Standplatten

  • Abgeregt durch eine Diskussion tat ich das, was ich viel öfter tun sollte: Nachdenken! :grin:


    Bis dato habe ich mir nie einen Kopf gemacht, wenn Leute ihre Mühle über den Winter aufbocken, um keine Standplatten zu bekommen. Alle die, die das auch machen, sollen mir aber bitte mal erklären, wie die entstehen sollen. Ich kapiere es nicht.

    Gruß
    Zottel

  • Ich hatte mal eine Super Seven (PKW in extremer Leichtbauart) und damals erst angefangen den aufzubocken (= teilentlastet!). Später mal auf vier Styrodurplatten abgestellt.
    Immer den Luftdruck erhöht.
    Na ja! :rolleyes:



    Ehrlich, beim Krad, die ca. 4 Monate = Luftdruck erhöhen; fertig.


    Wer einen Mittelständer am Krad hat, nutzt diesen und unterlegt den vorderen Bereich (Motor, Rahmen) so das auch das Vorderrad vom Boden entfernt ist.

    Edited once, last by Frank-RE ().


  • Wofür? Erkläre mir doch, was sich da dauerhaft verformen sollte.

    Der Reifen kann sich an der Stelle wo er den Boden kontaktiert verformen. Passiert immer wieder mal bei sehr langen Standzeiten.
    Gerade beim PKW, wenn er sich draussen bei Wind und Wetter befindet. Stell dir einige sehr heisse Sommertage vor und der PKW steht, steht es kühlt sich wieder ab und der PKW steht und steht. 8o


    Normalübliche, minimale Standplatten kann man wieder durchs fahren "ausbügeln".


    Beim Krad, welches bei mir immer in der Garage steht und dies auch nur max. 4 Monate am Stück, mache ich mir keinen Kopf.


    PS.: Coyote, nettes Beispiel! :grin:

    Edited once, last by Frank-RE ().


  • Wofür? Erkläre mir doch, was sich da dauerhaft verformen sollte.


    Beispielsweise Kunststoffe, elastomere Bestandteile eines Reifens, aber auch anderen Materialien, die viskoelastisch sind. Diese Werkstoffe besitzen einerseits elastische, als auch viskose Eigenschaften, was normalerweise Festkörper von Flüssigkeiten unterscheidet. Dabei ist die elastische Verformung (Entropie-Elastizität :blah: ) reversibel, wie z.b. beim Belasten von Metall o.ä. auf Zug/Druck und die viskose Komponente irreversibel, was v.a. durch die Größe der Belastung, der Dauer und Temperatur beeinflusst wird.


    Die Entropie-Elastizität ist der Grund, warum Kunststoffe irgendwann spröde werden. Das Gefüge strebt gaaaaanz langsam in einen bestimmten Gleichgewichtszustand und verändert sich dadurch. Beim Stählen ist das ja so ähnlich und läuft extrem viel schneller ab, wenn man sich bei Temperaturen über xxx °C befindet.



    Bei wenigen Monaten Standzeit dürfte das aber kaum zum tragen kommen. Luftdruck hoch, feddich.



    Zum Thema gibts übrigens eine ganze Reihe kranker Wiki-Artikel für die, die es interessiert:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Viskoelastizit%C3%A4t
    :kiffer:
    Fakt ist aber, dass das bei Reifen genauso auftritt, wie bei meiner blöden TV-Fernbedienung, wo nach fünf Jahren die Akkuklappe beim Öffnen zerbröselt. :sostupid: ^^

  • Wofür? Erkläre mir doch, was sich da dauerhaft verformen sollte.


    Die meisten denken, dass Gummi weich und elastisch ist ist und einfach wieder zurückgeht. Leider ist das nicht der Fall. Denn ansonsten müsste er auch bei Stößen und anderen Einflüssen sich nur verformen und wieder zurück in die alte Form gehen.


    Wie viel da wirklich passiert bzw. was für Folgen es für die Fahrsicherheit hat, wird oft unterschätzt. Wie bei defekten Stoßdämpfern. Was soll da schon passieren? Das Rad rollt ja...


    Die Antwort: Auswaschungen.



    Quelle: https://www.seat-leon.de/vboar…rasse-Profilauswaschungen


    Grüße, Martin

  • Ich habe in den letzten Jahren von diversen Motorradhändlern gehört, dass das bei der Wintereinlagerung überhaupt keine Auswirkung hat und aufbocken völlig übertrieben und unnötig sei.

  • Mal einen Klecks Senf von mir.
    Also: Bernd, was ja mein Leib- und Seelenmechaniker ist, hat gesagt, dass die eher kurze Winterstandzeit den Reifen nicht schadet, weil eben zeitlich zu kurz. Aufbocken kann man, muss aber nicht sein, das wäre nur hilfreich für die eigene Seelenruhe. ^^ Bisschen mehr Luft als sonst und man kann dann im Frühjahr direkt seiner Wege ziehen.
    Ich mache das mit meinen schon seit 4 Jahren und sie sind bis jetzt immer gut durch den Winter gekommen. :thumbup:

    Eins der größten Vergnügen im Leben besteht darin, das zu tun, von dem die Leute sagen, du könntest es nicht.

    WaB.


    Mut erobert alle Dinge.

  • Oder wenn man ehrlich ist: Wie viele Tage am Stück stehen die Motorräder sonst öfters mal herum?


    Da kommt u.U. schon einiges an Tagen (oder Wochen) zusammen ohne das die Räder bewegt werden. Gerade wenn man mehrere Maschinen hat oder berufsbedingt bei schönem Wetter buckelt und den Regen dann im PKW in der Freizeit »genießen« darf.


