Probefahrt BMW F800GS

  • Nach der Probefahrt von Ketalls F800GS auf dem letzten Forumstreffen wollte ich schon länger einen Fahrbericht zu diesem Fahrzeug schreiben, aber irgendwie kam ich nie dazu. Jetzt kam aber eine besondere Gelegenheit, das nachzuholen: Ich war 4 Tage auf Teneriffa zum Motorradfahren und hatte eine KTM 690 Duke reserviert. Da diese leider einen defekten Tacho hatte, musste ich mich nach einem Ersatzfahrzeug umsehen. Da es nur F800R und F800GS zur Auswahl gab war die Entscheidung leicht: Die R ist mir einfach zu klein. So wurde es eine weiße F800GS mit ESA und 7000 km Laufleistung.



    Optisch ist die F800GS (im Folgenden "F" genannt) typisch Enduro, also robust und technisch, und mit Speichenfelgen. Vorne in riesigen 21 Zoll. Gefällt mir optisch sogar einigermaßen, und passt farblich prima zu meiner neuen Jacke. Typisch BMW: Ungleiche Scheinwerfer vorne, und ungleich große Rundinstrumente im Cockpit, immerhin mittlerweile mittig aber übereinander. Das Zündschloss ist vorne am Tank statt in der Gabelbrücke, und neben dem Zündschloss ist eine Steckdose. Diese ist typisch BMW keine gewöhnliche 12V-Dose wie man sie im Auto hat, sondern eine DIN-Dose, zur der man garantiert keinen passenden Adapter dabei hat oder zu der man auf die Schnelle im Einzelhandel irgendetwas passendes finden könnte, schon gar nicht auf spanisch und auf einer Insel.



    Die elektrischen Schalter orientieren sich am gängigen Standard. Der Blinkerschalter funktioniert fast genauso wie beim Rest der Welt: Mit dem linken Daumen nach links oder rechts drücken schaltet die jeweiligen Blinker ein, und ein mittiger Druck schaltet die Blinker wieder aus. Lediglich das undokumentierte vorsichtige Drücken des Schalters in die Gegenrichtung zum Ausschalten wird nicht unterstützt. Aber das ist ein Luxusproblem verglichen mit der unmotiviert hupenden, dauerhaft oder gar nicht mehr blinkenden R1200GS meines Mitreisenden, der zum ersten mal auf so einem Ding sitzt. Am rechten Schalter findet sich ein Kippschalter als Motorabsteller, mit dem man den Motor auch starten kann - eine schöne Lösung, spart ein Teil ein und schützt vor einem vergessenen Kippschalter. Auch hier gefällt mir die F-Lösung besser als das Drehdings am Boxer. Oben rechts hat man einen Taster für die Heizgriffe. Der Status wird im Display angezeigt und die Einstellung bleibt nach dem Abstellen des Motors erhalten. Schöne Sache! Links oben ist Kippschalter für ESA und ABS/ASC. Mit ESA kann man das Fahrwerk in drei Modi umschalten kann: Comfort, Normal, Sport. Beim ersten Druck wird der Modus angezeit, mit jedem weiteren wird durchgeschaltet. Ausgewählt wird durch Nichtmehrdrücken. Das Display zeigt den Modus nur so lange an, bis die Umstellung abgeschlossen ist. Schönes Bedienkonzept! In die andere Richtung gedrückt (ABS/ASC) schalten sich ABS und Traktionskontrolle aus, wenn man die Taste etwas länger gedrückt hält. Das geht bei diesem Modell bereits bei laufendem Motor, die älteren F müssen dafür den Motor abstellen.


    Auch beim Fernlicht hat BMW eine Sonderlösung: Es gibt keinen Kippschalter, sondern nur noch den Lichthupenschalter, den man zusätzlich aber auch nach vorne drücken kann, wo er dann einrastet. Das hat man schnell raus und das ist auch praktischer als der Kipphebel oben, den man schlecht erreicht ohne den Griff loszulassen. Leider sind die Griffe selbst etwas dünn, das passt für mich nicht so gut, das können die anderen aber auch nicht besser.


    Die Sitzbank ist ziemlich hoch, ich komme nicht ganz mit beiden Füßen ebenerdig auf den Boden. Dafür ist sie auch schmal, und leider hat sie vorne eine Mulde, in der man bitte sitzen soll. Nach hinten wird sie minimal breiter. Die Fußrasten sind recht hoch angebracht (wohl endurotypisch im Interesse der Bodenfreiheit) und sorgen für einen unerwartet engen Kniewinkel, der bei mir auf Dauer für große Schmerzen sorgt. Die Gummis auf den Fußrasten lassen sich allerdings ohne Werkzeug entfernen; so erhält man ca. 2 cm mehr Beinfreiheit. Das bemerke ich leider erst am letzten Tag. Die Spiegel ähneln denen von KTM und Aprilia und bieten gute Sicht auch bei breiten Schultern mit wenig Vibrationen. Die Scheibe ist nicht verstellbar und sorgt für massiv Krach am Kopf ab Tempo 70 (Helm war C3pro).


