Mit meiner Estrella nach Santiago de Compostella

  • Dass ich im Sommer 2013 mit dem Zwergenmoped nach Santiago fahren möchte, schrieb ich ja schon in diversen Abteilungen. Hier will ich zusammengefaßt über die laufenden Arbeiten und Gedanken berichten. Besonders wichtig sind mir sachkundige Rückmeldungen zu verschiedenen Problemen.
    Da ich die gesamte Strecke nur auf Landstraßen fahren möchte, benötige ich gute Karten für Frankreich und Nordspanien. Da ich eventuell auf dem Rückweg auch die Westalpen mitnehmen möchte, wird der Kartenberg schon größer.
    Welche Karten könnt Ihr mir da empfehlen?


    Natürlich will ich die Tagesetappen nach vorheriger Planung anhand der Karten auch auf mein Garmin aufspielen. Ein Navihalter wurde vorige Woche montiert. Vom 1. - 3. Februar besuche ich ein Garminseminar im Westerwald. Heute schreiben die mir aber, ich müsse neben dem Navi auch ein Laptop mitbringen und eine MapSource & CityNavigator DVD. Habe ich alles nicht. Wird also teuer.
    Welches Laptop könntet Ihr mir empfehlen?


    War heute mit der Maschine beim Sattler und habe einen Termin für den 7. März bekommen, an dem er mir eine Sattelplatte polstern und beziehen würde. Da ich den schönen Kurzstreckensattel auf der Estrella lieber verkaufen werde, um einen Teil der Kosten wieder herein zu bekommen, habe ich gerade einen noch vorhandenen alten MZ-Einzelsattel aus den 60ern auf dem Küchentisch zerlegt. Durfte ich, habe es mir selbst erlaubt. Garage und Werkstatt sind leider unbeheizt. Der Bröseldreck ist schon weg. Der neue Sattel soll etwa 5 cm länger werden, vorne klappbar, hinten zum Einrasten. Insgesamt aufliegend auf den Rahmenrohren. So kann ausreichend gepolstert werden, ohne größere Sitzhöhe. Auf der Sattelplatte sind etliche Federn. Meine Frage dazu, die ich beim Sattler vergaß:
    Soll ich die Federn drauf lassen und drüberpolstern lassen, oder Federn weg und mehr Polstermaterial dazu? Wer hat Erfahrungen mit der Sitzqualität solcher Federsättel?


    Natürlich muß das Blech vorher ordentlich entrostet werden und der alte Lack runter.
    Haltet Ihr Sandstrahlen oder Säurebad dafür geigneter? Oder gibt es bessere und schonendere Methoden?


    Für die Verlängerung der Bodenplatte werde ich ein Blech zurechtdengeln über einem vorher angepasstem Holzklotz. Verbindung dann über diverse Schrauben mit kleineren Schweißpunkten.
    So in Ordnung, oder denke ich da verkehrt? Wie ginge es besser? Oder soll ich direkt eine Blechplatte am Stück zuschneiden und dengeln?


    Nächste Woche werde ich eine Rohrbaufirma aufsuchen wegen diverser Teile: Verchromte Sturzbügel vorn, Packtaschenhalter hinten, neue, längere Gepäckbrücke mit der Möglichkeit ein 30-Liter-Topcase zu montieren. Davor kommen dann (für den Notfall) Zelt, Thermomatte und Schlafsack. An allen Teilen will ich feinere Ösen anbringen lassen, damit die Spanngurte auch da bleiben, wo ich diese zuerst fixiert hatte. (Ist halt der Vorteil der Einzelanfertigung.)


    Habe gerade noch ein Rückenpolster mit Lederpflege aufgearbeitet.
    Würdet Ihr dieses Polster direkt an der Sattelplatte befestigen, oder lieber doch vorn an der Gepäckbrücke?
    Andererseits habe ich bei Touren zu Treffen eh eine Ortliebrolle o.ä. hinter dem Sitz aufgeschnallt. Hilft ja auch bisweilen zum Anlehnen.


    Das wäre es mal für`s Erste. Weitere Berichte und Fragen folgen.


    Max


    P.S. Am Samstag fahre ich mit Töff und einem weiteren Interessenten nach Eppstein zu Diesel-Sommer. Vielleicht kann ich mir da einige Anregungen holen. Ich werde jedenfalls "mit Augen und Ohren stehlen".

