Alpen und Korsika 2016 - Planlos auf der Insel

  • Stimmt, wie konnte ich diese Aktion vergessen :sustupid:
    Das war schon genial :grin: :grin: Spritsparen mal anders.

    Yamaha Ténéré 700 (2022 - ?)

    Suzuki V-Strom 1000 (2018 - 2022)
    Suzuki Bandit 1250 SA (2015 - 2018)
    Yamaha XJ 600 S Diversion (2013 - 2015)

  • 21.06.2016 - Tag 17 - Faulenzen


    Ich habe mich entschieden den letzten Tag auf Korsika einfach faul rum zu liegen. Nic unternimmt derweil eine kleine 50 Kilometer Tour zum nächsten Berggipfel. Ich untersuche lieber den Strand. Ich gehe gemütlich in der kleinen Bucht, die wir beim ersten Aufenthalt auf diesem Campingplatz gefunden habe, baden. Vorher fahre ich aber noch kurz nach L'Île Rousse rein und gucke mir die Innenstadt an Eigentlich eine ganz schöne Stadt, aber ziemlich überfüllt. Auch der Strand ist sehr voll, hat aber auch schönstes Wasser und schönen Sand, keine Steine. Ich mag aber keine Überlaufenen Touri-Strände. Auf dem Rückweg zum Campingplatz gehe ich noch kurz tanken und fahre dann noch 5 Kilometer die Nationalstraße hoch und wieder runter, damit die Batterie geladen wird. Ich hatte nämlich gestern Abend und den ganzen morgen diverse elektrische Geräte am Motorrad aufgeladen und werde das heute auch wieder tun. Die Nationalstraße war allerdings keine so gute Idee. Die Führt nämlich an der Küste entlang und es wird korsisch gefahren. Wenn man da den verkehr nicht aufhalten will, muss man schon über 100 fahren. Dazu kommt eine steife Brise vom Meer. Wegen der Temperaturen und der kurzen Strecke in den Ort hatte ich auf die Motorradjacke verzichtet und werde jetzt im T-Shirt vom Wind gepeitscht. Dann geht es endlich ans Meer.



    Touri-Strand in L'Île Rousse



    Blick auf den Hafen



    Die Bucht am Campingplatz



    Nicht weit von der Stadt entfernt, aber hier hat man Ruhe


    Als ich mich auf den Rückweg mache kommt mir Nic mit Badesachen entgegen. Er war gerade zurückgekommen und wollte auch baden. Also komme ich nochmal kurz mit ans Meer, anschließend wird wieder am Platz faul in der Sonne gelegen. Nic erzählt ein wenig von seiner Tour (mit dem besten Roadbook aller Zeiten). Er hat ein verlassenes Haus erkundet und die ausgesuchten Straßen waren wohl eher Offroad-Wege als richtige Straßen. Da hab ich ja alles richtig gemacht mit dem faulen rumliegen :grin:



    Roadbook für Alzheimer-Patienten :grin:


    Abends gibts Linseneintopf vom Campingkocher. Allerdings mussten wir leider feststellen, dass wir Linsen statt Linseneintopf gekauft haben :sostupid: Egal, dann werden die halt zerkocht, gewürzt und dann haben wir selbst gemachten Eintopf. Abends plane ich noch die Route für den Heimweg und suche mir ein Hotel für die Übernachtung. Wir werden um 17 Uhr in Savona ankommen. Ich plane noch ca. 200 Kilometer bis in die Nähe von Mailand zu schaffen. Am nächsten Tag wären dann ca. 580 Kilometer bis nach Hause übrig, klingt ok. Ich finde ein Hotel in Rho nordwestlich von Mailand für 49€ inklusive Frühstück mit gesichertem Parkplatz. Das buche ich dann auch.


    Abends gibt es dann eine letzte Runde korsiches Bier und dann gehen wir auch früh ins Bett, morgen müssen wir früh nach Bastia zur Fähre aufbrechen.

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  • Dein Bericht haben mich dazu gebracht nächstes Jahr auf Korsika zu fahren. Allerdings "nur" ca. 8-9 Tage. Und ohne Zelt :)


    aber hat mich definitiv neugierig gemacht und wills live erleben!