    Ich hatte die F800GS als Leihmotorrad, um damit 3 Tage auf einer sehr kurvenreichen Insel umherzufahren. Zunächst wollte ich meinen mitgebrachten Krempel anbringen:
    1. Gopro mit Rohrschelle befestigen. Hier findet sich links am Sturzbügel ein geeigneter Ort. Die Kamera nimmt zwar eine Neigung nach oben an, der Weitwinkel gleicht das aber aus.
    2. Mein Navi soll an den Lenker. Das geht in der Mitte nicht, weil der Lenker konifiziert ist (zur Mitte hin wird er dicker). Nur direkt an den Griffen hat er die allgemein üblichen 22 mm Durchmesser. So ruht das Navi eben links am Lenker.
    3. Mein Navi will Strom. Die Steckdose ist wie schon gesagt nutzlos. Die Batterie ist nicht etwa zugänglich, sondern unter der Tankattrappe verbaut, wofür man 8 Schrauben lösen muss. Diese 8 Schrauben sind BMW-typisch Torx, für das ich kein Werkzeug dabei habe. (Das Bordwerkzeug fällt mir erst später ein.) Da mein Mitreisender einen Aktivhalter an seiner Mietmaschine hat, belasse ich es beim Akkubetrieb meines Navis, sooo viele Kreuzungen hat die Insel ja nicht.
    4. Ich habe einen Tankrucksack dabei, der mit Riemen befestigt wird. Vorne kommt ein Riemen um den Lenkkopf, was ohne weiteres gelingt. Man muss nur darauf achten, mit den Riemen keine Leitungen einzuklemmen. Hinten sieht die Sache schon schwieriger aus, hier muss dafür die Sitzbank runter. Die Sitzbank entriegelt sich vorne, dann wird sie vorne hochgezogen. Wegen des Zündschlosses am Tank überlappt der Tankrucksack (bzw. die Grundplatte) sich aber mit der Sitzbank. Das ist ein ziemliches Gewürge. Und das nicht nur bei der Erstmontage, sondern jedes mal, wenn man unter die Sitzbank muss, z.B. vor der Fähre, um an den dort verstauten Fahrzeugschein ranzukommen.



    Insgesamt also ein ziemlich nerviges Unterfangen mit der BMW... leicht verstimmt geht es auf die erste richtige Fahrt. Hier fällt zunächst auf, dass F sofort anspringt und sich nicht erkennbar kalt anders verhält als warm. Sehr schön. Das Getriebe hat weite Wege, lässt sich aber gut schalten. Nur zwischen 5 und 6 lande ich schonmal im Nirvana. Das Getriebe ist insgesamt sehr lang übersetzt, innerorts braucht man ständig den zweiten oder gar ersten Gang, wenn man jemandem hinterherfährt. Es gibt eine große Ganganzeige im Cockpit, die aber leider ganz unten angebracht ist, wo man nicht wirklich gut schnell mal eben hingucken kann, wenn man gedanklich schon die Ellenbogen auf dem Asphalt hat. Der Sound ist laut aber eintönig, immerhin haben wir hier einen Gleichläufer-Paralleltwin. Auch die Vibrationen erinnern eher an eine gestresste Kaffeemaschine. Die vordere Bremse verzögert gut und lässt sich gut dosieren, hat aber auch einen Hebelleerweg. Die hintere Bremse aktiviert anscheinend auch die vordere Bremse mit, so dass man sich in Schräglage damit die Linie versaut, statt die Maschine wie erwartet tiefer zu bekommen.


