Was kostet es, im Wald Motorrad zu fahren?

  • Hallo,


    mich würde interessieren, wieviel es kostet, im Wald (Waldwege) mit einer Enduro erwischt zu werden.


    Was ich schon selbst rausgefunden habe:
    Die Bestimmungen richten sich nach dem jeweiligen landesspezifischen Waldgesetz, hier in S-H z.B. das "Waldgesetz für das Land Schleswig-Holstein".
    Dort heisst es in § 17 Abs. 2:



    Gemäß § 38 Abs. 2 Nr. 5c LWaldG stellt das vorsätzliche oder fahrlässige Fahren eine OWI dar, die gemäß § 38 Abs. 5 Nr. 2 LWaldG mit einer Geldbuße von bis zu 2.500 Euro belegt ist.


    Meine Frage: Welche Behörde setzt die Geldbuße fest und was sind deren Entscheidungskriterien für die Bemessung der Strafe (es heisst ja "bis zu 2.500 Euro").
    Und: Wer von euch hat schon einmal eine Geldbuße für das Enduro Fahren bekommen und wie hoch war diese?


    Danke & Gruß


    baser

  • Zuständig ist die Forstverwaltung, sprich der Förster (nicht zu verwechseln mit irgendeinem Jagdpächter, auch wenn die eventuell bewaffnet durch den Wald laufen ;) ).
    Zur Bemessungsgrenze kann ich nichts sagen. Früher hätte es schlimmstenfalls einen Ermahnung gegeben, jedenfalls bei "Ersttätern", obwohl es diese Geldstrafen auch schon gab. Wie es heute ist, weiß ich nicht, es gibt ja immer mehr wichtige Menschen... :rolleyes: .
    Es ist sowieso wahrscheinlicher, dass irgendwelche Spaziergänger sofort per Handy die Polizei anrufen, wenn sie dich sehen. :wacko:


    Just do go ahead.

  • Bussgeldkatalog -> Nr. 140ff.


    Die werden gerne von manchen als »einzige Folge« angesehen und haben dann auch manchmal Kommentare wie »25 €? Das ist es mir wert!« zur Folge - für »141.3.3 - mit Sachbeschädigung«.


    Was übersehen wird: Der Sachschaden (Flurschaden oder Schaden am Feldweg) muss auch noch berappt werden.


    Weiterhin das, was du schon gesehen hast: Die landeseigenen Reglungen für Nutzung und widerrechtliche Nutzung...


    Es kommen also mehrere Punkte zusammen. Was natürlich auch richtig ist: Wenn sich die Waldpächter ihr Holz mit ihrem Pajero und einem Hänger abholen sieht der aufgeweichte Boden auch nicht besser aus. Allerdings machen die das ja nicht »zum Spaß«.


    Kurzum: In diversen Foren kannst du von mündlichen Verwarnungen lesen oder das die Polizei tatsächlich nur 15 € nach 141.2 (zzgl. Gebühren) verlangt hat. Ein Recht auf milde Bestrafung gibt es allerdings nicht.


    Geht gerade auch aus einem anderen Grund bei Ulm durch die Presse. Dort sind es »Mountainbiker«, welche sich ihre eigenen Wege in den Wald fahren, Rampen aufbauen und dann auch über angelegte Fußwege rasen. Bisher wird nur belehrt und mündlich verwarnt oder tatsächlich »mild die OWI umgesetzt«. Die paar Euro stören allerdings die »Sportler« kaum...


    Grüße, Martin

  • Bussgeldkatalog Wald


    Zuständig für Verwarnungen sind die Forstbeauftragten. Bei Anzeigen ist die untere Forstbehöre (Rathaus) zuständig.
    Bussgelder max. bis 155 Euro. (Bussgeldkatalog 2.4)
    Bei gleichzeitigem Vorliegen von Verkehrsverstössen (z.B. Sperrschild) wird die Abgabe an die Verkehrsbehörden empfohlen. In BW zentral beim Regierungspräsidium Karlsruhe. Die können dann auch noch Punkte vergeben.


    Wies in deinem Bundesland gehandhabt wird weiss ich nicht wird aber vermutlich ähnlich sein.

  • Huhu,


    im Zweifelsfall kostet es das Leben eines Reiters. Ich fände es nicht so prickelnd, wenn ich mit meinem Pferd einem Motorrad im Wald begegnen würde.
    Nur mal so als Denkanstoss. ;)

  • Huhu,


    im Zweifelsfall kostet es das Leben eines Reiters. Ich fände es nicht so prickelnd, wenn ich mit meinem Pferd einem Motorrad im Wald begegnen würde.
    Nur mal so als Denkanstoss. ;)


    Verstehe ich nicht. Was machst du, wenn du anderswo einem Motorrad begegnest?