  • Dort Laufen wir natürlich auf eine Gruppe von bestimmt 20 Motorrädern auf. Ganz hinten fährt ein Guide, der eine Warnweste ans Topcase gebunden hat, darauf der Name eines saarländischen Reiseveranstalters. ... Die Truppe fährt mir ein wenig zu langsam, aber richtig nervig wird es, als die ersten auf ein Auto auflaufen und nicht vorbei kommen. Auf der Nationalstraße zieht sich die Gruppe dann über eine längere Strecke hin und überholt immer noch nicht.


    Warum fällt mir da spontan R&E ein?

  • Dein Bericht haben mich dazu gebracht nächstes Jahr auf Korsika zu fahren. Allerdings "nur" ca. 8-9 Tage. Und ohne Zelt :)

    :thumbup: Lohnt sich definitiv (Nur den Fahrstil von gestern nicht im Inselinneren anwenden, sonst erlegst du dein Abendessen höchstpersönlich ^^ )


    Vermutlich ist das hier gemeint.

    Haben wir doch schon an Tag 14 auf dem Campingplatz erklärt bekommen ^^


    Warum fällt mir da spontan R&E ein?

    Weil es R&E war :grin:



    Ich versuche gerade den Bericht zu vervollständigen. Aber selbst die wenigen Bilder vom Rückweg wollen nicht durchs Hotel-WLAN und mein Datenvolumen hab ich auch aufgebraucht. Also gibt es morgen das nächste Update. In der Zeit kann ich mir langsam mal das Fazit zusammenschreiben.

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  • komm der Fahrstil gestern war doch ok. Wir sind der Straße angepasst gefahren. Und bei gerader Landstraße auch nur einen Hauch drüber.

  • Ja, aber bei der Dichte an Viehzeug, das im Inselinneren auf der Straße rum rennt, sollte man dort doch noch ein wenig angepasster fahren :wacko:

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  • Ja, aber bei der Dichte an Viehzeug, das im Inselinneren auf der Straße rum rennt, sollte man dort doch noch ein wenig angepasster fahren :wacko:


    Ja, wenn man weiß, dass einem immer irgendein Viech vor den Reifen springen kann, färht man automatisch anders. War in den "Kuh"-Alpen auch so :grin:


    Geplant wirds vermutlich demnächst und Reisezeitraum so Mitte/Ende September, damit man in den Alpen die offenen Pässe hat. Klar, wenn es blöd läuft, hat man schon wieder neuen Schnee - aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich alle Jahreszeiten etwas nach hinten schieben.

  • 22.06.2016 - Tag 18 - L'Île Rousse -> Rhô bei Mailand - ca. 280 km


    Heute brechen wir zum letzten Mal die Zelte auf Korsika ab. Wir kommen gegen 8 Uhr weg, haben aber auch auf ein Frühstück auf dem Campingplatz verzichtet. Wir müssen um 10:30 im Hafen sein, um 11:30 geht die Fähre. Wir fahren wieder die uns bestens bekannte Route nach Bastia und das macht selbst dann noch Spaß, wenn man an die Abfahrt von Korsika denken muss. Unterwegs überholen wir noch einen sehr sportlich gefahrenen A6 aus dem Saarlad und eine deutsche Motorradgruppe, die eine ganz gruselige Linie fuhr. Das Tempo war auch sehr gemütlich, trotzdem haben sie die ganze Straßenbreite benötigt :pinch:



