Abbiegespur sogar ohne Bremsen, nur mit ausrollen lassen, runter. :grin:


    Du bratzt ja nicht mir 200 an eine Ausfahrt heran, ziehst mit 200 auf die Abbiegespur und fängst dann erst an, abzubremsen, oder? :whistling:


    Ich bin ja noch Anfänger und fahre nur eine 500er...reagiert eine größere Maschine da unter Umständen "ruppiger" bei solchen Sachen und ist der Spielraum da kleiner?

    Also mit einer 650er bekommt man's auch hin... daß wenn man bei zu hohem Tempo in einen zu niedrigen Gang einkuppelt, das Hinterrad stempelt. Oder mit andern Worten: Das Hinterrad fängt an zu stempeln. Geradeaus unangenehm, für's Motorrad sicher auch nicht gesund - aber in Schräglage kann's eben gefährlich werden....


    Dagegen hilft: AHK = Anti-Hopping-Kupplung

    *Lille*

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