    MO24 Team Reisen

  • Zum Handling: Schmale Reifen, breiter Lenker und aufrechte Sitzposition sollten ein Motorrad eigentlich handlich machen. Leider hat da aber dieses (für den Straßenbetrieb) absurd große 21" UFO von Vorderrad etwas dagegen, nämlich ein Trägheitsmoment, das Lenkimpulsen eher kritisch gegenübersteht. Da hilft auch keine 90 mm "Breite". So muss man doch ziemlich drücken, damit das Motorrad das macht, was man sich so gewünscht hat. Der 150er Hinterreifen auf 17" Felge folgt aber willig. Insgesamt kommt man schnell um die Ecken, weil die Reifen schmal sind und der Schwerpunkt hoch. Die Schräglagenfreiheit ist beachtlich, es setzt zu erst der Haupständer auf. Nur Wechselkurven oder inkonsistente Radien liegen diesem Fahrwerk so nicht, und am Kurvenein- und ausgang muss man ziemlich arbeiten und fischt dabei etwas im Trüben. Es waren übrigens wenig angefahrene Pirelli Scorpion Trail montiert, die im Trockenen einen unauffälligen und neutralen Job verrichtet haben, bei Feuchtigkeit oder Nässe aber ein sehr indifferentes Gefühl vermittelt haben und auch einige Male bei Allerweltstempo deutlich und unerwartet gerutscht sind.


    Das ESA hat ja drei Modi. Ich fahre zunächste auf "Comfort" und finde, das schaukelt arg und bietet wenig Rückmeldung. "Sport" erlaubt dagegen schon eher Rückschlüsse auf die Gripverhältnisse. Als ich auf einer ambitioniert genommenen Kurvenstrecke von "Sport" auf "Comfort" umschalte, habe ich jedenfalls sofort den Eindruck, mein Heck würde wegschmieren. Diese F ist eben eine Enduro und hat auch entsprechende Federwege. Das ESA wirkt nur auf die Dämpfung des Federbeins hinten, ist also eigenltich eine Mogelpackung. Ich fand den Comfort-Modus auch nicht komfortabler als den Sport-Modus, da die Fuhre nach jedem Schlagloch so lange nachschaukelt, dass sie auf schlechten Strecken damit gar nicht mehr aufhört. Im Sport-Modus wackelt es auch nicht härter, aber dafür kürzer, und man spürt wenigstens, was jetzt gerade los ist. Der Normal-Modus hat mir überhaupt nicht gefallen, der war für mich von "Comfort" nicht zu unterscheiden. Auch auf "Sport" ist das Fahrwerk deutlich weicher als die von mir bisher gefahrenen Straßenmaschinen: Man taucht beim Bremsen tief ein, knickt beim zügigen Beschleunigen hinten ordentlich ein und hat immer ein weing das Gefühl zu schwimmen.


    Hat's trotzdem Spaß gemacht? Na klar! Aber dieses Endurofahrwerk ist auf der Straße ein Klotz am Bein, selbst auf schlechten Wegstrecken. Was kann das Ding sonst noch? Innerorts nervit die lange Übersetzung, beim Rangieren die Sitzhöhe. Autobahn ist auch nicht sehr angenehm, weil die Windgeräusche enorm sind, der Kniewinkel eng und die Sitzbank unbequem. Überhaupt, die Sitzbank. Die Sitzbank ist das größte Problem an der Maschine. Wenn man schon mal eine lange Sitzbank ohne Stufe hat, und wenn der Lenker so nah am Fahrer ist, dass man aufrecht sitzt, dann wäre es doch verdammt nochmal echt schön, wenn man sich aussuchen könnte, wo genau auf dieser Sitzbank man denn nun sitzen möchte. Aber nein, ewig ruft die Kackmulde. Nach jeder zweiten Kurve sitzt man wieder ganz vorne, und wenn man da nicht bleiben will und jedes Mal wieder zurückrutscht, sitzt man nach der zehnten Kurve garantiert auf seinem Sack. Und wieviel Spaß das Motorradfahren dann noch macht, dass wisst ihr sicher alle selbst. (Für weibliche Leser: Wenig!) Fairerweise muss man zugeben, dass die anderen Hersteller in der Hinsicht auch am laufenden Meter Mist produzieren: Hohe Hecks sehen geil aus, nach hinten ansteigende Sitzbänke vermitteln Beschleunigungsvermögen, am Tank hochlaufende Sitzbänke sorgen für ein harmonischeres Gesamtbild, vorne schmalere Sitzbänke ermöglichen einen besseren Stand - ist ja alles schön und gut, aber was ist mit MOTORRADFAHREN verdammte Scheiße nochmal, das ist doch auch wichtig! Ich war übrigens in einer Textilhose mit griffigem Leder an den relevanten Zonen und vernünftiger Unterwäsche unterwegs, um Einwänden vorzubeugen. Auf meinen Moppeds funktioniert das auch. Muss man die F permanent im stehen fahren, ist ja eine Enduro?! In dieser Hinsicht sehe ich also Verbesserungspotential, um das mal höflich auszudrücken.


    Ich war auch mal 15 Meter im Geläde mit der F, da hat sie den Boden gut glatt gebügelt. Das hat mir als Enduroerfahrung gereicht, mag sein, dass sie dafür gebaut ist. ESA war im Sport-Modus, einen Enduro-Modus gibt es eigenartigerweise nicht.