    Just do go ahead.

  • Ich finde der Wald ist für alle da wenn es nicht gerade ein Naturschutzgebiet ist und somit habe ich kein Verständnis dafür wenn jemand gemaßregelt wird wenn er unmotorisiert in der Pampas unterwegs ist. Ich finde MTB Fahrer im Wald überhaupt nicht störend so lange sie die Natur grundsätzlich in Ruhe lassen.
    Allerdings muss es wirklich nicht sein das die Leute mit Verbrennungsmotor durch den Wald fahren. Erst mal verpestet man dort direkt die Luft wo sich die Leute meistens erholen möchten und Fauna und Flora wird es sicher auch nicht gut tun.
    Ein MTB sollte relativ leise sein und auch keine Waldtiere und Erholungssuchende stören aber wenn jemand mit dem Motorrad da her heizt ist das nicht in Ordnung.


    So lange Fußgänger nicht gefährdet werden finde ich Reiter im Wald auch ok allerdings sollen die aber auch nicht meinen sie hätten Narrenfreiheit.


    Wie immer im Leben - Rücksicht nehmen aufeinander ist das A und O.

  • Verstehe ich nicht. Was machst du, wenn du anderswo einem Motorrad begegnest?


    Straßen -> man rechnet mit Motorradfahrern, nutzt den Reitweg und kommt sich nicht in die Quere.


    Waldwege -> man hört den Motorradfahrer, dieser das Pferd aber nicht während er mit amtlicher Geschwindigkeit den gleichen Weg in entgegengesetzter Richtung befährt.


    Antwort auf deine Frage: a) damit rechnen und b) kein Problem haben.


    Wenn das Pferd scheut und dann das Motorrad nach der Kollision/dem Sturz auf den Reiter/die Reiterin fällt -> da hilft auch die Reiterkappe nicht mehr viel.


    Grüße, Martin

  • OK, dann will ich auch mal meinen Senf dazu geben. Vorneweg: Ich wohne im nördlichen Ruhrgebiet.


    Ich fahre seit 15 Jahren Offroad und habe mich zu Anfang auch nach fahrbaren Strecken und Wegen in der Umgebung umgeschaut. Leider sind legal befahrbare Pisten abseits der Asphalts doch sehr selten. Wenn überhaupt findet man noch einen Feldweg, der aber zum richtigen Fahren viel zu kurz und zu langweilig ist. (zu flach, keine Kurven, keine Hindernisse . .) Also sucht man sich eine Alternative, wie zum Beispiel ein ehemaliges Zechen- Brachgelände oder Abraumhalden, von denen es hier doch noch einige gibt. Auf denen konnte man (illegal, aber geduldet) zumindest ein wenig trainieren. Inzwischen sind die meisten aber Re-naturiert oder für Sonntagsspaziergänger und Radfahrer präpariert.


    Dann gibt es da noch ein großes Gebiet auf dem das Militär mit Panzern und sonstigem "umweltfreundlichen" Zeugs Ihre Kriegsspielchen abhalten. Das ist für Enduristen wie geschaffen, viel Sand, steile Auf- und Abfahrten, schmale Waldpfade usw. Allerdings darf man sich da nicht erwischen lassen, einem Kollegen ist das mal passiert. Die Feldjäger kennen sich halt bestens aus, sind mit Funk und Jeeps unterwegs. Der Kollege ist dann freundlich zur Schranke eskortiert worden, hat 120€ Strafe gezahlt und den Hinweis das es beim Nächsten Mal noch deutlich teuerer wird.


    Die letzte Alternative ist eine Sand- oder Kiesgrube. Mit sehr viel Glück wird man vom Eigentümer geduldet, muss sich aber von Revierförster ab und zu mal die Leviten lesen lassen und gelegentlich auch mal mit der Polizei auseinandersetzen, wenn z.B. Transporter und Anhänger auf nicht öffentlichem Grund abgestellt sind. Außer einem Knöllchen hats aber noch keine höheren Bußgelder gegeben. Man darf es halt nicht übertreiben und nicht schon in der Umgebung den "Max" machen.


    Inzwischen bin ich vom Versuch eine fahrbare wenigstens "halblegale" Strecke zu finden abgekommen. Sand- und Tagebaugruben sind die einzigen Möglichkeiten. Hier sollte man aber auf keinen Fall übertreiben und auf den freien Flächen bleiben. Re-naturierte Gebiete und Wälder sind tabu, wenn man da erwischt wird, kann es teuer werden. Mit demontiertem Kennzeichen und dann auf der Flucht vor Jägern, Förstern und der Ortspolizei: Nein danke, dafür bin ich mit knapp 50 inzwischen zu alt.


