Ducati Monster 821: Gespenstisch gut

  • 30.06.2014

    Ducatis Monster ist eine echte Erfolgsgeschichte: Als Ducati die erste Monster 1993 vorstellte, konnte sich kaum jemand einen Erfolg dieses charakter- und leistungsstarken Roadsters vorstellen. Heute, 21 Jahre später, hat der Bologneser Motorradhersteller rund 280 000 italienische Zweirad-Gespenster auf die Straßen der Welt gebracht und schickt sich an, mit der neuen Monster 821 noch einen draufzulegen. Denn die Neue löst als Einstiegsmodell in die kultige Ducati-Familie die bislang angebotenen Einstiegs-Monster 696 und 796 ab. Zugleich ist sie mit vollwertigen 82 kW/112 PS näher als bisher am jüngst präsentierten neuen Familienoberhaupt, der Monster 1200 S mit 107 kW/145 PS, angesiedelt.

    An das Top-Modell ist die 821 auch optisch deutlich angelehnt. So übernimmt die Neue beispielsweise die rechtsseitige Lage der Doppelschalldämpfer und den dominanten Rundscheinwerfer in der Front mit LED-Positionsleuchten vom Flaggschiff. Auch die Silhouette mit dem kurzen Gitterrohrrahmen, der den Motor als mittragendes Element integriert, stammt ebenso von der 1200er wie Fixierung des Federbeins direkt am Motorgehäuse. Bei der Hinterradführung kommt jedoch eine klassische Zweiarmschwinge zum Einsatz, wo die 1200er mit einer formschönen Einarmschwinge protzt.

    Als Herzstück verpflanzten die Bologneser den 90-Grad-V2-Motor aus der Hypermotard in die neue Monster 821. Dieser Desmo-Twin kommt mit Vierventiltechnik und Flüssigkeitskühlung, deren Leitungen einigermaßen ansehnlich integriert sind. Er erlöst aus kurzhubigen 821 Kubikzentimetern Hubraum maximal 112 PS bei 9 250/min und ein maximales Drehmoment von 89 Nm, das bei 7 750/min anliegt. Änderungen an Luftfilter und Auspuff bringen etwas mehr Leistung, Gleitlager der Kurbelwelle machen den Motorlauf geschmeidiger und verringern die innere Reibung.

    Über eine Vielzahl elektronischer Helferlein kann der Fahrer den Charakter des Vau-Motors fast nach Belieben beeinflussen. Vor allem stehen ihm die drei Fahrmodi "Sport", "Touring" und "Urban" zur Verfügung, in denen bestimmte Einstellungen zu Leistungsabgabe, ABS und der Traktionskontrolle DTC ab Werk hinterlegt sind. Kritik erntet indes die große Hitzeentwicklung im Stand und die Getriebebetätigung: Der erste Gang lässt sich im Stand nur mühevoll einlegen. Über ein Menü lassen sich ABS und DTC zudem für jeden der drei Motor-Modi individuell anpassen und abspeichern, so dass beim nächsten Start gleich die individuelle Konfiguration abgerufen wird: Für das ABS sind drei verschiedene Stufen wählbar, die DTC lässt sich achtstufig variieren.

    Trotz Komfort-fördernder Änderungen macht die Sitzprobe auch mit geschlossenen Augen klar: Diese Ergonomie ist unverkennbar Ducati Monster. Der Griff an die breite Lenkstange beschert automatisch einen angriffslustig leicht vorgeneigten Oberkörper mit abgewinkelten Ellenbogen, die Kniewinkel sportlich, aber nicht zu eng, auf Anhieb fühlt sich der Pilot zum Kurvenräubern herausgefordert. Gegenüber den Vorgängerinnen ist das Ambiente aber entschärft, zudem lässt sich die Sitzbank mit ein wenig Aufwand von 810 auf 785 Millimeter absenken. So fällt die Haltung auch in der verwinkelten Bologneser Innenstadt nicht angestrengt aus, doch so richtig passt es erst auf den kurvigen und verkehrsarmen Straßen im Appenin südlich von Bologna.

    Hier biegt die Monster sehr verlässlich und – nicht nur für eine Ducati – mühelos in die Kurven. Selbst Schikanen und schnelle Wechselkurven meistert sie mit einer Agilität, die man den als störrisch verschrieenen italienischen Diven nicht zutrauen würde. Daneben bewahrt sie die sprichwörtlich gute Stabilität und den tadellosen Geradeauslauf der Bologneser Ikonen. Auf dem teils üblen Flickenasphalt reagieren Telegabel und Federbein sensibel und schluckfreudig auf Bodenunebenheiten, wie die Federungsabstimmung überhaupt komfortbetont ausfällt. Einzig ein spürbares Aufstellmoment auf Bodenwellen und beim Bremsen in Schräglage beeinträchtigen den Fahrgenuss. Sportliche Naturen wünschten sich auf sehr engagiert gefahrenen Streckenabschnitten mehr Dämpfung, doch auf dem buckeligen Kopfsteinpflaster Bolognas mildert diese Auslegung das heftige Durchschütteln der Besatzung.