    Grüße, Martin

  • Ständiges UV Licht oder sowas ist wahrscheinlich viel schädlicher.... Und das bisschen rumstehen soll wohl gehen. Nur mit platten Reifen etc. etc. muss das ja nicht sein.

    • Official Post

    Also ich würde das bei Motorrädern vernachlässigen.


    Selbst bei Wohnwagen, die 1,5 Tonnen auf zwei Reifen verteilen und schon mal 10 Monate rumstehen (manche auch draußen in der Sonne Spaniens), passiert nichts (richtiger Reifendruck mal vorausgesetzt).

    VG
    Michael

  • Meinst du die Motorradhändler schieben ihre Ausstellungsstücke jeden Monat rum??
    Also ich würd mal sagen, bei 4 Monaten egal, bei Standzeit 1 Jahr evtl. relevant.

  • Bis dato habe ich mir nie einen Kopf gemacht, wenn Leute ihre Mühle über den Winter aufbocken, um keine Standplatten zu bekommen.


    Du bist eben...naja "jung" rein vom geschichtlichen Alter Gummi bereifter Kraftfahrzeuge. Das Thema Standplatten war mal eins, selbst innerhalb von schwarz und rund war mal vieles anders....die Fertigung war anders, die Materialien waren andere, Karkassen waren noch aus Stahl und der war bestimmt kein Federstahl mit hoher Streckgrenze....


    Warum macht man es heute noch? Ich würde sagen weil "das schon immer so war" und es ja auch heute kein Fehler ist das Mopped aufzubocken....

  • Du bist eben...naja "jung" rein vom geschichtlichen Alter


    "Vom geschichtlichen Alter bist Du noch jung"


    Das muß ich mir als neue Lieblings-Beleidigung merken :grin:

  • Naja nun.... Wenns sowas wie nen Standplatten gibt... Dann wär mir das bei nem Wohnwagen der mit 80-100 hinterm Auto herwollt relativ Latte. Da macht's etwas lauter "rumpel rumpel" und evtl merkt Mans n bisschen daran, dass das Heck n bisschen zuckt. Bei nem Mopped wie dem von Zottel wollt ich mir nen deutlich unrunden Reifen nicht vorstellen wollen.


    Ich denke, was Fischi schreibt trifft zu... Und natürlich wenn das Dingen so Platt ist, dass die Karkasse über Gebühr belastet, dh quasi geknickt wird. Kann mir nicht vorstellen, dass das bei ner Überwinterung von drei, vier Monaten wirklich ne Rolle spielt, wenn der Druck stimmt. Wobei Aufbocken bestimmt nicht schadet ;) Ich bin aber faul....

    "Failure is not an option" (Gene Krantz, Apollo 13 Flight Director)


    "Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Wobei ich mir beim Universum nicht ganz sicher bin." (Albert Einstein)

  • Ich denke in der Summe schadet Aufbockem mehr als es nutzt. Nutzen tut es nichts, und irgendwer schmeißt die Karre beim Auf- oder Abbocken garantiert um. Manche finden es aber trotzdem total wichtig! Genau wie den Tropfen Öl ins Zündkerzenloch oder andere Mythen...

    MO24 Team Reisen

  • Du bist eben...naja "jung" rein vom geschichtlichen


    ...und wieso fühle ich mach dann manchmal so uralt? :P


    Ansonsten sehe ich das genau so. Wahrscheinlich war das für John Boyd Dunlop ein echtes Problem. Aber seitdem hat sich einiges getan.


    Ein Reifen, der so spröde ist, dass er sich in wenigen Monaten Standzeit bei halbwegs korrektem Druck bleibend verformt, gehört für mich eh in die Tonne.

    Gruß
    Zottel

  • Meinst du die Motorradhändler schieben ihre Ausstellungsstücke jeden Monat rum??
    Also ich würd mal sagen, bei 4 Monaten egal, bei Standzeit 1 Jahr evtl. relevant.


    Genau!
    Hat zwar einen reellen Grund, aber wird durch irgendwelche psychologisch konstruierten Horrorgedanken total übertrieben. Wie so oft ^^


    Wegen paar Monate im Winter stehen lassen passiert da nichts!
    Würd mir auch erst ab nem Jahr Gedanken machen.
    Also wenn das Fahrzeug stillgelegt wird und einige zeit in der Scheune gelagert werden soll, dann ja, aber doch nich wegen dem kurzen Winter :huh:

  • Ich denke in der Summe schadet Aufbockem mehr als es nutzt. Nutzen tut es nichts, und irgendwer schmeißt die Karre beim Auf- oder Abbocken garantiert um. Manche finden es aber trotzdem total wichtig! Genau wie den Tropfen Öl ins Zündkerzenloch oder andere Mythen...


    Unsere Strassenmopeds bocken wir auch nicht auf, wenn sie mal 2-3 Monate unbewegt vor sich hinstehen.
    Die R6 für die Strecke steht aber von September bis Mai unangetastet und wird aufgebockt.
    Nicht nur der Reifen wegen, sondern auch um alle Federn zu entlasten. Ob es was nutzt ist sicherlich fraglich, einen Schaden nimmt sie davon aber auch nicht.
    Aber umgeschmissen haben wir die garantiert noch nie, beim aufbocken und das obwohl wir das mind. 50x im Jahr machen.
    Wer es natürlich nicht kann, der soll es einfach lassen.


    Gruß Avi


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