    Wieder einmal in den Bergen über Bastia


    Um kurz nach 9 kommen wir dann in Bastia an und frühstücken erstmal gemütlich in einer Bäckerei. Anschließend sind wir überpünklich im Hafen, der Wartebereich für unsere Fähre ist noch nicht festgelegt. Also stehen wir erstmal im allgemeinen Anfahrtsbereich rum, wie viele andere Fahrzeuge auch. Dann wird eine Wartespur geöffnet und wir können die Motorräder einreihen. Dann suchen wir uns einen Platz im Schatten, abseits der Warteschlange, die in der prallen Sonne steht. Später werden wir bis hinter die Fähre vorgelassen, wo wir dann noch gute 20 Minuten in der Sonne schmoren :wacko: Dann gehts auf die Fähre - die Mega Smeralda - die äußerlich der Fähre vom Hinweg gleicht. Von Innen erkennt man allerdings, dass die Fähre deutlich moderner ist. Die Treppenhäuser sind ausreichend dimensioniert, es gibt mehr Sitzgelegenheiten außerhalb irgendwelcher Restaurants, viele Aufzüge und man hört nur ganz wenig von den Maschinen aus der Tiefe des Schiffes. Im Gegensatz zum Dröhnen der Mega Express Four auf dem Hinweg ist das hier der Himmel auf See :grin:



    Andere Fähre als auf dem Hinweg: deutlich angenehmere Überfahrt


    Als erstes suchen wir uns einen Platz auf Deck und beobachten das Treiben auf dem Mittelmeer vor Korsika. Vom Hafen aus bis etwas nördlich des Cap Corse liefert sich unsere Fähre ein "Rennen" mit einer kleineren Moby-Fähre. Gerade als wir den Rückstand aus dem Hafen aufgeholt haben, dreht die Moby nach Westen ab.
    Irgendwann gehen wir rein und suchen eine Sitz- oder besser Liegegelegenheit. Wir werden in der 2-stöckigen Tanz-Bar am Bug mit Panorama-Fensterfront fündig. Hier hat die Bar geschlossen und der Raum ist mit ruhesuchenden Menschen gefüllt, die Schach spielen, auf den Bänken schlafen oder einfach durch die Fensterfront auf Meer starren. Wir machen uns auf einer Bank in der Ecke breit und Nic döst direkt weg. Irgendwann muss er auf Toilette und ich kann mir den bequemen Liegeplatz sichern :grin: Die Überfahrt haben wir fast hinter uns, als ca. 1,5 Stunden vor Schluss plötzlich laute Musik die Leute aufschreckt. Kurze Nachschau, vom Geländer der Empore im zweiten Stockwerk der Bar auf dem wir sind, sehen wir was los ist: Eine Band bestehend aus Sängerin, Playback-Musik und einem Gitarrist hat sich rein geschlichen und losgelegt :grin: Anscheinend haben wir jetzt Live-Musik bis zur Ankunft :huh: Auch ok.



    Rennen gegen die Moby-Fähre. Wir haben aufgeholt :grin:



    Wegen der Musik verzogen wir uns kurz vor Ankunft wieder an Deck. Das Mittelmeer ist komplett ohne Seegang und mit verantwortlich für die angenehme Überfahrt



    Ankunft in Savona


    Um 17:15 ist Planmäßige Ankunft in Savona. Naja, nicht Savona, die Fähre fährt in einen Industriehafen ein paar Kilometer westlich von Savona. Um 17:10 ist das Anlegen schon komplett abgeschlossen und die ersten Autos verlassen die Fähre. Nach den Erfahrungen der Hinfahrt lassen wir uns viel Zeit, aber es geht hier dank weniger Fahrgästen und größeren Treppenhäusern deutlich schneller. Gegen 17:30 Uhr verlassen wir schon den Hafen. Wir halten erstmal auf einem Parkplatz an und machen die Rückfahrt aus: Nic wird Richtung Brenner fahren um nach München zu kommen, ich habe ein Hotel in Rhô nordwestlich von Mailand gebucht. Das sind ungefähr 210 Kilometer vom Hafen. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass wir später aus dem Hafen kommen. Wir verabschieden uns schon mal voneinander, wollen aber zusammen über die Autobahn fahren, bis wir uns dann halt irgendwann verlieren. An der dritten Ampel in der Stadt hänge ich Nic allerdings schon ab. Da warte ich mal noch auf ihn :grin: Aus unbekannten Gründen wollte seine DR bei der letzten Ampel einfach nicht losfahren ?( Jetzt gehts aber weiter.