    Zu den Technikgimmicks: Das ESA halte ich für ziemlich nutzlos, weil es nur einen halbwegs sinnigen Modus gibt, nämlich Sport. Das ABS funktioniert unauffällig und trennt vorne und hinten schön. Nur am Bremshebel spürt man einen leichten Leerweg. Das ASC verhindert auf glatten Flächen das schlimmste, z.B. auf der Fähre. Bei kurzen Rutschern stört es eher, weil es erst einsetzt, wenn das Motorrad sich schon wieder gefangen hat, z.B. nach dem Kanaldeckel. So hat man noch 2 zusätzliche Lastwechsel. Trotzdem würde ich es dazubestellen, selbst der beste Fahrer rutscht ja schließlich auch mal ungeplant. Das Cockpit zeigt Uhrzeit (gut), Temperatur (ziemlich verzögert), Tages-km und Gesamt-km an. Die Restweichweite zeigt es erst an, wenn der Tank schon fast leer ist. Die Tankuhr ist SCHEISSE! Der oberste Balken ist nämlich ">50%", und wenn man das nicht weiß, denkt man: "och, noch alle Balken da, da habe ich ja noch weit über 200 km Reichweite!" oder gar "Ah, nur noch halb voll, reicht dann ja noch bestimmt 140 km", obwohl es in echt jeweils die Hälfte davon ist. Besonders blöd bei einem Leihfahrzeug: Wenn man das Ding "vollgetankt" übernimmt sieht man nicht, ob der Tank wirklich voll ist, oder ob vielleicht nur 8 von 14 Litern drin sind. So war das nämlich bei mir, und dann, siehe oben, Zitat 2. Klar, auf dem Display ist ein winzig kleiner Hinweis auf diesen Umstand, aber wozu muss das sein? Die Reichweite mit vollem Tank war bei mir deutlich unter 300 km, was ich für arg wenig in dieser Fahrzeugkategorie halte.


    Dann vergleichen wir doch mal die F mit der Versys 650! Natürlich total neutral ;)
    1. Motor. Die F hat 86 PS, die Versys 64. Die F ist wesentlich länger übersetzt und fühlt sich dadurch kein PS schneller an. Der Versysmotor vibriert stärker und lebt auch akkustisch mehr, weil er als Gegenläufer eine ungleichmäßige Zündfolge hat. Die Motorabstimmung der F ist sehr gleichmäßig, die V hat zwischen Mitte und Oben ihr Maximum, was sich sportlicher anfühlt. Dafür kann man die F in tieferen Drehzahlen fahren. Wegen der Getriebeabstufung muss man das allerdings auch. Unentschieden.
    2. Fahrwerk. Die F ist zu weich zum Heizen und braucht zuviel Kraft am Lenker. Im Komfort kein großer Unterschied. Sieg Versys.
    3. Bremse. ABS haben beide, Hebelleerweg hat die alte Versys auch, die neue nicht mehr. Die Kombibremse der F ist Fluch und Segen zugleich. Unentschieden.
    4. Gimmicks. Das ESA an der F finde ich zwar nutzlos, irgendwer findet das aber bestimmt gut. Gute gemachte Heizgriffe, Bordcomputer und vor allem Traktionskontrolle sind klare Vorteile für die F. Sieg F.
    5. Reisen. Versys hat die bessere Reichweite und eine variablere Sitzposition. Sieg Versys.
    6. Offroad. Braucht man nicht zu diskutieren, da kann die F sicherlich alles besser.


    Fazit: BMW F800GS zu fahren ist nicht grundsätzlich sinnlos, aber nix für mich, und auf der Straße sehe ich außer der Traktionskontrolle keinen echten Vorteil gegenüber der Versys 650. Würde man der F ein 17" Vorderrad und ein kleineres Ritzel verpassen, wäre ich gespannter auf das Ergebnis. Eine andere Zündfolge würde noch ein paar Emotionen wecken. Genau das hat Husqvarna mit der Nuda gemacht.

    MO24 Team Reisen

  • Sehr schön geschrieben!!! :thumbup:


    Mhhh- soll ich jetzt für BMW eintreten oder nicht...