    Edited once, last by MaxvomOrlandshof ().

  • Aber diese Umbauten werden ganz schön ins Geld gehen, Geld, welches Du n i e wieder kriegst, beim Verkauf der Estrella!
    *Hüstel:* Möchtest D u nicht erst einmal die Probefahrt am Samstag abwarten...?


    Gruß vom Töffel.

    "Kein Herz für Arschlöcher!"

  • Erstmal wünsche ich dir viel Spaß bei der Vorbereitung deiner Tour .............. die Vorfreude ist bekanntlich die schönste. :thumbup:
    ICH würde die Sattelplatte gleich neu/aus einem Stück machen............ die Federn dürften den Sattler nicht stören, aber dein Popppo wirds dir danken.
    WENN Rückenpolster, dann am besten am Sattel befestigen. Es nervt nämlich ungemein wenn DU federn/schwingen kannst und das Polster nicht. Am besten so konstruiren dass es abgenommen werden kann.
    Gruß Holger

    :motorrad:....linke Hand zum Gruß an alle Biker.

  • Es nervt nämlich ungemein wenn DU federn/schwingen kannst und das Polster nicht.


    Ja klar, da bist Du schon nach 50 km wundgescheuert am Hintern..."Gute Reise!"


    Gruß vom Töff.

    "Kein Herz für Arschlöcher!"

  • Welches Laptop könntet Ihr mir empfehlen?


    Welches Garmin hast Du denn?
    Hast Du ein Lifetime-Update dabei? Was ist an CDs usw dabei?


    Im Prinzip reicht für das MapSource ein sehr schlichtes, älteres Laptop. Wobei ich Dir eher zu einem Netbook raten würde. Das reicht von der Leistung und den Anforderungen allemal aus, ist günstig zu bekommen, und lässt sich später auch in den Tankrucksack packen und mitnehmen. Dafür würde es auch ein gebrauchtes tun: KLICK


    Für MapSource sollte es Windows haben - wobei auch WinXP ausreichend ist. Also kein Android, was man heute oft angeboten bekommt.

  • Natürlich will ich die Tagesetappen nach vorheriger Planung anhand der Karten auch auf mein Garmin aufspielen. Ein Navihalter wurde vorige Woche montiert. Vom 1. - 3. Februar besuche ich ein Garminseminar im Westerwald. Heute schreiben die mir aber, ich müsse neben dem Navi auch ein Laptop mitbringen und eine MapSource & CityNavigator DVD. Habe ich alles nicht. Wird also teuer.
    Welches Laptop könntet Ihr mir empfehlen?


    Das ist eine ziemlich komplexe Frage. Ein Problem sind die Bildschirme, hinsichtlich Auflösung (Pixeldichte) und Diagonale.


    Auflösung zu klein und du hast keine Übersicht, scrollst nur rum. Auflösung zu groß und du kannst nix mehr erkennen (lesen!), weil die Pixel zu klein sind.


    Diagonale zu klein, und du kannst nix erkennen (siehe oben), Diagonale zu groß und das Ding passt nirgends rein und du kannst es nicht auf die Reise mitnehmen. (Willst du das?)


    Muss es wirklich ein Garmin-Navi + Notebook sein? Tut es vielleicht nicht auch ein einfacheres Gerät, mit einigen zuhause geplanten Routen?


    Oder, wenn du eh Karten dabei hast, vielleicht nur das Tagesziel eingeben und sonst eher nach Karte fahren?


    Evtl. mit TomTom "kurvige Strecke" oder "kürzeste Strecke" = Nebennebenstrecken, bis der halbe Tag um ist, danach den schnellsten Weg ohne Autobahn?

  • Ich hab es so verstanden: Garmin-Navi ist schon da, Kurs ist geplant - und nun fehlt noch die Hardware, sprich ein Navi.


    Ohne Laptop kann er den Garmin-Kurs knicken. Denn das Arbeiten mit MapSource ist der Dreh- und Angelpunkt im Planen mit Garmin. Ohne MapSource ist es einfach nur ein normales Navi, das ich in 15 Minuten bedienen kann.