    Die erste Mautstelle auf der Autobahnauffahrt ist das nächste Hindernis. Ca. 10 Spuren wollen durch 3 Mautspuren durch. Die Italiener sind etwas rabiater als die Franzosen und versuchen auch mit dem Auto, sich vorzudrängeln. So kommen wir auch mit dem Versuch uns durchzuschlängeln nicht weit, die Auto stehen einfach zu eng. Ich werde dann sogar noch zwischen einem Auto, dass sich vor mich gedrängelt hat und dem Hänger des Autos eingeschlossen :cursing: Da habe ich mich dann ziemlich dreist rausgedrängelt, das war mir echt nicht geheuer :wacko: Nach der Mautstelle geht es dann mit viel, aber noch flüssig laufendem Verkehr auf die Autobahn. Hier hat es deutlich über 30 Grad im Schatten. Und diesen Schatten gibt es auf der Autobahn natürlich auch nicht.


    Die Autobahn windet sich sehr kurvig durch de Berge Richtung Norden. 3 Spuren, die für Autobahnen relativ schmal sind, werden wechselweise als 2, 3 oder 4 Spuren interpretiert. Tempolimits werden auch typisch italienisch interpretiert. Ich hänge mich an einen GS-Fahrer und einen Street-Triple Fahrer, die mit 150 lt. Tacho über die Autobahn fahren und die Blitzer zu kennen scheinen :grin: Nic wird im Rückspiegel immer kleiner, aber dadurch, dass ich vom Verkehr immer wieder ausgebremst werde, kommt er auch immer wieder ran. Der Verkehr wird weniger, die Autobahn gerader und auch eine Seitenstreifen hat es hier jetzt. Da meldet sich plötzlich die rote FI-Leuchte im Cockpit der Bandit und der Schriftzug "FI" im Tageskilometerzähler :cursing: Gerade sind wir alle 2 Kilometer an einer Ausfahrt oder einem Parkplatz vorbei gekommen. Jetzt kommt erstmal 10 Kilometer nichts :pinch: Ich fahre jetzt nur noch 90 und will am nächsten Parkplatz stoppen. Ich will den Motor nicht irgendwo am Straßenrand abstellen, weil ich befürchte, dass er nicht mehr anspringt. Irgendwann kommen wir an einer Ausfahrt vorbei, die ich dann einfach nehme. Nic folgt mir, weil er mitbekommen hat, dass ich ein Problem habe. Wir sind jetzt natürlich mitten in der Pampa, hier will ich auch nicht liegen bleiben. Also fahren wir noch gut 4 Kilometer weiter zu einem Parkplatz an einem geschlossenen Restaurant. Ich bin jetzt an einem Ort mit Adresse und könnte hier auch den Abschleppdienst oder die Pannenhilfe vom ACE hin bestellen. Also kann Nic auch weiterfahren. Ich nutze derweil den Rest meines Auslands-Datenpakets, um ein wenig nachzuforschen. Anscheinend ist eine leuchtende, aber nicht blinkende FI-Leuchte kein Problem, dass den Motor schädigen kann. Auch soll der Motor dann normal weiter laufen. Ich glaube den Suchergebnissen erstmal und fahre weiter. Der Fehler ist erstmal weg, kommt aber nach ein paar Kilometern wieder. Ich probiere mal noch kräftige Beschleunigung aus, der Motor hat gefühlt noch volle Leistung. Sollte also kein Problem sein.
    Wie ich später herausgefunden habe, interpretiert das Motorsteuergerät anscheinend Temperaturwerte aus der Airbox über 65 oder 70°C als einen defekten Temperatursensor. Die Airbox liegt direkt über dem Motor und die Ansaugluft dürfte auf der Autobahn auch schon gute 40-50°C gehabt haben.


    Nach einem Abendessen in einem McDonalds an der Autobahn und einem Tankstop komme ich dann Früher als erwartet gegen 9 Uhr abends am Hotel an. Hier spricht man Englisch und kommt auch direkt mit meiner booking.com-Buchung zurecht :thumbup: Das Hotel ist ein Messe-Hotel und besteht aus einem Rezeptions-Gebäude mit Frühstücksraum und einem Gebäude mit dem Zimmern. Letzeres ist angelegt wie amerikanische Motels in Filmen: U-Förmig mit Parkplatz in der Mitte und Zugänge zu den Zimmern von außen über den Parkplatz bzw. Treppenaufgänge. Ich habe ein Zimmer im Erdgeschoss mit Parkplatz unmittelbar vor der Tür. Super, so muss ich mein Gepäck nicht so weit schleppen :)
    Das Zimmer ist relativ klein, aber mit Fernseher, Klimaanlage und dem besten Bad, das ich diesen Urlaub gesehen habe ausgerüstet. Ich dusche erst mal, geschwitzt habe ich heute mehr als genug. Dann gehe ich relativ früh ins Bett.