    Ich versuch es mal:


    Thema Sitzbank, Kniewinkel, Scheibe (Ergonomie) ist leider ein leidiges Thema- Jedes 08/15 Fahrrad aus dem Baumarkt kann ich an meine Körpergröße anpassen. Motorräder von 10k€ müssen für mehrere Hundert Euro angepasst werden (Sitzbank, Fußrasten, Scheibe, ggf. Lenker)


    Mit der "Kombi" Bremse wundert mich - Wüsste eigentlich nicht, dass die F Teil-Integralbremsen hätten.... Bin aber auch kein Experte- liegt es vielleicht daran, dass du bei deiner NTV hinten noch Trommelbremse hast und bei der Versys vielleicht die Scheibenbremse auf der anderen Seite??? (kommt mir bitte nicht mit Physik- bin froh dass ich das Wort schreiben kann)


    Das "ESA" ist wirklich eine Mogelpackung- naja- soll BMW Kunden geben, die nicht am Rad drehen... :grin:



    Thema Motor:
    Ok- da muss ich dir wohl recht geben, dank EU Abgasvorschriften ist der Motor der F im mittleren Drehzahlenband (4-6k ) kastriert worden.... Da ist leider nur mit erheblichen Aufwand mehr zu holen (und damit meine ich jetzt nicht für 23445€ einen Powercomander zwischen klemmen).
    Dennoch kannst du die F problemlos "niedrigtourig" fahren- Also 4 Gang Tempo 50 innerorts mitschwimmen ist stressfrei möglich.


    Letztlich ist der Vergleich Versys / 800 GS auch etwas Klassenkampf: Beide nennen sich irgendwie Enduro.... Aber letztlich fühlt sich die Vesys auf der Straße wohl und die GS mehr auf Schotterpisten.


    Da fällt mir ein, dass ich bisher noch keinen SUMO Umbau auf 800 GS Basis wahrgenommen habe ?(

    Gruß Markus
    Motorradneuling :cool:
    --"Freude am Fahren" kommt nicht von ungefähr---

  • Schön geschrieben, danke :)


    Wunderlich bietet sowas an


    Gesendet von meinem HTC Desire C mit Tapatalk

  • Gut geschrieben und danke für den Vergleich.


    Duck: der supermoto Umbau nennt sich nuda.


    Gesendet von meinem GT-I9305 mit Tapatalk

  • Duck
    Der Motor drehte dieser F freier als deiner. Das mit der Bremse kann vielleicht auch irgendwie an den Reifendimensionen liegen, bisher kannte ich so ein Verhalten halt nur von teilintegralen Bremsen. Trommelbremsen hat in meinem Fuhrpark übrigens nur der Roller hinten ;) Und auf welcher Seite die Bremse sitzt, ist vollkommen furzegal. Außer, die Schwinge ist aus Gummi oder so...

    MO24 Team Reisen

    • Official Post

    Das falsche Motorrad für die falsche Person für den falschen Zweck ;)


    Gruß,
    Thomas

  • Schöner Bericht - deine Erfahrungen kann ich 1:1 bestätigen. Ich fand die F800GS auf Messen und in Fachzeitschriften etc. auch als ein interessantes, für mich in Frage kommendes Motorrad. Bis ich Probegefahren bin. Wurde damit überhaupt nicht warm. Weder mit Motor, noch Sitzposition, noch Fahrverhalten. Fühlt sich irgendwie "steif" an - das Sitzen "in" (statt "auf") der Maschine - das Instrumenten- und Verkleidungsgebirge vor Augen - und einen Motor mit Betonmischer-Charme - sehr gewöhnungsbedürftig. Ganz anders fühlte sich beispielsweise eine KTM 990 SMR an, die ich diesen Sommer auch probegefahren hab - die fuhr sich sofort wie "eine gute Bekannte".


    ESA halte ich für das sinnloseste überhaupt seit es den Begriff "Innovation" gibt. Auch bei Autos (Niveauausgleich bei Zugfahrzeugen mal ausgenommen) - da liest man oft Bemerkungen wie: Das elektronische Fahrwerk funktioniert in der Stellung X-Y-Z in etwa so gut wie das (konventionelle) Serienfahrwerk... :smirk:

    * * *

  • insgesamt ein johannes typischer bericht. ;)
    du kommst nicht mit beiden füßen auf den boden? 8| hattest du ne andere sitzbank drauf? hätte nämlich so gesagt das du längere beine hast als ich und ich komm ohne weitere probleme mit beiden beinen füßen runter. ansonsten ist die sitzbank der f immer ein streitthema, viele mögen sie nicht und bekommen auch teilweise steißschmerzen nach ein paar stunden und ein paar haben keinerlei probleme damit, ich gehöre zum glück zu letzteren.