    Eine sportliche Note verströmen das Cockpit mit umfangreichem und gut ablesbarem LCD-Instrument inklusive Laptimer sowie radial montierte Vierkolben-Festsättel von Brembo. Diese beißen zwar nicht so giftig zu, wie sie aussehen. Doch durch die softe Dämpfung schreckt die Gabel schon bei mittleren Verzögerungen mächtig zusammen, was ein wenig Unruhe aufkommen lässt.

    Nichtsdestotrotz hat Ducati mit der neuen 821 die am leichtesten fahrbare Ducati auf die Räder gestellt und mit langen Wartungsintervallen von 15 000 Kilometern die Hauptkritikpunkte an den Bologneser Juwelen ausgemerzt. Insofern darf der Preis von 10 690 Euro inklusive dem kultigen Ducati-Stil – eine mattschwarze Dark-Version gibt's schon für 200 Euro weniger – als durchaus gerechtfertigt bezeichnet werden.





    Technische Daten Ducati Monster 821:
    Straßenmotorrad mit flüssigkeitsgekühltem 90-Grad-Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, vier Ventile je Zylinder, Hubraum: 821 ccm, Bohrung x Hub: 88 mm x 67,5 mm, max. Leistung: 82,4 kW/112 PS bei 9 250/min, max. Drehmoment 89 Nm bei 7 750/min, elektronische Kraftstoffeinspritzung, geregelter Katalysator, Sechsgang-Getriebe, Kettenantrieb, Gitterrohr-Stahlrahmen, Upside-Down-Telegabel, Aluminium-Zweiarmschwinge mit Zentralfederbein, zwei Scheibenbremsen vorn, eine hinten, ABS/Traktionskontrolle, Reifen vorn: 120/70 ZR 17, hinten: 180/60 ZR 17, Sitzhöhe: 785/810 mm, Tankinhalt: 17,5 Liter, Trockengewicht: 179,5 kg, Leergewicht: 205,5 kg, zul. Gesamtgewicht: 390 kg, Preis 10 690 Euro (Dark-Version 10 490 Euro).

    Link zur Newsmeldung im Original

  • Schickes Teil, hat auf jeden Fall was. :thumbup:


    Find's nur schade, dass die kleine Monster damit wohl aus dem Programm verschwindet. Lief die so schlecht, oder wie?


    Gruß,
    Thomas

  • Mit dem Motor machen sie alles richtig, der ist geil.
    Eine Monster mit dem Motor hätte Organized vielleicht auch eher überzeugt als die 696.

    JubiFT2010 Edersee :mo24:
    FT 2011&2012 Kirchhasel :route88:
    Meisentreffen 2011, Eifeltreffen 2011 :mo24:


    :thumbup:

  • DAS könnte meine nächste werden . . . etwas mehr Hubraum und etwas mehr Leistung als meine kleine Dorsoduro würden mir durchaus gefallen. Ansonsten ein V2 mit tollem Sound in unverkleidetem Outfit . . . . :thumbup:


    Wo ist der nächste Duc Händler . . . will Probefahrt :D

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • Dann doch lieber die Hypermotard/Hyperstrada oder? Die Sitzposition auf der Monster finde ich sehr gewöhnungsbedürftig.

    JubiFT2010 Edersee :mo24:
    FT 2011&2012 Kirchhasel :route88:
    Meisentreffen 2011, Eifeltreffen 2011 :mo24:


    :thumbup:

  • Mich würde interessieren, ob diese Kiste mit ihren 17.5 Litern (meine persönliche Mindest-) Reichweite von 300km schafft.


    Sollte es da mal Erfahrungen geben, bitte hier vermelden. :danke:

    Es geht immer weiter - und wenn es zurück ist. Nach dem Regen scheint die Sonne.

  • Mich würde interessieren, ob diese Kiste mit ihren 17.5 Litern (meine persönliche Mindest-) Reichweite von 300km schafft.


    Könnte knapp werden. Meine Dorso schafft maximal 190km mit 11,5L Da dürfte die Ducati bei ähnlichem Verbrauch noch 90-100km mehr schaffen. Wobei mich selbst die 11,5L der Dorso nicht wirklich stören . . . :whistling:

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • gnome: sollte mich wundern. Meine Monster ist vermutlich durstiger, weil älter, und muss nach ca 240 km an den Tropf.
    Ich kann allerdings auch nicht nachvollziehen, warum eine Monster Langstrecken-tauglich sein soll. ;-)


    Just do go ahead.