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  • 23.06.2016 - Tag 19 - Rho bei Mailand -> Saarland - ca. 600 km


    Der letzte Tag des Urlaubs. Ich habe noch 600 Kilometer bis nach hause. Frühstück gibt es ab 7 Uhr, aber ich habe ja den ganzen Tag Zeit, also stehe ich mal gemütlich auf, um um 8 Uhr das Zimmer zu verlassen und das Motorrad zu packen. Ich gehe dann schon in Motorradklamotten Frühstücken, so dass ich direkt auschecken und losfahren kann. Dann geht es durch den Mailänder Berufsverkehr. Das an sich ist schon ein Abenteuerurlaub :grin:
    Die erste Pause mache ich am Grenzübergang bei Chiasso. Hier kaufe ich dann noch eine Vignette. Auf dem Hinweg konnte ich es noch vermeiden, aber jetzt will ich auf direktem Weg nach Hause und mit Ankunft in Savona hat sich die Schweiz auch nicht umfahren lassen. Noch sind die Temperaturen erträglich, aber ab Lugano wird es wieder heiß wie gestern. Da ist das Gotthard-Massiv doch willkommen. Die Autobahn gewinnt an Höhe und die Temperatur sinkt ein wenig. Ich tanke noch an der Gotthard-Raststätte und mache eine kleine Pause. Anschließend geht es dann die Tremola hoch. Die war ja auf dem Hinweg noch gesperrt, jetzt ist sie offen. Jetzt habe ich mir das Foto vom Passschild auch wirklich verdient, der neue Gotthard-Pass auf dem Hinweg zählt ja nicht, der ist zu einfach :grin:



    Jetzt auch nachgeholt: Tremola



    Passchild am St. Gotthard


    Die Nordseite ist leider durch eine Baustelle gesperrt, also geht es jetzt wieder auf der neuen Passstraße den Berg wieder runter zur Autobahn. Ab jetzt fahre ich praktisch nur noch Autobahn, muss aber wegen der Temperaturen dauernd anhalten und trinken. Die längste Etappe an diesem Tag irgendwo in Frankreich hat 100 km und 45 Minuten. An einer französischen Raststätte tanke ich und esse etwas. Dabei stelle ich fest, dass ich auf der Autobahn in der Schweiz einen neuen Verbrauchsrekord von 5,1 Litern/100km aufgestellt habe. Das Thermometer will auch Rekorde aufstellen und zeigt 37°C im Schatten :wacko: Wenn jetzt irgendwo auf der Bahn auch noch Schatten wäre :smirk: Die Luft, die auf der Autobahn durch die Belüftungen der Motorradkleidung kommt hat etwas von einem Fön.


    Sonst gibt es von heute nicht mehr viel zu erzählen. So gegen 5 Uhr nachmittags komme ich total geplättet und ziemlich überhitzt zu Hause an. Ich habe ganze 5 Liter Wasser vernichtet. Die rote Leuchte im Cockpit kam mit der hohen Temperatur natürlich auch wieder. Abends habe ich noch schnell den Fehler mit dem "Spezialwerkzeug" zum Einschalten den Händler-Modus ausgelesen. Es gibt keine aktuellen Fehler, also scheint das wirklich nur temporär gewesen zu sein. Ich muss mal den Fehlerspeicher bei der nächsten Inspektion auslesen lassen.



    Spezialwerkzeug Marke Eigenbau :grin:






    ---------------------------------



    Damit ist mein Reisebericht nun endlich auch beendet. Ein Fazit zur Reise & Co. werde ich morgen oder übermorgen auch noch einstellen.
    Ich hoffe euch hats gefallen. Einen habe ich anscheinend ja schon angesteckt :grin:

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    Edited once, last by hackstueck ().