    Quote

    Das geht bei diesem Modell bereits bei laufendem Motor, die älteren F müssen dafür den Motor abstellen.


    stimmt so nicht, ausschalten geht nur bei eingeschaltetem motor und an geht es wieder, wenn die zündung einmal aus war.


    das esa was sie der f verbaut haben find ich auch nicht toll, lohnt sich im vergleich zu anderen modellen nicht. die tankanzeige die sie neuerdings verbauen (oberer balken = über 50%) ist mist, meine hat das zum glück noch nicht so, aber die leihmaschine die ich zur inspektion hatte schon.
    warum du im 2. durch den ort fährst ka, ich kann bei konstant 50 km/h sogar im 6. fahren, allerdings hab ich auch aus dem f forum einen temperatur sensor (30€) dazwischen geschaltet, der dem motor eine 5° andere temperatur vorgaukelt und dadurch mischt sie etwas fetter ab und läuft unten rum runder und die kleine drehmomentdelle bei 5000 ist auch kaum mehr zu spüren. den unterschied hab ich auch erst wieder richtig wahrgenommen, als ich eine f ohne das teil gefahren bin. 8|


    das handling mit dem 21" vorderrad ist klar gewöhnungsbedürftig und eben den offroad ambitionen geschuldet, so ein großes rad will eben mehr geradeaus. das es damit trotzdem schnell geht, hast du ja sehen können. ;) die pirelli scorpion trail sind allerdings auch nicht die angenehmsten reifen auf der maschine, im trockenen ok, geht aber besser und sobald es nass wird hast du die schwächen ja schon bemerkt.



    Quote

    Die Reichweite mit vollem Tank war bei mir deutlich unter 300 km


    wie du das gemacht hast, ist mir allerdings ein rätsel!? 8| ich hab bei deutlich zügiger fahrweise einen verbrauch von 4,6l, da komm ich bei 16l auf knapp 350km und da der verbrauch sehr konstant ist kann man die reserve eigentlich gut ausfahren. wie schon oft erwähnt lieg ich bei längeren reisen oder gruppenfahrten meist bei 4 bis 4,3l was dann bis zu 400km ergibt. aber du fährst ja auch im 2. durch den ort. :P


    Quote

    Die Kombibremse der F ist Fluch und Segen zugleich.


    wäre mir neu das die f ein kombi abs bekommen hat, auch die aktuellen haben nach meinem wissen nur ein einfaches abs. auch auf der bmw seite steht nix von integral abs bei den technischen daten.

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  • Da sind wir uns ja größtenteils einig :) Die Integralbremse habe ich mir dann wohl eingebildet. Taucht die vielleicht vorne stärker als andere ein, wenn man hinten bremst? Das würde das Aufstellen erklären. Was innerorts angeht, klar, konstantes Tempo geht in jedem Gang, aber wenn man einem zögerlichen Vordermann hinterhereiert, zwischen 30 und 50, dann ging der sechste echt nicht. Vielleicht war da auch ein größeres Ritzel drauf?


    Der Spritverbrauch ist sicher der Kurvigkeit auf den Insel geschuldet, da fährt man wann ja wirklich fast nur Kurven und konstantes Tempo hat man weniger als 1/6 der Zeit. Und was ich bei "nicht konstantem" Tempo mache, weisst du wohl :)

    MO24 Team Reisen

  • Interessant, ich hatte den Wechsel jetzt ganz anderst wargenommen.
    Die Tankanzeige ist sehr gewöhnungsbedürftig aber immer noch viel besser als die Reserveleuchte an der R6.
    Kurvenwilligkeit gegenüber Stummellenker, öhm :grin:
    Ineressant war eher die Ausfahrt mit ein paar Arbeitskollegen alle mit 600er und 700er Supersportler. Einer mit 180er Reifen war schon an seiner Schmerzgrenze, vorne der mit 190er Reifen war schon das Knie am Ausstrecken und ich hab mich hinten gefragt warum die denn so langsam durch die Kurve fahren. Ähnlich beim Ortsausgang, alles schaltet runter und ich geb im 4. Gang (der schon die ganze Zeit eingelegt war) einfach nur Gas. Die sind mir dann erst irgendwann über 100Km/h davongefahren.
    Das einzige was ein wenig langweilig wirkt ist das konstande Drehmoment, es geht aber zügiger vorwärts als gefühlt.
    Was auch toll ist, bei 200 aufm Tacho noch entspannt aufrecht sitzen. Ist zwar die Högstgeschwindigkeit aber auch ein tolles Gefühl.


    Der einzige Unterschied ist das ich die Adventure habe, aber das mit dem Hauptständer kann ich nicht bestätigen. Wie die gerade eingefahren war, war ich zufällig mal auf ne Mini Rennstrecke, aufgesetzt hatte ich mit der rechten Fußraste kurz nachdem das Bid gemacht worden ist. Die Vespa hatte die Kurve am Ende so komisch genommen.