    Ich habe für mich eine Möglichkeit gefunden troztdem regelmäßig Offroad fahren zu können. Es gibt Leute, die sogenannte Roadbook Touren in NL, Belgien und Nordfrankreich für relativ kleines Geld anbieten. Da kann man ungehindert und völlig legal 150-200km Tagestouren mitmachen. Das wird meistens 3-4 mal im Jahr angeboten, geht aber auch öfters.
    Wer Interesse hat: http://www.ktmteamwest.de unter Practice (Da bin ich als Tourguide dabei ;) , es sind auch nicht KTM Fahrer zugelassen :whistling: )


    Und dann sind da noch die 5-8 Offroad Rite (OTR) im Herbst in Holland, die machen einen Riesen Spass. Da gehts 40-50km durchs offene Gelände, Felder, Wälder und Feldwege.
    Das sind organisierte Veranstaltungen mit mehreren hundert Fahrern, bei denen es außer Erfahrung, blaue Flecken (und wiedermal offenkundige Konditionsschwäche :pinch: ) nichts zu gewinnen gibt. Kosten so um die 20€ plus 15€ Tageslizens (Versicherung) Näheres unter http://www.enduro.nl und dann unter Kalender nach OFFROAD schauen.


    Wer noch mehr Input braucht, darf mir gerne eine PM schreiben. Ansonsten wünsch der Sandman viel Spass beim legalen Enduro Fahren abseits der asphaltierten Strassen, auch wenn die Möglichkeiten (vorallem hier im Westen) doch sehr eingeschränkt sind.


    Das Gummierte gehört nach unten!

  • Tja, ich hab moralisch und umwelttechnisch überhaupt kein Problem damit, mit meinem 17 PS Viertakter(!) durch den Wald zu fahren (und nicht zu "heizen", Dirk). Ich bin mir sicher, dass ich dabei weniger Flurschaden anrichte als Mountainbiker, die sich Rampen bauen, und weniger das Wild beunruhige als beispielsweise ein Trupp Freizeitreiter. So sahen das früher auch die Förster, zu mindestens hier in der Eifel.


    Ich mache es aber nicht, und zwar ausschließlich wegen des zu erwartenden Buheis, der sich auch hier in den Antworten schon abzeichnet. ;)

    Der Wald ist übrigens zwar "für alle da", aber keineswegs überall als Naherholungsbereich. Mountainbiker oder auch Reiter (beides schon erlebt!) die sich Kanada-mässig durch Dickungen arbeiten und damit die wahrlich spärlichen Restrückzugsräume von Wildtieren zerstören, gehören verprügelt, und ich kenne Jäger, die sagen noch ganz was anderes. :rolleyes: Neben Naturschutzgebieten gibt es es auch Forstkulturen (der deutsche Wald ist überwiegend angepflanzte Kulturfläche) in denen Radfahrer, Reiter und auch Wanderer außerhalb gekennzeichneter Wege und ausgewiesener Erholungsbereiche nichts zu suchen haben.


    Just do go ahead.

  • Ich denke, w i r mit unseren kleinen zarten 17 PS - Teilchen machen weniger Lärm,
    als die Truppe MTB ler, die sich durch laute Zurufe untereinander verständigend, durch den Busch düst!


    Früher sind wir d a rücksichtsloser gewesen mit KTM; Maico und Bultacoe und Husky,
    ...aber d a hatte man ja auch ein anderes Umwelt - Denken! Oder,...noch nicht einmal...!


    Ich habe jetzt 20 Jahre keinen Ärger gehabt, kenne aber auch alle Tricks, wie man es
    A.) vermeidet, Ärger zu bekommen!
    B.) wenn doch Ärger droht, wie man dann reagiert.
    C.) diese beiden Punkte ständig beachtet und auch aktualisiert.


    Ich habe jetzt meiner sehr jungen weiblichen Begleitung die Anweisung gegeben,
    mit weinerlicher Stimme ein: "Ich will jetzt sofort heim..!" loszulassen,
    während einer eventuell aufkommenden Diskussion mit Spaziergängern, Förster etc.!


    Reiter haben wir hier Gott sei Dank weniger,
    ...d i e Problematik kenne ich aber noch auch meiner Bonner Zeit:
    Die fühlen sich in der Regel i m m e r im Recht, genau so wie Jagdpächter!


    Wenn man schon einmal eine Waffe auf sich gerichtet sah, kann aber auch damit umgehen!


    Der Töff.
    "Erschieß mich doch,...Du Ars..loch!"

    "Kein Herz für Arschlöcher!"

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