  • Wenn man schon WLAN hat:
    Der Tag an dem ich alleine war, werde ich zuhause kurz in Wort und Bild fassen.
    Mein Heimweg war weit aus langweiliger.
    Ich bin fast nur Autobahn gefahren. Habe gegen halb 9 abends sogar noch einen Campingplatz gefunden, in einem Ort dessen Name mir entfallen ist. Zelt aufgebaut, etwas mit den Nachbarn gequatscht, nochmal in den Ort rein zum Geld abheben, warum weiß ich auch nicht mehr, schlafen.
    Von da ging's am nächsten Tag weiter auf der Dosenbahn bis zum Brenner, wofür da Maut verlangt wird, ist mir schleierhaft, die Autobahn ist auch nicht anders als im Inntal. Das Inntal selbst war mit 100 eine Qual, aber immer noch besser als über die Dörfer zu eiern.
    In Kufstein bin ich runter und übern Ursprung gefahren. Highlight war das überholen der Ausfahrtgruppe des österreichischen BMW Kardan Rentnervereins. Die wirkten alle recht erstaunt, das da eine lärmende, voll bepackte DR vorbeizog. Nach Hause ging es weiter über Land. Problematisch war nur der noch vorhandene französische Fahrstil, den ich auch jetzt noch nicht ganz abgelegt hab :D

  • So, jetzt komme ich auch mal dazu, ein Fazit zu verfassen. Fangen wir mit dem Urlaubsziel an...


    Fazit Urlaubsziel & Zeit:


    Erst die Alpen und dann Korsika sind für einen 2 1/2 wöchigen Urlaub schon ein wenig eng. Man ist eigentlich immer unterwegs. Mir macht das nix aus, der Urlaub war von vorne herein so geplant. In den Alpen muss man natürlich Abstriche machen, aber die ganzen Alpen in einem Urlaub zu befahren ist sowieso schwierig. Unser Aufenthalt auf Korsika war meiner Meinung nach ziemlich passend. Klar kann man nicht die ganze Insel entdecken, aber die rennt ja auch nicht weg. Wir waren so ungefähr einmal an jeder Ecke der Insel. Somit haben wir viel gesehen, aber auch noch genug zu entdecken für weitere Urlaube. Das war bestimmt nicht das letzte Mal auf Korsika.
    Zum Motorradfahren ist Korsika einfach Klasse. Die Insel wird gerne als Gebirge im Mittelmeer beschrieben und genau das ist sie auch. Man fährt Bergstraßen mit Meerblick.


    Was uns ein wenig negativ aufgefallen ist, war der Zustand mancher Straßen sowie die Preise auf Korsika. Sprit ist ein wenig teurer als auf dem französischen Festland, das ist das kleinere Problem. Campingplätze sind natürlich auch nicht mehr ganz so günstig wie in ländlichen Gebieten auf dem Festland, aber noch günstig. Die Lebensmittelpreise sind dagegen spürbar höher als auf dem Kontinent, ganz extrem ist es bei Bier. Selbst billigstes Dosenbier aus dem Supermarkt liegt bei ca. 1€ die Dose, brauchbares Bier ist entsprechend teurer. 5€ für 0,2 Liter oder 6€ für 0,33 Liter an der Campingplatzbar sind normal :wacko:
    Pizza findet man kaum unter 10€ und auch normale Einkäufe im Supermarkt schlagen gut zu buche, allerdings nicht ganz so krass wie in der Schweiz :grin:


    Mitte Juni als Reisezeit für Korsika ist sehr gut. Es ist noch nicht extrem heiß, aber schon so, dass man es in Deutschland als Hochsommer bezeichnen würde. Die ganzen Touristen kommen erst langsam auf der Insel an, an den ersten tagen haben wir fast keine gesehen. Dagegen ist Anfang Juni für die Alpen noch ein wenig zu früh, einige Pässe wurden erst in den folgenden Wochen geöffnet und nachts war es teilweise auch noch knackig kalt.