  • Den "Sattel" würde ich aus einem Stück fertigen (lassen), mit "integrierter" Rückenstütze.
    Geld für "elektronisches Equipment und Ausbildungskosten" würde ich mir sparen...du hast doch Zeit. Einen Halter für ´nen Ersatzkanister für Sprit würde ich noch versuchen unterzubringen.

  • Den Kurs sparen ist lustig. Die wollen als Stornogebühr die Anzahlung von 123,60 €. Schon heftig. Ansonsten will ich ja schon mal genau wissen, was ich mit meinem Garmin 660 alles machen kann. Ich will ja auch sonst noch einige Touren in den nächsten Jahren machen.
    Ein Laptop wäre auch nicht schlecht. Habe in einem Reisebericht gelesen, dass der Fahrer darauf seine Fotos gebunkert und direkt per Internet auf seine Homepage geschickt hat. So waren die wenigstens gesichert, da man ihm dann noch die Kamera unterwegs geklaut hatte. Es sollte also ein Gerät sein, mit dem ich so etwas auch machen könnte und dass natürlich irgendwie auch Platz findet.
    Das mit der komplett neuen Bodenplatte hat sicherlich mehrere Vorteile. Es erspart die Reinigung der MZ-Platte und ich könnte auch diese vielleicht verkaufen. Zudem wären alle Teile direkt aus einem großen Stück zu schneiden und zu biegen, statt diese dann anschrauben oder anschweißen zu müssen. ( Rückenteil, Halter für Klappscharnier, Rastmechanismus)
    Wobei ich wirklich überlege, ob ein Rückenteil sein muß. Wird dann doch alles sehr gewaltig für die lütte Estrella. Ist ja keine Guzzi California.
    Ja, die Vorfreude. Bei mir bestehen solche Touren (auch mit dem Auto) immer aus der Vorplanung = Vorfreude, der Tour selbst und aus den jahrelangen Erinnerungen. Das ist es was bleibt. Habe damit leider richtig erst vor 15 Jahren angefangen.
    Danke für die bisherigen Ratschläge. Auch das mache ich unheimlich gern: Viele vorgeschlagene Varianten in der Fantasie durchspielen.
    Max

  • Hallo Max,


    mein Garmin ist auch ein 660er. Ich hab' dazu ein 10"-Netbook mit Atom-Prozessor und Win XP. Das spielt alles super zusammen. Kann ich empfehlen. Das Netbook hat eine 80 GB-Festplatte. Da ist genug Platz zum sichern von Bildern. Ein SD-Kartenleser ist eingebaut. Auch WLAN unterstützt es. So ist man in vielen Hotels dieser Welt online. Mit einer Dropbox o.ä. kann man Dateien auch in die Cloud sichern. Damit sind immerhin die Daten gegen Diebstahl gesichert. Obendrauf hab' ich noch ein paar USB-Sticks.


    MapSource läuft gut auf dem Netbook. Eine Maus sollte man anschließen denn mit dem Touchpad macht MS nicht wirklich Spaß. Ich hab' einen Neopren-Präser für das Netbook. So steck' ich es in den Tankrucksack und fahr' damit kreuz und quer durch Europa. Das hat es bis jetzt gut überstanden. Koffer und Topcase hab' ich ihm bis jetzt nicht zugemutet. Im TRS bildet das 10"-Netbook eine Art Zwischenboden. Drunter sind die Sachen, die ich nicht dauernd brauche, drauf z.B. die Kamera, eine Alternativ-Karte, was zum Trinken etc.


    Zum Garmin-Kurs kann ich Dich nur ermuntern. Das kann man sich selbst gar nicht alles erarbeiten was in dem Gerät steckt. Leider gibt es auch unendlich viele Fehler, die man machen kann. Wenn der Kurs gut ist, sparst Du Dir eine Menge Lehrgeld. Mach' das.


    Bzgl. Karten kann ich uneingeschränkt die Michelin-Karten empfehlen. Für F gibt es die gelben Local-Karten im Maßstab 1:150' bis 1:200' (ich glaube, die Reihe heißt seit einer Weile Departement). Für Nord-Spanien hab' ich fünf Michelin-Karten 571 bis 575 im Maßstab 1:400'. Die sind gut. In Spanien ist die Straßendichte nicht so hoch, da geht dieser Maßstab noch. Was besseres hab' ich nicht gefunden. Vom Kartenbild, den Farben und inhaltlich bin ich von den Michelin-Karten begeistert. Schön zu fahrende Strecken sind gelb-grün markiert. Da macht man nie was falsch.