    Apropo, hab auch das Enduropaket bzw Modus. Das wirkt sich aber nicht aufs Fahrwerk aus sondern nur auf ABS uns ASR. Als Anfänger abseits der Straße ganz interessant, das Hinterrad hat ein Wenig Schlupf auf glattem Untergrund aber bricht nicht aus.
    Ich finde es aber gut das das ESA Fahrwerk nur hinten die Druckstufe ändert. Mein Bekannter mit der großen Adventure hat der eher Angst das sich das festfrisst wenn die Fahrerkshöhe nur jedes Schaltjahr mal verstellt wird.

    Auf diesem Planet leben Autos.
    Sie haben zweibeinige Sklaven die sie hegen und pflegen,
    sie gehen sogar für sie arbeiten.

  • @ klerkx81: Wo ist diese kleine Piste und kann da jeder (Kosten?) drauf fahren?

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • blahwas:
    ja größtenteils sind wir wohl einer meinung. ;) ka ob es die gs mit verschiedenen ritzeln gab, glaube aber nicht. auch wenn man hinten bremst nickt sie vorn schon etwas ein, kann echt sein das du es deswegen so empfunden hast, hat eben doch etwas mehr federweg.


    Klerkx81:
    sportler mit der f jagen macht immer spaß. ;) aber das mit dem hauptständer stimmt schon, wobei der ab dem model 2013 neu ist und schmaler baut. ich hab es bei mir mittlerweile weitgehend verhindert in dem ich einfach die federvorspannung hinten soweit erhöht habe, das sie in kurven nicht mehr so extrem eintaucht.


    hatte auch schon überlegt den ständer gegen den neuen zu tauschen, aber wenn blah sagt das er immer noch als erstes aufsetzt, wobei bei dir kommt ja scheinbar die raste zuerst. mh... :huh:

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  • Ich weiß nicht, welche Modelljahr die Maschine war. Allerdings konnte ich ABS/ASC während der Fahrt ein- und ausschalten. Nach dem Starten war es immer an, ich bin aber auch nie wirklich mit "aus" gefahren.


    hatte auch schon überlegt den ständer gegen den neuen zu tauschen, aber wenn blah sagt das er immer noch als erstes aufsetzt, wobei bei dir kommt ja scheinbar die raste zuerst. mh...


    Ich will das nicht als endgültige Aussage hinstellen, ich habe z.B. nichts an der Federvorspannung geändert, und auch nicht mit dem Luftdruck gespielt. Ich wollte doch nur drei Tage zum Spaß fahren, und eigentlich was anderes ;)


    Und Du... brauchst die Husqvarna Nuda! Haste schonmal probiert?


    nteressant, ich hatte den Wechsel jetzt ganz anderst wargenommen.
    Die Tankanzeige ist sehr gewöhnungsbedürftig aber immer noch viel besser als die Reserveleuchte an der R6.
    Kurvenwilligkeit gegenüber Stummellenker, öhm


    Okay, die Tankanzeige der Versys ist jetzt auch kein Musterbeispiel für Linearität.


    Was Kurvenwilligkeit angeht, da bist du mit der R6 durch eine harte Schule gegangen. Ich bewundere jeden, der damit auf Alpenpässe und ähnlichem zurecht kommt :thumbup: Für mich wäre das nix, ich mache mir das Leben leicht und fahre Versys - bisher das handlichste was ich je gefahren bin*, und laut MOTORRAD-Ranking kommt da nur noch 690 Duke drüber.


    Krass, was man mit dem Scorpion Trail auf der Renne alles anstellen kann :thumbup: Ich hatte da anfangs bedenken, dass so ein "ich halte endlos lange"-Reifen vielleicht doch irgendwann mal das Rutschen anfängt, aber da kam nix. Im Trockenen. Dass man in langen Kurven schneller ist liegt sicherlich auch am hohen Schwerpunkt der GS, der ist dabei ja ein Vorteil.


    *Fahrräder, Roller und Honda Monkey außen vor ;)

    MO24 Team Reisen

  • die du da hattest ist min modeljahr 2013 gewesen, vorher war die verkleidung anders, der hauptständer hässlicher und die tankanzeige besser. ;)


    nuda bin ich noch nicht gefahren, drüber nach gedacht hab ich aber schon. ^^

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  • @ klerkx81: Wo ist diese kleine Piste und kann da jeder (Kosten?) drauf fahren?