    Fazit Camping:


    Fast 3 Wochen nur im Zelt, fast jeden Tag ab- und aufbauen. was soll man dazu sagen? Auf- und Abbau sind natürlich keine spaßigen Angelegenheiten, aber mit der Richtigen Ausrüstung auch machbar. So lange es dabei nicht regnet, stört es mit ein wenig Übung auch gar nicht mehr. Dafür schont es enorm die Urlaubskasse. Und es passt auch richtig gut zu so einer Tour, solche Flexibilität hat man mit Hotelübernachtungen nicht.



    Fazit Ausrüstung:


    Wichtigste Ausrüstungsgegenstände im Urlaub waren:
    - Schweizer Messer (klar)
    - Seitenständeruntersetzer (sonst hätte ich auf diversen Campingplätzen schlichtweg draußen parken müssen oder halt nach einem provisorischen Ersatz suchen dürfen)
    - Exped Synmat (Man schläft wie im eigenen bett, dazu ist das Packmaß sehr klein)
    - Oropax (damit schläft man länger :grin: )


    Es hat sich gezeigt, dass gute Campingausrüstung den Mehrpreis echt wert ist. Ich hatte bis auf die Aktion mit den Heringen am allerletzten Campingplatz keinerlei Ärgernisse im Urlaub.



    Fazit Bandit:


    Die Bandit gibt ein super Tourenmotorrad ab.Von 40kg Gepäck merkt man wenig, der Motor hat in jeder Situation immer die passende Antwort und sie ist komfortabel genug für lange Tagesetappen. Was gestört hat, war die Reichweite. Bei forcierter Fahrt saugt sie sich schon gut über 6 Liter rein, da muss man in den Bergen schon bei 200km langsam eine Tanke suchen. Das ist nicht wirklich schlimm, aber doch ein klein wenig nervig.
    Dafür war sie absolut zuverlässig. Der Ölstand ist über den gesamten Urlaub kein bisschen gesunken, der montierte McCoi Kettenöler macht seine Arbeit perfekt und nichts geht kaputt. Hätte ich die Bremsbeläge vorher gerichtet, hätte ich im Urlaub nichts anderes gemacht als zu tanken und fahren. So muss das :thumbup:
    Die Gepäcklösung war eher Low-Budget und ein wenig fummelig. Das Topcase ist Gold wert und auch die Packrolle als Gepäckstück für die komplette Campingausrüstung ist gut. Die Seitentaschen waren weniger optimal. Durch die aufwändige (De-)Montage lässt man sie einfach irgendwann nur noch am Mopped hängen. Und sie sind der Belastung auch nicht gewachsen, man muss mit Spanngurten für den Richtigen Sitz sorgen. Auch das überziehen der Regenhauben nervt. Für den nächsten Urlaub gibt es einen Koffersatz.



    Fazit Planung:


    Wir hatten für den Urlaub ja nur eine Route durch die Alpen geplant und als Ziel Korsika vor Augen. der Rest wurde mehr oder weniger immer spontan entschieden. Ich muss sagen: Eine sehr gute Art Urlaub zu machen. Das ist zwar wohl nur mit Camping vereinbar, aber macht sehr viel Spaß und einfach auch super entspannt. Man fährt einfach dort hin wo man will und wenn man genug hat, fährt man den nächsten Campingplatz an. Keine Hotels, die erreicht werden müssen, keine vorgebuchten Fähren, die man erwischen muss. So werde ich wohl noch häufiger Urlaub machen :thumbup:

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  • Danke für das Fazit. Deckt sich in wesentlichen mit meinen Erfahrungen. Statt Koffern oder Seitentaschen packe ich einfach weniger ein ;)

    MO24 Team Reisen

  • Quote

    Danke für das Fazit. Deckt sich in wesentlichen mit meinen Erfahrungen. Statt Koffern oder Seitentaschen packe ich einfach weniger ein ;)


    Mittlerweile dito. Man kann auch unterwegs waschen. Rei in der tube und so.


    gesendet von unterwegs

    • Official Post

    Das mit den Koffern ist schon okay, wie ich finde. Ist ab einem gewissen Punkt auch reine Komfortsache.


