Gefahren durch Heckhöherlegungen ?

  • Hallo,


    als 2-Meter-Riese habe ich mich intensiv mit dem Thema "Höherlegungen von Motorrädern" beschäftigt. Neben tieferen Fußrasten und Sitzaufpolsterungen gibt es da noch die Möglichkeit, durch neue Platten am Dämpfer das Heck und somit die Sitzhöhe höher zu legen.


    Es gibt Kits mit ABE, die nur 2 cm Höhengewinn schaffen und auch welche ohne ABE, die 5 cm Höhengewinn schaffen.


    Kann es durch so eine Höherlegung zu Problemen kommen, wie z.B. starker Verschleiss des Kettenschleifers, Kettenrad/Ritzel oder sogar Schleifen der Kette an der Schwinge ?

  • Hmm, ich verstehe die Motivation nicht ganz. Durch eine Heckhöherlegung verbesserst du deine Sitzposition nicht, die Fußrasten wandern ja mit hoch. Du hast du im Stand dann eher "Problem", runterzukommen. Und ein agileres Fahrverhalten durch geringeren Nachlauf und mehr Schräglagenfreiheit, dafür potentiell auch Hochgeschwindigkeitspendeln.


    Kettenrad und Ritzel wird das völlig egal sein, du wirst ja wohl die Kettenspannung anpassen. Wenn die Kette auf der Schwinge schleift, dann würde ich ein Fass aufmachen und das Ding umtauschen.

  • Rechnerische Winkeländerung beträgt ca. 6° am Schwingenlagerpunkt bei 5cm Heck höher....da wird die Kette ziemlich sicher häufiger am Schleifblock anliegen. Damit verschleißt der halt auch stärker und man muss ihn rechtzeitig auswechseln...
    Am Kettenrad und am Ritzel ist diese Änderung egal, wie auch der Schwinge da unten ja die Kette mehr Abstand bekommt...


    Aber, siehe blahwas, an der Sitzposition ändert sich eigentlich gar nichts....was sich recht radikal ändern wird ist das Fahrverhalten, der Lenkkopfwinkel einer Enduro ist schon recht steil, ihn noch steiler machen ist nicht ganz ohne...die Transe wird furchtbar kippelig werden und bei hoher Geschw. eine Herausforderung für Bullenreiter...


    Ich würde die Rasten tiefer legen und die Sitzbank aufpolstern lassen...meist reicht es auch schon etwas steiferes Material in die Sitzbank einzubringen.

  • Rechnerische Winkeländerung beträgt ca. 6° am Schwingenlagerpunkt bei 5cm Heck höher....da wird die Kette ziemlich sicher häufiger am Schleifblock anliegen. Damit verschleißt der halt auch stärker und man muss ihn rechtzeitig auswechseln...
    Am Kettenrad und am Ritzel ist diese Änderung egal, wie auch der Schwinge da unten ja die Kette mehr Abstand bekommt...


    Aber, siehe blahwas, an der Sitzposition ändert sich eigentlich gar nichts....was sich recht radikal ändern wird ist das Fahrverhalten, der Lenkkopfwinkel einer Enduro ist schon recht steil, ihn noch steiler machen ist nicht ganz ohne...die Transe wird furchtbar kippelig werden und bei hoher Geschw. eine Herausforderung für Bullenreiter...


    Ich würde die Rasten tiefer legen und die Sitzbank aufpolstern lassen...meist reicht es auch schon etwas steiferes Material in die Sitzbank einzubringen.


    Mir ging es dabei nicht so um meine Transe, sondern vielmehr um die Möglichkeit, dass ich auch ein normales Straßenmotorrad fahren kann, speziell die 1200er Bandit. Bei meiner Größe würde ich alle Register ziehen müssen, inkl. Heckhöherlegung, damit ich nicht wiei ein Affe auf dem Schleifstein aussehe ...

  • Ach Quatsch...
    So ungewöhnlich sind 2m nun auch nicht. Mit Sitzbank und Fußrasten kann man schon seeehr viel erreichen.


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  • Dass ne Höherlegung (genauso wie ne Tieferlegung) nicht die Sitzposition ändert, wurde ja schon geschrieben. Ein höherer Sattel macht aber enorm viel aus! Ich hab mir für meine R1200R tatsächlich den hohen Touratech-Sattel (gebraucht) besorgt, denn meine Knie mochten die eingeklemmte Sitzposition mit dem niedrigen Sattel (der beim Motorrad montiert war) gar nicht. 5cm höher und die Sache passt. Dass ich dann nur noch suboptimal mit den Füssen auf den Boden komme ist mir egal, ich bin ja die 690 Enduro gewohnt. Für lange Strecken ging die niedrige Bank jedenfalls garnicht!


    Deshalb auch mein Rat: hohe Sitzbank und eventuell niedrigere Fussrasten!

  • Ich hab bei meiner XJ 4 cm aufgepolstert. Mehr sieht bei der XJ komisch aus und erfordert evtl eine Lenkererhöhung, um nicht zu gebückt zu sitzen, aber wäre möglich.

    Suzuki V-Strom 1000 (2018 - ?)
    Suzuki Bandit 1250 SA (2015 - 2018)
    Yamaha XJ 600 S Diversion (2013 - 2015)

  • dass ich auch ein normales Straßenmotorrad fahren kann, speziell die 1200er Bandit. Bei meiner Größe würde ich alle Register ziehen müssen, inkl. Heckhöherlegung, damit ich nicht wiei ein Affe auf dem Schleifstein aussehe ...


    Bist Du die 1200er-Bandit denn schonmal gefahren? Oder hast Dich zumindest mal draufgesessen?