    Solange Du in Frankreich unterwegs bist kannst Du die Karten auch nach und nach kaufen. Dann musst Du nicht gleich zu Beginn einen Riesenberg mit Dir rumschleppen. In Supermarchés sind sie deutlich günstiger als im deutschen Buchhandel und haben obendrauf nicht den lästigen Kartoneinband.


    Ich kann Deine Vorfreude gut nachvollziehen da ich mich auch gerade mit einer Nordspanien-Tour im kommenden Frühjahr beschäftige. Ich werd' die allerdings mit meiner supermodernen, komfortablen, gut motorisierten und zuverlässigen Fazer machen. Aber vielleicht fährt man sich ja irgendwo auf der iberischen Halbinsel über den Weg.


    Es grüßt der T1000


    Nachtrag zur "MapSource & CityNavigator DVD": die muss bei Deinem 660er Garmin dabei gewesen sein.


    Zur Navigation generell noch eine Anmerkung: ich hab' letztens in den Vogesen gute Erfahrungen damit gemacht, mir eine vage Route auf einem Zettel zu notieren und mich - die Karte im TRS aufgeschlagen - von Ort zu Ort durchzusuchen indem ich immer den nächsten Ort (bei Bedarf auch abweichend von der Zettelroute) per Navi anfahre. Der 660er kann bei der Zieleingabe auch 'Orte'. Wenn man diesen Menüpunkt aufruft, bietet er die nächstgelegenen Orte zuoberst in einer Liste an. Da kann man leicht drin blättern und auswählen und braucht die (oft fremdsprachigen) Orte nicht eintippen.

    Edited once, last by T1000 ().

  • Danke, T1000. Waren viele hilfreiche Hinweise dabei. Die Karten muß ich mir allerdings vor Ort beim Händler ansehen. Leider habe ich eine Gelb-Grün-Farbschwäche und kann so nicht alles - oder nur sehr schwer - erkennen.
    Max

  • Ich seh's ähnlich wie T1000: Du hast den Kurs geplant und gebucht - also gönn ihn Dir! Storno, nur weil ein Einwand kommt "Das braucht man nicht" würde ich nicht machen.
    Lern, wie es geht. Schau was geht und ob es für Dich passt - und danach etscheide, wie Du Deinen urlaub organisieren willst.


    Man KANN nach der geplanten Route im Zumo fahren, MUSS es aber nicht.


    Im Prinzip ist es wie mit der papierkarte auch. Man setzt sich abends hin, und malt mit Filzstift die Route für den nächsten Tag rein.
    Man startet - und die nette Beifahrerin (auf dem Motorrad etwas schwieriger.. nehmen wir an, wie sitzen im Auto) liest die Karte - "Da vorne rechts, dann am Kreisverkehr links"
    So fäher man entspannt seine Tour - die Beifajrerin hat alles im Griff und ist ein Ass im Kartenlesen.
    Dann kommt man an einen Kreisverkehr - "Bitte bei der dritten Abfahrt raus" - an der zweiten steht ein Schild "Kloster Montezuma" - Also entscheidest Du: "Ich fahr hier mal raus, das kucken wir uns an". Deine Beifahrerin legt die Karte auf die Knie, lehnt sich zurück - und Du fährst zu dem Kloster.
    Nachdem das Kloster besichtigt ist, kuckst Du auf die Karte. Wo bin ich, wo will ich hin, wo ist die Route - und entscheidest, ob Du zurück zum Kreisverkehr fährst, ob Du eine ganz andere Route nimmst, oder ob Du 20km parallel durch ein anderes Tal fährst und dann wieder auf der ursprünglichen Route weiterfahren willst.
    In der Straßenkarte aus Papier hat sich die eingemalte Route durch Deine Eigenmächtigkeit nicht verändert. Die ist immer noch so vorhanden.
    Oder vielleicht merkst Du "Uhi.. viel Zeit verloren" - dann lässt Du ein geplantes Teilstück weg, und fährst 20km über die Schnellstraße. Oder es wird schon dunkel, dann sagst Du zu Deiner Kartenleserin "Bring mich auf dem kürzesten Weg zum Hotel".


