Anzugsmoment am Hinterrad

  • Hallo Gemeinde,
    letzten Freitag habe ich meinem Baby neue Schuhe
    gegönnt. Wir, mein Schrauber und ich,
    haben uns schon beim abnehmen der Pellen gewundert dass die Schrauben so gar nicht
    fest angezogen waren. Wir haben sie dann nach Angabe aus dem Büchli mit
    105nm wieder angezogen. Nach 3 Tagen schleift irgendwas und ich stelle
    nach einigem Suchen fest dass die Schrauben am Hinterrad total locker sind???? Ich
    hatte kurzfristig einen ziemlichen Adrenalinschub und habe sie von Hand
    jetzt fester angezogen. Habe ich mich mit den 105 nm verlesen oder was habe ich falsch gemacht.?
    Beny

  • Nachdem die 105 nm scheinbar zu wenig waren habe ich die Schrauben natürlich von Hand angezogen ich denke etwas fester. Was passiert eigentlich wenn ich die nm deutlich überschreite?
    Beny

  • Nachdem die 105 nm scheinbar zu wenig waren habe ich die Schrauben natürlich von Hand angezogen ich denke etwas fester. Was passiert eigentlich wenn ich die nm deutlich überschreite?
    Beny


    Dann wird der Radträger wohl Risse bekommen. Da läuft gerade eine Rückrufaktion. Sprich mal deine BMW-Werkstatt direkt an, ob dein Mopped betroffen ist.


    Gruß - Pendeline


  • Das betrifft meines Wissens nur die 1200er (meine ist auch betroffen). Betroffen sind alle Radträger aus Aluminium. Die werden gegen neue aus Stahl getauscht.

  • Mein Radflansch ist auch betroffen, wird auch gewechselt (hatte im Frühjahr beim Reifenwechsel noch keine Risse). Wie ich aus der Werkstatt hörte wird das Problem mit den Rissen dadurch verursacht, dass sie Radschrauben anscheinend oft mit dem Schlagschrauber viel zu stark angezogen würden. Oft würden dann die Stecknussen (Hazet etc.) brechen beim Versuch, die Schrauben aufzubekommen. Risse seien nur bei denen aufgetreten, die viel zu stark angezogene Radschrauben hatten.


    Die mit 105 Nm angezogenen Schrauben lösen sich normalerweise nicht von selbst. Hast Du Öl oder Fett auf das Gewinde gebracht? Da reicht eine winzige Menge. Ggf. Schrauben und Innengewinde im Radflansch entfetten. Schraubenkleber sollte nicht nötig sein, höchstens einen leichten verwenden. Mittelfest ginge vlt. auch noch, bei einem Hochfesten gehen die Schrauben ohne Erwärmung nicht mehr zerstörungsfrei auf...


    Der Grund, dass man die Radschrauben nachziehen soll, ist durch das Setzen der Kontaktflächen verursacht. Unter dem Mikroskop sieht so eine metallische Oberläche wie ein Gebirge aus. Wird das belastet, werden die Spitzen weggestaucht und die Schraube verliert nach dem Anziehvorgang etwas an Vorspannung. Beim 2. Anziehvorgang ist der Setzvorgang schon sehr viel kleiner, beim 3. mal kann man ihn schon vernachlässigen. Daher ist es vor allem bei neuen Fahrzeugen, neuen Rädern und / oder neuen Radschrauben ratsam, die Schrauben nachzuziehen. Die Werkstätten umgehen mit dem Warnhinweis z.B. auf der Rechnung aber Schadensersatzansprüchen, sollte es dennoch mal zu losen Schrauben kommen.

  • Wie ich aus der Werkstatt hörte wird das Problem mit den Rissen dadurch verursacht, dass sie Radschrauben anscheinend oft mit dem Schlagschrauber viel zu stark angezogen würden. Oft würden dann die Stecknussen (Hazet etc.) brechen beim Versuch, die Schrauben aufzubekommen. Risse seien nur bei denen aufgetreten, die viel zu stark angezogene Radschrauben hatten.


    Das ist das, was BMW gerne verbreitet. Tatsache ist aber, dass auch viele Maschinen betroffen sind, die ausschließlich bei BMW gewartet und Reifen bekommen haben. Wenn die eigenen Werkstätten das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment von 60 Nm (nicht 105 Nm!) nicht zuverlässig einhalten können, ist das Ganze schlicht eine Fehlkonstruktion. BMW verbaut nicht umsonst schon seit 4 Jahren keine Aluminium-Radflansche mehr, sondern nur noch welche aus Stahl. Dass der Rückruf erst jetzt kommt, ist für viele völlig unverständlich, denn die Risse sind schon seit vielen Jahren bekannt und auch in Dauertests schon aufgetreten und dokumentiert.

  • Mein Radflansch ist auch betroffen, wird auch gewechselt (hatte im Frühjahr beim Reifenwechsel noch keine Risse). Wie ich aus der Werkstatt hörte wird das Problem mit den Rissen dadurch verursacht, dass sie Radschrauben anscheinend oft mit dem Schlagschrauber viel zu stark angezogen würden. Oft würden dann die Stecknussen (Hazet etc.) brechen beim Versuch, die Schrauben aufzubekommen. Risse seien nur bei denen aufgetreten, die viel zu stark angezogene Radschrauben hatten.


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    Wie schon gesagt wurde, das ist eine klare Mißdeutung / Lüge vom Hersteller.
    Die Radflansche wurden bereits in den letzten Jahren ca. viermal anders gefertigt. Natürlich will man da hinten kein unnötiges Mehrgewicht haben!


    Es gibt sogar Aussagen von BMW Mitarbeitern die wollen einen erzählen, die Risse seien hervorgerufen durch eine heisse Bremsscheibe.


    Fakt ist, das die Radflansche einfach die Kraft, die Drehmomente am Kardanende nicht mehr verpacken. Jemand im S-Boxer Forum hat bereits drei Flansche in den letzten Jahren auf der Rennstrecke zerbröselt.


    Wie auch immer, gut ist das BMW die Umrüstung nun vollzieht. Obwohl das Stahlteil auch ca. 400 Gramm schwerer sein soll.

  • Naja, die betroffenen Radflansche sind aus einem gängigen Feld- Wald- und Wiesenaluminium gewesen (war sogar auf dem Radflansch als Schriftzug lesbar), das war kein besseres Aluminium mit höherer Festigkeit. Schaut man zudem die verbliebenen Wandstärken um die Gewinde an, so ist diese ziemlich knapp bemessen (zumal es sich um ein sicherheitsrelevantes Bauteil handelt). Die Aluradträger für Autos haben oft auch nicht viel mehr Material um die Gewinde, da kommt aber ein Aluminium mit hoher Festigkeit und fast kein Silizium (Si wirkt spanbrechend für bessere Bearbeitbarkeit aber auch versprödend, d.h. es können sich leichter Risse oder Brüche bilden).

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