    Und wie Du auf dem Mopped aussiehst, ist doch vollkommen wumpe. Willst das Ding schließlich fahren und nicht an 'ner Modenschau teilnehmen, oder?


    Ich würde Dir erstmal Folgendes ans Herz legen: Setz' dich doch erstmal auf deine Wunschmotorräder drauf (besagte Bandit, die Duke 690 und was Du hier sonst im Forum noch angeschnitten hast). Entweder bei Händlern oder bei Bekannten, oder sonstwo. Ich wette mit Dir, dass Du problemlos ein paar Stunden auf der nicht umgebauten Maschine fahren kannst, bevor es vielleicht mal im Knie oder so etwas zwickt. Und dann kannst Du dir weitere Gedanken über aufgepolsterte Sitzbänke oder tiefergelegte Fußrasten machen. Vorher ist das doch aller Wahrscheinlichkeit nach vertane Mühe...


    Gruß,
    Thomas

  • Und wie Du auf dem Mopped aussiehst, ist doch vollkommen wumpe.


    Das sagst du so. Mir wurde beim Probesitzen vom Händler der Rollspiegel angeboten, damit ich auch sehen kann wie ich auf dem Motorrad aussehe... :sostupid:


    Ich bin zwar "nur" 1,81 m lang, aber mit langen Beinen gesegnet. Die 1200er und 1250er Bandit sind wie Spielzeug-Motorräder unter mir. Da hätte ich nicht mal anfangen wollen die Rasten tiefer zu legen und die Bank aufzupolstern. Das war von Anfang an ein "geht gar nicht" Motorrad für mich. Auch wenn viele noch längere Menschen sie super bequem finden.


    Es gibt soooviele Alternativen in dem Bereich der großvolumigen 4 Zylinder:
    CBF1000 und CBF1000 F - letztere mit in der Höhe verstellbarer Sitzbank.
    XJR 1200/ 1300
    FJR 1200 / 1300
    ZRX 1200
    VFR 800

    Die Schwierigkeit, mit den meisten Leuten umzugehen, besteht darin, zu ihnen gleichzeitig ehrlich und höflich zu sein.
    André Heller

  • bestehen denn die möglichen Gefahren bei Heckhöherlegung (Kettenverschleiss, negatibe Fahreigenschaften) auch bei den gemässigten Höherlegungen bis 30 mm mit ABE ?


    Normalerweise sollte die Höherlegung doch dann durch die Zulassung auf Nachteile etc. geprüft worden sein ?

  • Grundsätzlich ja, aber halt weniger ausgeprägt. Auch eine ABE dürfte eine Pendelgefahr nicht ausschließen. Ist sie ja schon ohne Umbau nicht.

    WELCOME TO THE RIDE OF YOUR LIFE

  • Ich habe meine TDM900 jetzt mit einem Mizumi-Höheröegungssatz (30 mm) incl. ABE höherlegen lassen. Der Mechaniker meinte aber, dass es wohl doch 4-5 cm sind, sie sieht deutlich größer aus ...



    Mein empfinden:


    Positiv:


    - Meine Beine sind jetzt durchgestreckt, wenn ich an der Ampel stehe
    - Sie federt nicht mehr so tief ein (glaube ich)
    - bessere Optik



    Negativ:


    - Haupt- und Seitenständer befinden sich im kritischen Bereich. Auf dem Hauptständer steht sie nicht merh so sicher, das Hinterrad hat Bodenkontakt.


    - Auf dem Seitenständer hat sie deutlich mehr Schräglage


    - Die Kette scheint jetzt stärker am Kettenschleifer zu schleifen. Beim schieben höre ich ein Rattern der Kette (sie wurde von Fachwerkstatt nachgestellt).





    Evtl. lasse ich beim nächsten Werkstattbesuch die Streben wieder zurücktauschen. Gerade die Geshcichte mit Haupt- und Seitenständer nervt mich, vor allem geht jetzt die Kettenpflege auf dem Hauptständer nicht mehr so problemlos wie vorher.

  • - Meine Beine sind jetzt durchgestreckt, wenn ich an der Ampel stehe


    Und das bringt Dir was? 8| Ich fände das sogar eher von Nachteil...


    Wie ist denn das Fahrverhalten? Merkst Du da Unterschiede?


    Gruß,
    Thomas

  • Und das bringt Dir was? 8| Ich fände das sogar eher von Nachteil...


    Wie ist denn das Fahrverhalten? Merkst Du da Unterschiede?


    Naja, die Optik ist besser und ich bekomme keine Knieschmerzen...


    Scheint sich nichts geändert zu haben, aber ich bin auch keiner, der Grenzbereiche anfährt.

  • Wenn Du an der Ampel ganz normal mit nicht durchgestreckten Beinen auf dem Bock sitzt, kriegst Du Knieschmerzen?!


    Gruß,
    Thomas

  • Die Ständer müssen natürlich auch geändert werden. Im einfachsten Fall von unten an den Fuß eine 2-3 cm dicke Platte anschweißen oder dranschrauben. Oder kann man den Winkel einstellen (weniger optimal)?

  • Durch die Höherlegung gewinnst du vmtl etwas Bodenfreiheit und damit etwas mehr Schräglagenfreiheit. Das eigentliche Problem mit den Knien löst du dadurch nicht, der Abstand Sitzbank zu Fußrasten bleibt ja gleich.
    Und wie ich an der Ampel aussehe, wenn ich die Füße auf dem Boden habe, ist mir vollkommen egal, solange ich sicher stehe.

    Fallsch Du in e Baustell nei, kannsch Du nur in Karlsruh' sei

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