    Das Garmin kann viel - nur musst Du eben wissen, wie Du es ihm beibringst, daß die Zusammenarbeit klappt.Ob und wieviel du wann davon nutzt ist eine anderes Sache.
    Aber ich denke eben immer: Mann muss etwas kennen, um es ablehnen zu können.


    Mach also den Kurs und probier es auf Tagestouren (geht auch mit dem Auto) aus, wie Du zurecht kommst.

  • Ich habe mich eigentlich früher ohne Navi sehr selten verfahren, so dass meine Frau schon mal sagte: "Verfahr dich doch mal endlich, damit wir spontan irgendwo übernachten müssen."
    Nur in Australien, zweimal jeweils nach Einbruch der Dunkelheit und ganz weit draußen bekam sie dann doch Schiss. Habe trotzdem wieder den richtigen Weg gefunden.
    Aber in fremden Städten ist so ein Navi schon prima, auch, wenn man halt nicht die groß ausgeschilderten Autobahnstrecken fahren möchte.
    Ansonsten bereite ich mich immer auf Karten vor und habe auch ein gutes Kartengedächtnis und ein Gefühl für die richtige Himmelsrichtung. Ansonsten sind kleinere Schlenker eben das Erfahren von neuen Strecken.
    Max

  • Sorry, ich hab noch nix gelesen ausser dem Eröffnungschreiben, eventuelle Wiederholungen bitte ich hiermit zu entschuldigen.
    Sattel: Ich würde einen solchen Sattel wie du ihn beschreibst nicht wählen, du meinst wahrscheinlich sowas wie einen Denfeld-Sattel der längs gezogene Federn hat. Diese Sättel werden einfach aufgrund ihrer Konstruktion irgendwann unbequem für das Popometer, die Form ist allzusehr Fahrradsattel ähnlich. Ich würde dir zum bequemen Fahren eher einen "Bobber" Sattel empfehlen. Der genaue Name fällt mir nicht ein, es gibt diese Sättel für gwöhnlich in 3 verschiedenen Größen. klein, normal und Schaufel. Und dann gibts noch Sättel die im Prinzip Nachbauten der alten Indian-Sättel sind. Sprich sehr lang nach vorne und hinten extrem Ausladend wie ein Treckersattel.
    Wenn du dich allerdings bereits für diesen Sattel entschieden hast, Federn drin lassen und das ganze strahlen lassen. Das Strahlgut für das Material empfiehlt dir am besten der Lackierer selber. Beizen, also mit Säure arbeiten kann sehr teuer sein und eventuell nicht den gewünschten Effekt bringen. Viel wichtiger ist aber die Nacharbeit: Bring alle Metallteile zum feuerverzinken und lass sie anschliessend Pulverbeschichten. Die Gefahr das die Sache rostet, tendiert dann gegen null. Haltelöcher etc. natürlich vorher anbringen und erst testen, dann erneut zerlegen und beschichten lassen.


    Prinzipiell würde ich dir als Polster Gel auf normalem Polster empfehlen. Nicht zu dick, nicht zu dünn, etwa 3cm Polster und vllt 1cm Gel sollten eigentlich ausreichend sein.


    Die Grundplatte würde ich mir vollständig aus AlMg3 dengeln lassen, das ist ein Alu was man recht günstig in der benötigten Größe bekommt und die Legierung ist auch noch schweissbar. Vollständig daher, das du nachher nurnoch die Grundplatte tauschen musst und keine schrauberei mit dem Anbringen von zusatzplatten hast. Der Hass schlecht hin ist nämlich an räumlich beengten Plätzen Muttern und Schrauben anzubringen und die auch noch richtig fest zu machen. Am besten bei bescheidenen Lichtverhältnissen wenns kalt ist oder einem die Zeit im Nacken hängt.
    Als Laptop würde ich dir vom Formather ein EEE von Asus empfehlen, vorrausgesetzt du willst keine Filme gucken und aufwändige Grafikprogramme betreiben. Der Laptop ist recht klein und lässt sich so gut unterbringen. Den Laptop am besten in einem schaumstoffgefüllten Alukoffer transportieren, extra angekettet.