    Das war in Belgien (Maasmechelen) circuit duivelsberg. Ich meine an dem WE warst du 100-150Km weiter in Holland auf ner Roudbooktour und ich am überlegen ob ich da eher hinfahre.
    Mein Onkel hatte mir n Tag vorher auch nur gesagt das der aufn Autotreffen will und ob ich auch mit will. Im Endeffekt war das ne Veranstaltung für nen Guten Zweck bzw für ein Behindertenheim. Alle angemeldete Fahrer haben keinen Eintritt bezahlt, mussten dafür aber Beifahrer mitnehmen. Behinderte kostenlos und beim Rest hat der Veranstalter 5€ eingesammelt. Das einmal auf der Rennstrecke die eigentlich nur auf 4 aufeinanderfolgende Kurven bestand und außenrumm war im Wald noch ein längerer Trail abgesteckt. Hauptsächlich hab ich mit dem 2. LJ von meinem Onkel Leute gefahren bzw jedes 2. mal alleine weil der Andrang nicht so groß war.





    Auf der Strecke durchn Wald hab ich mich mit der F800 dann auch an nem Hang mit tiefen Sand 2 mal auf die Seite gelegt. Das ist doch nix ohne Erfahrung und Ohne Stollenreifen.
    Bin aber noch skeptisch ob ich beim nächsten Satz mal Stollenreifen drauf mache. Das ist dann bestimmt Mißt wenn ich auf der AB Mit Koffern 180 fahren will :grin:
    Wie Lösen das denn die Leute die viel Straße fahren und zwischendurch ins Gelände wollen?

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    sie gehen sogar für sie arbeiten.

  • ich hab viel hin und her gewechselt und eben ausprobiert, wenn generell interesse da ist würd ich die kiste mal mit stollen bereifen, bei viel strasse sind die halt ziemlich schnell wieder abgefahren. hab den mitas e-10 als stolle genommen, da war gelände dann auch bei matsch und nässe machbar und im gegensatz zum tkc ist der mitas auf teer bei nässe noch ganz angenehm fahrbar. aber es braucht ein paar km bis man sich an das kippelige kurvengefühl onroad gewöhnt hat. ;)


    als mischreifen ist auf der f der heidenau k60 scout echt gut. offroad wirklich gut solang es trocken ist und auf der strasse ist er abgesehen vom unruhigeren lauf bis ~30km/h kaum von einem reinen strassenreifen zu unterscheiden, bietet erstaunliche schräglagen und top grip auch bei nässe.


    hier mein gs bilderthread, mit verschiedenen reifen drauf

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    Edited once, last by Ketall ().

  • Sieht gut aus.
    Da sehe ich aber gerade den Hauptgrund warum ich die Adv wollte. Bei 4 mal aufsteigen auf der F hab ich mir 3 Mal das Bein gegen den Kofferträger gehauen :cursing:
    Das Trägersystem der Adv gefällt mir einfach besser, obwohl das im dunkeln schon mal daneber ging und ein Koffer beim abbiegen lieber geradeaus gerutscht ist.
    Bei der Reklamation (ein paar Kleinigkeiten) beim Händler meinte der, ich sollte wegen dem, was wie Flugrost aussah, den Bügel mehr pflegen bzw pollieren.
    Is klar, ich polliere an ner Enduro rumm die ich absichtlich in ner matten Farbe bestellt hab 8|
    Aber nächste Woche hol ich mir trotzdem den neuen Träger von der Scheibe ab. Da war vorm lackieren wohl noch Schmodder auf der Schweißnaht.

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    sie gehen sogar für sie arbeiten.

  • Bei 4 mal aufsteigen auf der F hab ich mir 3 Mal das Bein gegen den Kofferträger gehauen


    Jau, hier, da bin ich dabei! Beim allerletzten Aufsteigen am dritten Tag, von der Tankstelle die 20 Meter zur Garage (wollte fast noch schieben) hämmere ich mir die Kniescheibe schwungvoll gegen ein überstehenden Gepäckhaken. Auer! :cursing: Da habe ich real und laut geflucht. Das passiert so ca. alle 2 Jahre. :pinch:


    Noch was zur Gangwahl innerorts: Bei Tempo 20 im dritten ging meine F einfach aus. Unter Tempo 30 im dritten war schon Kettengehacke. Dafür hatte sie keinerlei Durchzugsschwäche im Mittelbereich, wie ich sie mal auf einer fremden F800R erlebt habe. Haben die da vielleicht ein neues Mapping? Oder lief die immer im Kaltstartmodus - passend zum Benzinverbrauch? Keine Ahnung :wacko:

    MO24 Team Reisen

  • Wie Lösen das denn die Leute die viel Straße fahren und zwischendurch ins Gelände wollen?

    Die haben zwei Motorräder, eins zum richtig Strasse und eins zum richtig Gelände fahren . . . wie der Sandman :rolleyes:

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

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