  • Die bauen ein schönes Motorrad und dann wird wieder mit Reichweite argumentiert... :sostupid:^^



    Quote

    Nichtsdestotrotz hat Ducati mit der neuen 821 die am leichtesten fahrbare Ducati auf die Räder gestellt und mit langen Wartungsintervallen von 15 000 Kilometern die Hauptkritikpunkte an den Bologneser Juwelen ausgemerzt.


    Das sind doch mal nette Intervalle. Wobei dann vielleicht jedes Mal die Desmo bezahlt werden will. 8o

  • @Robert: Selbst wenn ^^ interessiert doch die meisten Ducati-Fahrer eh nicht, weil sie die 15.000 km frühestens erst nach 5 Jahren runter haben.. :P


    Gruß,
    Thomas

  • Selbst wenn ^^ interessiert doch die meisten Ducati-Fahrer eh nicht, weil sie die 15.000 km frühestens erst nach 5 Jahren runter haben..


    Ts,ts,ts, immer diese Vorurteile bei Italienerinnen . . . meine hatte nach 2 Jahren 15oookm auf dem Tacho (dabei hab ich noch ein zweites) ;)

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • Die bauen ein schönes Motorrad und dann wird wieder mit Reichweite argumentiert... :sostupid:^^




    Das sind doch mal nette Intervalle. Wobei dann vielleicht jedes Mal die Desmo bezahlt werden will. 8o


    Ne, ist eine Verarsche, weil Du unabhäng vom km-Stand nach 12 Monaten zur Inspektion musst. Dafür muss die Desmo nur alle 5 Jahre oder nach 30tkm eingestellt werden.

    Gruß aus Schneppmich

  • Es ist ein schönes modernes Mopped!


    Modern heisst für mich nebst den ganzen elektronischen Helferlein fürs Fahren/Handling auch einen zeitgemässen Spritverbrauch zu haben.


    Das dies möglich ist, beweisen andere moderne Moppeds immer wieder. Nur die lieben Italos haben das immer noch nicht ganz begriffen :sostupid:


    Da ich meine Kisten fahre (d.h. 20'000km+ pro Jahr) ist der Verbrauch trotz aller Freude an gelungenem Design auch ein nicht zu unterschätzender Faktor (zumindest für mich)...

    Es geht immer weiter - und wenn es zurück ist. Nach dem Regen scheint die Sonne.

  • Das dies möglich ist, beweisen andere moderne Moppeds immer wieder. Nur die lieben Italos haben das immer noch nicht ganz begriffen :sostupid:


    Da ich meine Kisten fahre (d.h. 20'000km+ pro Jahr) ist der Verbrauch trotz aller Freude an gelungenem Design auch ein nicht zu unterschätzender Faktor (zumindest für mich)...


    Mmm, da kann ich jetzt nicht ganz folgen, was verbraucht denn Deine MG (die kommt ja auch aus Italien) und selbstverständlich fahren andere auch mit ihren Motorrädern, müssen ja nicht gleich 20000km/Jahr bei jedem möglich sein.


    Letztlich muss doch jeder selbst mit seinem Motorrad glücklich werden, wenn eine Maschine nicht zu meinen Vorstellungen passt . . . kauf' ich halt eine andere. :rolleyes:

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • Mein 8-Ventiler gönnt sich rund 6 Liter - die Vorgängerin mit dem 4-Ventiler ist bei rund 5 Liter.


    Das heisst, der "neuere/moderene" Motor gönnt sich einen Liter mehr, leistet dabei knapp 2kw mehr und schleppt noch immer das gleiche Gewicht rum. :huh:


    Für mich ist der Verbrauch an der oberen Grenze, da bin ich von den bisherigen 12er "verwöhnt" worden. Die lagen bei 5 bis 5.5 Litern und das empfinde ich als moderat, für ne BMW wäre das natürlich "gesoffen wie'n Loch" :rolleyes:


    Spass macht mir meine Italienerin immer noch - sonst hätte sie nicht schon 67tkm in drei Jahren drauf :cool:

    Es geht immer weiter - und wenn es zurück ist. Nach dem Regen scheint die Sonne.

  • OK, 6L/100km finde ich für den Brummer noch recht akzeptabel. Meine 750er Dorso braucht bei normal flottem Landstrassenbetrieb 5,5-5,8L/100km und auf der Renne bis über 9L/100km. Wenn die Ducati im gleichen Rahmen liegt . . . mir würde es passen.

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • komme mit 1200er Monster bisher auf einen Schnitt von 5.5 Litern.

    Demokratie und Religion-eine Illusion









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