    Sturzbügel zu verchromen kann sehr teuer werden, da die Firmen, zumindest hier in D horrende Preise dafür nehmen. Lass den Bügel lieber aus Edelstahl fertigen und polieren oder beschichten.
    Die Gepäcksachen würde ich aus praktischer Sicht aus normalem, schweissbarem Rundrohr machen lassen, dann kannst du die notfalls schweissen lassen. Taschenhalter unbedingt im voll eingefederten Zustand Probemontieren, sonst wunderst du dich wie ich über das komische Quietschen bei Schlaglöchern. ^^
    Ein sog- "Solorack" wäre vermutlich das was du suchst, das könntest du dir in deine Gepäckbrücke integrieren lassen. Einfach eine Sissybarhalterung weiter vorn anbringen und die Sissybar einstecken, fertig. Ist in weniger als 5 Min. ab wenn du ne Tasche montieren willst und entlastet sehr bei langen gemütlichen Geradeausfahrten. Das Solorack ist dann meistens noch eine Art Gepäckträger auf dem hinteren Schutzblech. Wie das am Rahmen der Estrella aussieht weiss ich jetzt nicht, aber ins blaue geraten gäbe es ja die Möglichkeit quer über die Gepäckbrücke Streben zu legen auf denen du die Rolle befestigen kannst. Sozusagen eine Brücke quer zur Brücke. Dann verkratzt dein Schutzblech nicht.


    Was, meiner Meinung nach noch fehlt: etwas um die Standrohre vor Steinschlag zu schützen, vernünftiges(!) Bordwerkzeug und mehr Licht, sprich ein oder zwei Zusatzscheinwerfer. Die gibts schon relativ klein und du kannst die einfach per Klemme am Sturzbügel befestigen. Das ganze lässt sich mit ein wenig Basteln auch Plug-and Play realisieren, das du also einmal die Motorradseitige verkabelung mit Schalter und Relais vornimmst und den Stecker vom Scheinwerfer so anbringst das du einfach nur ein Blindstück aufstecken musst wenn du den Scheinwerfer nicht brauchst. Meine Nebelscheinwerfer kann ich so in einer Viertelstunde komplett abmontieren, dauert so lange weil ich leider zu spät auf die Idee mit Mehrfachsteckern kam. Kleinigkeit zum Schluss: SMD-LED's mit gelbem/roten/blauweissem Licht bekommt man sehr günstig, ich hab den Ärger mit häufig defekter Tachobeleuchtung bei Gilera und GS550 gehabt, seit dem bau ich direkt LED's in meine Tachos rein und hab keinen Ärger mehr. SMD'S deshalb da die nicht nur punktuell ausleuchten sondern rundherum wie eine richtige Birne.


    Noch was vergessen: BMW hatte da mal eine Klasse Lösung

    Diese Rückenlehne ist umklappbar und erfüllt so den StVZO Zweck des Soziusplatzes.

    bannerpnj01.jpg

    Edited once, last by Von91 ().

  • Hallo Max,
    Schön, dass deine Reise konkrete Formen annimmt.


    Als Anregung für Tourenplanung: Wie wäre es, wenn du dir die Routen bereits zu Hause aufs Gerät spielst- immer so Touren von 75-100 km Länge. Dann nummerierst du sie richtig durch und Alternativrouten kannst du ja mit Buchstaben versehen. Anschließend trägst du dir die Routen in einer Papierübersicht ein und kannst unterwegs immer wieder entscheiden, wie weit du fahren willst- Du brauchst dir dann keine Gedanken um Schlepptopp und co Machen- Routenplanung in der Unterkunft ist ja auch am Gerät möglich und du immer noch die normale Navigation.


    Der Vorteil ist, du hast feste Pausen eingeplant (wenn du die nächste Route auswählst) und bist immer auf ausgesuchten Strecken unterwegs- wobei du flexibel genug bist auch mal für hundert Kilometer abzuweichen.


    Allerdings ist das natürlich mit einer wesentlich größeren Vorarbeit verbunden- Wobei ich denke, diese macht dir ja (fast) am meisten Spaß.