    Gruß,
    Drei-Koffer-bratwurst

  • Der Tag allein:


    Trotz unglaublich umfangreichen Roadbook an dem Tag, schau ich doch noch zwei mal aufs Handy ob ich auch wirklich auf der richtigen Straße bin (war ich). Das letzte Stück ging schön auf einer kleinen Straße am Hang den Berg entlang. Um genau zu sein war es die D963. Der Name sagt schon alles über die Straße aus, je mehr Stellen, desto schlechter besser für Enduros :grin:
    Am Ende der Straße gibt es einen Parkplatz und einen Weg der sich noch weiter den Berg hoch schlängelt. Diesen probier ich ein Stück weit aus, beschließe dann aber umzukehren, die dicken Steine machen das fahren anstrengend und bei dem Wetter will ich kein Motorrad aufheben müssen.
    Zurück am Parkplatz lass ich Klamotten liegen und stapfe etwas in den Wald entlang eines Baches, bis ich auch hier umdrehe und wieder zurück laufe um dann am Campingplatz, als ich gerade ans Wasser wollte auf Luca zu treffen.


    Und hier die Bilder:

    Am Parkplatz



    Könnte fast als Kunst durchgehen



    Begleitung während des Fußweges

  • Die Punkte des Fazits übernehm ich auch einfach mal:


    Fazit Urlaubsziel & Zeit:


    Schließ ich mich Luca an.
    Korsika immer wieder, lohnt sich aber für alle anderen Motorradfahrer wirklich absolut garnicht :grin:


    Fazit Camping:


    Würde ich immer wieder machen. Es ist vergleichsweise günstig, nur Wildcampen wär günstiger. Nach mehr als 2 Wochen jeden Tag Zelt auf und abbauen wird das aber auch nervig, geht aber. Hier macht viel aus, was man tatsächlich an Material dabei hat. Ein richtiges Tunnelzelt wie Luca würde mich viel früher nerven.


    Fazit Ausrüstung:


    -Leatherman (die Zange ist super um den Deckel vom Kochtopf zu bekommen ohne sich die Flossen zu verbrennen)
    -SynMat (das Aufpumpen ist ab einem Punkt nervig, dafür schläft es sich bequemer als auf jeder anderen Isomatte die ich bisher hatte und das Packmaß ist auch kaum zu toppen)
    -Exped Venus II (klasse Zelt, kann ich nur empfehlen, zumindest all jenen, die bereit sind das Geld dafür auszugeben und das Zelt auch mal auf Wandertouren mitnehmen wollen)


    Vermisst habe ich direkt nichts, ein Klapphocker würde den Kompfort erhöhen und passendes Werkzeug zur Gabelkorrektur kommt nächstes mal auch mit ;)


    Fazit Bandit:


    Hab ich keine daher Fazit DR:
    Die Gute hat unter 5l gebraucht, wann erstaunlich wenig ist. Der Ölverbrauch ist für die großen, alten Single auch in Ordnung. Das tägliche Kontrollieren wird schnell zur Gewohnheit. Die unglaubliche Leistung die der Motor entwickelt reicht auch vollkommen aus um dran zu bleiben, man muss gegebenenfalls etwas am Hahn ziehen, passt aber. Lediglich beim Überholen oder auf längeren Geraden hatte ich keine Chance mehr, aber ich muss ja dann nicht auf mich warten :grin:
    Die Satteltaschen die ich hatte sind auch toll und sollen über den Winter repariert werden, Koffer will ich keine, da die Plastikteile zwar praktisch sind aber pott hässlich. Welche aus Alu würde ich eventuell dran fummeln, säh vermutlich sogar gut aus, aber die Taschen tuns vollkommen.
    Die Toploader Packrollen und RockStraps kommen auch wieder so mit.


    Fazit Planung:


    Jederzeit wieder. Ähnlich Planlos waren wir jetzt auch in Norwegen unterwegs. Ich mags so :)


    Fazit Reisebegleitung:
    Sollte er mich nochmal fragen ob wir so eine Tour machen, würde ich, Zeit vorrausgesetzt, jederzeit wieder zu sagen. :thumbup:

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