    Gruß Markus
    Motorradneuling 8)
    --"Freude am Fahren" kommt nicht von ungefähr---

  • Hey Max,


    bei den Umbauten kann ich dir nicht weiterhelfen. Aber bei den technischen kann ich dir wohl ein zwei Tips geben:


    Für eine Tour brauchst du kein Laptop sondern ein Netbook. Bitte kauf dir auf keinen Fall so einen neuartigen Tablet-PC. Die haben meistens nicht die notwendigen Anschlüsse. Auf folgende Anschlüsse solltest du achten beim Netbook-Kauf: USB-Anschlüsse (2.0 oder 3.0), Netzwerkkabel-Anschluss (+ Netzwerkkabel als alternative, falls es kein W-Lan gibt), SD-Card Reader und W-Lan Adpater (meist integriert). Rechenpower benötigst du nicht wahnsinnig viel. Alles ab 2 - 3 Ghz Prozessorleistung sollte ausreichend sein und schon ab 1 GB Arbeitsspeicher ist es praktikabel. Für ungeduldige Menschen sollten es bei Routenberechnungen 2 GB mindestens sein. Mach auf jeden Fall einen großen Bogen um Windows 8. Das gibts momentan überall dazu, aber neue WIndows Versionen sind immer mit Vorsicht zu genießen. Windows XP und 7 sind beste Wahl. Von WIndows Vista würde ich abraten, da es damit sher viele Probleme gab. Suche also nach gebrauchten Netbooks. Im Preisrahmen unter 150€ solltest du in der E-Bucht etwas brauchbares finden können.


    Zur Datensicherung unterwegs hat T-1000 schon das richtige Stichwort gegeben: Melde dich bei Dropbox an und installiere den Client auf deinem Netbook und auf deinem PC zu Hause. So kannst du deine Bilder von unterwegs dort hochladen und die daheimgebliebenen können sich deine Photos auch direkt anschauen, wenn sie möchten.


    Zum Garmin-Gerät: Ich steh ja selbst auf Kriegfuß mit dieser Firma. Doch wenn man sich mal in die Technik reingefuchst hat, kann sie man wirklich genießen. Mach ruhig so einen Kurs. Das erleichtert den Weg ungemein. Mein mehr oder weniger autodidaktischer Weg war lang, steinig und hat keinen Spaß gemacht. Aber jetzt, da die Handgriffe sitzen, weiß ich den Mehrwert eines solchen Navis gegenüber einen Kartennavigation zu schätzen.


    Überlegenswert wäre noch ein Bluetooth-Headset. Das würde ich aber com Budget abhängig machen. Man kann auch prima ohne das auskommen, aber es ist ein gewisser Comfort, wenn man die Richtungsangaben gut verständlich ins Ohren geflüstert bekommt. Es gibt von Garmin auch eine Software, mit der du dir die Ansagen selbst aufsprechen kannst. Hab das meine bessere Hälfte machen lassen. So bekomme ich jetzt alle Fahranweisungen quasi von ihr. Auf diese Art und Weise kann man sie für jegliches Verfahren verantwortlich machen, auch wenn sie hunderte Kilometer entfernt ist :D

    8| eine kuh macht muh - viele kühe machen mühe ! 8|

  • Der Psychologe kann einem meist nicht weiter helfen, trotzdem kommt dann sein Standardspruch: "Aber gut, dass wir drüber gesprochen haben." ^^


    Hier ist es Gott sei Dank ganz anders. Diese vielen Hinweise muß mein alter Schädel erst einmal im Laufe des Dezember verarbeiten. Da sind wirklich interessante Sachen bei, die ich nicht wußte, oder wieder verschüttet waren.


    Zum Sattel: Die Federn des MZ-Sitzes sind runde (Schraubenfeder? / Tonnenfeder? - weiß nicht, wie so etwas heißt) keine Längsfedern. Wie steht es damit? Diese wären aber schnell demontiert, wenn ich nur die Grundplatte weiter nützen würde.


    Zur Planung: Natürlich will ich alles von zuhause aus vorplanen. Zuerst laut Landkarte Strecke und Tagesetappen festlegen. Danach mit Zwischenstationen auf das Garmingerät bringen. Rufe dann täglich nur das nächste Tagesziel auf.


    Rückenstütze/Sozussitz: Das BMW-Teil ist genial. Problem dabei ist, dass meine Estrella aus dem ersten Baujahr nur mit einem Sitz eingetragen ist. Zweisitzig erfordert dann weitere Fußrastenanlage und Eintragsprozedur. Allerdings mit dem Vorteil, dass die Zuladung von läppischen 100 kg auf 169 kg erhöht wird. Ist insgesamt eine Frage des Preises. Ein Rückenpolster alleine habe ich noch von einer früheren Maschine rumliegen.


    Bei der Bodenplatte selbst schwanke ich noch zwischen einer völlig neuen aus einem Stück. Diese würde aber bei meinen technischen Möglichkeiten etwas dick oder aber labil. Die MZ-Platte ist wohl tiefgezogen und durch die diversen Sicken bei angenehmer Dicke auch stabil.
    Vielleicht sollte ich diese Platte als Basis benutzen und ein Bleck komplett drunter (nieten/schrauben/schweißen) und zur vorderen Verlängerung als konisches Vierkantgebilde abkanten. So hätte ich einerseits die gewollte Verlängerung und andererseits eine Aufnahme mit höhergelegte Schwenkauflage. (Sattel von hinten nach vorne einfach über den niedrigen Tank schwenken. Schon kommt man an Werkzeug, Batterie etc.)


    Für die Schnelleinrastanlage hinten am Sattel könnte ich noch Vorschläge gebrauchen. Werde zwar diverse Baumärkte und Fachmärkte abklappern, aber vielleicht hat ja jemand schon so etwas und kann es mir beschreiben.


    Vielen Dank für eure Anteilnahme. Wenn ich bis zum Sommer mit der Digitalcamera umgehen kann und dem Laptop oder Netbook, schicke ich natürlich hierher Bilder von unterwegs. Drückt mir mal die Daumen, dass ich das alles noch lernen kann.


    Max

  • Vielen Dank für eure Anteilnahme.

    Na das hört sich ja super an ... ^^

    Wenn ich bis zum Sommer mit der Digitalcamera umgehen kann und dem Laptop oder Netbook, schicke ich natürlich hierher Bilder von unterwegs. Drückt mir mal die Daumen, dass ich das alles noch lernen kann.

    Ich nehme an, dass das Lernen hier der kleinere Teil ist. Üben ist viel wichtiger. Und dazu eignet sich so eine Reise perfekt. Es wird nicht alles optimal laufen aber wenn Du Zeit hast dann kannst Du es ja locker nehmen.


    Zum oben gemachten Vorschlag, alle Tagesetappen vorab zu planen und auf das Garmin zu spielen muss ich sagen, dass die Garmin-Funktionalität das nicht hergibt und demzufolge die Anzahl der Routen auf dem Gerät auf 20 begrenzt. Es gibt - soweit ich weiß - auch keine Möglichkeit, weitere Routen auf dem Gerät zum Abruf bereitzuhalten. Da kommt man an einem Netbook o.ä. nicht vorbei.


    Außerdem würde ich mich mit so einer Vorgehensweise auch zu sehr eingeschränkt fühlen. Eine gewisse Flexibilität muss schon bleiben. Aber keine Frage: die Reise muss vorbereitet sein, sehenswerte Ziele entlang der Strecke müssen identifiziert sein und am besten schon als POI abgespeichert sein (da gibt es in der Anzahl keine Begrenzung und der Garmin listet die POIs in der Reihenfolge des Abstandes zum aktuellen Ort - das ist nicht schlecht).

  • Na, 20 Routen auf dem Garmin sind doch schon was. Mehr als 3 Wochen habe ich als Opa eh keine Zeit für die Tour. Das hieße dann eben ca. 300 km am Tag. Dann heißt es wieder Enkel betreuen. Deshalb muß mein Traum von Australien mit dem Moped ja auch noch 2 bis 4 Jahre warten. Mal sehen, wie selbstständig die zwei dann sind. Dann hätte ich allerdings auch Zeit, um die Tagesetappen kleiner zu machen, bzw. auch mal länger irgendwo Ruhepause zu machen. Werde ich auch brauchen, denn dann gehe ich ja auch auf die 70 zu.
    Max

  • Na, 20 Routen auf dem Garmin sind doch schon was. Mehr als 3 Wochen habe ich als Opa eh keine Zeit für die Tour.


    Ja, so gesehen ...


    Bleibt noch die Unflexibilität, die Touren dann auf Gedeih und Verderb wie geplant abfahren zu müssen.


    Aber man kann sich ja mal was vorbereiten und es dann spontan doch anders machen. Die Vorbereitung listet auf jeden Fall die ganzen schönen Sachen entlang des Weges, die man besuchen könnte.

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